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Buddhismus und das toeten von Lebewesen

Erstellt von Sioux, 15.10.2006, 09:01 Uhr · 137 Antworten · 15.141 Aufrufe

  1. #91
    Avatar von mipooh

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    Re: Buddhismus und das toeten von Lebewesen

    Unter "Verantwortung" verstehe ich, sich eben nicht nur über sich selbst Gedanken zu machen
    So wie ich Verantwortung hier verstehe, ist mein eigenes Handeln gefragt, da es aufgrund von Ursache und Wirkung auf mich zurückwirken muss.
    Davon kann mich niemand mit einem "Zauberspruch" entbinden.

    Eine Sache, die vor allem in unserer eigenen Religion völlig verkannt wurde. Eine Vergebung (so nennt man diesen Zauberspruch wohl christlich) macht nur dann Sinn, wenn es eine Änderung im Handeln gibt (deshalb hiess es auch oft, tue sowas nun nicht mehr), sie kann nur Vorschuß sein, soll befreien um dann in Freiheit wieder der eigenen Natur folgen zu können und nicht den "sündigen Ideen" (den trennenden Ideen).

    Ich kann nicht allein glücklich sein und gleichzeitig andere unglücklich machen. Denn wenn ich dies tue, werden sie sich gequält fühlen und dem irgendwie Ausdruck verschaffen müssen, zB indem sie mich töten. Egoismus ist somit der beste Weg sich selbst zu schaden.

    Eine Religion wendet sich ja ursprünglich an den Einzelnen, indem er für sich grundlegende Dinge klärt. Und der ist dann derjenige der sein eigenes Handeln in verantwortungsvolles Handeln verändern kann. Nur so herum macht es Sinn, da dieser Mensch bewusst handeln wird und nicht aufgrund irgendwelcher Glaubenssätze die er vielleicht in ihrer Tiefe gar nicht versteht.

    Dass dies letztlich allen zugute kommt, ist eine Folge im Sinne einer durchaus erwünschten Nebenwirkung. Niemand wird "gut" nur weil er keine Tiere tötet. Er kann dabei so fanatisch werden, dass er Menschen hasst, vielleicht tötet, es ist noch nichts wirklich gewonnen. Wird aber jemand gut, weil er die Erfahrung macht, sich damit gut zu fühlen, hat auch sein Mitgefühl (eine ganz natürliche Sache für einen fühlenden Menschen, nichts aufgesetztes) eine Chance auf Entwicklung. Ist zu erwarten, dass dieser Mensch eines Tages darauf verzichten wird, eine andere Kreatur für ein bischen Bratpfannengeschmack leiden zu lassen. Er wird das entscheiden, wenn er soweit ist.

    Wird es ihm aufgesetzt, fehlt die Erkenntnis der Verbundenheit allen Seins, dann mag es sein, dass er kein Fleisch isst, aber er weiss nicht wirklich warum er dies nicht tut. Er bleibt ein Holzkopf...

    Wir sind als Individuen Mittelpunkt unserer Welt, jeder von seinem Standpunkt aus und für seine Lebenszeit (nicht eine Sekunde länger). Das lässt sich gar nicht vermeiden, unsere Ich-Funktion ist ein ganz wichtiger Teil von uns. Ohne sie gäbe es keinerlei Orientierung. Die Ich-Funktion (ich nenne es Funktion, weil es ja kein dauerhaftes Ich wirklich gibt, es ist eine unrealistische Wunschvorstellung) läßt es zu, dass wir uns in Bezug auf anderes erleben und so etwas wie Verantwortung (eine Vorstellung der Auswirkungen eigenen Handelns auf andere) überhaupt entwickeln können.

    Die Frage der Zeitlosigkeit des eigenen Wesens (eben noch eine reine Wunschvorstellung) wird bis dahin noch gar nicht berührt. Im Ich ist dieser Punkt jedenfalls nicht zu finden... Insoweit stimme ich mit den Weisen überein, dass erst durch eine Wahrnehmung, die nicht mehr rein ichbezogen ist, eine Wirklichkeit erlebt wird, in der die Grenzen gefallen sind. An der Stelle fügt sich das Puzzle zusammen, die Pradoxe sind aufgehoben und es ist egal, ob ich Gutes tue, weil es mir nützt oder weil es anderen nützt. Es kommt auf dasselbe hinaus.

