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Das "neue" Thailand - eine Gesellschaft im Wandel

Erstellt von Marco, 26.10.2004, 07:40 Uhr · 12 Antworten · 1.421 Aufrufe

  1. #1
    Marco
    Avatar von Marco

    Das "neue" Thailand - eine Gesellschaft im Wandel

    Angeregt durch ein Post von Otto und der Antworten von waanjai, x-pat und Serge, eröffne ich diesen Threat.

    Ich hatte schon seit längerem das Gefühl, als sei Thailand und ihre Gesellschaft im Besonderen im Wandel. Aus meiner Sicht in einem positiven Wandel.
    Nach der grossen und sehr einschneidenden Krise im 1997 versuchten einige, die alleinige Schuld dem Westen und den Finanzexperten (der Name Soros war ja in aller Munde) zuzuschieben.

    In der Nachkrisenzeit wurde auch ein Mann gross, der mit seinem Motto: "Thais lieben Thais" grossen Zulauf hatte.

    Sicherlich ist es für Ausländer, die in Thailand wohnen oder dort arbeiten wollen schwieriger geworden als vor der Ära des amtierenden Ministerpräsidenten.

    Ich habe aber festgestellt, dass die Krise und die jetztige Regierung auch ihr gutes haben.
    Die Gesellschaft in Thailand (ich spreche vorwiegend von den Städten und Touristenzentren) hat sich deutlich gewandelt und geöffnet.
    Man/frau will Englisch lernen. Nein, nicht dieses Mischmasch das man Thenglisch nennen könnte, sondern ein nahezu perfektes Englisch.
    Dies war früher nur jenen vorenthalten, die im Ausland studieren konnten. Mittlerweilen hat sich aber auch die Hochschulbildung in Thailand verändert. Ich habe eine Polizistin getroffen, die an einer Universität in Bangkok ein perfektes Englisch gelernt hat.

    Auch ist mir aufgefallen, dass die Thais anfangen, langfristig zu denken und zu planen. Dies kannte ich bis anhin nur von den Thai-Chinesen.

    Das Motto "Thais lieben Thais", hat bei einigen Thais genau das Gegenteil erwirkt. Ob dies vom Erfinder beabsichtigt war/ist, kann ich nicht beurteilen. Von einer Abschottung oder einer "Fremdenfeindlichkeit" kann ich jedoch herzlich wenig entdecken (ich spreche hier nicht von den Amtsstellen und der Regierung, sondern von der Gesellschaft).

    So hatte ich in meinem vergangenen Urlaub sehr viele, gute Kontakte zu Thais, die mich mit offenen Armen empfingen und die auch über ihre Schwächen (gesellschaftlich nicht persönlich) diskutierten.

    Die Frage, die Otto aufgeworfen hat -
    Zitat Zitat von Otto-Nongkhai",p="181612
    Wie sieht es wohl in 10 Jahren hier noch aus!!!!
    ist also sehr interessant. Meine Hoffnung, dass nach PM Taksin eine Regierung gewählt wird, die aus der "neuen" Gesellschaft heraus kommt, ist für mich durchaus berechtigt.

    Was mich nun interessiert, sind euere Eindrücke. Wie erlebt ihr Thailand heute, verglichen zu gestern? Es ist mir dabei egal, ob ihr schon seit Jahrtausenden dort lebt, oder ob ihr nur alle Jahre wieder dorthin zurückkehrt.


