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der die das ... wer ... unsinn

Erstellt von Ralf_aus_Do, 17.05.2006, 11:36 Uhr · 11 Antworten · 1.147 Aufrufe

  1. #11
    Avatar von ReneZ

    Registriert seit
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    Beiträge
    4.327

    Re: der die das ... wer ... unsinn

    Zitat Zitat von Samuianer",p="346258
    Sprachen und ihre Schriftbilder entwickeln sich ueber lange Zeitraeume - kaum ein Deutscher wuerde Heute das einst weitverbreitete Gotisch verstehen oder lesen koennen.
    Wenig fasziniert mich so wie Sprachen. Ziemlich generell kann man
    sagen dass es da fast nirgendwo klare Logik gibt.

    Zitat Zitat von Samuianer",p="346258
    Was die Zahlen wie Elf, Zwoelf... anbetrifft bin ich mal ganz einfach der Meinung, das sich Zehneins oder Einszehn ziemlich beknackt anhoert
    Das ist natürlich weil man es so gewohnt ist.
    Bei Chinesisch funktioniert es genau nach diesem strikten
    Schema, und die wundern sich vielleicht um die unlogische
    Regeln der englischen Sprache. Genauso wie wir uns über
    Französisch wundern, die keine 70, 80, 90 kennt.
    Für 92 sagen die: vier-zwanzig-zwölf. (Ausser in
    Belgien oder der Schweiz).

    Ein interessanter Detail dazu ist dass Thai einzelne Wörter
    für 10,000 und 100,000 hat (resp. müün, sään), aber wenn
    Thais einige Zeit in Deutschland leben, wo man 10 Tausend
    und 100 Tausend sagt, sie auch in Ihrer eigenen Sprache anfangen
    ´sip phan´ und ´roi phan´ zu sagen. (Bestimmt nicht alle, aber
    das hört man sehr oft).

    Zitat Zitat von Samuianer",p="346258
    "Sanuk, mahk, mahk" ist ja auch nur eine X-tremuebersteigerung wie in: "sehr, sehr viel Wasser".
    Eine lustige Geschichte: (Klappt nur wenn man es erzählt - und
    wenn man Englisch versteht ) Ein Amerikanischer professor
    erklärt seiner Klasse die Schwierigkeit von doppel-negativen.
    Manchmal ist ein doppelter Verneinung eine positive Aussage
    (ich habe noch nie kein Fisch gefangen),
    aber manchmal ist es eine Verstärkung der negativen Aussage
    (ich habe nie, nie Glück). Es gäbe aber kein Beispiel wo
    eine doppelte Bestätigung eine Verneinung bedeutet.
    Und dann kommt eine Stimme hinten aus der Klasse:
    "Yeah, right! " (Das smiley hilft die richtige
    Betonung zu treffen).

    Dass es immer wieder Grund zu komischen Fragen gibt kommt
    natürlich gerade durch diese ganze Unlogik die im Laufe der
    Jahrhunderten aufgebaut wurde. Das gleiche Thema läuft auch
    gerade im Thaiboard.

    Ein gutes Beispiel einer ´erfundenen´ Schrift is die Koreanische
    Schrift, die ein Paar interessante Merkmale hat. Früher hat
    man Chinesische Zeichen dafür benutzt, aber das klappte nie
    so richtig. Die neu eingeführte Schrift (auch schon wieder ein
    Paar Hundert Jahre her) gibt 100%-ig die Aussprache wieder,
    und soll man in einem Tag lernen können.

    Gruss, René

  2.  
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  3. #12
    Avatar von Samuianer

    Registriert seit
    04.09.2003
    Beiträge
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    Re: der die das ... wer ... unsinn

    Um das Ganze zusammen zu fassen: Schrift, Grammatik, orthographische Schnoerkel und Kringel dienen dazu Wort und Schrift zu "dekorieren" und um sich dem Gegenueber d.h. der Leserschaft nicht nur verstaendlich zu machen, sondern um gezielt Gefuehle, Launen, Stimmungen zu zeichnen, auch logische Zusammenhaenge etc. unmissverstaendlich darzulegen.

    Bei der Rechtschreibung in Alphabetschriften unterscheidet man zwei grundlegend verschiedene Ansätze:

    Die phonetische Rechtschreibung, die eine möglichst einfache Beziehung zwischen Lautfolge und Schriftbild anstrebt „schreibe, wie du sprichst" ( wie der engl. SMS Kuerzel C U "see you"), wobei im Idealfall ein Graphem nur einem Phonem entspricht (phonematische Rechtschreibung), und die etymologische Rechtschreibung, die grammatische und sprachgeschichtliche Ableitungsbeziehungen zwischen verschiedenen Wörtern und insbesondere zwischen den konjugierten, komparierten oder deklinierten Formen eines Wortes sichtbar werden lässt.

    Hier noch ein Einwurf von Karl Kraus (meine ich mal):
    "Geistige Zuckerbäcker liefern kandierte Lesefrüchte."

    Wie auch immer, wir werden uns ob Thai, Tibetisch, Innuit oder Deutsch an die Regeln und Eigenarten einer jeden Sprache, der Mitteilsamkeit und des Verstaendnisses willens, halten muessen.

    Und der, die, das oder "Paa Man", "Tuch Fett" oder "Tuch fettig" "Tuch Oel" aktzeptieren muessen, so oder so - weil es eben so ist.

    Ist wie im Strassenverkehr, wer in einem Land mit Linksverkehr auf der rechten Seite faehrt weil er in einem Land mit Rechtsverkehr fahren gelernt hat, ist ein Geisterfahrer und riskiert einen Frontalzusammenstoss.

    Hier, zum Thema ein mir sehr liebes Werk von J.W.v.Goethe:

    "Ars, Ares wird der Kriegesgott genannt,

    Ars heißt die Kunst, und ... ist auch bekannt.

    Welch ein Geheimnis liegt in diesen Wundertönen!

    Die Sprache bleibt ein reiner Himmelshauch,

    Empfunden nur von stillen Erdensöhnen;

    Fest liegt der Grund, bequem ist der Gebrauch,

    Und wo man wohnt, da muß man sich gewöhnen.

    Wer fühlend spricht, beschwätzt nur sich allein;

    Wie anders, wenn der Glocke Bimbam bammelt,

    Drängt alles zur Versammlung sich hinein!

    Von Können kommt die Kunst, die Schönheit kommt vom Schein.

    So wird erst nach und nach die Sprache festgerammelt,

    Und was ein Volk zusammen sich gestammelt,

    Muß ewiges Gesetz für Herz und Seele sein."

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