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Burma

Erstellt von stefan, 05.06.2002, 19:30 Uhr · 22 Antworten · 1.915 Aufrufe

  1. #1
    stefan
    Avatar von stefan

    Burma

    Ich habe gerade von die Nachricht von diesen widerlichen Überfall, an der burmesischen Grenze gelesen. Sicherlich ist dies die Tat von ideologisch fehlgeleiteten Kriminellen und es gibt sicherlich sehr wenig Burmesen die diese Tat für Gut heissen.

    Meine Freundin und ich haben vor, im Dezember 3-4 Wochen in Burma zu verbringen, und auch jetzt, als sie diese schrecklichen Bilder gesehen hat, möchte sie mit mir nach Burma reisen, und ist der festen Überzeugung, daß dies auch woanders hätte passieren können (vorallem in moslemischen Staaten).
    Mich interresiert, ob jemand von euch schon einmal mit einer Thai (oder einem Thailänder) in Burma war und wie die Burmesen auf Thai`s reagieren.

  2.  
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  3. #2
    Avatar von seven

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    Re: Burma

    Ich denke nicht, dass die Auseinandersetzungen an der Grenze irgendeine Auswirkung auf die Sicherheit von Thais in Burma hat.
    Das Grenzgebiet ist ja deswegen so unsicher, da dort diverse Milizen regieren und nicht die Armee von Burma. Drogenschmuggler und sonstiges Gesindel nutzen die Grenze und machen sie deshalb so unsicher.

    Ich war noch nicht in Burma, alles was ich aber darüber gehört habe war, dass die Menschen dort sehr freundlich und aufgeschlossen sind, jedenfalls solange die Staatsmacht nicht in der Nähe ist. Man darf nicht vergessen, dass man in eine Diktatur fährt, die politisch Andersdenkende in Zwangsarbeiterlager steckt.

  4. #3
    Avatar von Mang-gon-Jai

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    Re: Burma

    Noch einmal zur Frage von stefan:

    Mich interresiert, ob jemand von euch schon einmal mit einer Thai (oder einem Thailänder) in Burma war und wie die Burmesen auf Thai`s reagieren.
    Dieses interessiert mich auch, da ich beabsichtige zusammen mit Jindi nach Burma zu fliegen. Für einen Farang ist das sicher kein Problem, aber wie wird eine Thai dort aufgenommen?
    Weiß das jemand?


    Gruß

    Mang-gon Jai

  5. #4
    Avatar von DisainaM

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    Re: Burma

    Grundsätzlich ist es für Thais genauso, als wenn sie nach Laos oder Yunan fahren.
    Die Bevölkerung weiß, das sie es mit wohlhabenden buddhistischen Nachbarn zutun haben.

    Eine besondere Rolle spielt es, wenn die Thai mit einem Farang zusammen dorthin fährt.

    Burma hatte während der britischen Kolonialzeit aufgrund vieler schönen Burmesinnen eine Menge 'multikulturelle Ehen', und noch mehr Kinder gesehen.
    Die Engländer pflegten ihren Rassismus, und behandelte diese Kinder als 'veredelte Burmesen', welche besondere Arbeiten in der Verwaltung übernehmen durften, und damit über die Burmesen gestellt wurden.
    Nach dem Abzug der Engländer schlug jedoch das Blatt um, denn von nun an wurden sämtliche Abkömmlinge von gemischten Ehen nur noch in die niedrigsten Arbeiten gepresst, und sehr schlecht behandelt.
    Aus dieser Einstellung, und aus dem Umstand, das Burma in den letzten 20 Jahren vom Massentourismus noch weitgehend verschont geblieben ist, resultiert der Umstand, das sich gewisse althergebrachte Denkstrukturen in der Bevölkerung noch nicht völlig überholt haben.

    Im Grunde läßt sich das Thema, Urlaub mit seiner Thai/freundin/frau außerhalb Thailands ja dahingehend verallgemeinern, das überall dort, wo die einheimische Bevölkerung selber noch ein gewisses 'Rassentrennungsdenken' in ihrer Kultur pflegt,
    der Urlaub nicht die Freude bringt, als wenn man sich an einem Ort aufhält, wo es für die Bevölkerung völlig einerlei ist, welche Farben und Menschen da nun zusammen sind.