    :byebye: Marco

  2.  
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  3. #2
    Avatar von Serge

    Registriert seit
    01.08.2003
    Beiträge
    5.503

    Re: Das "neue" Thailand - eine Gesellschaft im Wandel

    Danke fuer diesen Thread. Da muss ich jetzt mal in mich gehen.
    Alles Gute
    Serge

  4. #3
    Avatar von alhash

    Registriert seit
    17.12.2001
    Beiträge
    4.824

    Re: Das "neue" Thailand - eine Gesellschaft im Wandel

    Hängt immer davon ab, in welchen Kreisen Du Dich bewegst. Das sich TH wandelt mag wohl für BKK und die Touristenstädte zutreffen, auf dem platten Land sieht die Situation jedoch ganz anders aus. Es hat sich hier im Grunde nicht viel verändert, außer dass die Leute, angeregt durch die bunten Fernsehbilder, im Konsumrausch sind. Von den Millionen von Baht, die für Straßenerneuerung, Kanalisation usw geplant sind verschwindet erstmal die Hälfte in irgendwelche Taschen, so daß die Bauvorhaben nicht zu Ende geführt werden und wenn doch, dann wird geschlampt.

    An Fremdenfeindlichkeit mag ich noch nicht glauben, dennoch ist mir aufgefallen, daß einige Thais mich durchaus feindselig musterten und daß obwohl ich nicht mit der Bierflasche in der Hand oder ohne Hemd über die Straße lief. Wenn Du mal Thais betrunken siehst, dann kannst Du ihre wahre Meinung uns gegenüber erfahren und die ist keineswegs positiv!

    Daß Thais durchaus lernwillig sind sehe ich an den jungen Leuten. Das Problem ist, daß Ausbildung finanziert werden muss und hier stoßen viele Eltern an ihre Grenzen wenn sie mehrere Kinder haben, diese auch noch ein Handy, Moped usw haben wollen.

    Gruß
    AlHash

  5. #4
    MartinFFM
    Avatar von MartinFFM

    Re: Das "neue" Thailand - eine Gesellschaft im Wandel

    Ich denke doch eher, daß das nicht nur ein 'Problem' in Thailand ist, sondern daß die Wandlungen in einem Land ein ganz normales Phänomen sind.

    Früher waren die Menschen zufrieden weil sie nur ihre eigene bzw. die Situation in ihrer Umgebung kannten. Das war alles Gleich und deshalb gab es auch keinen Grund für weitergehende Überlegungen. Doch seit es Fernseher gibt oder auch den Tourismus sehen diese Leute erst wie gut es anderen geht; und das schafft natürlich Neid. Daß sie dabei nur die 'reichen' Geldsäcke in Ausländern sehen ist doch ganz normal, denn das tiefergründige Wissen um die Wirtschaftlage in dem fremden Land fehlt ihnen total.

    Ich hab mich mal lange mit einem Fischer auf den Philippinen unterhalten, der nach längerem Gespräch immer offener wurde und nachdem ich ihn doch eindringlich gebeten hab, mir offen und ehrlich seine Meinung zu sagen, so langsam mit der Wahrheit rausgerückt ist. Er meinte dann auch, daß wir doch unvorstellbar viel Geld hätten und uns doch alles leisten könnten. Ich hab ihm dann mal erklärt, was ich verdiene -brutto- (was natürlich nur seine Meinung bestätigt hat) und hab dann angefangen aufzuzählen: die uns allen bekannten Abzüge bis zum Netto, was dann an Miete kommt und sonstige ständigen Kosten bis zu dem effektiven Netto zum Leben; was seine Meinung schon ziemlich verändert hatte. Dann hab ich ihm mal noch ein paar Beispiele genannt was so die normalen Dinge des alltäglichen Lebens kosten und daß sich die meisten ihren Urlaub sehr hart erarbeiten müssen, den sie in seinem Land verbringen. Und diese ganzen Ausführungen haben seine Einstellung doch grundlegend verändert.

    Und das ist doch das Grundübel. Diese Leuten wissen ja gar nicht worüber sie reden, weil ihnen das notwendige Basiswissen fehlt; aber wo sollen sie es auch herkriegen. Sehr oft sind die Touris selbst daran schuld, weil sie sich wirklich wie die Geldsäcke benehmen und mit Geld nur so um sich schmeißen und mit dicken Portmonnais protzen. Und wenn ich im Urlaub höre, daß mal wieder jemand bestohlen wurde und ich dann mitkriege, daß ihm hunderte von DM/Euro geklaut wurden, kann ich nur darüber lachen. Wenn jemand bei mir in Frankfurt mit so einer dicken Brieftasche rumprotzt, wird er auch nicht lange Freude daran haben. Aber im Ausland, da sind es ja die bösen Wilden die die Touristen nur ausrauben wollen.

