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Burma

Erstellt von stefan, 05.06.2002, 19:30 Uhr · 22 Antworten · 1.911 Aufrufe

  1. #11
    Avatar von MichaelNoi

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    Re: Burma

    Ich habe mich mit Burma bisher kaum beschäftigt ( muß erst mal meine Wissenslücken zu Thailand schließen ), daher meine Frage:
    Ist es angesichts des Regimes in Burma nicht sehr gefährlich dorthin zu reisen...und dann auch noch als Individualtourist ?
    Wenn ich daran denke, was ich damals für ein flaues Gefühl im Magen hatte , als ich die DDR besuchte

  2.  
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  3. #12
    Avatar von DisainaM

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    Re: Burma

    ... die Weltöffentlichkeit ihnen auf die Finger sieht

    Leider sehen wir zur Zeit folgende Entwicklung :

    Aufgrund der Globalisierung wird der Einfluß von fremden Kulturen im eigenen Land immer stärker, das dadurch, wenn das Fass am überlaufen ist, zunächst eine kulturelle Identitätskrise auftritt, und anschließend die Suche und Besinnung auf die eigenen kulturellen Wurzeln beginnt.
    Bei dieser Suche tritt eine eigene Form des National-Gefühls auf, welche von Nationalen Parteien gepflegt wird, die sich verstärkt von den Fremdeinflüssen abgrenzen wollen.

    Fragen wir uns, was Thaksin, als Vertreter der nationalen thailändischen Strömung,
    mit europäischen Vertretern, wie z.B. der ermordete niederländische Rechtsnationale Politiker van Tyen, oder mit den dänischen nationalen Strömungen gemein haben.

    In allen Fällen sind die Politiker ein Ventil, da sie die Überforderung des Landes ausdrücken, die mit den Fremdeinflüssen nicht mehr klar kommen.
    Es ist daher notwendig, zunächst, wie bei einem Modem, die Datenübertragungsrate festzustellen, wieviel eine Bevölkerung eines Landes verkraften kann, bevor das Nationalgefühl kippt.

    Für Thailand ist es vielleicht die Frage,
    wieviele Touristen kann das Land verkraften,
    oder wieviele Fremdeinflüsse von ausländischen Konzernen
    (in Form von Plakatwerbung usw.) ist möglich, bis die Stimmung kippt,
    und das Land sein lächeln verliert.
    In Dänemark ist der neue Nationalismus entstanden, weil ein manchen Gegenden das Mischungsverhältnis zwischen 'Neuzugängen' und 'Alteingesessenen' aus seiner unsichtbaren balance gekommen waren, und die Stimmung kippte.

    Wenn erstmal soeine neue nationale Führung das Ruder übernommen hat, ist das oft ein Selbstläufer.

    Wer will schon der normalen deutschen Bevölkerung erklären, das jene 'alten deutschen Firmen' nicht mehr 'deutsch' sind, sondern als 'Global-Player' schon längst ihre tatsächlichen Eigentumsstrukturen mittels Aktienverteilung verschlüsselt haben.
    Kaum einer kann heute sicher sagen, wem, was, wen gehört.

    Als sich Burma nach der englischen Kolonialzeit von den 'Fremdeinflüssen' reinigen wollte, begann ebenfalls eine sehr lange nationale Regierungsführung, die ja bis heute anhält.

  4. #13
    Avatar von sunnyboy

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    Re: Burma

    Was ich bei der Thematik Burma interessant finde ist das die ganze Problematik in unseren Medien totgeschwiegen wird (bis auf gelegentliche Reiseberichte). Selbst über die einzelnen Krisenherde in Afrika (die sich kein Mensch merken kann) wird berichtet, aber Burma?
    Warum ist das wohl so?
    Gruß Sunnyboy

  5. #14
    xenusion
    Avatar von xenusion

    Re: Burma

    @sunnyboy

    von Totschweigen kann m.E. keine Rede sein (das setzt bewusstes Tun voraus). Es ist eher so: je kleiner, weiter entfernt, unbedeutender (aus eurozentristischer Sicht) ein Land ist, je schwieriger es für Korrespondenten zu bereisen und je dünner seine Einbindung in internationale Nachrichtensysteme ist, desto seltener taucht es aus der täglichen Informationsflut auf.

