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Chevit mai mi Kha - ein Leben ohne Ehre

Erstellt von DisainaM, 19.11.2006, 14:19 Uhr · 57 Antworten · 9.614 Aufrufe

  1. #1
    Avatar von DisainaM

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    Chevit mai mi Kha - ein Leben ohne Ehre

    Ausgehend von einigen Threads können wir ja mal die Frage erörtern, was ein Leben ohne Ehre in Thailand praktisch bedeutet.

    In einer kastenähnlichen Gesellschaft, wie Thailand, wo man versucht, jedem in der Gesellschaft seinen Platz zuzuweisen, dem ihn gebührt, abhängig von seinem Status, seinen vergangenden Lebensentscheidungen, und Schicksalsschlägen, für dessen Konsequenzen er auch verantwortlich ist.

    Fangen wir im Isaan an, wo zuweilen ein beliebtes Spiel manchmal kusiert.
    Ein Mann(Farang/Thai egal) kommt in Kontakt, mit einigen Thais, mit denen er einen feucht fröhlichen Abend verbringt.
    Am nächsten Morgen wacht er nackt neben einer 15 jährigen Thai auf, kurze Zeit später kommt die Polizei, und nimmt ihn fest.
    Im Gefängnis erklärt man ihm, er hätte betrunken ein minderjähriges Mädchen entjungfert.
    Dafür, dass dem Mädchen nun ein Leben ohne Ehre bevor steht, muss er nun eine Haftstrafe von mehreren Jahren absitzen,
    es sei denn, er einigt sich im nachhinein mit den Eltern des Mädchens, und heiratet die 15 Jährige.
    Die Eltern wären dann bereit, den 5exualverkehr mit der Minderjährigen im Nachhinein zu genehmigen.
    Durch die Heirat wäre die Ehre des Mädchens wieder hergestellt, und es liegt keine Straftat mehr vor.

    Passiert häufig im ländlichen Thailand, und ist eher eine Spielvariante, eine Ehe zu stiften.

    Kommt es jedoch für eine entjungferte Thai nicht zu einer Ehe, sondern bekommt sie vielleicht noch ein uneheliches Kind, so erfährt sie oft eine exemplarische Stigmatisierung, um die Konsequenzen ihres Tuns den Anderen vor Augen zu führen.

    Zu dieser Stigmatisierung gehört es, dass sie sehr tief behandelt wird, und sie im täglichen Leben viel Verachtung erfährt.
    Sie wird Sprüche, a la bai jipon, oft über sich ergehen lassen müssen, und wird von Männern auch so behandelt werden.

    Besonders schwer ist die Situation für th. Mädchen, die im Ausland aufgewachsen sind, und sich ihrer neuen Gastheimat soweit angepasst haben, dass sie sich beim Verlust ihrer Jungfräulichkeit im Gastland keine Gedanken über die Konsequenzen in ihrem Heimatland machten.
    Doch oft war es eine kleine Krise, die für einen Ausbildungsabbruch verantwortlich war, wodurch plötzlich eine Visaverlängerung im Gastland versagt wurde.
    Und von einem Schlag auf den Anderen, mußte sich das Mädchen mit der Realität eines weiteren Lebens in Thailand auseinander setzen, wo man für ihr bisheriges Leben im Gastland wenig Verständnis entgegen brachte.

    Nur diejenigen Zwangsheimgekehrten, die auf ein liberales und wohlhabendes Familienumfeld in Thailand zurückgreifen konnten, wurden weich aufgefangen,
    für alle anderen war es eine harte Landung,
    insbesondere die Zuweisung der Umgebung, welchen Stand sie in ihrem weiteren Leben hat.

    Chevit mai mi Kha - ein Leben ohne Ehre

  2.  
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  3. #2
    Monta
    Avatar von Monta

    Re: Chevit mai mi Kha - ein Leben ohne Ehre

    @DisainaM,

    was mir immer mehr auffällt, ist Dein Hang zum überdramatisieren.
    Das was Du beschreibst, mag es sicherlich geben, in Dunkelthailand vielleicht mehr noch als anderswo. Aber bei Dir liest sich das so, als wäre das signifikant gang und gäbe.
    Diese Erfahrung kann ich so nicht teilen.
    Es sei denn eben (relativ) häufiger in sehr tief gelagerten Bevölkerungsschichten (die Bezeichnung Unterschicht gefällt mir nicht so gut, würde es natürlich treffen).
    In solchen Schichtsegmenten ist dann auch schon mal dumpfster Traditionalismus und Fundalismus anzutreffen und da ist eben Hopfen und Malz verloren.

    Ansonsten hat sich die thailändische Bevölkerung schon viel mehr verändert, als Du es für möglich hälst. Zumal der Gott Materialismus schon lange über allem regiert.

