Seite 5 von 5 ErsteErste ... 345
Ergebnis 41 bis 45 von 45

Die Macht der Amulette

Erstellt von DisainaM, 11.04.2007, 12:11 Uhr · 44 Antworten · 4.344 Aufrufe

  1. #41
    Avatar von Mr_Luk

    Registriert seit
    17.02.2005
    Beiträge
    3.114

    Re: Die Macht der Amulette

    Hallo x-pat,

    Es sieht ja fast so aus als ob eine rein rationalistische Perspektive ein noch besserer Schutz gegen Geister und alle Gefahren der "Ungewissheit" und einem erweitertem Bewusstsein darstellt, als die machtvollsten Amulette der ganzen Welt zusammen ...

    Ich glaube aber du unterschätzt die vielschichtige Problematik einer rein rationalistischen Perspektive und überschätzt die Klarsicht selbiger. Das Verhalten eines Menschen ist nicht notgedrungen gesund oder pathologisch - und steht mit Sicherheit nicht nur in Relation zu seiner Rationalität oder Irrationalität. Ausser man geht davon aus dass Gefühle, da irrational, pathologisch seien. Die mannigfaltigen Grauwerte zwischen diesen Extremen sind doch das was den Menschen (bzw. die Mehrzahl der Individuen) ausmacht. Bei der Psyche des Menschen, stösst eine rein rationalistische Perspektive geradezu exemplarisch an ihre Grenzen.

    Genau genommen ist eine rationalistische Person gerade wegen der streng objektiven Sicht, stets mit einem gewisses Mass an (für sie) kontraproduktiven Irrationalität, Chaos und auch Trauma konfrontiert. Das ist die von mir bereits erwähnte "Welt dort draussen", die in ihrer Gesamtheit absolut nicht pathologisch, sondern mehr oder weniger gesund, von Natur aus teils rational- teils irrational, teils gefühlsmässig, teils intellektuell, teils geordnet und teils chaotisch ist. Diese "multiperspektive" und heteroklite Welt, kann den Rationalisten leicht dazu verleiten diese eher ungewollte und zuweilen schwer zu rationalisierende Vielfalt mit defensiven Gedanken und Verhaltensweisen intellektuell zu fixieren oder einzugrenzen, sprich zu zu rationalisieren. Die Toleranz gegenüber anderen Perspektiven und auch Verhaltensweisen bleibt dabei unter Umständen ganz auf der Strecke, bzw. geht graduell mit der zunehmenden Rationalisierung der Umwelt verloren. Narzissmus und Überheblichkeit, das unbedingte Gefühl logischer Überlegenheit, sowie Pedanterie und übertriebenes autoritäres Verhalten (aber nur) als Schutz vor der (teils irrationalen und chaotischen) Wirklichkeit sind die Folge. Im Extremfall kann man diese rationalen Fixierungen und die Furcht vor dem "Chaos" hier sogar als pathologisch einstufen.

    Das Buddha Dharma visiert keineswegs eine absolute Rationalisierung der Welt an, sondern das was darüber hinausgeht: Transzendenz!

    Das Problem beim Übergang von einer rationalistischen Perspektive zu einer transzendentalen, ist aber dass es scheint als befinde man sich beim Verlassen der rationalen Perspektive (plötzlich oder graduell) auf einem abfallenden Bogen und Ast. Das aufwendig intellektuell konstruierte Modell muss nach und nach aufgegeben werden, oder fällt plötzlich ganz von selbst wie ein Kartenhaus zusammen. Der mühsam handgeschnitzte und verzierte Wanderstock ist an diesem Punkt der Strecke nutzlos geworden und muss entgegengesetzt aller Erwartungen zrückgelassen werden!

