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Die Rede des thailändischen Königs

Erstellt von Jakraphong, 23.01.2002, 15:14 Uhr · 13 Antworten · 1.176 Aufrufe

  1. #1
    Jakraphong
    Avatar von Jakraphong

    Die Rede des thailändischen Königs

    Rede von Seiner Majestät König Bhumibol Adulyadej
    anläßlich seines 74. Geburtstag

    Übersetzung von Thailand Community
    (kopiert von Jakraphong) am 23.01.2002

    Der Koenig warnt vor Katastrophe

    Seine Majestaet der Koenig, hat waehrend einer seiner ausdrucksstaerksten
    Geburtstagsreden, gestern davor gewarnt, dass Egoismus und Doppelmoral
    sich nachteilig auf Thailand auswirken, und wie er meinte eine bevorstehende
    Katastrophe sei.

    "Heute will ich ueber Katastrophe, nicht Entwicklung reden", teilte der
    Monarch hunderten von Honoratorien am Ort mit, an deren Spitze der
    Premierminister Thaskin Shinawatra, die sich am Dusidalai Throne Hall
    versammelt hatten. "Ich glaube, wir wissen alle, dass unsere Land sich nicht
    entwickelt, sondern alles ruecklaeufig scheint."

    Dies sagte er in der Mitte seiner Rede, nachdem seine Hoechste Majestaet
    der Koenig, einige Zeit lang die koeniglichen Projekte erklaert hatte. In den
    vergangenen Jahren hat Seine Majestaet selten Worte wie "Katastrophe"
    benutzt, ganz zu schweigen, dass das Koenigreich am Rande davon sei.

    "Der Premierminister macht jetzt ein langes Gesicht, nachdem ich die
    Katastrophe angesprochen habe," sagte Seine Majestaet, woraufhin gelacht
    wurde. "Aber ich sage die Wahrheit, was auch immer wir tun, scheint es
    grosse Probleme zu geben. Der Premierminister scheint belustigt zu sein,
    aber tief in seinem Inneren ist er es sicherlich nicht."

    Der Monarch sagte, dass der Fortschritt des Landes Einheit benoetigt und
    dass Egoismus und Doppelmoral Unglueck verbreiten.

    "Zwei Menschen mit unterschiedlichen Ideen, unterschiedlichen Erfahrungen
    und unterschiedlichem Wissen koennen nicht dazu gebracht werden, gleich
    zu denken. Wenn wir eine Idee haben, und andere sagen, dass dies nicht
    richtig ist, haben sie das Recht, dies zu sagen. Aber jeder muss seinen
    Egoismus reduzieren um zu vermeiden, dass unterschiedliche Ideen
    kontraproduktiv werden.

    "Deshalb brauchen wir Seminare und Arbeitsgruppen. Arbeitsgruppen
    erfordern gegenseitige Diskussionen und Ausfuehrungen. Was hier geschieht,
    kann man nicht Arbeitsgruppe nennen, weil nur ich derjenige bin, der redet.
    Was getan wurde, ist auch keine Arbeitsgruppe. Mit dem Zug in die Ferien
    zu fahren, ist einfach nicht richtig."

    Seine Majestaet der Koenig sagte, dass Egoismus und Doppelmoral eine
    gefaehrliche Mischung sind.

    "Die Menschen sind boese auf andere, die eine andere Meinung kundtun,
    wohingegen sie auf sich selbst boese sein sollten. Aber wir muessen noch
    mehr ueber uns selbst veraergert sein, wenn wir heute etwas sagen, nur um
    morgen etwas anderes zu sagen.

    "Sie nennen es "Doppelmoral" auf Englisch. Wenn wir glauben, dass das
    was wir sagen gut ist, aber wenn Auslaender (das gleiche sagen) wir es
    schlecht nennen, das ist Doppelmoral. Die Anwendung behindert den
    Fortschritt. Um mit einer Katastrophe fertig werden zu koennen, mussen
    wir lernen, die Doppelmoral zu unterdruecken.

    "Diejenigen, die Doppelmoral haben, werden darueber stolpern, weil ein
    Bein dem anderen im Weg ist. Darum ist es so gefaehrlich.

    "Es ist wichtig, dass wir dieses bestimmte Wort verstehen. Denkt darueber
    nach und vermeidet es. Wenn zwei Menschen unterschiedlich denken, gibt
    es (nur Streit). Aber wenn wir uns widersprechen, gibt es einen internen
    Streit. Viele Leute vergessen, dass das was sie gerade gesagt haben und
    sagen etwas um sich zu widersprechen. Wenn dies geschieht, sind wir
    selbst schuld. Ich moechte diesen Punkt betonen, da ich denke, dass es
    sehr wichtig ist."

    mfg
    Jak

  2.  
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  3. #2
    Avatar von Jinjok

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    Re: Die Rede des thailändischen Königs