    Aber um mal wieder auf das Thema Thailand zurückzukommen:
    Ich war 1997 das erste mal da und 2002 zum 2. Mal. Und in der Zwischenzeit konnte ich, zumindest was so die mehr oder weniger gut besuchten Touristenziele sind, keine großartige Veränderung erkennen. Und das hat mich wirklich sehr beeindruckt, denn das absolute Gegenteil hab ich auf Bali gesehen, wo die Tourismus-Industrie wie eine Dampfwalze über das Land gefahren ist. Die Thais haben meiner Meinung nach (bis jetzt) die Gradwanderung geschafft, das Land sehr gut touristisch zu vermarkten, zu den wirtschaftlich aufstrebenden Ländern im asiatischen Raum zu gehören und trotzdem ihre Kultur aufrecht zu erhalten; und ich bete, daß es so bleibt. Denn außer Thailand ist kein Land mehr übrig, für das ich mich begeistern könnte meine Rente dort durchbringen zu wollen, wenn es bis dahin auch noch ein paar Tage dauern wird.

    Aber um das ganze mal auf einen Punkt zu bringen, und das ist wieder nicht Thailand bezogen:
    - Benimm dich im Ausland wie ein Tourist, und du wirst auch als
    solcher behandelt
    - oder benimm dich dem Land angemessen und geh auf die Leute zu, dann
    wirst du wie ein Freund behandelt
    Und nach dieser Devise hab ich bis heute noch keine schlechten Erfahrungen gemacht. Das sollten sich mal viele unserer Landsleute hinter die Ohren schreiben.
    In diesem Sinne
    Martin

  6. #5
    brecht
    Avatar von brecht

    Re: Das "neue" Thailand - eine Gesellschaft im Wandel

    Das ist richtig ausser in Bangkok und selbst dort nicht ueberall hat sich nicht viel veraendert ausser das es den Menschen noch schlechter geht weil sie sich ueberschuldet haben und freundlich nun ja manche sind es andere wiederum nicht. Sie koennen dir ins Gesicht Laecheln und dabei denken sie was fuer ein bloedes Ar.... du doch bist.Das bekommt man als Tourist nicht mit aber wenn man bisschen laenger da ist bekommt man das schon mit und absolut richtig lass sie bisschen Trinken dann sagen sie deine Meinung zu dir und die faellt selten gut aus.

  7. #6
    Schulkind
    Avatar von Schulkind

    Re: Das "neue" Thailand - eine Gesellschaft im Wandel

    Zitat Zitat von khontingtong",p="181655

    In der Nachkrisenzeit wurde auch ein Mann gross, der mit seinem Motto: "Thais lieben Thais" grossen Zulauf hatte.

    :byebye: Marco
    ja, nur sehen die Thai´s jetzt, die die denken können, das was PM Taksin so angestellt hat. Das was bei der Bevölkerung landen sollte ist zum Grossteil in den Taschen der verschiedenen Grossclans gelandet. Es ist doch allgemein bekannt das der PM zu den reichsten Männern der Welt gehört. Nur mit der Hände Arbeit ? Wo sind die Wahlgeschenke, selbst in Orten die ich kenne, weis selbst der Bürgermeister nicht wo die Bath´s geblieben sind. Wie weit ist es mit der Infrastruktur ausserhalb der Touristenorte und was mit den Geschenken an die Landbevölkerung. Dann, die Banken tun ein Übiges um den Konsum anzuheizen, die Verschuldung bis in die Mittelklasse hat ein enormes Ausmass angenommen. Man kann nur hoffen das es einige gibt denen das Jahr 1997 noch im Hinterkopf ist. Die Wertgegenstände der letzten Rezesion stehen doch noch immer in den Versteigerungshallen.