    Es kann dann durchaus sein, dass man ein ungewohntes Verlangen nach Inkongruenzen, Paradoxa und Chaos empfindet, weil man (nun) auch dies als Hilfsmittel für weitere persönliche Entwicklung begreift. Eine epistemische Perspektive kann man z.B. als eine solche Übergangsphase zu einem transzendentalen Verständnis verstehen. Personen die diesen Schritt wagen, bzw. hineinwachsen, oder unter Umständen ungewollt hineingleiten, laufen aber Gefahr sich beim assimilieren der neuen Vielfalt zu verzetteln - und nicht nur unentschlossen zu wirken, sondern es zeitweise (oder phasenweise) tatsächlich zu sein. Es ist aber nicht die erweiterte Perspektive selbst, die dazu verleitet, sondern die Fixierungen aus vorigen Perspektiven, sowie die Tatsache, dass die betreffende Person jetzt auch zunehmend einer anderen Wahrnehmung über ihr wahres Selbst gegenübersteht. Die intellektuell-rational konstruierten Ideale, Blockaden, Schutzwälle und gesellschaftlich bedingtem Persönlichkeitspanzer fallen gleichzeitig oder eine nach der anderen ab; und die (vermeintlich) konstruierte Entschlossenheit löst sich dadurch auch auf. Das kann für Manche ein harter Schlag sein. Eine neue Motivation muss erst auf dem neuen Fundament Platz finden und im Extremfall wird sie lange gesucht. Die neue Toleranz die sich innerhalb dieser Perspektive entwickelt, wird auch nicht zwangsläufig vom direkten Umfeld erwidert, - oft ist das Gegenteil der Fall, es wird mit Unverständnis erwidert. All dies ist aber der Eintrittspreis den man für diesen Schritt über die Grenze der "Ratio maximo" zahlen muss.

    Der Vorteil einer epistemischen Perspektive liegt aber ebenso auf der Hand: diese Perspektive ist nahe genug an der Transzendenz, dass die betreffende Person von den zahlreichen intellektuellen und psychischen Konflikten (vor allem in der Anfangsphase), eher ermutigt als entmutigt wird. Auch wenn es sich noch nicht um eine transzendentale Perspektive oder Wahrnehmung handelt, ist sich die betreffende Person deren potentiellen Existenz und dem möglichen "final Countdown" hierzu bewusst. Und irgendwo innerhalb dieser Perspektive dürfte sich auch der berühmte "point of no return" des erweiterten Bewusstseins befinden. Zumindest der Punkt an dem man nicht mehr zurück in eine "eingeschränkte" rein rationalistische Perspektive oder Weltsicht fallen kann. Dies ist anfangs wohl, angesichts der eher unerwarteten Schwierigkeiten dieser Perspektive, die grösste Gefahr.

    Die epistemische Perspektive ist aber ganz frei von Spekulation, nur eine logische Folge der rationalistischen. Nur die eigene konditionierte Welt oder bestenfalls eine im Kollektiv und über Konsens idealisierte Welt lässt sich rational erfassen, - nicht aber die unkonditionierte und deshalb "geheimnisvolle" Welt die sich Jenseits des intellektuell erfassbaren befindet. Die epistemische Perspektive lässt sich zumindest auf das grosse Abenteuer ein, das konditionierte ICH erst einmal probeweise gegen eine grössere (wenn auch schwer kontrollierbare) Vielfalt einzutauschen, bevor man sich integral darin auflösen kann. Nur indem man über das rationalistische hinauswächst, besteht überhaupt eine Chance die Welt unkonditioniert wahrzunehmen. An diesem Punkt haben übrigens Fragen wie: ob Amulette denn nun im Sinn des Buddha Dharma sind oder nicht, - wohl eher geringe Relevanz... solche Dinge werden wie selbstverständlich toleriert.

    Welcome to the wonderful world of (at least sometimes) not knowing what the heck is going on! Oder zu Deutsch: "Bist du reif wie ein Pflaume, dann lass dich einfach fallen!" :-)

  2.  
    Anzeige
  3. #42
    Avatar von songthaeo

    Registriert seit
    04.06.2006
    Beiträge
    1.965

    Re: Die Macht der Amulette

    Ich wuensche Expat und Luk (alphabetisch sortiert) ein gutes Neues Jahr.

  4. #43
    Avatar von x-pat

    Registriert seit
    06.11.2003
    Beiträge
    7.208

    Re: Die Macht der Amulette

    Gutes neues Jahr auch an dich, songthaeo, und an dich, Luk.