    Zu dieser nun schon historischen Rede gibt es nun auch Kommentare aus Deutschland. In diesem Fall fühlte sich der Landesbeauftrageten für Thailand der CDU-nahen Konrad-Adenauer-Stiftung bemüßigt seinen Kommentar abzugeben. Abgesehen davon, daß er den König von Thailand respektlos schlichtweg als "Bhumipol" bezeichnet, finden sich darin einige für Parteifunktionäre erstaunliche Ansichten. Vielleicht macht er auf CDU-Kosten da unten schon zu lange Urlaub. Man müßte eigentlich den Link an die Botschaft des Königreiches Thailand senden. Hier der ganze Erguß

  4. #3
    Avatar von Shiai

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    403

    Re: Die Rede des thailändischen Königs

    Na, ob da seine Majestät den Thais nicht etwas zuviel zumutet. Workshops und Diskussionsforen, in einem Land, wo Traditionsgemäß unliebsame Themen lieber ignoriert werden um nur ja nicht das Gesicht zu verlieren, wenn man offen auf einen Mißstand hinweist. Bleibt nur zu wünschen das besagte Kritik auch fruchtet, was ich persönlich jedoch stark bezweifle.

  5. #4
    Nelson
    Avatar von Nelson

    Re: Die Rede des thailändischen Königs

    Danke Jinjok,

    der von Dir angegebene Link war sehr interessant zu lesen. Hätte ich ohne Deinen Hinweis nie gefunden!

    Gruß, Nelson

  6. #5
    Avatar von Jinjok

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    Re: Die Rede des thailändischen Königs

    @Nelson
    Dazu sind Foren doch da. Danke fürs Feedback. Nicht alle interessieren sich für Politik und daher auch nur ein Link. Im Übrigen sind die Suchmaschinen eine unerschöpfliche Quelle zum Forentopic und. man sollte hin und wieder ein paar interessante Links posten. DisainaM ist da der Protagonist.
    mfg jinjok

  7. #6
    Avatar von DisainaM

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    26.851

    Re: Die Rede des thailändischen Königs

    hi Jinjok,

    nun meinte Lung Tom, das Thema sei ja schon bei TML durchdiskutiert worden.
    Das Thema wurde bereits in der TML diskutiert wie andere Dinge auch.( Rede des Königs in deutsch bei der KAS etc.)

    Mir ging es auch nicht um eine Wiederholung von Themen, die in anderen Foren bereits gelaufen waren.

    Darum war mein Thema bei Leo, und im Ramiforum, wo das Thema ja auch angeschnitten wurde, einzig die Kritik, das der Beitrag unter dem falschen Briefkopf läuft.

    Bin nach wie vor der Meinung, das es einem diplomatischen Selbstmord entspricht, wenn ein Parteisprachrohr, wie die KAS sich berufen fühlt, Interpretationen der Rede des König abzudrucken (wo neben Schreibfehlern bezüglich des Namens des Königs auch eine unangemessene Bezeichnung verwendet wird).

    Zur. aktuellen Diskussion bei TML aus thailändischer Sicht;

    Die Probleme, z.B. Ungleichheiten im
    allgemeinen, ... sind tief verwurzelt in unseren Werten,
    und nicht nur in die der Thais (!!!), und das ist die Realitaet.


    zeigt, das ausgehend von der Sicht der Dinge aus thailändischer Wertvorstellung, mit Sicherheit nicht gesellschaftliche Ungleichheiten, welche ihre Berechtigung aus den thailändischen Wertvorstellungen haben, kritisiert werden würden. Deshalb sind Interpretationen der Rede des Königs in diese Richtung nur westliche Wunschvorstellungen, die jedoch unter dem Briefkopf KAS falsch am Platze sind.

  8. #7
    gruffert
    Avatar von gruffert

    Re: Die Rede des thailändischen Königs

    Hallo Jinjok und Disaina,

    Also ich weiss nicht was Ihr an dem Beitrag der Adenauerstiftung auszusetzen habt. Fuer mich ist das eine zutreffende Analyse der innenpolitischen Situation in Thailand, verstaendlich auch fuer die Leute in Deutschland die mit Thai-Innenpolitik nicht vertraut sind.
    Ich verstehe auch nicht wieso ihr meint, dass der Koenig beleidigt worden ist. Ganz im Gegenteil, ich habe noch nie eine so zutreffendere Wuerdigung des Monarchen gelesen wie hier. Dass er den Koenig mal Bumiphol nennt, ist doch wohl kein Beinbruch. Schliesslich schreibt der Mann in Deutschland und nicht in Thailand und braucht sich deshalb nicht bei jedem Satz zu verbeugen.

    Ich finde dass hier und in anderen Thai-Foren in jedem 2. Posting wesentlich negativere und oft beleidigende Aussagen ueber Thailand gemacht werden als im Beitrag der Adenauerstiftung.