    Sicher ist der Hunger nach westlichen Hemisphären vorhanden und eine ganze Reihe von ihnen sieht das man sich nicht von der Aussenwelt abschotten kann. Das ist aber nur eine Minderheit die Umgang und tatsächlichem Zugang mit der Aussenwelt hat. Wer von den 80 Millionen Thais hat den schon einen Farang gesehen, geschweige denn gesprochen. Die paar Leutchen in den Hochburgen der Ausländer sind verschwindend gering. Und dort stellen wir das Mittel zum Zweck dar. Doch auf dem flachem Land wird eine Öffnung und Liberalisierung mit Taksin für das allgemeine Volk kaum möglich sein. Alllein die Durchsetzung der allgemeinen Schulpflicht oder Steuerpflicht ist in der jetzigen Lage kaum möglich. Frage, wo sind die vielen Computer in den Schulen geblieben, mit Trarra gebracht, und jetzt, jedenfals in Sadaoo kein einziger mehr. Ohne Lehrmittel und Schub von oben geht nichts. Hatte selber mal versucht in der 4ten Klasse ein bischen englisch und deutsch zu vermittel, alle waren zufrieden, nur der Dorfpolizist nicht. Aber privat wollte er mehr von uns Farangs wissen.
    Wenn ich denke was für Hürden für Farangs aufgetürmt sind kann ich mir nicht vorstellen das diese so einfach eingerissen werden. Nur in der Kombination aller Kräfte, auch aus dem Ausland ist es möglich eine Öffnung zu haben.

    Wir verspüren es doch selber, sehr viele Thais sehen uns nur mit den Augen der Melkkuh an. Wir sind im Prinzip sein Federvieh das es beizeiten zu rupfen gilt.

    Wir sollten nicht vergessen das hinter dem Lächeln der Thais auch der knallharte Geschäftsmann ( frau ) steht der immer bestrebt sind dem Farang eins auszuwischen.
    Das soll beileibe keine Fixsierung nur auf Thai sein, in der Regel in allen Ländern in denen ich mich niederlassen will ist der Ausländer Freiwild. Es wird doch versucht das zu holen was beim Inländer nicht möglich ist.

  8. #7
    Johann43
    Avatar von Johann43

    Re: Das "neue" Thailand - eine Gesellschaft im Wandel

    @MartinFFM,

    finde Dein Posting sehr gut, es beleuchtet einen Teil der Hintergründe und ich vertrete in weiten Teilen die gleiche Ansicht wie Du.

    @All,

    wie schon erwähnt, ist auch der Wandel in TH im Gange, wie eigentlich in jedem Land der Welt. Gesellschaften verändern sich, aus vielerlei Gründen.

    Ob sich allerdings die Ausländerfeindlichkeit verstärkt hat, seit die TRK das Sagen hat ...... ich denke nein ...... Thai können sehr gut unterscheiden, wer oder was gut oder schlecht ist und bewerten es auch entaprechend ..... so meine Feststellung.

    Natürlich sind Ausländer in manchen Fällen nicht so gut angesehen ..... doch ist dies wohl mehr begründet, auf schlechte, eigene Erfahrungen mit einem Ausländer.

    Was die Entwicklung in BKK angeht, so hat eigentlich immer schon einige Jahre gedauert, bis sich dieser Prozess auf dem Lande ausbreitet ....... auch hier wird es unweigerlich Veränderungen geben ...... meiner Meinung nach ...... nur zu einem späteren Zeitpunkt.

    Aber wohin wird der Weg gehen in den nächsten Jahren ..... ich möchte da keine Prognosen wagen, es gibt mir da zuviel Unbekannte .... wer wird die nächste Regierung stellen, das Königshaus, die wirtschafliche Situation des Landes und, und, und .... nur Eines ist für mich sicher, es wird gravierende Änderungen geben ..... nur bin ich mir nicht sicher, in welche Richtung die gehen werden.

