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Das thailändische Geldleihsystem – auch in D verbreitet

Erstellt von Gerhard, 30.11.2003, 23:19 Uhr · 33 Antworten · 2.662 Aufrufe

  1. #1
    Avatar von Gerhard

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    Das thailändische Geldleihsystem – auch in D verbreitet

    ich bin seit 6 Jahren mit einer Thailänderin glücklich verheiratet und habe durch einen entsprechenden Bekanntenkreis schon einiges mitbekommen. Was ich aber kürzlich durch einen Bekannten erfahren habe, hat mich doch ziemlich schockiert.

    Thailänder spielen bekanntlich gerne um Geld. Meistens ist das harmlos, aber es gibt überall kleinere Cliquen von hartgesottenen Spielerinnen, wo es finanziell heftig zugeht. Die Ehemänner erfahren so gut wie nie etwas davon.
    Am liebsten wird das ganze Geld verzockt, das die Frauen sich durch ihre kleinen Jobs verdienen, mitunter noch mehr.
    Die Art der Glücksspiele ist Nebensache - Domino, Karten oder was auch immer. Entscheidend ist der Reiz, Geld gewinnen oder verlieren zu können – o.k., soweit nichts spezifisch thailändisches, und jeder kann mit seinem Geld ja machen, was er will.
    Das besondere nun: Wenn das mitgebrachte Bargeld verzockt ist, gehts ans Eingemachte. Gegen Verpfändung von Schmuck an Ort und Stelle wird mit frischem Bargeld weitergemacht.

    Hier kommt das eigentlich schockierende ins Spiel: Ein etabliertes Pfandleihsystem und Zinswucher, mit dem sich einige wenige (die Geldverleiher) eine goldene Nase verdienen, andere schon mal um ihre Habseligkeiten gebracht werden.
    Als Pfand eignet sich am besten Thaigold in Form der bekannten Halsketten und Armbänder. Sein Wert ist definiert, wird in "Baht" gerechnet (1 Gold-Baht, nicht zu verwechseln mit der Währung Baht, sind 15,16 Gramm 23-karätiges Gold, entspricht damit ziemlich genau einer halben Unze reinem Gold).

    Die Betroffene gibt also z.B. eine Halskette einem Geldverleiher, natürlich eine Thaifrau, und erhält Bargeld in Höhe des reinen Goldwertes. Natürlich will sie ihren Schmuck wiederhaben, also versucht sie so schnell wie möglich das Geld zurückzuzahlen. Für jeden angefangenen Monat, der dabei vergeht, sind 5-10 % Zinsen fällig. Pro Monat! Effektiv jährlich also mindestens 60-120 %. Kann sie die monatlich fälligen Zahlungen dreimal nicht leisten, dann verfällt ihr Anspruch auf Rückgabe des Pfandes ganz.

    Das ganze läuft streng vertraulich ab. Aufzeichnungen gibt es nicht. Für die Kontrahenten ist es ein ganz normaler Vorgang, daß die eine Gefahr läuft, ihren Schmuck zu verlieren, und sich die andere an dem Schmuck ihrer „Freundinnen“ bereichert. Wahrscheinlich gehört das mit zum Reiz des Spielens, doch da versagt meine psychologischer Durchblick, um ehrlich zu sein. Eine aus europäischer Sicht juristisch aussichtsreiche Klage wegen Zinswucher braucht die Verleiherin nicht zu befürchten, da es für die Klägerin nicht nur Gesichtsverlust bedeuten würde, sondern auch dazu führen würde, daß der Ehemann oder andere von den Geschichten erfahren.

    Was für Geld und welche Summen kommen zum Einsatz?
    Nun, wie gesagt, alles was sich die Frauen durch ihre Jobs verdienen, plus was regelmäßig auf ihrem Konto landet (Kindergeld o.ä.) plus was man so am Hals trägt. Beim Spiel selbst hat theoretisch jeder die gleiche Chance. Ich weiß von einer, die sich damit ein schönes großes Haus verdient hat. Das nur als Hinweis, daß man sich beim Einsatz nicht lumpen läßt (lassen darf?).