    In den Medien entsteht eine Entmischung des Informationsangebotes: seriöse, unaufgeregte, vor Ort gut recherchierte Beiträge findest Du nur noch im DLF, ARTE, in den 3.Programmen oder Printmedien mit geringer Auflagenhöhe. Diese Sender haben Einschaltquoten unter 3%, wenn sie eines Tages nicht mehr aus bildungspolitischen Erwägungen künstlich am Leben gehalten werden, sondern den Regulatorien des Nachrichtenmarktes überlassen werden,...dann werden die Beiträge von National Geographics das Ende der Fahnenstange sein.

    Es deutet sich heute schon an, das wir in eine selbstgewählte Informations-Apartheit geraten werden. Wer zahlen kann und bereit ist zu zahlen, wird mit hochwertigen Nachrichten versorgt werden, für der Rest gibt es jetzt schon entsprechende Massenprodukte.
    Ich hoffe, dass diese Tendenz durch gute frei zugängliche Informationen im Internet gemildert wird. Wenn man sie denn herausfinden kann und in einem Land mit moderner "Telekommunikationsinfrastruktur" lebt.

    Über Myanmar kam vor etwa einem halben Jahr eine sehr gute Reportage im DLF.

    Gruss
    Xenu

  6. #15
    Avatar von sunnyboy

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    Re: Burma

    @Xenu, schwer zu bereisen, es werden Berichte über Nordkorea, Afghanistan und über mittelasiatische Republiken gemacht, bei denen diese Problematik eher gegeben ist.
    Meine Hypothese für die mangelnde Berichterstattung (vor Jahren war es besser, da kamen im Auslandsjournal öfters kritische Berichte über Burma)wäre die fehlende europäische Minderheit und das fehlende, wirtschaftliche Interesse der Großmächte. Wie sieht eigentlich das Engagement der Chinesen mittlerweile in Burma aus?
    Gruß Sunnyboy

  7. #16
    Avatar von DisainaM

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    Re: Burma

    Seit 1997/98 produziert das Studio Singapur des ZDF kaum noch Berichte.
    Früher wurden von denen fast alle 3 Monate ein interessanter Bericht verfasst, doch die Zeiten sind vorbei.

    Anstatt mögliches Fernweh zu wecken, sollen die Deutschen gefälligst an der Nord + Ostsee für 10 Euro eine Bockwurst erstehen, und ihre Kröten der heimischen Wirtschaft zollen.
    Nicht nur die Plakate der TUI sind kleiner geworden.


    Zum Thema Burma + China;

    beide Länder haben einen begrenzten Wirtschaftsaustausch.
    Burmas Hauptschlager für viele ist ihr Tropenholz.
    Wenn mal wieder ein Bergstamm in den seit 1962 besetzten Shaan Staaten vertrieben wurde, wird sogleich das Abholzgeschäft in der geleerten Region angekurbelt.

  8. #17
    ReneThai
    Avatar von ReneThai

    Re: Burma

    Es wundert mich eigentlich dass noch niemand folgenden Punkt angeschnitten hat:

    Da war mal ein Krieg vor etwa 400 Jahren. Du wurde Thailand von Burma vernichtend geschlagen. Siehe Ayutthaya.

    Meine Frau würde niemals nach Burma gehen. Sie hasst alles was mit disem Wort zusammenhängt. Ich kriege das nicht aus Ihr raus. Auch meine Einwände dass das alles 400 Jahre her ist lässt sie nicht gelten.

    Ist sie ein Einzelfall oder hat jemand anderer ähndliche Erfahrungen mit thailändischen Personen gemacht ?

    Gruss

    ReneThai

  9. #18
    Avatar von MadMac

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    Re: Burma

    Zum Thema Burma faellt mir nur ein, dass ich mal vor Jahren einen Bericht gesehen habe, in dem die ganze Welt Burma verurteilt hatte und zeitgelich Siemens dort ein neues Riesenkraftwerk gebaut hat. Sowas passt halt nicht in die Medien. Dank den neuen "Global Playern"...aber Siemens war schon immer genauso skrupellos wie alle anderen auch....