    Die Einübung dieser nicht ichbezogenen Wahrnehmung erfolgt zB im Buddhismus über das was Meditation genannt wird (im Christentum nennt man das Gebet, meint aber nicht wirklich dieses Geplappere von Gedichten). Funktioniert sehr gut, wird aber von wenigen Menschen in ihrem Wert richtig eingeschätzt. Lässt sich ja auch schlecht in Geldscheine tauschen...

  2.  
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  3. #92
    Avatar von tira

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    Re: Buddhismus und das toeten von Lebewesen

    Zitat Zitat von mipooh",p="414604
    ...ist mein eigenes Handeln gefragt, da es aufgrund von Ursache und Wirkung auf mich zurückwirken muss....in unserer eigenen Religion völlig verkannt wurde. Eine Vergebung ...
    tach mipooh,

    iss so net der fall, umkehr heisst das zauberwort der christen, die jeder selbst
    jederzeit an jedem ort leben kann. vergebung hingegen iss in den kontext heutzutage m.e.
    schon bald zweitrangig anzusehen, bekommt doch ein jeder, der gute hirte sorgt sich
    um jedes verirrte schaf odder so

    gruss

  4. #93
    Avatar von mipooh

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    Re: Buddhismus und das toeten von Lebewesen

    iss so net der fall, umkehr heisst das zauberwort der christen, die jeder selbst
    jederzeit an jedem ort leben kann
    Wäre ja auch schrecklich, wenn es nicht wenigstens ein paar gäbe, die verstanden haben...
    Umkehr ist ja nicht verkehrt. Da wo es Sinn macht, wo man selbst die Notwendigkeit einer Korrektur erkennt und zwar auf ein gutes Ziel hin, mit dem man sich identifizieren mag.
    Darum ging es mir nur.

  5. #94
    buoi
    Avatar von buoi

    Re: Buddhismus und das toeten von Lebewesen

    Wenn man Fleich künstlich herrstellen will, ginge dies wohl nur über eine Art von Genmanipualtion. Fleisch ist doch auch nach dem Schlachten des Tieres noch ein natürliches Produkt mit Zellen die mal gelebt haben, und Teil eine Organismus waren.
    Ich bezeichne nicht das Töten von Tieren als Machtausübung gegenüber schwächeren Lebewesen, sondern der Umgang mit den Tieren bevor man sie schlachtet. Dies ist der eigentliche Scandal. Und da meine ich nicht nur Tiere die man haltet um sie eines Tages zu schlachten, sondern auch Tiere die man einfach so haltet um den eigenen Spass dabei zu haben, zum Beispiel das Einsperren und dressieren von Haustieren.

    Wer Fleisch isst tötet, das ist klar. Mit dem muss man sich abfinden, oder dann auf Fleisch verzichten. Ich habe grossen respekt von allen Vegetarieren, die auf Fleisch verzichten, weil sie nicht wollen das Tiere wegen ihnen Leiden müssen. Aber wer einfach nur wegschaut, will doch nur sich selbst schützen, für das Tier mach es doch kein Unterschied von wem es geschlachtet wird.

    buoi

  6. #95
    Avatar von tira

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    Re: Buddhismus und das toeten von Lebewesen

    Zitat Zitat von buoi",p="414625
    ...Ich bezeichne nicht das Töten von Tieren als Machtausübung gegenüber schwächeren Lebewesen,
    sondern der Umgang mit den Tieren bevor man sie schlachtet. Dies ist der eigentliche Scandal.....
    jo buoi,

    in der konsequenz heisst das doch, die menschliche evolution iss ein skandal ;-D

    gruss :P

  7. #96
    buoi
    Avatar von buoi

    Re: Buddhismus und das toeten von Lebewesen

    Zitat Zitat von tira",p="414629
    in der konsequenz heisst das doch, die menschliche evolution iss ein skandal
    Verstehe nun nicht recht wo der Zusammenhang sein soll. Massentierproduktion, ist doch eine unnötige Entwicklung der jüngsten Menschheitsgeschichte.

