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Das Leben in einer Chinesischen Familie

Erstellt von Chonburi's Michael, 19.11.2004, 07:52 Uhr · 10 Antworten · 4.713 Aufrufe

  1. #1
    Chonburi's Michael
    Avatar von Chonburi's Michael

    Das Leben in einer Chinesischen Familie

    Vorwort:

    Diese Dokumentation ist nur von mir als Beobachtung in meiner eigenen sowie mehrere befreundeten und einigen mir persoenlich bekannten Familien, gemacht worden. Es gibt nur mein persoenliches Empfinden wieder.

    Das Leben in einer oder mit einer Chinesischen Familie unterscheidet sich nach dem ersten Anschein ueberhaupt nicht von einer Thaifamilie. Doch wenn man dann mal hinter die fasade guckt endeckt man schon einige markante Merkmale.
    Zum Beispiel werden Umarmumgen oder Worte der Zuneigung (Eltern – Kindbeziehung) selten oder nie gesagt. Der Mann ist fuer den Erwerb zustaendig die Frau fuer Haus und Kindererziehung. Der Mann spricht mit dem Sohn erst ab den 18. Lebensjahr was wichtig ist im Leben. Die Tochter hingegen erfaehr sehr frueh was ihre Pflichten als Frau zu sein haben.

    Wert wird auf Kochen, Schulische Ausbildung und der unausgesprochenen Toleranz der Verfehlungen des Mannes, gelegt. Die Frau ist in der Familienhierrachie nie Gleichgestellt die der Maenner. Bei Familienfeierlichkeiten ist es die Pflicht der Frauen fuer das Wohlergehen der gaeste zu sorgen. Nur bei ganz wichtigen Besuchen ist der Hausherr zustaendig. So darf die Frau keine Speisen und Getraenke den Moenchen und wichtige Politische oder Geschaeftliche Personen, auf den Tisch stellen. Dazu wird auf einem kleinen Bereitgestellten Tisch die Speisen und getraenke von der frau aufgetischt und der Hausherr nimmt dies vom Tisch und serviert diese auf den Runden Tisch.

    Familien Traditionen:

    Grosseltern geniessen den vollen Respekt. Der aelteste Sohn kommt an erster Stelle, dann die spaeter geborenen. Die Tochter hat fuer die Brueder die Pflichten wie eine Mutter. Ist die Tochter die erstgeborene so faellt sie bei der Geburt eines Bruders sofort zurueck. Ist die Tochter ein Einzelkind wird ein Schwiegersohn ausgesucht, der fuer den Vater als Sohn zu bezeichnen ist. Darum ist es schon schwer in einer Chinesischen familie als Auslaender einzuheiraten, sollte der schwiegersohn die Sohnrolle zu uebernehmen haben. Es werden ueberhaupt nur Soehen von engen befreundeten Familien ausgesucht. Denn der Besitz und das Vermoegen muss in der Familie bleiben. So ist der Schwiegersohn der als Sohn fungiert dazu verpflichtet sich von der eigenen Familie loszuloesen.

    Den Soehen wird bist zum Sterbetag jede Hilfe angeboten um Erfolgreich zu werden. Den Toechtern wird bis zum Tage der heirat oder Vollendung der Volljaehrigkeit diese Hilfe gewaehrt. Spaeter, sollte die tochter nicht heiraten, ist sie fuer sich selbst Verantwortlich. Die Familie steht mit Rat und Tat zur Seite. Nur wenn sie sich Selbststaendig machen moechte, tritt der Familienrat in Kraft, der beschliesst wie eine Hilfe ausschauen kann. Sollte es sich um Geld handeln, wird ein Zinsenloser Kredit gewaehrt, der zu 100% zurueckzuzahlen ist. (Ungeschriebenes Gesetzt).

    Sollte die Tochter einen eigenen Wunsch hegen, den Ehemann selber auszusuchen, tritt wieder der Familienrat in Kraft. Der laedt den Ausserwaehlten zu einem Gespraech ein, woran die Frauen nicht teilnehmen, ein. (Die Mutter, die moegliche Braut sitzen in einem seperaten Raum). Spaeter wird die Entscheidung vom Oberhaupt des Familienrates mittgeteilt.

