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Deutschlehrer

Erstellt von 1udo1, 13.10.2006, 20:49 Uhr · 75 Antworten · 10.891 Aufrufe

  1. #51
    Avatar von Jetset

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    242

    Re: Deutschlehrer

    Natürlich nicht...sonst hätt ich schon freiwillig gekündigt.
    Ich habe geschrieben "zeitweise".
    Das kommt immer dann vor wenn wir On oder offshore Projekte haben. Da wird 12 std am Tag gearbeitet bis maximal 4 Wochen OHNE freien Tag.
    Natürlich wird das sehr gut bezahlt was aber nicht heisst das man sich Morgens ins Büro setzt, seinen Kaffee schlürft und auf Feierabend wartet.
    Es mag sicherlich stimmen das je nach Institution, Fach und Altersgruppe das Unterrichten von Schülern mehr oder weniger anstregend ist und das hier einige Lehrkräfte wirklich die A- karte gezogen haben was ihere Stelle betrifft aber das ist dann wohl eher die Minderheit.
    Nur wenn ich hier höre 25 std die woche sind zu viel, und untersuchungen haben ergeben bla bla , psychischer Stress etc. dann hoffe ich für diese Leute das sie nicht bei uns im Office anfangen...da könnte es nämlich passieren das sie bereits am Donnerstag auf ner Bahre wegen erschöpfung rausgetragen werden.
    Natürlich ist mein Beruf auch anstregend aber ich habe ihn mir ausgesucht weil er mir Spass macht aber wenn ich hier die Lehrerfraktion höre klingt es so als wenn sie jemand gezwungen hätte diesen job auszuüben und es der absolute Horror wäre.
    Und seien wir mal ehrlich...der schlechteste Beruf ist Lehrer wohl sicher nicht....

  2.  
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  3. #52
    Odd
    Avatar von Odd

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    Re: Deutschlehrer

    Nicht schlecht geschreiben Jetset.
    Ausserdem noch erwaehnenswert ist, dass ein Thailehrer gerade einmal 9.000 Baht erhaelt. Dann sind ab 20.000 bht gar nicht so uebel.

  4. #53
    thurien
    Avatar von thurien

    Re: Deutschlehrer

    Zitat Zitat von simon",p="409964
    Deutsch lehren kannst du grundsätzlich wohl an ... 2. Leute die mit Tourismus oder Touristen zu tun haben, auch Bargirls
    Diese Herr- u. vor allem Damenschaften lernen alle schon lange fleißig Russisch u. Chinesisch, bei solchen Klienten sitzt einfach mehr lockeres Geld als beim sauertöpfischen Kleingeld- Teutonen

  5. #54
    thurien
    Avatar von thurien

    Re: Deutschlehrer

    Zitat Zitat von Tramaico",p="412546
    Hat man 100 Baht, nun ja, dann kann man eben auch nur 100 Baht ausgegeben

    das ist allerdings auch wieder eine europäische/deutsche (!) Philosophie; ich kenne viele Thai die grundsätzlich mehr als das ausgeben, was sie als Eigenmittel zur Verfügung haben (der Kölner würde sagen "un ett iss immer noch juutjejange...")

  6. #55
    Avatar von simon

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    781

    Re: Deutschlehrer

    Also wer ein paar Lehrer in Thailand kennt, wird auffallen wie ausgebrannt die alle sind, die haben es sich ganz, ganz anders vorgestellt
    Ich glaube es relativ gut erwischt zu haben, aber anstrengend war es allemal ! Das muss man sich ein wenig vorstellen wie vor nem Publikum auf ne Bühne gehen und 5 Stunden improvisieren, und dabei noch das Feedback und die individuellen Interessen beachten. Gut, kommt immer drauf an, gab auch super Studenten, interessiert, klug, voller Engagement, verantwortlich, mit Spass am Lernen.. aber das könnt ihr mir glauben, das ist die Minderheit !
    Bei allen andern musst du viel Leistung erbringen ohne dass die Schüler z.T. auch nur bisschen Einsatz zeigen... da bist einfach der Alleinunterhalter.
    Ich will mich keinesfalls beklagen, es war eine tolle Erfahrung, aber ich, wie viele andere wissen schon wieso sie lieber heim in die Schweiz, Deutschland gehen und sich nen Privatwirtschafts-job angeln Ich hielt Lehrer sein immer für nen Zuckerschlecken, bis ich es einmal selber sein musste.