    P.S.
    Es gab vor ca. 3-4 Jahren mal auf Phönix einen Bericht von burmesischen Mischlingskindern, die nach der Machtübergabe nach England gezogen waren, dort aufgewachsen sind, und schließlich in den 90 Jahren zum ersten Mal nach Burma zurückkehrten.
    Wer diesen Berichtgesehen hat, kann sich vorstellen, in welchen Bahnen die Bevölkerung heute noch denkt.

    Letzte Änderung: DisainaM am 06.06.02, 13:42

  6. #5
    Avatar von seven

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    1.676

    Re: Burma

    Anscheinend geht es im Grenzgebiet derzeit ganz schön ab.



    Dutzende Tote bei Gefechten mit Aufständischen in Birma
    Bangkok (dpa) - Heftige Gefechte zwischen birmanischen Regierungstruppen und Aufständischen haben in den vergangenen Tagen bis zu 70 Tote gefordert. Im Grenzgebiet zu Thailand bringe Birmas Armee schwere Artillerie in Stellung, um Rebellen unter Beschuss zu nehmen, hieß es aus thailändischen Militärkreisen. Die Kämpfe weiteten sich den Angaben zufolge heute durch einen Granatenbeschuss auf thailändisches Territorium aus. Dabei sei aber niemand verletzt worden.
    07.06.2002 13:53 MEZ

  7. #6
    xenusion
    Avatar von xenusion

    Re: Burma

    Es gab in den 3.Programmen eine sehr einfühlsam gedrehte Serie über Myanmar. Dort wurde die Meinung der Bevölkerung über Thailand sinngemäss wie folgt wiedergegeben:

    Die burmesische Bevölkerung hat eine viel höherwertige Bildung (11 Schuljahre?). Wenn sich das Land wirtschaftlich öffnen sollte, stehen viele billige und qualifizierte Arbeitskräfte zur Verfügung. Wenn sich Myanmar dann dem Tourismus anbietet, bestünde nicht die Gefahr, dass die Bevölkerung so [verhurt] würde wie in Thailand (wie gesagt, sinngemäss).

    Mag sein, dass das Fernsehteam von dem ihm beigestellten staatlichen "Betreuer" gelenkt wurde. Ich habe aber diese Aussagen im Gespräch mit Burmesen bestätigt bekommen. Der kleine schwache Nachbar hebt sein Selbstbewusstsein durch eine straffe Ideologie. Wir Deutschen kennen das ja auch, nicht?

    Es wird von gewissen Tourismusunternehmen die Meinung verbreitet, man könne Myanmar nur organisiert durch ein staatliches Reisebüro mit Zwangsumtausch usw. besuchen. Ich habe aber auch schon von anderer Seite gehört, dass dem nicht so sei. Man müsse jedoch zeitlich flexibel sein.

    Gruss
    Xenu

  8. #7
    Avatar von seven

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    1.676

    Re: Burma

    @Xenu
    Das mit dem Zwangsumtausch ist korrekt. Der soll sogar recht hoch sein. Schon deshalb hätte ich mit einer Reise dorthin meine Probleme, wenn ich einer Diktatur mein Geld gebe.
    Mir wäre aber neu, dass man nur organisiert im Land reisen kann. Nach meiner Kenntnis kann man nicht immer überall hin, muss sich aber nicht einer Gruppe anschließen. Aber das kennt man ja auch aus anderen Ländern, wie z. B. Nepal, wo man für viele Distrikte eine Genehmigung einholen muss.