    Gruss,
    Mac

  10. #19
    KLAUS
    Avatar von KLAUS

    Re: Burma

    Hi all,
    meine Frau rief mich vor kurzem aus Thaton an,
    sie wolle heute ja in unser Grenzdorf an der burmesischen Grenze fahren,
    um zu sehen, was die Kinder dort benoetigen...
    ...leider ist sie, wie wir befuerchtet haben, nicht ran gekommen, dass Militaer hat die Grenzregion abgesperrt, was ja auch so gesehen verstaendlich ist, wenn man den Konflikt dort beruecksichtigt, wir hatten gehofft, dass das trotzdem geht, weil die meissten und groesseren Auseinandersetzungen weiter westlich passieren.
    Nun sind wiedermal, wie immer ,
    die kinder die leidtragenden, wenn es um Drogen, Macht und Geld geht.
    So bleibt zu hoffen, dass sich die lage wieder schnell normalisiert,
    damit wir hoch koennen.
    Bei der gelegenehit zum Thema Thaimeinung ueber Burma...
    ...sicher ist, dass schon in der Schule eine "geschichtliche" Feindschaft gegenueber Burma aufgebaut wird,
    wie also sollen Thai,s anders denken(ueberwiegend) wenn sie das Feindbild schon als Kind vermittelt bekommen und sicvh das in der presse der aktuellen Berichterstattung fortsetzt??
    Nun muss/sollte man das sicher nicht ueberbewerten, denn auf der anderen seite ist es so, dass selbst die politik darauf bedacht ist, ein gutes Verhaeltnis zur jetztigen Militaerjunta zu halten.
    Das wiederum sollte man unter dem Aspekt der asiatischen traditionen im Umgang miteinander sehen und versuchen zu begreiffen.
    Es ist auch im Volke zumindest eine Frage der Bildung und der oertlichen Entfernung.
    Meine Frau hat die Geschichte, besonders auch die Zeit der burmesischen -thailaendischen Kriege ueber die Jahrhunderte
    fuer ihren beruf lernen muessen, da bekommt man sicher ein differenziertes Geschichtsbild und trotzdem ,
    auch meine Frau mag die Burmesen nicht, aber von Feindschaft im direkten Sinne zu reden, damit waere sie dann auch nicht einverstanden.
    Auf der anderen Seite arbeiten ja Tausende aus Buma legal und illegal in Thailand, es besteht also auch hier ein direkter kontakt in einigen gesellschaftlichen Bereichen.
    Dass die Arbeitskraefte hier in TH ausgebeutet werden durch Mehrarbeit, schlechte Versorgung und Minderlohn, das hat eher nichts mit der burmesisch/thai;aendischen vergangenheit zu tun, sondern eher mit den "Gesetzen" der gegenwart....
    was mich derzeit besorgt ist die Tatsache, dass Angehoerige der Thaiarnee in "unserem" Dorf Aufenthalt haben, gleichzeitig aber
    davon gesprochen wird, dass es dort Drogenhandel geben soll, wie passt das zusammen??!!
    Nun, hoffen wir, dass alles gut wird,
    bald,
    wuenscht sich
    Klaus

  11. #20
    Avatar von Jinjok

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    05.07.2001
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    Re: Burma

    ReneThai
    Regelrechten Haß konnte ich nicht finden. Die Siege und Niederlagen zwischen Ayuttaya und Burma wogten ja alle paar Jahrzenhte hin und her bis dann Ayutthaya gänzlich zerstört wurde. Dabei beklagten die Siamesen besonders die grausammen Besatzungspraktiken und der Frevel an den buddhistischen Kultstätten und -gegenständen. Letzteres nimmt man ihnen noch heute besonders übel. Ich habe für den Status Quo aber dennoch keinen Haß feststellen können, wohl aber eine gewisse Genugtuung über die Entwicklung beider Länder seit der grausammen Auslöschung des Reiches von Ayutthayas durch die Burmesen. Exemplarisch dafür sind auch die ca. 1.000.000 illegal eingewanderten Burmesen, die fast ausschließlich als schlechtbezahlte Hilfarbeiter im Lande sind. (Diese Zahl wurde gestern in den TGN/TV5 Hauptnachrichten genant) Man sieht darin wohl die späte Gerechtigkeit für die begangenen Untaten früherer Jahrhunderte.
    Viele Grüße
    Jinjok

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