    Was mich interessieren würde, wie Dein Erfahrungshintergrund aussieht, wie Du zu diesen Erkenntnissen und Einschätzungen kommst. Dann wäre es vielleicht einfacher, das von Dir beschriebene nachzuvollziehen.
    Offen für neue Erkenntnisse bin ich da immer.

  4. #3
    Avatar von DisainaM

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    Re: Chevit mai mi Kha - ein Leben ohne Ehre

    Der geschilderte Vorgang im Issaan ist eine, im ganzen Land bekannte Praxis, und wird in den Medien oft thematisiert, weil es fürs ganze Land interessant ist.

    Gewarnt wird durch anschauliche Beispiele, davor, sich mit falschen Bekannten zum trinken zu begeben,


    anschließend durch ko Tropfen von einer Frau abgeschleppt zu werden,


    am nächsten Morgen unwissend durch die Eltern des Mädchens geweckt zu werden, die gleich die Polizei mitbringt,


    ab ins Gefängnis,

    und später durch den Hochzeitsdeal wieder freizukommen.


    Ist wirklich für Thailand nichts unbekanntes

  5. #4
    Avatar von mipooh

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    Re: Chevit mai mi Kha - ein Leben ohne Ehre

    Die Tochter unserer Nachbarn ist 16 und hat ein Baby. Kein Problem. Im Dorf ist eine 12-jährige schwanger, kein Problem.
    Die 12-jährige Tochter der Nachbarin macht gern mit Jungs rum und es ist nur eine Frage der Zeit... Probleme, Streit, ja hier und da ein wenig. Aber dann doch einfach Alltag.

    Das mit der Ehre muss wohl für völlig andere Gesellschaftsschichten gelten. Hier wird jedenfalls oft kalt gegessen, auch wenn heiss gekocht wurde...

  6. #5
    Monta
    Avatar von Monta

    Re: Chevit mai mi Kha - ein Leben ohne Ehre

    ...und wenn Du die "Thai Rat" regelmäßig liest,
    wirst Du mitbekommen, daß alle Thais, die nach Europa kommen, von ihren Farang-Ehemänner zur Prostitution gezwungen werden.

    Ging ja noch um ein paar Sachen mehr, die Du beschrieben hast.
    Was ist denn mit Deinem Erfahrungshintergrund?
    Bleibt natürlich Dir überlassen. Geheimnis?

  7. #6
    Avatar von DisainaM

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    Re: Chevit mai mi Kha - ein Leben ohne Ehre

    Die Gesellschaft hat sich durch den Materialismus nur bedingt verändert.

    Nicht alle, die das Geld haben, Skytrain zu fahren, tun es auch ...

    Jeder lebt am Ende an dem Ort, wo es passt, und er am wenigsten Stress erfährt.

  8. #7
    Avatar von Dieter1

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    Re: Chevit mai mi Kha - ein Leben ohne Ehre

    Monta gib auf, Disaina lebt in einer Welt, die ausser ihm niemand kennt .

  9. #8
    Avatar von DisainaM

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    Re: Chevit mai mi Kha - ein Leben ohne Ehre

    Gesichtsverlust in Thailand hat viele Formen,
    und ein Leben danach auch.

    Der Gesichtskult ist ein Grundbestandteil in der th. Kultur,
    egal ob auf dem Land, oder in den Vorstandsetagen.

    Bei einem Leben nach einem totalen Gesichtsverlust,
    um das es hier geht, wird an den Betroffenden ein Exempel statuiert, was keiner leugnen kann.

    Ein Thailand, ohne Folgen bei einem Gesichtsverlust, ist mir wirklich nicht bekannt.

  10. #9
    Avatar von mipooh

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    Re: Chevit mai mi Kha - ein Leben ohne Ehre

    D hat auch seinen Gesichtsverlust, nur dass der eben gesellschaftlicher Status heisst.
    Schau mal den Gesichtsverlust eines Menschen an, der plötzlich von Hartz4 leben muss. Er wird schnell in den Augen der anderen zum Versager, Drückeberger, Sozialschmarotzer.
    Ähnlich naiv... und samesame but different...

  11. #10
    Avatar von Samuianer

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    Re: Chevit mai mi Kha - ein Leben ohne Ehre

    Diogenes war demzufolge ein Penner, HartzIV Empfaenger, Asozialer, Gesichts-und ehrloser.

    Aach wat..... wen's bekuemmert oder wer sich drum schert...was Andere so von ihm reden oder halten.

    Die Fotos aus den Fernsehsoaps, von DisainaM gefallen mir, entsprechen aber mit einiger Sicherheit dem thailaendischen Unterhaltungsanspruch siehe schon erwaehnte Thai Rath....

    Urban Legends, wie die Story mit der schoenen Frau, Hotel Zimmer, K.O.Tropfen und der Badewanne mit Eiswasser, dem Telefon, der Telefonummer die an den Fliesen Klebt und es fehlt eine Niere.... ...

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