    In Geldangelegenheiten ist die Familie sehr bedacht, das nichts in Fremde Haende faellt. Geschaefte im groesseren Stil wird nur mit nahen Verwandte oder sehr gur bekannte Familien gemacht. (Kreditvergabe werden vom Chinesischen Finanzrat beschlossen. Der Finanzrat besteht aus den Oberhaeuptern der Familien).

    Eine Chinesische Familie legt wert auf viele Soehne. Die Frau kann ihren ehemann nicht verlassen (verstoesst gegen das Familiengesetz). Der Mann hingegen, wenn er nicht Zufrieden ist sehrwohl. Darum ist eine jede Frau bedacht das Familienglueck aufrecht zu halten. Der Mann der dies spuert und weiss, schaetzt dies und ist auch in der Fuersorge seiner Frau gegenueber sehr zugetan. So versuchen beide das Glueck auf ihre Weise zu halten.

    Kulturelle Tradition:

    Die Chinesischen Familien in meinen Beobachtungsfeld sind sehr Geister orientiert. Auch Symbole wie Drachen, (beschuetzer vor den Boesen) maennliche Tiere vor eingangstueren (Geldfluss) und Farben (Glueck), spielen eine grosse Rolle. Natuerlich ist die dritte Generation schon sehr tief mit der Thailaendischen Tradition vermischt. Doch jede Familie legt wert auf ihre Urspruengliche Kultur und festigt diese indem die Kinder darinn unterrichtet werden. Die erste generation sprach Chinesisch miteinander und die Kinder und Enkel muessen sich mit den Grosseltern in deren Sprache unterhalten. So lernen diese Kinder das Chinesische sprechen von klein auf und es wird bei Familienfeiern zu 60% Chinesisch und 40% Thai gesprochen. In der neuen Generation ist es ueblich das sich gleichaltrige und Freunde in Thai unterhalten.

    Gefuehle und Probleme werden nicht in der eigenen Familie besprochen (bedeutet Versagen). Bei verheirateten besprechen der Mann und die Frau idie Probleme, Kinder werden damit nicht konfrontiert. Erst ab den 21. Lebensjahr werden Probleme in der Familie mit den Kindern besprochen. Geschaeftliche Probleme werden nur im Familierat besprochen.

    Zusammenhalt der Familie(n)

    Wenn ein Geschaeft getaetigt wird oder ein Geschaeft eroeffnet wird, wird im Familienrat das Geschaeft besprochen. Dann wird ein Familienrat aller befreundeten Familien einberufen damit moegliche Konkurennz oder Probleme vermieden werden. Auch Preisabsprachen werden getroffen. Innerhalb der Familie wird ein jeder beschuetzt. Sollte ein Familienmitglied gegen ein Familiengesaetz verstossen, wird dieses Mitglied von der Familie ausgestossen und ist nicht mehr im Schutze der Familie.

    Zusammenfassung:

    Die von mir beschriebenen Punkte klingen vielleicht kuehl doch ist es bei weitem nicht so. Auch gibt es sehr viele Punkte die in einer Chinesischen Familie Freude, Zuversicht, Liebe und Waerme aufzeigen.



  2.  
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  3. #2
    pef
    Avatar von pef

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    24.09.2002
    Beiträge
    3.974

    Re: Das Leben in einer Chinesischen Familie

    Da gibt es einen Herrn mit Namen Thaksin oder so

  4. #3
    Chonburi's Michael
    Avatar von Chonburi's Michael

    Re: Das Leben in einer Chinesischen Familie

    Zitat Zitat von pef",p="188873
    Da gibt es einen Herrn mit Namen Thaksin oder so
    Nicht mit mir und meiner Frau verwandt. ;-D

  5. #4
    Avatar von MenM

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    30.07.2001
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    2.624

    Re: Das Leben in einer Chinesischen Familie

    @ CM

    Gut beobachtet

    Kann dabei noch ein oder 2 satzen hinzufuegen.

    Heiratet der aelteste sohn aht sich die "neue" tochter sich einzu ordnen. Sie wird bei der mann und eltern einziehen. Ab dann hat sie
    morgen als erste auf zu stehen um fruehstuck zu bereiten und wird
    auch als letzte schlafen gehen, wenn die ganze familie ins bett ist.
    Sie ist naemlich ab dann fuer das wohlergehen der familie verpflichtet.

