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Christ und Buddhist geht das?

Erstellt von woody, 07.11.2006, 18:36 Uhr · 29 Antworten · 3.489 Aufrufe

  1. #21
    Avatar von kcwknarf

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    Re: Christ und Buddhist geht das?

    Meiner Auffassung nach sind alle Religionen, religionsähnliche Philosophien und auch atheistische Denkweisen aus einem Ur-Wissen entstanden und somit im Kern identisch. Nur Menschen haben diese einzeln verändert (sei es aus Eigennutz, eines Irrtums oder aus Versehen).
    Daher spricht für mich überhaupt nichts dagegen, Christ und Buddhist zu sein, bzw. sich selbst eine Religion aus beiden oder noch mehreren Religionen und Philosophien zusammenzustellen.

    Religion ist etwas persönliches und so kann meine Frau glauben, was sie möchte. Ich würde es gar nicht für ratsam halten, sie zu einem anderen Glauben zu überreden. Ein Glaube sollte von innen heraus kommen.
    Aber wir sind uns ohnehin auch in dieser Frage sehr ähnlich.

  2.  
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  3. #22
    Avatar von Thainik

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    Re: Christ und Buddhist geht das?

    Halloli!
    Ich meine, dass Christ und Buddhist super klappt. Ich selber bin griechisch Ortodox, bin auch so aufgewachsen und erzogen.
    Meine Ansicht ist das der Buddhismus neben einer großen Religion, eine noch viel größere Philosophie ist. Da wo sich die Christen eher an etwas Göttliches klammern, zeigt der Buddhismus die Seite sich an sich selber zu orientieren, und Hilfe bei seinem eigenen Körper und Verstand zu suchen. Ich finde eine sehr zeitgemäßer Gedanke, obwohl er schon sooo alt ist. Na ja, im Grunde genommen geht es darum, ein "guter Mensch" zu sein. Und da gibt es keinen alzu grossen Unterschied zwischen Christen und Buddhisten. Obwohl ich mich dem Gedanken ein glücklicheres Leben zu haben, indem ich Leiden von mir und anderen fernhalte, für einen äußerst schönen Gedanken halte. Ich arbeite auf jeden Fall daran. Ich erwische mich trotzdem dabei das "Oh, mein Gott" in meinem Sprachgebrauch durchaus eine Rolle spielt.
    LG Niko

  4. #23
    Kali
    Avatar von Kali

    Re: Christ und Buddhist geht das?

    Ob ein Buddhist auch Christ oder ein Christ auch Buddhist sein kann, wird der oder die jeweilige für sich selbst rausfinden.
    Ich denke, wenn man sich mehr auf die Christliche Lehre bzw. auf das, was Buddha lehrte, konzentriert, und weniger darauf achtet, was Christen bzw. Buddhisten tun oder wie sie handeln - dann wird der einzelne seinen Weg finden, und wenn er sich selbt eine Synthese aus den verschiedenen Elementen bastelt.

  5. #24
    Avatar von Samuianer

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    Re: Christ und Buddhist geht das?

    Jeder wie er muss, meint oder fuehlt!

    Das erinnert mich ein wenig an "Probleme" wie: Riesling oder Chardonnay?

    Mailaender Salami oder ungarische Pick?

    Cartier oder Gucci?

    In erster Linie Mensch sein, ist glaube ich schon mal 'ne gute Aufgabe.

    Und unter welchen Aspekten oder Richtlinien dieses Mensch sein, ausgefuehrt wird oder ob da ueberhaupt irgendwelche Auflagen, Vorschriften, religioese Gebote etc. notwendigerweise zum Ziel fuehren muesen, sehen wir ja jeden Tag, jede Stunde, jede Minute in der Welt um uns .....

    In keiner der bekannten Zivilisationen, Kulturkreisen, die von Religionen gepraegt sind, ging es weder in der Vergangenheit, noch in der Gegenwart, weder friedlich, noch menschlich zu.

    Deswegen sind wohl derlei Konzepte erdacht worden.

    Ich persoenlich halte das buddhistische Konzept fuer das geeignetste, unter diesen Konzepten, allein aus dem Grunde das kein Gott als Zentralfigur, sondern das Wesen, sein Tun und Handeln im Mittelpunkt dieses Konzepts steht.

    Aehnliche Gedanken finden sich aber durchaus auch in den Werken vieler Denker und Philosophen wieder und dieses Gedankengut ist mir PERSOENLICH! Allemale lieber als eine jede Doktrin, egal hinter welchen Namen diese versteckt wird.

    Hier auf Ko Samui treibt z.B. der Tempelbau immer tollere Blueten......und trotzdem gibt es Kinder in Schulen, die an vielen Ecken Maengel, schwere Maengel aufweisen, Alte, Kranke...!

    Warum immer mehr dieser Prunk-und Protzbauten, wenn es trotz des Tourismus, trotz des allgemeinen "Wohlstandes", immer noch so viele arme Menschen gibt?

    Und as nicht nur auf Samui oder in der buddhistischen Welt.

