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Der Rabbi und der Mönch

Erstellt von x-pat, 12.05.2007, 08:08 Uhr · 23 Antworten · 2.612 Aufrufe

  1. #1
    Avatar von x-pat

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    Der Rabbi und der Mönch

    Eine kleine nette Geschichte, die ich vorgestern abend las. Für das Literarische zu kurz, also stelle ich es hier herein.

    Eines Tages traf ein Rabbi einen buddhistischen Mönch. Da der Rabbi noch nie einen Mönch gesehen hatte, musterte er ihn für einige Zeit. Der Mönch bemerkte dies und lud den Rabbi daraufhin in seinen Tempel ein. Der Rabbi lehnte das Angebot jedoch ab und sagte: "Das kann ich leider nicht tun. Es ist uns Rabbis nicht erlaubt, ein Haus zu betreten in dem Götzenbilder vereehrt werden." Der Mönch fragte warum, worauf der Rabbi antworte: "Weil die Verehrung von Objekten Gottesbeleidigung ist."

    Daraufhin nahm der Mönch eine kleine Buddhastatue aus seiner Tasche, sah den Rabbi mit einem gelassenen Lächeln an und warf die Statue zu Boden, so dass sie in Tausend kleine Stücke zerbrach. Der Rabbi blickte den Mönch entgeistert an. Der Mönch sagte daraufhin: "Nun, verehrter Rabbi, würden Sie das gleiche mit Ihren Torah Schriftrollen tun? Wenn nicht, frage ich: wer verehrt Objekte?"

    Cheers, X-Pat

  2.  
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  3. #2
    Avatar von Mr_Luk

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    Re: Der Rabbi und der Mönch

    Ich weiß nicht wer sich diese Geschichte ausgedacht hat, aber der Vergleich ist doch ein wenig an den Haaren herbeigezogen. Der Rabbi würde seine Tora sicherlich nicht auf die Erde werfen, da er sie respektiert - genausowenig wie der Ajarn die Blätter des Pali Kanons (aus gleichem Grund) auf den Tempelboden werfen und verstreuen würde! Vergleicht man hier nicht eindeutig Äpfel und Quitten?

    Ich denke einmal, diese Geschichte hat sich wohl weder ein Rabbi, noch ein budhistischer Ajarn ausgedacht...

  4. #3
    Avatar von DisainaM

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    Re: Der Rabbi und der Mönch

    glaube, im US TV kam mal ein kurzer Sketch,
    wo ein Rabbi und ein Mönch sich auf Wanderschaft treffen.

    fragt der Rabbi, Is this the way to ZION ?
    antwortet der Mönch, This is the way to SIAM.

    worauf der Rabbi fröhlich weiter geht.

    (muß man sich vorstellen, dass bei der Aussprache Zion und Siam sehr ähnlich klingen)


  5. #4
    Avatar von Mr_Luk

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    Re: Der Rabbi und der Mönch

    In den U.S führen letzlich alle Wege nach dem heiligen Hol(l)ywood, dem "heiligen Wald", wo letztlich alle hausgemachte Religion und Kultur "entsteht", oder vielmehr verschandelt wird. Von Ben Hur bis zum goldenen Kind. Eine Junk- und Fastfoodküche für ein riesen Bankett an Klischees und Vorurteilen, Kitsch und Verblendung wie es nicht mehr mit Geld zu übertreffen ist.

  6. #5
    Avatar von shadu

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    Re: Der Rabbi und der Mönch

    Wenn man die buddhistische Lehre richtig anwendet dann braucht man auch keine "Buddha-Statue" oder Schrein/Tempel anbeten. Die ursprüngliche Anwendung des Glaubens beruht ja auf "in sich kehren und Erleuchtung finden"!

  7. #6
    Avatar von Mr_Luk

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    Re: Der Rabbi und der Mönch

    Zitat Zitat von shadu",p="480134
    Die ursprüngliche Anwendung des Glaubens beruht ja auf "in sich kehren und Erleuchtung finden"!
    Genaugenommen ist das Buddha Dharma an der Basis kein Glaube, es ist eine exoterische Lehre, die ganz ohne Glauben auskommt - und an dessen Stelle logisch nachvollziehbare und koherente Erklärungen gestellt wurden. Das zumindest ist die Basis, auch wenn man bereits hier um ein paar Paradigmen (sprich ein- oder mehrere Widersprüche) nicht herum kam.

    Das Judentum wiederum ist ein Glaube, der Glaube an einen einzigen Gott und einen Schöpfer, der sowohl angebetet wie verehrt wird. Nur aus diesem Grund ist die Verehrung von "Objekten" Gottesbeleidigung - oder Gotteslästerung wie es ursprünglich genannt wurde. Dessen sich Jesus ja angeblich auch (in den Augen der Pharisäer) schuldig gemacht hat als er meinte dass er "Gottes Sohn" wäre. Vielleicht war ja damit urprünglich einmal die Buddha/Jesus-Natur in Jedem von uns gemeint

    Aber wie schon angedeutet, könnten beide "Doktrinen" nicht ohne ihre Schriften auskommen, die das Gerüst ihrer Existenz darstellen und auf die sie sich bei allen "wichtigen Fragen" beziehen und stützen müssen.

  8. #7
    Avatar von chinnotes

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    Re: Der Rabbi und der Mönch

    @x-pat: also ich kenne keinen Mönch, der eine Buddhastatue zerstören würde.
    Und was geschähe mit mir, wenn ich es täte und sagen würde: "Nun, was willst Du, Ihr verehrt doch keine Objekte.."

    Erwin

  9. #8
    Avatar von Mr_Luk

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    Re: Der Rabbi und der Mönch

    Zitat Zitat von chinnotes",p="480145
    Und was geschähe mit mir, wenn ich es täte und sagen würde: "Nun, was willst Du, Ihr verehrt doch keine Objekte.."
    Ich denke einmal dass du in einem Wat trotz "Sakrileg" dieser Grössenordnung,- im Vergleich zu anderen Kultstätten und Religionen dieser Welt, am 'ungeschorensten' davonkommen würdest. :-)

  10. #9
    Sioux
    Avatar von Sioux

    Re: Der Rabbi und der Mönch

    Zitat Zitat von Mr_Luk",p="480157
    Ich denke einmal dass du in einem Wat trotz "Sakrileg" dieser Grössenordnung,- im Vergleich zu anderen Kultstätten und Religionen dieser Welt, am 'ungeschorensten' davonkommen würdest. :-)
    Das bezweifle ich doch mal sehr, zumindest in Thailand. Ich erinnere nur mal an den Erawan-Schrein, auch wenn das kein buddhistisches Symbol war.

    Meiner Meinung nach sind da immer noch die Katholiken (mit Abstand!) am tolerantesten.

    Sioux

  11. #10
    Avatar von Dieter1

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    Re: Der Rabbi und der Mönch

    Zitat Zitat von Mr_Luk",p="480144
    Genaugenommen ist das Buddha Dharma an der Basis kein Glaube, es ist eine exoterische Lehre, die ganz ohne Glauben auskommt...
    Volle Zustimmung. Sehe ich genauso und bin froh, dass ich damit hier nicht der einzige bin.

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