    Guenther

  9. #8
    Avatar von DisainaM

    Registriert seit
    15.11.2000
    Beiträge
    26.851

    Re: Die Rede des thailändischen Königs

    Eine kurze Stellungnahme :

    Die Wortwahl Bhumipols war teilweise so krass, dass sie an Eindringlichkeit absolut nichts zu wünschen übrig ließ.
    Wer will das beurteilen ?
    Dr. Norbert Eschborn ?


    Es gibt durchaus Gründe, weshalb der Monarch derart gezielt den Regierungschef anging.
    Wer will das beurteilen ?
    Dr. Norbert Eschborn ?

    Bei den seit den prodemokratischen Protesten des Mai 1992 und der nachfolgenden politischen Reformbewegung auf ihre Meinungsfreiheit besonders stolzen Thais musste dies phasenweise wie ein Schritt zurück zu Verhaltensmustern der ungeliebten autoritären Vergangenheit wirken.
    Hierzu hatte bereits der Betreiber der Thai Mailing Liste aus Thai Sicht geschildert, das westliche Ansichten von Ungerechtigkeiten für Thais nicht per se angenommen werden.
    Autoritäre Vergangenheit mag eine aus westlicher Sicht zutreffende Behauptung sein, nicht aber aus Thaisicht.
    Im Grunde müßte aus westlicher Sicht bereits jede Form von Kastengesellschaften autoritäre Züge tragen, da es niemals um eine Meinungsfreiheit im westlichen Sinne geht, da die Autorität der Führungsschichten zu keinem Zeitpunkt in Frage gestellt wird.
    Schließlich sollte man bei den Protesten des Jahres 1992 nicht vergessen, das es ausschließlich der Autorität des Königs zu verdanken war, das die Unruhen ein friedliches Ende nahmen.


    diese Überzeugung suchten Beobachter bei dem ausgesprochen dünnhäutigen Regierungschef bisher vergeblich.
    undiplomatische Beschreibung für ein Parteisprachrohr, wie die KAS.

    Dieses Persönlichkeitsdefizit Thaksins kritisierte auch König Bhumipol mit klaren Worten: ...
    Was der König tatsächlich sagt, mag für einen Nicht Buddhisten wahrscheinlich nicht verständlich sein, der König warnt vor dem ´Anatta´. Die Beschreibung von Dr. Norbert Eschborn geht jedoch völlig an der Sache vorbei.

    Ausgehend davon muss dem König jetzt natürlich die innenpolitische Lage in der Tat wie eine bevorstehende Katastrophe erscheinen, selbst wenn er sie in seiner Wortwahl möglicherweise überzeichnend dargestellt hat.
    Wer ist Herr Eschborn, um zu beurteilen, was der König ´überzeichnet´ darstellt ?

    Trotz der öffentlichen Diskussion um seine aufsehenerregende Rede unterliegt auch König Bhumipol den Gesetzen des Medienzeitalters, weshalb es nur eine Frage der Zeit ist, bis die an Schnelllebigkeit gewöhnten Thais sich gedanklich wieder ihrem Alltag zuwenden.
    Wer ist Herr Eschborn, um zu beurteilen, wann Thais die Rede ihres Königs vergessen ?

  10. #9
    Avatar von Jinjok

    Registriert seit
    05.07.2001
    Beiträge
    5.556

    Re: Die Rede des thailändischen Königs

    @Günther
    Von einer Parteistiftung kann man sicher zurecht politische Korrektheit und diplomatisches Fingerspitzengefühl erwarten, im Gegensatz zu uns Forenschreibern.

    Naja, den König beleidigt hat keiner gesagt, aber es ist einfach respektlos ein gekröntes Oberhaupt eines Landes einfach mit seinem Vornamen zu betiteln. Dabei ist die Kurzform König von einen Farang sicher noch angemessen.
    mfg jinjok

    PS: Kritikwürdig war nicht der Bericht über die Rede des Königs (da wars nur die Anrede) sondern für eine parteinahe Stiftung die schonungslose Demontage des Staatsoberhauptes/Premier eines Landes zu dem man freundschaftliche Beziehungen unterhielt.

    Letzte Änderung: Jinjok am 24.01.02, 16:37

  11. #10
    gruffert
    Avatar von gruffert

    Re: Die Rede des thailändischen Königs

    Hallo Disaina

    Zu Deiner Frage: >Wer ist Dr. Eschborn ?<

    Ich weiss nicht wer Dr.Eschborn ist, und wieviel Thailanderfahrung er hat. Ich weiss aber, das ich, der nun ueber 20 Jahre in Thailand lebt, davon 2 Jahre lang Reden und Taten des M.P verfolgt hat, jede Deiner Fragen genau so beantworten wuerde wie Dr. Eschborn. Ich bin der einzige hier in meinem Dorf, der nicht nur sieht wie sich seine Politik hier auswirkt, sondern auch dank Internet taeglich in >Nation und Bangkokpost< die innenpolitische Entwicklung in Bangkok verfolgt, so dass ich doch meine mir ein Urteil darueber anmassen zu koennen.

    Guenther

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