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"Deutsche" Toleranz

Erstellt von singto, 01.03.2009, 21:17 Uhr · 15 Antworten · 2.530 Aufrufe

  1. #1
    Avatar von singto

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    "Deutsche" Toleranz

    Was die Deutschen unter Toleranz verstehen
    am Beispiel der heftigen öffentlichen Diskussion um den Preußenpark "(Thaipark)" in Berlin

    Der Preußenpark muss wieder zu der kleinen grünen Oase in Mitten der
    Großstadt werden, der er einmal war, und nicht zu einem Multikultitreffpunkt, wo
    Recht und Ordnung mit Füßen getreten werden.
    (Bezirksamt 2005, CDU-Baustadtrats Gröhler)


    Ab dem Jahr 2000 begannen die Berliner Behörden Razzien im Thaipark durchzuführen.
    So sollte auch dem illegalen Glücksspiel und Lebensmittelhandel entgegengewirkt
    werden. Doch da das Ordnungsamt nicht in Zivil ermitteln durfte waren die Thai meist
    früh genug gewarnt um sich den Kontrollen zu entziehen. Um Toleranz zu zeigen
    wurde im Jahr 2005 auf Druck der SPD, Grünen und FDP das Grillen im Park erlaubt.
    Die Proteste der Anwohner wurden daraufhin so massiv, dass 2006 die „Road Map
    Preußenpark“ erarbeitet wurde. Die Parkordnung wurde nun auch auf Thai angebracht,
    krähensichere Müllkörbe aufgestellt und das Mitbringen von Bierbänken, Zelten und
    übermäßig vieler Kühltaschen verboten. 2007 wurde ein Stuhlverbot ergänzt und ein
    kostenpflichtiger Campingstuhl-Verleih eingerichtet.

    Vor allem vor dem Hintergrund der allgemein hohen Toleranz gegenüber Thai, die als
    fleißig, freundlich und buddhistisch-zurückhaltend gelten und deren Heimat als
    exotisches Paradies Anerkennung genießt, erstaunt die heftige Gegenwehr gegen den
    „Thai-Park“. Die Diskussion wird verständlich wenn man sie in die Reihe vergleichbarer
    Fälle einordnet, in denen Migranten Anteile am öffentlichen Raum einforderten. Der
    Ansatz, Konflikte in kulturell pluralistisch gestalteten Gesellschaften mithilfe des
    Konzepts des öffentlichen Raums zu analysieren stammt vom britischen Soziologen
    John Rex (Baumann 2000, S. 182-188). Demnach ist die public domain nicht für
    jedermann zugänglich, sondern wird von den Wertvorstellungen der dominanten
    Gesellschaft definiert. Diese Gesellschaft gewährt anderen Kulturen in paternalistischer
    Weise allenfalls Raum und
    nennt dies Toleranz.

    Die Thai werden toleriert, so lange sie
    nicht die ihnen zugewiesenen Orte verlassen. Sobald sie aber außerhalb von Thai-
    Restaurants und Massage-Salons sichtbar werden, versucht die Aufnahmegesellschaft
    die Sicherheit, die das Gewohnte stiftet, zu verteidigen
    .

    Denn: Die Definitionshoheit der
    deutschen Mittelschicht über den öffentlichen Raum gerät in Gefahr.
    „Der Schutz eigener Verortung und Identität geht dabei zu Lasten einer Offenheit, Neuerungen und
    Veränderungen zu begegnen und auszuhalten“

    (Auszug aus einer Studie der Humboldt Universität Berlin,
    Institut für Sozialwissenschaften)

    Thema: Thai und Vietnamesen in Berlin



    Das Bild des Migranten ist im deutschen öffentlichen Diskurs in weiten Teilen negativ
    besetzt. Er taucht entweder als integrationsunwilliger Fremdkörper auf, oder tritt als
    Opfer vermeintlich überkommener Traditionen in Erscheinung – etwa als zwangsver-
    heiratete Türkin. Zwar mag man einen Fortschritt darin erkennen, dass das Thema
    Zuwanderung in den vergangenen Jahren überhaupt auf der politischen Agenda
    aufgetaucht ist, doch in der oft eindimensionalen Debatte tritt die interne Diversität
    ethnischer Communities in den Hintergrund. Da gerät der islamistische Extremist, der
    in Hinterhof-Moscheen Hass predigt, zur Essenz des „Migranten-Problems“.

    Die vorliegende Arbeit widmet sich daher zwei Gruppen, die im politisch-medialen
    Diskurs kaum präsent sind.
    Vietnamesen und Thai in Berlin

    Ganzer Artikel unter:

    http://www.serhat-uenaldi.com/pdf/th...etnamesen.pdf.