    Ein Beispiel für ein Spiel, das bei näherer Betrachtung gar nicht so primitiv ist wie es aussieht, und einiges über die Einstellung zu Geld und Macht aussagt:
    Jeder der Mitspieler tut einen beliebigen Geldbetrag mit seinem Namen versehen in eine Schachtel. Derjenige, von dem der größte Betrag stammt, bekommt alles. (Mal ein paar Runden durchdenken!)

    Soweit das was ich erfahren habe.
    Und jetzt Bahn frei zur Diskussion.

    Gruß,
    Gerhard

  2.  
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  3. #2
    Avatar von Bökelberger

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    Re: Das thailändische Geldleihsystem – auch in D verbreitet

    Ganz schön heftig Gerhard !
    Solche Dinge habe ich auch schon öfters gehört. Gott sei Dank tangiert uns persönlich diese Nummer nicht.

    Was willste machen, gegen Spielsucht ist fast kein Kraut gewachsen.

  4. #3
    Avatar von Loso

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    Re: Das thailändische Geldleihsystem – auch in D verbreitet

    Hallo Gerhard,

    hier ist auch ein ganz interessanter Beitrag über das Geld-Spiel-System "share". Ansonstens höre und lese ich zwar des öfteren über die Spielsucht der Thailänderinnen, ist mir aber aus unserem Bekanntenkreis bisher unbekannt.

    Loso

  5. #4
    Avatar von kunlung

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    Re: Das thailändische Geldleihsystem – auch in D verbreitet

    @Gerhard

    Gerhard schrieb:...und erhält Bargeld in Höhe des reinen Goldwertes...

    Gerhard vergiss es, max. 60%, in MUC derzeit ein Baht Gold ca. 120-150 Euro und bei hartgesottenen Zockern können die Zinsen auch mal bis auf 20% ansteigen- je nach Leidensdruck.

    Gruß

    kunlung

  6. #5
    Tilak1
    Avatar von Tilak1

    Re: Das thailändische Geldleihsystem – auch in D verbreitet

    Hallo Gerhard!
    Erstmal viele Grüsse aus Berlin

    Von diesen Geschäftspraktiken gibt es hier in Berlin dutzende.so weit mir bekannt,ist es so ,gibt man gold betragenen die zinsen 5% im monat,und macht man nur"Kredit" sind es 10%.Das mehr prozent genommen werden,habe ich noch nicht gehört.Das erklärt natürlich warum alle Thai-Frauen(meine mit eingeschlossen)am liebsten Gold geschenkt haben wollen.Es ist für Sie wie Bargeld.Es ist ja auch viel leichter am Wochenende eine kette usw.bei jemanden zu beleihen als auf Montag zu warten um auf die Pfandleihe zu gehen.Diese"Kreditgeber"sind natürlich auch nicht dumm,sie geben immer ein wenig mehr Geld als im Pfandhaus.Und dann kommt noch dazu das ja unsere Frauen(ausnahmen bestätigen die Regel)ein wenig "Bequehm"sind.Man muss dem Kreditgeber kein Pass zeigen,er kommt zu Ihnen,oder meistens ist schon jamand vor Ort der Geld gibt.
    Aber ist natürlich auch ne Sache für sich,als Kreditgeber muss man erstmal die Schmuckstücke die nicht wieder eingelöst wurden,wieder loswerden.und wie geht das? Das geht so -man verkauft alles wieder auf Kredit.Natürlich zu einem Weitaushöhren Preis,und siehe da,hat man plötzlich 100%Gewinn :O
    Das soll nur ein kleiner Einblick sein!!Nachahmung nicht unbedingt Empfelenswert!!!

    Ich kenne auch welche die keine Zinsen bezahlen-und dann einfach Verschwunden sind-Das ist Buisness


    Also ich hoffe das reicht erstmal -bis dahin Andreas

  7. #6
    Chak
    Avatar von Chak

    Re: Das thailändische Geldleihsystem – auch in D verbreitet

    100% Profit? Und wo lerne ich Frauen kennen, die sich auf der Verleiherseite des Geschäftes befinden?