  9. #8
    KLAUS
    Avatar von KLAUS

    Re: Burma

    Hi Xenu,
    hi @ll,
    ich bin mit Sicherheit kein Burmakenner,
    jedoch durch die Naehe zu Burma ueber Jahre und auch durch Kontakte zu Burmesen hier in Thailand, konnte ich mir da und dort ein "Bild" machen, was Burma betrifft.
    Deshalb moechte ich das Thema mal kurz nutzen um MEINE persoenliche Sicht dazu einzubringen, also sicher nicht absolut zu sehen.
    Wenn Du schreibst:
    "Der kleine schwache Nachbar hebt sein Selbstbewusstsein durch eine straffe Ideologie."
    So moechte ich das anders schreiben:
    Das burmesische Volk in seiner Ganzheit, besonders aber sehr viele ethnische Minderheiten, werden durch eine Militaerjunta auf schlimmste Weise unterdrueckt, ausgebeutet, zur Zwangsarbeit gezwungen, es herrscht Mord und Totschlag.
    Vieles der Greuel wird man wohl, wie immer erst nach dem Ende der Junta erfahren.
    Wenn Burma oder auch Birma, als "Myanmar" bezeichnet, halte ich persoenlich das fuer eine Anerkennung dieser Diktatur!
    Wer Reisen nach Burma unternimmt, foerdert diese Gewaltherrschaft durch Geldmittel, die NIE das Volk erreichen!!
    Zur Schulbildung kann ich im Moment nicht konkretes sagen, da ich mich mit dieser Gesellschaft der Jetztzeit im Detail noch nicht ausreichend beschaeftigt habe.
    Ich weis nur um die Probleme des Volkes aus erster Hand, da bis vor kurzem eine burmesische Studentin, die ihr Bachelor in Chiangmai gemacht hat,
    dass es fuer das Volk eine schlimme Zeit ist und das schon sehr lange, sie selber muss sehr aufpassen, um nicht in die Muehlen der Junta zu geraten.
    Ich weis im Moment nicht,
    ob sie zurueckkommen wird um ihr Masters zu machen oder die Chance hat in die Staaten zu gehen?
    Ich sehe und erlebe die Machenschaften der Junta hier in den Nordprovinzen und da geht es immer vordergruendig un die Gewinne aus der Drogenherstellunf und dem Handel.
    Die gerade derzeit stattfindenden "Rangeleien" an der Thai-burmesischen Grenze sind ein deutliches Zeichen dafuer.
    Da wird bewusst Thailands Armee provoziert,
    da werden Menschenleben , wie wir wissen auch Kinder ausgeloescht um der Macht und des Geldes willen!
    Und das Schlimme ist, die Welt schaut weg, ja koopriert sogar in etlichen Bereichen , auch aus Geldgier,
    mit diesem schlimmen System.
    Meine Frau faehrt uebermorgen wieder in unser Patendorf um zu sehen, was gebraucht wird fuer die Kinder vorallem, es ist Schulbeginn und es fehlt garantiert an Schul/Lernmateriel und anderen wichtigen Dingen, sie wird das im Dorf vor Ort abklaeren und noch in diesem Monat werden wir alles im Rahmen unserer Mittel hochbringen.
    Falls sie durch die thailaendische Militaerabsperrung kommt, wegen der Krisenlage derzeit,
    das Dorf liegt sozusagen eine "Handbreit" von der burmesischen Grenze weg.
    Derzeit haelt sich das Militaer in Thailand aufgrund einer Anweisung des Ministers Chavalith, ungerne zurueck, die Generaele wuerden gerne zuschlagen und Burma zeigen, wo Thailand beginnt und endet...
    Burma legt das als "Schwaeche" aus und macht auf Provokation, wie lange noch, das wird sich noch zeigen muessen.
    Derzeit sind ja die Grenzen bis auf einen Punkt geschlossen,
    thailaendische Arbeiter wurden aus Burma ausgewiesen.
    Letztlich wird sich alles wieder unter dem Aspekt der Wirtschaftlichen Zwaenge regeln, bis zum naechsten Eklat.
    Wann duerfen wir mit Normalitaet rechnen im Norden Thailands, was die
    steten Konflikte angeht??
    Leiden werden die Menschen, besonders die Kinder, auch hier im Norden in den Bergen, wo sie geduldet, aber nicht geliebt sind, wo sie nichteinmal das Noetigste bekommen, nichteinmal das Recht Thai zu sein und das, obwohl die heutige und letzte Generation bereits in der 3. und4. Generation hier lebt und geboren ist!!
    Ich kann nur sagen, wenn Ihr Reisen unternehmt, geht nicht in die von den Thaiprofitueren beschaulich eingerichteten Doerfer der Bergvoelker, besucht die abgelegenen Doerfer, weit weg vom Tourismus und seht selber, wie dort das "Leben" vor sich geht!!
    Und unbestritten,
    Burma,s Militaerdiktatur ist an diesem Zustand entscheidend beteiligt!
    Es gibt sicher noch andere Aspekte, die beachtet werden sollten, vielleicht kennt sich da der eine oder andere besser aus, ich habe es , wie gesagt nur aus meinem Erleben und persoenlicher Erfahrung schildern und ausdruecken koennen.
    Gruss Klaus


