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Die letzten Ereignisse in Myanmar

Erstellt von MrLuk, 07.05.2002, 22:02 Uhr · 1 Antwort · 855 Aufrufe

  1. #1
    MrLuk
    Avatar von MrLuk

    Die letzten Ereignisse in Myanmar

    Nicht nur die Gerüchteküche um die Aufhebung des Hausarrestes Suu Kyi's (die ja am Sonntag offiziell wurde) deutet auf eine Öffnung Myanmars hin, sondern auch noch andere Faktoren. Beispielweise wurde in Tachilek eine moderne und breitere Brücke als Grenzübergang gebaut. Diese Brücke soll den Handel zwischen Myanmar und Thailand (hauptsäcchlich die Zollabfertigung) fördern und beschleunigen.

    Wenn Myanmar langsam zur Normalität zurückkehren sollte, entsteht Thailand ein sehr ernstzunehmender Konkurrent in wirtschaftlicher und touristischer Hinsicht. Die natürlichen Voraussetzungen sind ideal und es steht eine grosse Zahl vergleichsweise gut ausgebildeter und billiger Arbeitskräfte zur Verfügung.
    Ähnliche Kommentare habe ich bereits vor 2 Jahren in Thailand in Expatkneipen gehört. Diese Theorie ist nicht neu. Aber was ist hier mit "Normalität" gemeint? Wir haben es mit einem der ärmsten Länder der Welt zu tun - und wirtschaftlich hat Myanmar ganz sicher einen langen und beschwehrlicher weg vor sich - um wieder zu einer Normalität zu kommen. Mit billigen Arbeitskräften ist es beileibe nicht getan, und das in mehrfacher Hinsicht:

    Geschultes Fachpersonal, Erfahrung mit internationalem (Massen) Tourismus, Infrastruktur generell, Marketing und viele andere wichtigen Dinge kann man nicht über Nacht herbeischaffen, aufbauen, geschweige denn etablieren. Ein neues Touristenmekka stampft man nicht in ein paar Jahren aus dem Boden - und Investoren werden erst einmal abwarten wie die politische Situation sich entwickelt. Gut, Busch hat bereits mehrere Kredite zugesagt wenn der Drogenhandel nach Amerika bis auf einen unkontrolierbaren Minimallevel reduziert wird, und das was er unter Demokratie versteht wieder zugelaßen wird. Aber auch Gelder sind nur die halbe Miete!

    Meines Erachtens nach hat die Militärjunta und ihr Pseudokomunismus das Land soweit runtergewirtschaftet (wenn man noch von wirtschaften reden kann), daß nicht einmal mehr Schmiergelder für die Herren Generäle übrig sind, - die Offiziere bekommen schon länger nichts mehr ab. Es ist einfach nichts mehr zu holen, wenn nichts mehr da ist!

    Khun Sa hat ja auch vor einigen Jährchen abgedankt - und möglicherweise gibt es deshalb im Drogenhandel immer mehr zerrissene und untransparente Geschäftsbedingungen die nicht mehr ertragreich genug für die Militärs sind. Oder war Khun Sa's abgang auch ein Teil des Planes?

    Die Generäle sind also zum Schluß gekommen daß so oder so wieder Geld ins Land kommen muß. Also wollen sie nun ein bischen oder vielleicht etwas mehr Demokratie aufkommen laßen, die die Wirtschaft wieder ankurbeln soll. Aber keine Angst, sie werden als "Offiziere der Reserve" geduldig im Hintergrund darauf warten bis wieder Erntezeit ist! Die Hebel, ihre Beziehungen und ihren wirtschaftlichen Einfluß werden sie keine Sekunde lang aus der Hand geben. Sie werden Aktiengesellschaften über Strohmänner gründen, die bereits im Vorfeld die Privatisierungsprojekte abwarten die die Regierung freigeben wird. Und, und, und...

    Das ist auf jeden Fall ihr Plan - ob er aufgeht, und wie lange es dauern wird, das ist eine andere Frage.

    Und ich glaube daß Thailand in einer ersten Etappe vom "Handel" profitieren wird. Mit Thailand ist man insgeheim schon länger über diverse Kooperationsverträge am verhandeln...


  2.  
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  3. #2
    Iffi
    Avatar von Iffi

    Re: Die letzten Ereignisse in Myanmar

    @MrLuk,
    passt zwar nicht so richtig zum Ernst der Lage, aber ein alter Kölner hat oft ne Anekdote zur Hand um die Stimmung aufzulockern.

    Kompliment auf Burmesisch
    Es war einmal vor ein paar Jahren. Da betrat ich eine Grenzbrücke zwischen Thailand und Burma hoch im Norden.
    Meine Frau durfte rüber, ich nur bis zur Mitte. Dort sprach mich ein etwas ärmlich aussehender junger Mann an, der von der anderen Seite kam.

    "You smell good. You have shower today?"

    Was für ein Aufakt für ein "Business Gespräch", denn er wollte mir gefälschte Jade-Steine verkaufen. Es war übrigens sein einziger Satz in Englisch. Muss ihm wohl ein wohlgesinnter Tourist verraten haben.

    Meine Frau kam nach einer Stunde zurück, voll beladen mit den typisch asiatischen Staubwedeln, zwei Regenschirmen und einem Plastikeimer, gefüllt mit anderem Küchen-Plastik-Kram. Auf meine Bemerkung hin:

    "You gotta be bananas."

    antwortete sie:

    "Why? It's all soooo cheap. When I see a good price, I know it."

    West meets Burma - Thai meets Burma.




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