  8. #7
    Avatar von khon jöhraman

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    18.11.2003
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    Re: Das thailändische Geldleihsystem – auch in D verbreitet

    Hallo an alle,

    ich kenne Thais, die selbst nicht zocken, sich aber sehr oft und regelmäßig in Spielbanken aufhalten, um dort nur Geld zu verleihen.

    Mit hinterlegter Sicherheit (Thaigold) verlangen sie 5 % per Monat, ohne Sicherheit zwischen 10 und 15 % per Monat. Kann also die angegeben Zinssätze bestätigen.

    Geht mal nach Bad Homburg. Am Wochenende sind immer zwei oder drei Geldverleiherinnen anwesend. Die Kreditnehmerinnen sind häufig Thais, die meist noch im "Ältesten Gewerbe" (Frankfurt ist nicht weit)tätig sind. Sind eh schon schlimm genug dran. Sehr oft sind auch die Geldverleiherinnen die "Mama san" aus den Apartments, in denen die Mädchen arbeiten. Diese arbeiten dann nächsten Wochen umsonst.

    Gruß
    Khon jöhraman

  9. #8
    Chak
    Avatar von Chak

    Re: Das thailändische Geldleihsystem – auch in D verbreitet

    Das Geldverleihgeschäft gibt es auch in Thailand. Da verschulden sich aber die Thais nicht nur um zu spielen, sondern weil sie Saatgut kaufen wollen oder irgendetwas für die Kinder zum Schuljahresbeginn kaufen müssen. Da wird teilweise Geld zu 50% im Jahr verliehen, und das geht so: Je 100 geliehene Baht zahlt der Schuldner einen Sack Reis als Zinsen. Dieser kann dann für 50 Baht weiter verkauft werden, sofern man den Reis nicht selbst benötigt.
    Es gibt da noch schöne andere Wege, wie ein Bauer braucht Geld und statt Zinsen vergibt er für ein bestimmtes Stück Land das Recht dieses zu bestellen bis er seine Schulden zurückgezahlt hat.

  10. #9
    Avatar von Otto-Nongkhai

    Registriert seit
    05.11.2002
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    12.292

    Re: Das thailändische Geldleihsystem – auch in D verbreitet

    Jetzt verstehst du auch ,Gerhard ,warum die Thai Regierung bis heute auf Thai Boden keine Spielcasinos zulaesst.

    In Thailand betreiben besonders die Chinesen und Vietnamesen das Verleihgeschaeft und wer nicht zurueck zahlt koennte mal mit einem Kopf kuerzer aufwachen.
    Ein Druckmittel muss man ja haben ,da es oft nichts Schriftliches gibt.

    Gruss

    Otto

  11. #10
    Tilak1
    Avatar von Tilak1

    Re: Das thailändische Geldleihsystem – auch in D verbreitet

    @chak
    Musste mal richtig aufpassen wo de die reichen Frauen triffst,aber meistens sind die doch alle schon vergeben.Denk mal nach wo die das Geld herhaben.(Pua Luang) ;-D
    Das in Thailand mit dem Reis und Kredit hab ich auch schon gehört,find ich aber eigentlich ganz schön heftig,da das gerade auf dem Land praktiziert wird ,wo se sowieso alle kein Geld haben!!
    Bei uns hier in >Berlin ist das auch so das im Casino immer Reichlich Thai-publikum ist,und Verleiher natürlich anwesen sein müssen!
    Aber wenn mal eine gewinnt ,muss Sie ja gleich den nächsten Tag nochmal hin weil man ja eine "Glückssträhne"hat und Buddha es mit einem gut meint.Wenn man dann trotzdem verliert werden natürlich unwarscheinliche Theesen durchdacht ,WARUM? Vielleicht hätte man mal doch den Tag mit einen Besuch im Wat beginnen sollen!?!,oder so

    Bis dahin Andreas

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