    Sehr lesenswert

  2.  
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  3. #2
    Avatar von Buri

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    Re: "Deutsche" Toleranz

    Zitat: Vor allem vor dem Hintergrund der allgemein hohen Toleranz gegenüber Thai, die als
    fleißig, freundlich und buddhistisch-zurückhaltend gelten und deren Heimat als
    exotisches Paradies Anerkennung genießt, erstaunt die heftige Gegenwehr gegen den Thai-Park.

    Hab mich zwar noch nicht vorgstellt,werd ich gleich nachholen, aber hier hat Singto völlg falsche Eindrücke von Thais ergattert.

    Buri

  4. #3
    Avatar von ReneZ

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    Re: "Deutsche" Toleranz

    Zitat Zitat von Buri",p="696545
    Vor allem vor dem Hintergrund der allgemein hohen Toleranz gegenüber Thai, die als
    fleißig, freundlich und buddhistisch-zurückhaltend gelten und deren Heimat als
    exotisches Paradies Anerkennung genießt, erstaunt die heftige Gegenwehr gegen den Thai-Park.
    Hab mich zwar noch nicht vorgstellt,werd ich gleich nachholen, aber hier hat Singto völlg falsche Eindrücke von Thais ergattert.
    Nicht singto, sondern ein Dozent der Humboldt Universität
    zu Berlin.

    Gruss, René

  5. #4
    Avatar von Buri

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    Re: "Deutsche" Toleranz

    Viele Dozenten haben zwar viel sogenanntes "Fachwissen", aber weder Verstand noch einen Hauch von Ahnung von dem was hier abläuft in Deutschland.

    Buri

  6. #5
    Avatar von DisainaM

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    Re: "Deutsche" Toleranz

    auch wenn der Widerstand der Anwohner auf den ersten Bliick als Anti-Multi-Kulti in Erscheinung tritt,

    würde ich deren Verhalten eher mit den klagefreudigen Anwohnern vergleichen,
    die Kindergarteneinrichtungen aus ihrer Umgebung wegklagen.
    80 Dezibel ist die Geräuschkulisse eines Kindergartens,
    50 Dezibel ist laut Lärmschutzverordnung der maximale Wert,
    den Anwohner in Wohngegenden erdulden müssen,
    - die Folge, erfolgreiche Klagen der Anwohner.

    Was sich hier zeigt, ist die Wahrheit hinter dem aktuellen Werbeslogan,
    - Wir sind Deutschland -
    weil das Wir schon lange auf der Strecke geblieben ist.

    Durch die Demographie haben wir es mit einer vornehmlich alten Bevölkerung zu tun,
    die ihre Ruhe haben will,
    und weiter fordert, dass alles so bleibt, wie sie es gewohnt sind,
    wobei wir bei der Zündschnur angekommen sind,
    warum unter anderem so viele junge Deutsche auswandern.

  7. #6
    Tom_Bern
    Avatar von Tom_Bern

    Re: "Deutsche" Toleranz

    Zitat Zitat von Buri",p="696545
    Zitat: Vor allem vor dem Hintergrund der allgemein hohen Toleranz gegenüber Thai, die als
    fleißig, freundlich und buddhistisch-zurückhaltend gelten und deren Heimat als
    exotisches Paradies Anerkennung genießt, erstaunt die heftige Gegenwehr gegen den Thai-Park.

    Hab mich zwar noch nicht vorgstellt,werd ich gleich nachholen, aber hier hat Singto völlg falsche Eindrücke von Thais ergattert.

    Buri
    Weshalb? Sind die Thais in Deutschland für Dich faule, unfreundliche buddhistische Missionare?