    buoi

  8. #97
    Avatar von mipooh

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    Re: Buddhismus und das toeten von Lebewesen

    in der konsequenz heisst das doch, die menschliche evolution iss ein skandal
    In einem anderen Forum steht in meiner Signatur, dass es keine Zivilisationskrankheiten gibt, sondern nur Symptome der Krankheit Zivilisation...
    Entspricht dem etwa... würde mal sagen, ja. Die menschliche Evolution wie sie sich derzeit darstellt ist ein Skandal.

  9. #98
    Avatar von kcwknarf

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    Re: Buddhismus und das toeten von Lebewesen

    mipooh, deine Ausführung fand ich diesmal richtig gut, verständlich und stimme dem ja auch aus religiöser Sicht zu.

    Das Problem ist wohl, dass wir religiöse und weltliche Vorstellungen unterscheiden müssen.

    Denn rein weltlich gibt es ein Problem:
    Im Prinzip soll ja jeder für sich selber erkennen, was einen selber gut tut und dadurch wird im optimalen Falle auch anderen Gutes angetan.
    Doch der Weg zu der Erkenntnis kann eben für die Beteiligten recht schmerzhaft sein. Um zu erkennen, dass es mir nicht gut tut, z.B. jemanden zu verletzen, muss ich es ja erstmal getan haben.
    Und zweites Problem: nicht alle Menschen sind zur gleichen Zeit geboren und gelangen dann gleichzeitig zu dieser Erkenntnis. Es kommen immer wieder junge Leute nach, die dann auch ggf. erst wieder Leid ausüben müssen.
    D.h. die Welt kann niemals "gut" werden, was ich als Mensch natürlich anstrebe.

    Aus religiöser Sicht ist eine "gute" Erde eher nicht das Ziel. Denn das Leben als Individuum soll ja eine Herausforderung darstellen, um irgendwann ins Nirvana, in den Himmel oder je nach Glauben an ein anderes Wunschziel zu gelangen.

    Mit folgendem Satz stimme ich aber trotzdem nicht überein:

    Wird es ihm aufgesetzt, fehlt die Erkenntnis der Verbundenheit allen Seins, dann mag es sein, dass er kein Fleisch isst, aber er weiss nicht wirklich warum er dies nicht tut. Er bleibt ein Holzkopf...
    Mmh.. also ich habe in meinem Leben noch keinen Menschen getötet. 1. weil, es verboten ist (soweit ja mit deiner meinung konform), aber 2. weil ich es aus meiner inneren Erkenntnis her für falsch halte. Bin ich deshalb ein Holzkopf?

    Wenn man Fleich künstlich herrstellen will, ginge dies wohl nur über eine Art von Genmanipualtion.
    Nein. Es kommt drauf an, auf was der Fleischesser wert legt. Wenn es nur um den Geschmack geht, reichen künstliche Aromastoffe vollkommen aus. Fleisch lässt sich heute ansonsten schon aus anderen Stoffen nachbilden (bekommt man in jedem Ökoshop). Das ist natürlich kein Fleisch im eigentlichen Sinne. Es sieht nur täuschend echt aus wie z.B. eine Wurst und schmeckt eben auch fast so. Aber eben nur "fast", so dass richtige Fleischgenießer den Unterschied wohl noch erkennen werden.
    Und hier spielt es auch keine religiöse Rolle, da es ja nur auf den Geschmack ankommt.

    Schwieriger wird es natürlich bei den Inhaltsstoffen. Da müsste man eben Ergänzungsnahrung (Eiweiß etc.) zu sich nehmen.

    Es sind ja nur Ideen. Und ganz unabhängig davon, ob das Nostradamus oder andere vorhersagen, denke ich, dass es ohnehin dazu kommen wird.
    Man sehe sich nur die anderen Schadstoffe an. Rauchen war vor einigen Jahrzehnten überall üblich - mittlerweile wird es überall verboten.
    Gerade in den letzten Wochen wurde auch über Alkoholverbot in ähnlichem Ausmasse nachgedacht. Das wird sich natürlich ebenso lange hinziehen wie bei den Zigaretten.