    Wir sind mittlerweile sehr stark von dem Thema "Amulette" abgewichen. Trotzdem ein paar Zeilen dazu.

    * Ich bin keineswegs ein Anhänger des Rationalismus. Ich glaube man kann mit Recht sagen, dass der Rationalismus historisch tot ist. David Hume hat bereits im 18ten Jahrhundert bedenklich tiefe Löcher in ihn gebohrt, und kein geringerer als Immanuel Kant hat ihn schließlich vernichtend geschlagen, mit preußischer Gründlichkeit.

    * Die Ratio, oder der Verstand, ist wie eine Klinge. Mit Meisterhand geführt ist sie ausgezeichnetes Werkzeug und Waffe. Sie schneidet zuverlässig Pfade durch den Dschungel und steht bei der Verteidigung zur Seite. Man kann sich allerdings auch daran verletzen. Das Geheimnis besteht darin zu wissen wie das Werkzeug richtig benutzt wird.

    * Als epistemische Methode ist die Ratio allein zu schwach. Nichts kann ex nihilo vom Verstand erfasst werden. Wir brauchen außerdem (a) Beobachtung und (b) eine pragmatische Wahrheitstheorie um eine sinnvolle epistemische Methode zur Gewinnung von (Konsens-)Wissen über die Welt zu erschaffen, wie sie z.B. durch die wissenschaftliche Methode gegeben ist.

    * Mit dem Bild einer "rationalistischen Person" zeichnest die psychologische Skizze eines Menschen, der dem Verstand verhaftet ist. Diese Verhaftung entsteht durch Ego-Identifikationen mit den Schlussfolgerungen, die dieser Mensch erarbeitet. Solch eine Disposition ist in sich irrational und -zumindest latent- pathologisch. Bitte beachte, dass ich hier manches als "pathologisch" bezeichne, was die klinische Psychologie keineswegs so kategorisieren würde.

    * Es gibt keinen Widerspruch zwischen transzendentalen und und rationalen Anschauungen, daher müssen rationale Perspektiven weder verlassen werden, noch gibt es einen "Übergang" zwischen Rationalität und Transzendenz. Ich gebe dir allerdings Recht, dass es gelegentlich hilfreich ist, sicher der Limitierungen der Ratio (wie im Zen Buddhismus) bewusst zu werden.

    * Ja, es gibt auch eine "kundige" Anwendung von Amuletten. Sei jedoch versichert, dass dies die absolute Ausnahme ist. Das Gros der Amulette wird aus Einfalt und Aberglauben getragen.

    Cheers, X-Pat

  5. #44
    Avatar von DisainaM

    Registriert seit
    15.11.2000
    Beiträge
    26.851

    Re: Die Macht der Amulette

    August 2007
    Thunder of good fortune

    Booming sales of Jatukham amulets is helping fuel the Thai economy, which
    otherwise would be at a standstill, say believers.
    AT 4am, thunder roused a 40-something Thai businesswoman from sleep. As the sky
    thundered four times, Sujira Khovitoongij became frightened because when she
    looked out from her Bangkok apartment there was no rain or lightning.


    She calmed down after realising that “Jatukham Rammathep had spoken” to her.


    “At first I was very scared, but then I remembered that my business partner told
    me when there was such thunder it meant Jatukham was giving his blessing to my
    business venture,” relates Sujira of her experience that June 9 morning.


    She and her business partners were to launch a store selling the Jatukham
    Rammathep amulet later that day.


    They are among thousands of Thais cashing in on the Jatukham craze in Thailand
    that began last year. “In this business, these is no risk, only high returns.
    (On launch day), your company can make 60 million baht (RM6.3mil). I'm not
    exaggerating,” she declares.


    She was not exaggerating. The Kasikorn Research Centre, a leading Bangkok-based
    economic think tank, estimates that since late last year Jatukham fever has
    generated more than 20 billion baht (RM2.1bil).


    Jatukham, which is commonly worn in a plastic case around the neck, is so
    popular that recently a woman was trampled to death in a scramble to buy the
    amulet.


    To explain the Jatukham phenomenon, Sujira narrates her own experience. When she
    enquired about a vacant store in the Nation Tower in Bangkok, she was told that
    it was booked. So she prayed to Jatukham.