    Gruss Tom

  8. #7
    Boemski8
    Avatar von Boemski8

    Re: "Deutsche" Toleranz

    Bayerische Toleranz





  9. #8
    Avatar von Rooy

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    1.117

    Re: "Deutsche" Toleranz

    Man sollte beachten das die Leute die um den Preussen- oder "Thai" Park wohnen mehr oder weniger keine Beziehung zu Thailand haben.
    Das denen das Sommerliche Allwochenendliche Treiben vor ihrer Haustür irgendwie nervt ist für mich verständlich!
    Mir würde es nicht anders gehen wenn jedes Wochenende Russen, Türken, Deutsche von mir aus auch Thais .... vor meinem Balkon einen Basar u.s.w. veranstallten!
    Wenn man da nicht wohnt und noch das Feeling dort toll findet und auch noch Thaimässig involviert ist, hat man vielleicht weniger Verständnis für die Anwohner!
    Wir leben nun mal in Deutschland und Deutschland, in diesem Fall Berlin, ist sehr Ausländerfreundlich!
    Kann ich von Thailand so nicht sagen. Selbst wenn ich die Sprache minimal beherrschen würde hätte ich als Ehepartner das Recht nur als Tourist einzureisen. Nur wenn ich das vielfache eines Thaieinkommens vorweisen kann bekomme ich eine längerfristige Aufenthaltsgenehmigung. Ein/e Thailändische/r Ehepartner bekommt sogar noch staatliche finanzielle Unterstützung wenn der deutsche z.B. ALG II bezieht!
    Warum wird das immer ignoriert???
    Wenn ein "paar" Anwohner einfach nur ihre Ruhe haben wollen ist das nicht intollerant! Man sollte sich nur, auch wenn es schwer fällt, sich kurz hinein versetzen und sich vorstellen 50 m vor seinem Grundstück auf der Wiese, jedes Wochenende sitzen z.B. 200 Araber und grillen, machen Musik, die Kinder spielen.... Für die Leute die um der Wiese wohnen wird es unerträglich! Ausser vielleicht für den der einen Arabischen Partner hat :-)und das toll findet!

    Rooy

  10. #9
    Avatar von Volker M. aus HH.

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    Re: "Deutsche" Toleranz

    Zitat Zitat von Rooy",p="696840
    Kann ich von Thailand so nicht sagen. Selbst wenn ich die Sprache minimal beherrschen würde hätte ich als Ehepartner das Recht nur als Tourist einzureisen. Nur wenn ich das vielfache eines Thaieinkommens vorweisen kann bekomme ich eine längerfristige Aufenthaltsgenehmigung.
    Kommt ja schon fast gebetsmuehlenartig immer wieder.
    Als Ehepartner einer Thai reist Du wohl eher mit einem Non Immi O ein und beantragst eine one year extension Thai wife.
    Die geforderten 40KBaht/Monat sind aus meiner Sicht absolut angemessen. Der Vergleich zum Thailaendischen Durchschnittseinkommen hinkt, weil Thais meist im engen Familienverbund leben wo man sich die Kosten teilt und mehrere Personen zum Einkommen beitragen.
    Der Durchschnittsfarang kommt nun mal nicht damit klar in einem Vogelkaefig zu hausen und sich den Bauch mit Maggigetraenktem Reis vollzuschlagen.

    Thailand hat ganz klare Regularien fuer einen Daueraufenthalt. Wer die nicht erfuellt, sollte die Finger davon lassen anstatt mit temporaer geliehenem Geld eine nicht vorhandene Bonitaet vorzuspiegeln.
    Das hat mit Auslaenderfeindlichkeit aus meiner Sicht nichts zu tun.

    Es ist auch muessig ueber die Hoehe des Einkommens zu diskutieren. Irgendwo in der Pampa kann man wahrscheinlich mit 20.000 Baht ein angenehmes Leben fuehren, waehrend in der Naehe touristisch erschlossener Orte 40.000 eher knapp sind. Das Gesetz muss da halt einen Kompromiss finden.

    Gruss Volker

  11. #10
    Lanna
    Avatar von Lanna

    Re: "Deutsche" Toleranz

    Zitat Zitat von Rooy",p="696840
    Wenn ein "paar" Anwohner einfach nur ihre Ruhe haben wollen ist das nicht intollerant! Man sollte sich nur, auch wenn es schwer fällt, sich kurz hinein versetzen und sich vorstellen 50 m vor seinem Grundstück auf der Wiese, jedes Wochenende sitzen z.B. 200 Araber und grillen, machen Musik, die Kinder spielen.... Für die Leute die um der Wiese wohnen wird es unerträglich! Ausser vielleicht für den der einen Arabischen Partner hat :-)und das toll findet!
    Rooy
    Es sind vielleicht 20 WE die so schön sind um auf einer Wiese zu sitzen. Wenn ich in einer "Großstadt" wie Berlin lebe muss ich Lärm tolerieren, sonst funktioniert es nicht.
    Zu den Arabern würde ich gehen, und zusammen grillen.
    Es gibt viele Gemeinden wie Portugiesisches Zentrum, Spanisches Zentrum, usw, zu denen man gehen kann, die freuen sich, und das Essen schmeckt auch noch lecker.
    Wo ist das Problem?!
    Ich kann das nicht verstehen...

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