    Am haus der chinesen wirds du auch oefters spiegel haengen sehen,
    speziell dann wenn gegenuber das haus groesser ist wie das eigene.
    Dies dient um der "schlechten" einfluess zuruck zu schicken wo es herkommt. Es gibt noch einige typischen merkmale and dieser hauser,
    aber diesen haben dann schon mehr in richtung Feng Shui ihre bedeutung.

    MFG

  6. #5
    Chonburi's Michael
    Avatar von Chonburi's Michael

    Re: Das Leben in einer Chinesischen Familie

    MenM,

    danke fuer die Ergaenzung. :bravo:

    Bist du in irgendeiner weise in Chinesischen Familien involviert??

    Ich bin der SchwiegerSohn.

  7. #6
    moouan
    Avatar von moouan

    Re: Das Leben in einer Chinesischen Familie

    Auch ich bin in einer chinesischen Familie. Letztes Jahr verstarb die Schwiegermutter. Die ganzen Beerdigungszeremonien dauerten 7 Tage, das heißt jeden Tag traf sich die ganze Familie im Tempel. Allein das Vorbereiten der Utensilien(Körbeweise Geld und Passports falten) für die Reise der Ama nahm 3 Tage in Anspruch. Der Höhepunkt war dann die eigentliche chinesische Zeremonie mit chinesischen Priestern. Das ganze Spektakel dauerte 11 Stunden, wobei wir Schwiegersöhne in der Beerdigungskleidung aussahen wie Köche(weiß und mit Haubenmützen) und die Kinder wie Zwerge. Wir mussten neben vielen anderen Zeremoinien auch 7 mal über eine kleine Holzbrücke gehen um Ama auf ihrer Reise zu begleiten. Die Geisterverjagung mit einem irren Fahnentanz(drei Priester übereinander auf den Schultern stehend)war Zirkusreif und wirklich beeindruckend. Das ganze war alles in allem eine Mischung aus tiefer Trauer und fröhlichem Familientreffen.

  8. #7
    Chonburi's Michael
    Avatar von Chonburi's Michael

    Re: Das Leben in einer Chinesischen Familie

    Zitat Zitat von moouan",p="188893
    Das ganze Spektakel dauerte 11 Stunden, wobei wir Schwiegersöhne in der Beerdigungskleidung aussahen wie Köche
    hab das heuer erlebt. Hab sogar Fotos, nur moechte ich diese nicht reinstellen, da es sehr persoenlich ist.

    Bei unserer Zeremonie hatt die Familie sogar jemanden die Hand gereicht, der sehr lange als schwarzes Schaf gegolten hat.

    Auch ein Tod kann verbinden.

  9. #8
    moouan
    Avatar von moouan

    Re: Das Leben in einer Chinesischen Familie

    Richtig, die schwarzen Schafe sind aber nur während der Zeremonie anerkannt, danach pegeln sich die ganzen Beziehungsverhältnisse wieder auf das gehabte Niveau ein und es wird genauso weiter gelästert wie vor dem Handreichen.

  10. #9
    Chonburi's Michael
    Avatar von Chonburi's Michael

    Re: Das Leben in einer Chinesischen Familie

    Zitat Zitat von moouan",p="188898
    Richtig, die schwarzen Schafe sind aber nur während der Zeremonie anerkannt, danach pegeln sich die ganzen Beziehungsverhältnisse wieder auf das gehabte Niveau ein und es wird genauso weiter gelästert wie vor dem Handreichen.
    Wie wahr, wie wahr ;-D Aber mir hat es etwas gebracht. Jetzt weiss ich wer da nicht zu meiner Hochzeit kam. :-)

  11. #10
    Avatar von simon

    Registriert seit
    05.08.2004
    Beiträge
    781

    Re: Das Leben in einer Chinesischen Familie

    Sehr interessant was ihr beide da schreibt.
    Ich hatte eine Thai-chinesische Freundin in BKK, sehr reich mit eigenem Appartement, erst 24 und Managerin einer gr. Catering-Firma in Thailand (wohl durch den Vater), nebenbei Studentin und Party-Girl... Sie schien recht viele Freiheiten zu haben, wenn auch viel Verantwortung und Arbeit.. Eher eine Ausnahme im dynamischen BKK oder lösen sich die reicheren Thai-Chinesen etwas von der Tradition ?

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