    Letzte Änderung: KLAUS am 10.06.02, 15:04

  10. #9
    Avatar von seven

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    1.676

    Re: Burma

    @Klaus
    Deine Erzählungen geben auch das Bild wieder, was ich von Burma habe. Als Tourist bekommt man voll all dem nur nicht soviel mit, da man gar nicht erst in Gebiete gelassen wird, in denen man die massiven Menschrechtsverletzungen sehen kann. Offen reden wird dort auch kaum jemand. Sicher ist dies ein wunderschönes und noch sehr ursprüngliches Land, für jeden Traveller ein Traum. Aber mir ist eben nicht egal, wo meine Geld hingeht und was damit passiert. Erst recht nicht, wenn der Zwangsumtausch so hoch ist wie in Burma.

  11. #10
    xenusion
    Avatar von xenusion

    Re: Burma

    Hallo Klaus & Seven,

    um einem Missverständnis vorzubeugen: ich befürwortr mitnichten den Massentourismus (wenngleich er auch für mich akzeptable Flugpreise ermöglicht). Dass der Zwangsumtausch und zwangsweise Organisation einer Reise durch eine staatliche Agentur nicht dem Mann auf der Strasse zukommt, evtl. sogar in die Aufrüstung fliesst, ist unbestritten.

    Deshalb plädiere ich gerade dafür, wenn möglich privat einzureisen. Von vielen Menschenrechtsgruppen wird ein Boykott des Landes angestrengt. Diese sind es auch, die den von den englischen Kolonialisten geprägten Namen "Burma" statt des historischen "Myanmar" weiterhin anwenden (welch eine Anmassung, eine Anmerkung dazu im PS). Ich halte es gerade für gefährlich, hinwegzusehen, das Land von der internationalen Entwicklung abzukoppeln und das Volk der Willkür der Junta zu überlassen. Im Gegenteil, wir sollte hinfahren, schauen, hören, weitererzählen. Wohin Informationssperre und Ignoranz führen kann, zeigt die jüngste Geschichte Cambodias unter den Roten Khmer. So etwas sollte im 3.Jahrtausend nie wieder möglich sein! Die Unrechtsregimes sollen wissen, dass die Weltöffentlichkeit ihnen auf die Finger sieht, das rettet Menschenleben.

    Der Pauschaltourist schert sich niemals um die gesellschaftlichen Verhältnisse in seinem Urlaubsland. Welcher "Thailandkenner" hier im Forum weiss auch nur näherungsweisse Bescheid über die Schweinereien, die das Militärregime in Thailand in den Siebzigern unter Bangkoker Studenten und "Kommunisten" angerichtet hat? Was man nicht sehen will und nicht beim Namen nennt, kann jederzeit wieder geschehen. Der Mensch hat sich vor viertausend Jahren zum letzten Mal geändert.

    Gruss
    Xenu

    [hr:c13fb270cd]
    PS: In kolonialer Überheblichkeit wurden viele geografische und historische Begriffe der besetzten Länder einfach an die begrenzten Möglichkeiten der hegemonistischen Zunge angepasst. In einem schwedischen Roman über die Sechziger fand ich kürzliches folgende Betrachtung:
    ...Das Singen wurde als unmännlich angesehen, zumindest ... wenn es im nüchternen Zustand geschah, und dann noch auf Englisch, dieser Sprache mit viel zu wenig Kauwiderstand für die groben finnischen Mäuler, so nuschelig, dass nur Mädchen darin gute Noten bekommen konnten, dieses schneckenhafte Rotwelsch, lallend und feucht, erfunden von schlammtretenden Küstenbewohnern, die nie kämpfen brauchten, nie gehungert oder gefroren haben, eine Sprache für Faulenzer, Grasfresser, Kissenfurzer, so kraftlos, dass die Zunge wie eine abgeschnittene ....... im Munde herumschlapperte.
    (M.Niemi: Popmusik aus Vittula)

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