    Dies meine wenige Zeilen zu diesem Thema.

    Gruss aus dem Isaan


    Johann

  9. #8
    Marco
    Avatar von Marco

    Re: Das "neue" Thailand - eine Gesellschaft im Wandel

    Hallo Johann
    Zitat Zitat von Johann43",p="181718
    Ob sich allerdings die Ausländerfeindlichkeit verstärkt hat, seit die TRK das Sagen hat ...... ich denke nein ...... Thai können sehr gut unterscheiden, wer oder was gut oder schlecht ist und bewerten es auch entaprechend ..... so meine Feststellung.
    Ich weiss, dass man grundsätzlich nicht zwischen deinen Zeilen lesen soll, aber du schreibst das ja äusserst diplomatisch . Menschen einschätzen, darin sind die Thais Weltmeister. Wer also einige negative Erlebnisse hatte, sollte mal über sich selbst nachdenken, bevor er über die Thais herzieht .

    Liebe Grüsse in den Isaan!



    Ich habe auch schon so manchen besoffenen Thai (auch Thailänderin ;-D ) erlebt. Mir gegenüber hat sich noch niemand, in dieser Richtung, negativ geäussert. Über andere Farangs, habe ich aber schon manche Geschichten gehört . So ist das eben mit Ursache und Wirkung .

    :byebye: Marco

  10. #9
    Avatar von Serge

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    5.503

    Re: Das "neue" Thailand - eine Gesellschaft im Wandel

    Es geht um eine potentielle Zukunft und da kann man wohl eher nur Tendenzen absehen. Politisch - das ist sicher schwer, ebenso in Bezug auf das Koenigshaus. Gehen wir mal davon aus, das seine Majestaet, und das sage ich mit allem Respekt und von ganzem Herzen, auch in den naechsten 10 Jahren uns begleiten wird.

    Drei Dimensionen denke ich werden entscheidend sein, wie der zukuenftige Weg Thailands aussehen wird - Wirtschaft, Soziales und Bildung (eigentlich wie immer und ueberall ). Ich denke, im Gegensatz zu vielen anderen, nicht, das die Thaksin Politik, insbesondere dank Somkid, zumindest im wirtschaftlichen, total verfehlt war. Er ist das wohl notwendige Instrument zur gegebenen Zeit. Das er sein Image vom grossen starken Magnaten mehr zum Volkstribun aendern moechte - so sprach er bei der letzten Versammlung in der Impact Arena ueber sein leidendes 5exleben seit der "Machtuebernahme" - zeigt einiges seiner eigenen Stellung oder seiner neuen - Vorwahlkampf - Postionierung. Er wurde gewaehlt als einer ueber dem Volk, will aber wiedergewaehlt werden als einer aus dem Volk.

    Denn das Volk veraendert sich. Geld spielt immer noch eine grosse Rolle, aber Bildung wird immer mehr zum Thema und immer mehr auch moeglich - vielleicht nicht auf dem Land aber doch in vielen Staedten - nicht nur Bangkok! Kinder von einigen - okay, besser verdienenden - Maids gehen jetzt auf Unis wie Ramkhamhaeng. Andere Eltern schicken ihre Kids auf staatliche Unis oder andere Ausbildungseinrichtungen. Mit zunehmender Bildung gibt es auch mehr Aufklaerung. Von einigen kleinen Erlebnissen, Samui, Kanchanaburi, Had Yai, Nakhon SiThammarat, Nakhon Sawan etc. kenne ich Situationen wo dieses Wissen ueber die Kinder dann an die Eltern weitergegeben wird - ja oft auch noch an die Grosseltern und Nachbarn. Diese nehmen dies auch zum Teil wirklich an. Ebenso kommt der Computer und somit auch das Internet oft ueber die Kids. Surin in Samui kann jetzt schon selber Autoseiten aufrufen oder aber Preise fuer Lebensmittel vergleichen, das hat ihm seine 12 jaehrige Tochter beigebracht.