    Aber was wird danach dran sein? Bleibt ja fast nur noch Fleisch. Denn auch wenn das hier einige abstreiten (tut die Nikotin-, Alkohol- und demnächst dann wohl auch Fleischer- und Fischerindustrie ja auch) ist Fleischessen ungesünder als Obst und Gemüse.
    Solche Verbote mag man falsch finden, aber sie werden wohl kommen - sicher nicht in den nächsten 10 Jahren, aber kurz danach evtl. schon.

  10. #99
    Avatar von mipooh

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    Re: Buddhismus und das toeten von Lebewesen

    also ich habe in meinem Leben noch keinen Menschen getötet. 1. weil, es verboten ist (soweit ja mit deiner meinung konform), aber 2. weil ich es aus meiner inneren Erkenntnis her für falsch halte. Bin ich deshalb ein Holzkopf?
    Nein, man muss nicht alles selbst getan haben. Viele Dinge sind auch so eindeutig, allein durch ein miterleben oder durch Schlußfolgerungen aus Erlebtem.
    Es ist auch nicht zwangsläufig jeder ein Holzkopf, nur weil er Fleischessen zB aus erlernten/übernommenen Motiven ablehnt. Evtl sind ihm auch Motive mitvermittelt worden oder er hat auf anderem Wege einfach eine Erfahrung gemacht, die ihn befähigt, die Verbundenheit, ein Mitgefühl zu anderen Lebewesen zu erleben.
    In dem Beispiel ging es darum darzustellen, dass so jemand trotz Nicht-Fleisch-Essens durchaus ein Holzkopf bleiben kann. Voraussetzung war, dass er gar nicht versteht was er tut oder nicht tut, nur das macht ihn zum Holzkopf.
    Leg es nicht zu eng aus, dann passt es schon.

  11. #100
    Sioux
    Avatar von Sioux

    Re: Buddhismus und das toeten von Lebewesen

    Hm, jetzt sind wir schon bei der Evolution.

    Also wenn ich das Thema mal aus diesem Blickwinkel betrachte ist es doch so, dass jede Evolutionsstufe in einem Lebensraum ein weiteres Glied in der Nahrungskette schafft.

    Angefangen von den Einzellern ueber die Pflanzen hin zu den Pflanzenfressern und weiter zu Fleischfressern. Mal ganz vereinfacht gesprochen.

    Der Mensch ist durch seine Entwicklung am Ende der Nahrungskette angekommen, das war nicht immer so. Natuerliche Fressfeinde hat der moderne Mensch in der Zivilisation keine mehr. Die Wahrscheinlichkeit von einem Baeren, Wolf oder Tiger gefressen zu werden senkt die Lebenserwartung nicht mehr sehr wesentlich.

    Ist diese Entwicklung nun ein Skandal? Doch wohl eher nicht.

    Zivilisationskrankheiten sind ein zunehmendes Problem. Hat dies aber nicht die Ursache darin, dass der moderne Mensch sich immer mehr von der Natur abwendet?

    Fuer mich ist der Weg hin zu kuenstlichen Lebensmitteln, der ja laengst fortgeschritten ist ein grosser Irrweg. Die Zivilisationskrankheiten wie Allergien, Asthma, Krebs werden dadurch weiter zunehmen.

    Der Mensch ist Bestandteil der Natur. Das ist so und wird so bleiben. Alles andere ist abwegig. Und in der Natur heisst es fressen und gefressen werden. Der Mensch als Endglied der Nahrungskette muss das akzeptieren. Alles andere ist weltfremd. Deswegen spricht auch nichts gegen Fleisch.

    Ein humaner Umgang mit dem Tier gehoert aber genauso zur Natur.

    Und zu deiner letzten Ausfuehrung @kcwknarf, es ist richtig, dass immer Drogen verboten werden. Genauso richtig ist aber auch, dass gleichzeitig neue konsumiert werden.

    Wie wohl die Menschen in 30 Jahren ueber unseren heutigen Kaffeegenuss denken werden?

    Sioux

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