    Schauen wir nach Mittelost.... oder in die christliche Welt..

    Die Tempel werden von sogenannten Buddhisten gebaut und erweitert, wo ist da das universelle Mitgefuehl?

    Ich weiss, ich weiss, das ist ja dann deren 'Karma'.


    Jeder Glaube baut seine Tempel, fuer was stehen die angeblich und was wird tatsaechlich (mit ganz wenigen Ausnahmen) tatsaechlich damit gemacht?

    Well, well und da fangt es bei mir an zu kriseln..... irgendwas stimmt da nicht!

  6. #25
    Avatar von DisainaM

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    Re: Christ und Buddhist geht das?

    sieht man mal von der christlichen und buddhistischen Lehre ab,

    und beschäftigt sich mit dem praktischen th. Buddhismus, oder der angewendeten Christentum,

    so kenne ich auch einige Thais, die sowohl Christen als auch Buddhisten sind.
    Eine Thai erklärte es mir mal so, Buddhismus ist das Verstehen der Zusammenhänge, Christentum ist eine Religion.

    Da sie einen Christen geheiratet hat, respektiert sie die Religion ihres Mannes, und ist, weil es seinem Gemeinschaftsgefühl dient, eben auch physisch eine Christin.
    Auch versucht sie ihm nicht die Zusammenhänge des Buddhismus zu erläutern.

    Mit einem Augenzwinkern sagte sie mir auch,
    man kann als Thai verschiedene Staatsbürgerschaften annehmen,
    und bleibt trotzdem eine Thai.

  7. #26
    Kali
    Avatar von Kali

    Re: Christ und Buddhist geht das?

    Zitat Zitat von Samuianer",p="417654
    [...]irgendwas stimmt da nicht!
    Bei dir ? ;-D
    Doch es ist genau das was ich meinte: Nicht die Aittribute, die andere meinen prunkvoll hinsetzen zu müssen, sind wichtig, sondern das, was ich selbst aus meiner Überzeugung mache.

    Zum praktizierten Christentum bzw. Buddhismus fällt mir ein, das Suay mir mal teilweise übersetzte, was der diensthabende Mönch morgens gegen 5:oo h über Lautsprecher dem Dorfe kund tat: Er wetterte u.a. über den Drogen- und Alkohol(ge)missbrauch und darüber, dass nur noch die ´Alten´ und ´Kranken´ den Weg ins Wt finden würden...

    Hätte auch von unserem Gemeindepfarrer stammen können

  8. #27
    buoi
    Avatar von buoi

    Re: Christ und Buddhist geht das?

    Zitat Zitat von DisainaM",p="417664
    Eine Thai erklärte es mir mal so, Buddhismus ist das Verstehen der Zusammenhänge, Christentum ist eine Religion.
    Dies ist exakt das was ich meinte. Dies ist die Sicht von der buddhistischen Seite her, und von da aus entstehen viel weniger Konflikte, als wenn man es vom christlichen Standpunkt aus betrachtet.

    Und das überall Geld für Tempel oder Kirchen verschwendet wird, wegen der Religion Krieg geführt werden, oder es trotz allem immer noch arme Menschen gibt, hat mit der Religion an sich noch gar nichts zutun. Das ist das, was die Menschen daraus machen, und die sind eben nicht perfekt, und verhalten sich auch nicht so. Sonst würde sich wohl auch die Frage nach Religion erübrigen.
    Ich bin ziemlich sicher, die Welt wäre ohne Religion noch viel schlechter dran als wir es heute sind.

    buoi

  9. #28
    Avatar von kcwknarf

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    Re: Christ und Buddhist geht das?

    Hier auf Ko Samui treibt z.B. der Tempelbau immer tollere Blueten......und trotzdem gibt es Kinder in Schulen, die an vielen Ecken Maengel, schwere Maengel aufweisen, Alte, Kranke...!
    Auch wenn ich mich dieser Kritik im Kern anschließe, so ist der Blickwinkel etwas zu gering.

    Zum einen darf man den Tempel, die Kirche oder was auch immer als Zufluchtsort nicht unterschätzen. Viele finden hier Trost, innere Ruhe usw. Natürlich könnte man das auch an anderen Orten, aber viele Menschen benötigen - warum auch immer - solche Stellen. Und das sollte man nicht unterschätzen. Dadurch ist auch schon mancher Kranke wieder gesund geworden (z.B. weil er an anderen Orten nicht die Ruhe zur Heilung, sondern z.B. nur Streß und Ärger hatte).

    Zum anderen zählen religiöse Stätten zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten in aller Welt. Sie fördern also auch den Tourismus. Was wäre Köln ohne seinen Dom, Indien ohne das Taj Mahal, Kambodscha ohne Angkor Wat oder Thailand ohne seine Wats? Zumindestens würde Thailand dann seine Kultur-Urlauber zum Großteil verlieren. Und das schadet dann auch wieder der Bevölkerung und verstärkt die Armut.

    Aus diesen Blickwinkeln halte ich solche Stätten schon für wichtig, auch wenn ich sie persönlich für meinen Glauben nicht benötige.