    Ueberhaupt sehe ich in der Jungend gutes Potential. So gibt es bei einigen Banken Sachbearbeiter, so um die 30, die mit einer erfrischenden Ehrlichkeit zu Werke gehen. Unglaublich noch vor einigen Jahren. Weiterhin gibt es immer mehr Thai - junge Thai - die zwar immer noch Thaistolz haben aber ganz natuerlich auch Farang zu ihren Freunden und Nachbarn zaehlen. Und dann sind da noch die vielen Luk Khrueng - man denke an Film, Fernehen und Musik - die auch immer mehr in vordere Stellungen ruecken. Auch diese haben, nicht immer aber oft, eine andere Einstellung gegenueber Farang.

    Die Wirtschaft ist wohl das groesste Fragezeichen. Dahin bewegt sich vieles. Das Exportvolumen etc. wird schwer davon abhaengen wie man der chinesischen Herausforderung begegnet. Ich denke Thailand sollte nicht mit China konkurrieren sondern seinen eigenen Weg gehen, eigene Brands - Handelsmarken - kreiieren und so weiter. Aber da ist es noch ein langer Weg hin.

    Ich denke mal ab einem gewissen Zeitpunkt wird das Bild des Tourismus sich wandeln. Nicht zwangslaufig zu dem reichen Touristen aber mehr hin zu anderen Touristen. So wie man es auch in Griechenland, Italien oder sonstwo hat. Eben auch Familien bla bla - ohne (nur) den Schwerpunkt Suff und 5ex.

    Aber es gibt auch schwarze Wolken am Horizont. Ins Detail zu gehen wuerde hier wohl zu weit fuehren, aber wenn man sich die Preisentwicklungen - und die dazugehoerige Elastzitaet - auf dem Real Estate Markt anschaut - au wei. Also abwarten.

    Sollte Thailand es schaffen, internationaler zu werden, kann es nur gewinnen. Die Abschottung als Schutzmechanismus mag zwar konsequent und vernueftig erscheinen, funktioniert aber nur, wenn die gesamte Umwelt sich abschotten wuerde - und das tut sie nicht. Japan exportiert seine Fremdeinfluesse, in dem es mehr und mehr in die Ausbildung auch von Thais investiert, die dann in Thailand - fuer billig Geld, designen, fertigen etc. z.B. fuer Toyota. Diese Designs werden dann von Japanern in Japan nachgefertigt - know how Import. Amerika holt sich auslaendische Spezialisten ins Land - wenn ihr Euch mal Nasa Seiten anschaut, da heisst es immer oefter Kim, TuAnh, Madhavan oder auch mal Somphot.

    Thailands Strategie nur Wissensvermittlung zu importieren, ging in den letzten Jahren nicht ganz auf. Darum auch die verstaerkte Ansiedlung von Fertigungsbetrieben, nicht Assembling, auch im Eastern Seabord. Know-How Import auf Thai Art. Also langzeit Foerderung in der Arbeit.

    Das der Rassismus zunehmen koennte - ja! - liegt aber auch an den Farang selbst. Wenn ein jeder meint alles besser wissen zu muessen und das auch kund zu tun, gibt es halt Aerger. Ist doch klar. Das geht ja schon in einer Ehe nicht - so etwas wie der (Ekel) Alfred Tetzlaff Effekt - und Thailand ist Else. Aber wie gesagt, es liegt auch an den Farang selbst.

    Das man als Auslaender immer anders gestellt ist - man denke nur an die Diskussion EU und die Portugiesen auf dem (deutschen) Bau. Davon hoert man jetzt recht wenig.

    Thailand muss sich mehr und mehr in internationale Geflechte einlassen. Da koennte Malaysia oder auch Vietnam sonst doch schnell Thailand den Rang ablaufen. Und das ist hier bekannt. Allerdings haette man lieber erfolgreiche Experten, also Personen die schon in ihrer Heimat erfolgreich waren, denn irgendwelche Aussteiger oder Fantasten als Ratgeber. Nur bemueht man sich hier nicht sehr um diese, stehen doch zu viele Schlange. Da sind mEn die Auswahlkriterien (noch) nicht gut. Aber ich koennte mir schon vorstellen, das eine gewisse Internationalisierung vonstatten gehen wird.