    And when she called the building management again, she was informed the store
    was available, as the person who booked it had cancelled his booking. “Jatukham
    performs miracles for those who ask his blessing,” she explains.


    Sujira also relates a story about a Thai actor
    http://www.nittaya.de/viewtopic.php?t=25291
    who was involved in a car
    accident. “He should have died, but he survived because he was wearing the
    Jatukham amulet,” she says.


    Thais are also buying the amulet as a collector's item. “It is not only sacred,
    but its designs are also artistic,” she explains, adding that she planned to
    purchase amulets made of gold for her two young sons for them to use as dowry in
    the future.


    When asked why Thailand is in turmoil although Thais believe in Jatukham, Sujira
    responded: “The sales of amulets is helping the economy. If there was no
    Jatukham business, our economy would be at a standstill.”


    According to a report in The Nation, there are many legends regarding Jatukham
    Rammathep. The most credible account is that Jatukham Rammathep are “the
    aliases” of brother princes Inthara Sairen and Inthara Khao Kheo, sons of King
    Jantharaphanu, who ruled the Sri Thammasoke realm, the capital of the Krung
    Srivijaya Kingdom (757-1257) in southern Thailand, after their father founded
    it.


    “The Sri Thammasoke realm began to degenerate as a result of their father’s
    absence of 20 years during which he expanded his dominion to as far as eastern
    India. The brothers founded a new capital at Chang Khom Sirithammarat
    (present-day Nakhon Si Thammarat), and renamed the realm Srivijaya
    Suvarnabhumi,” The Nation reported.


    “(Even) long after their deaths, the two princes continued to be idolised by
    succeeding generations, and today are remembered by their preferred names of
    Jatukham and Rammathep.”


    In 1987, Jatukham amulets priced at 39 baht (RM4.10), were created in Nakhon Si
    Thammarat to raise funds to build a Holy Pillar Shrine.


    Today, the price has skyrocketed. For example, Sujira's company,
    Maharajmaharuay, sells amulets at between 199 baht or RM21 (for those made of
    clay) and 134,000 baht or RM14,100 (gold).


    For the record, the most expensive Jatukham was one of the first ever minted, in
    1987, which was sold for 1.2 million baht (RM126,000).


    In a few months, Maharajmaharuay will export Jatukham amulets to Malaysia.
    “Apart from Thailand, Malaysia is a big market for Thai amulets as Malaysians,
    especially Buddhists, believe in them,” notes Sujira.


    On the day Sujira launches her product in Malaysia, she hopes to be awakened by
    drum rolls of thunder.
    http://thestar.com.my/columnists/sto...c=Thai%20Takes

  6. #45
    Avatar von Peter Feit

    Registriert seit
    02.01.2007
    Beiträge
    247

    Re: Die Macht der Amulette

    @DisainaM

    danke für das weiterleiten dieser interessanten Zeitungsmeldung.
    Trotzdem bin ich etwas verunsichert, denn ich bin mir nicht sicher, ob man den Beitrag hier direkt übersetzen kann oder ob er interpretiert werden muß?
    Weißt du es?
    Liebe Grüße Peter

Seite 5 von 5 ErsteErste ... 345

Ähnliche Themen

  1. Thailändische Gegenstände / Amulette identifizieren
    Von Reiner2000 im Forum Treffpunkt
    Antworten: 11
    Letzter Beitrag: 19.08.11, 17:45
  2. Rundum Sorglos Versicherung fuer Abhisit durch Amulette
    Von waanjai_2 im Forum Thailand News
    Antworten: 5
    Letzter Beitrag: 13.12.09, 11:44
  3. Was macht man...
    Von a_2 im Forum Touristik
    Antworten: 14
    Letzter Beitrag: 09.10.05, 21:19
  4. ...amulette
    Von Kali im Forum Treffpunkt
    Antworten: 3
    Letzter Beitrag: 07.07.02, 13:13
  5. Thai-Amulette
    Von DisainaM im Forum Treffpunkt
    Antworten: 2
    Letzter Beitrag: 31.05.01, 20:07