  10. #29
    Avatar von x-pat

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    Re: Christ und Buddhist geht das?

    DisainaM: Eine Thai erklärte es mir mal so, Buddhismus ist das Verstehen der Zusammenhänge, Christentum ist eine Religion.

    Buddhismus ist nicht das Verstehen von Zusammenhängen; dies ist lediglich die intellektuelle Komponente. Buddhismus lässt sich sehr einfach definieren. Buddhist ist wer die vier noblen Wahrheiten als gegeben sieht und sein Leben am achtfachen Pfad ausrichtet.

    Wer dies nicht tut ist nicht Buddhist.

    Die vier Wahrheiten und der achtfache Pfad stehen nicht in Konflikt mit dem Christentum. Es gibt jedoch zwei Kernpunkte, die der christlichen Doktrin widersprechen. (1) Buddha verneint einen Schöpfer-Gott. Das Universum ist kausal und selbst-enthalten. (2) Buddha verneint einen Gott, der in die Geschicke der Menschen eingreift.

    Diese zwei Punkte sind kritisch. Buddha verneint jedoch nicht prinzipielle eine Gottheit. Vielmehr ist die Frage der Existenz oder Nicht-Existenz einer Gottheit für den Buddhismus irrelevant.

    die Welt wäre ohne Religion noch viel schlechter dran als wir es heute sind.

    Ich denke, dass uns die Geschichte eher das Gegenteil lehrt. Religion ist einer der Hauptgründe für anhaltende Konflikte.

    Cheers, X-Pat

  11. #30
    Avatar von Mr_Luk

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    Re: Christ und Buddhist geht das?

    Zitat Zitat von x-pat",p="418097
    (1) Buddha verneint einen Schöpfer-Gott. Das Universum ist kausal und selbst-enthalten. (2) Buddha verneint einen Gott, der in die Geschicke der Menschen eingreift.
    Das sind tatsächlich die beiden Schwerpunkte bei denen auch mir grosse Zweifel kommen ob Christentum und Buddhismus kompatibel sind. Auch das Ziel der jeweiligen "Erlösungslehre" Nibbana (Nirvana) versus "Himmel" sind aus einem anderen Stoff gewebt. Wogegen ein Himmel einen Ort beschreibt, an dem es nur gut, bzw. besser ist - beschreibt ein Nirvana eine Auslöschung. Ein Aufenthalt in einem Himmel im Buddhismus (dessen Konzept ebenfalls im Brahmanismus wurzelt) wird nicht als ein endgültiger Zustand und auch nicht als letztes Ziel gesehen.

    Auf der anderen Seite gibt es viele interessanten und auffälligen Parallelen. Das Christentum hat genau wie der Buddhismus, grosse Teile der ursprünglichen Religion übernommen. Das Alte Testament versus die Schriften und das ganze Pantheon des Brahmanismus, besser bekannt als Hinduismus. Die Basis der Reinkarnations- und die Karmalehre stammen übrigens auch beide aus dem Brahmanismus.

    Buddha und Jesus haben beide aus den religiösen Quellen ihrer Ahnen geschöpft. Sie sind schliesslich beide Kinder dieser Religionen gewesen.

    Zitat Zitat von x-pat",p="418097
    Ich denke, dass uns die Geschichte eher das Gegenteil lehrt. Religion ist einer der Hauptgründe für anhaltende Konflikte.
    Die politische "Tauglichkeit" beider Religionen ist trotzdem sehr verschieden(Buddhismus hat auch einen dogmatischen Teil - und kann aus dieser Perspektive sehr wohl als Religionen gesehen und verstanden werden).

    Mit Gott als Schöpfer und personifizierte höchste Macht lässt sich aber viel eher ein abgestuftes hierarchisch-authoritäres politisches System gestalten, als etwa über ein sich selbstschaffendes und erhaltendes Naturgesetz des Buddhismus. Wogegen die Fatalität der Kausalität, die fälschlicherweise mit Buddhismus einhergehen kann, - ebenfalls zu politischen Zielen ausgenutzt werden kann. Die Klassengesellschaften Südostasiens (auf das ursprüngliche Kastensystem des Brahmanismus aufbauend) hätten innerhalb des Buddhismus ja eigentlich nichts zu suchen, - aber der Buddhismus hat es scheinbar doch nicht geschafft selbige abzuschaffen. Im Gegenteil, man hat sich die "Fatalität" von kausalen Zusammenhängen (innnerhalb des feudalen Systems) politisch zunutze gemacht, um eine Klassengesellschaft weiterhin zu legitimieren. "Es ist mein Karma nur ein einfacher Reisbauer, Handwerker oder "ein armer Schlucker" zu sein... deshalb stört es mich nicht, wenn meine "Herren" dafür sorgen, dass die Reichen immer reich-, und die Armen weiterhin arm -bleiben. "Und ich bin nur reich, weil mein Karma es so bestimmt hat, - nicht etwa weil ich ein Gauner und Halsabschneider bin!"

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