  7. #56
    Avatar von Nokgeo

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    11.373

    Re: Deutschlehrer

    " Gut, kommt immer drauf an, gab auch super Studenten, interessiert, klug, voller Engagement, verantwortlich, mit Spass am Lernen.. aber das könnt ihr mir glauben, das ist die Minderheit !

    Bei allen andern musst du viel Leistung erbringen ohne dass die Schüler z.T. auch nur bisschen Einsatz zeigen... da bist einfach der Alleinunterhalter. "

    schrieb Simon.
    _____________


    Warum Minderheit, warum z.T. wenig Einsatz der Schüler?
    Anerzogen? Anerzogenes Desinteresse? Hast du dafür eine Erklärung, warum die Schüler sooo waren, dass du dir als Alleinunterhalter vorkamst?

  8. #57
    Avatar von Nokgeo

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    Re: Deutschlehrer

    Nachtrag:

    hatte im letzten Urlaub mal meinen Schwiegersohn in spe gefragt, warum er fasst kein Englisch kann..obwohl er
    wohl über die Jahre länger Englisch als Fach hatte, wie ich.

    Antwort war: Desinteresse.

  9. #58
    Avatar von simon

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    781

    Re: Deutschlehrer

    @ nokgeo : sehr, sehr gute Frage, kann ich, obwohl sie mich interessiert, nicht so einfach aus dem Stegreif erklären.
    Ein Faktor ist sicherlich dass die meisten Thais in einer Welt leben wo es Falangs nicht gibt, das gilt sogar auch für Studenten.
    Der Falang im 7/11, auf der Strasse, auf dem Markt oder wo auch immer existiert für sie nur optisch, aber die meisten mussten noch nie, absolut nie mit einem Falang sprechen. Bestenfalls haben sie einen Falang Prof an der Uni, der meistens als alleiniges Projektionsbild für alles was sie jemals über Falangs gehört haben, dienen muss. Sie haben also 5-6 Jahre an der High School und College Englischunterricht gehabt, von einem Thailehrer selbtsverständlich, und verstehen schon mehr oder weniger was der Lehrer sagte, speziell weil er die meiste Zeit eh Thai sprach. Dann kommt der ausländische Prof, Australier, und sie verstehen kein Wort. Nach einer gewissen Zeit verstehen sie ihn leidlich, sprechen müssen sie aber immer noch nicht mit ihm, und wenn sie auch klassische Literatur lesen, Aufsätze über die franz. Revolution schreiben müssen, die gleiche Sprache wie der Prof sprechen sie nicht, sie wüssten auch nicht wie mit ihm sprechen, Kultur, Kommunikation, Deutungsweise etc. sind zu verschieden. Dazu kommt noch anerzogene Fremdenscheu, je nach familiärem Hintergrund Gruselgeschichten, Warnungen vor Falangs etc.
    Und wenn man ihnen auch erzählt wie wichtig Englisch sei, die Zukunftssprache etc., für die meisten hat sie im Alltag keine Relevanz. Sprich es fehlt simpel und einfach die Motivation, der Anhaltspunkt, der kulturelle und sprachliche Austausch.. Und das hat die thailändische Kultur und Politik sich nur selber zu verdanken meine ich..

    Ich denke als Tourist hat man da eine völlig falsche Vorstellung darüber wie isoliert und unbetroffen von Ausländern das Gros der thailändischen Bevölkerung ist. Beispiel, ich habe eine 27-jährige Uni-professorin im 1. Lehrjahr unterrichtet, Deutsch und Englisch, aber bis 1 Jahr bevor ich sie kennen gelernt habe, hat sie noch nie mit einem Ausländer gesprochen, das gleiche mit meiner jetzigen Freundin. Und dass mangelnde Information immer zu extrem vielen Falschdeutungen und Missverständnissen führen weiss nur schon jeder der mal eine Thai-Falang Beziehung hatte... wie's dann für den Rest der Bevölkerung aussieht kann man sich dann mal vorstellen.
    Sorry, etwas ausführlicher als geplant, aber ich denke das ist fürs Verständnis vieler folgender Aspekte sehr wichtig.