    Ich hab ein postives Bild der naechsten zehn Jahre - es sei denn es kommt wieder zu einer handfesten Krise - ein Schockerlebenis. Alles andere glaube ich waere gegenwaertig zu verkraften. Kommt die Jugend auch mehr und mehr zum Zuge, denke ich auch, das Krusten aufweichen. Gefahr besteht in gewissen nationalen Bestrebungen und eventuellem Pfruende sichern, weil man seine Felle davon schwimmen sieht. Da liegt Konfliktpotential. Natuerlich auch im Sueden - aber ich glaube das kriegt man in den Griff. TRT - kann ich keine Prognose wagen. Es ist bestimmt nicht nur eine Erscheinung, aber auch mit (fast) absoluter Macht ist es nicht leicht dieses Volk zu regieren, auch eine interessante Lehrstunde. Warten wir die Neuwahlen ab.

    Und dann freue ich mich schon, den einen oder anderen von Euch hier in zehn Jahren als Rentner begruessen zu koennen, wenn ich mir recht erinnere sind einige von Euch ja im 10 Kreis.

  11. #10
    Avatar von x-pat

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    Re: Das "neue" Thailand - eine Gesellschaft im Wandel

    Zitat Zitat von khontingtong",p="181655
    Sicherlich ist es für Ausländer, die in Thailand wohnen oder dort arbeiten wollen schwieriger geworden als vor der Ära des amtierenden Ministerpräsidenten.
    Die Einwanderungsbedingungen sind schwieriger geworden. Damit liegt Thailand im internationalen Trend, und ich denke das es in Ordnung geht, wenn man es hier jetzt ein wenig genauer mit den Immigrationsbedingungen nimmt. Was ich jedoch nicht in Ordnung finde ist, dass auch solche Immigranten diskriminiert werden, die alle Bestimmungen und Anforderungen erfüllen, einen Beitrag zur thailändischen Volkswirtschaft leisten, und sich integrieren. Das heisst: Das Thai Gesetz erlaubt es den in Thailand lebenden Ausländern trotzdem nicht, Land zu kaufen, Firmen zu betreiben, und man muss sein Visas immer noch jährlich erneuern und (zumindest theoretsch) alle drei Monate Rapport erstatten. Meine Hoffnung ist dass die zukünftige Regierung diese Bedingungen verbessern wird, obwohl ich da eher pessimistisch bin.

    Zitat Zitat von khontingtong",p="181655
    Was mich nun interessiert, sind euere Eindrücke. Wie erlebt ihr Thailand heute, verglichen zu gestern?
    Thailand hat sich stark gewandelt, und zwar in vielen Bereichen. Da ich meine Zeit in Bangkok verbracht habe, kann ich nur von der Hauptstadt reden. Es gibt durchaus viele positive Tendenzen, die Serge schon angesprochen hat. Dazu gehört insbesondere das Heranwachsen einer gebildeten Mittelklasse, grössere Aufgeschlossenheit, und rapider technologischer Fortschritt. Leider sind diese auch von manchen negativen Erscheinungen begleitet, insbesondere der Umweltzerstörung, dem Konsumdenken, und anderen sozialen Problemen. Die zukünftige Herausforderung an die Thai Gesellschaft wird sein diese sozialen Probleme in den Griff zu bekommen.

    Ich hoffe das Thailand das gelingt, denn ich würde gerne hier bleiben. Solange man in Thailand als Ausländer ein friedliches Leben führen kann und solange der ökonomische Vorteil des Standorts erhalten bleibt, nehme ich persönlich einige Nachteile in Kauf. Wenn diese Bedingungen jedoch nicht mehr gegeben sind, dann würde ich zu neuen Ufern aufbrechen.

    X-Pat

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