    Also muss man erstmal eine gewaltige Portion persönliche Schüchternheit, kulturelle Scheu, Kommunikationsschwierigkeiten etc, etc. abbauen bis man überhaupt ans Unterrichten kommt. Das braucht zuallerst mal social skills, viel Kulturverständnis und erst viel, viel später eigentliche Fachkompetenz. Wenn einem das alles nicht interessiert oder zu kümmern braucht, kann man natürlich ganz normalen Frontalunterricht machen mit der Gefahr dass die Schüler nach 1 Jahr Unterricht genauso schlau rausgehen wie sie reinkamen...

    Ein weiterer Faktor ist auch das generelle Desinteresse oder
    mangelnde Eigeninitiative. Gilt aber wie gesagt nicht für alle, aber grundsätzlich ist es halt so dass die meisten Studenten nicht für sich, sondern für die Eltern studieren, die allerwenigsten Studenten hier an der CMU haben einen Nebenjob, die meisten werden von A-Z von den Eltern finanziert. Je mehr Sanook und je weniger Leistungsdruck desto grösser die Chance dass sie wieder kommen..
    Bei Kunden aus der Privatwirtschaft, Direct English hatte z.Bsp einen Exklusiv-vertrag mit Fedex Thailand für alle Mitarbeiter, war es ähnlich, man ging in privaten Sprachunterricht weil man musste, nicht weil man wollte.

    Tja, gibt noch viele andere Gründe/Faktoren aber das sind mal diejenigen die mir spontan einfallen... etwas langer Beitrag aber tja... ;)

  10. #59
    thurien
    Avatar von thurien

    Re: Deutschlehrer

    Zitat Zitat von simon",p="418764
    Sprich es fehlt simpel und einfach die Motivation, der Anhaltspunkt, der kulturelle und sprachliche Austausch.. Und das hat die thailändische Kultur und Politik sich nur selber zu verdanken meine ich..
    hallo @simon: absolut auch meine Erfahrung (wenn auch nicht als Lehrer), Du hast das Problem auf den Punkt gebracht. Jetzt kommts: nur wir denken, dieses Problem für die Thai lösen zu müssen, den Thai ist das Ganze völlig egal (sehen es nicht als Notwendigkeit u. internationale Herausforderung) u. betrachten jeden Tutor wirklich als actor, one- man- show etc.

  11. #60
    Odd
    Avatar von Odd

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    2.803

    Re: Deutschlehrer

    @ Simon,
    sehr gut wiedergegeben.
    Weiss nicht ob ich es evtl. ueberlesen haette, aber ein weiter wichtiger Aspekt in diesem Schulsystem ist, dass die Schueler, so faul sie auch seien, keine Chance haben das Klassenziel zu verfehlen. Also warum sich grossmaessig anstrengen, wenn mit geringem Lernenaufwand der gleiche Erfolg erzielt wird?

    Zum anderen @ Simon hat es schon angesprochen die Unruhe in den Klassen wenn "nur" der Farang unterrichtet. Respektlosigkeit? Die Klassengroesse -60 Schueler macht die Situation auch nicht leichter.

    Die Monologe in den Klassen. Anders als in z.B. Deutschland steht der Lehrer vor der Klasse und predigt pausenlos 1 Stunde lang. Warum? Zwischenfragen gibt es nicht, oder auch Fragen des Lehrers werden seltenst beantwortet.
    Grund dafuer ist wieder die thail. Mentalitaet. Fragen bedeutet, es wurde nicht richtig erklaert, also haette der Lehrer schlechte Arbeit geleistet und
    das beruehmte (:-) ) verloren.

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