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Bewegung gegen Geschichtsverfälschung

Erstellt von Pustebacke, 18.02.2008, 17:09 Uhr · 9 Antworten · 1.022 Aufrufe

  1. #1
    Avatar von Pustebacke

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    Bewegung gegen Geschichtsverfälschung

    Führende thailändische Historiker haben erklärt, die Öffentlichkeit durch Vorlesungen in Thai und Englisch, sowie durch Podiumsdiskussionen über die historischen Fakten des 6. Oktober 1976 aufzuklären, da es anscheinend ein Unwissen darüber gibt, wie die Äußerungen des Premierministers Samak Sundaravej beweisen.
    Endlich, kann man sagen. Was wir versucht hatten, im Januar mit unserer monatlichen Kolumne „Was geschah in diesem Monat des Jahres 1976“ zu beginnen, hat durch die Äußerungen des Premierministers und die darauf folgende Reaktion endlich die Dynamik und Öffentlichkeit erhalten, die schon längst fällig war.

    Akkharaphon Khamkhun, ein Professor für Süd-Ost-Asiatische Studien an der Thammasat Universität, sagte, dass eine Podiumsdiskussion morgen Nachmittag um 13:00 Uhr in der Thammasat-Universität, Tha Phrachan Campus, stattfinden werde. Das Thema: „Vom 14. Oktober und vom 6. Oktober, der blutige Mai: Die ungelernten Lektionen unserer Geschichte“.

    “Es ist nicht nur die Geschichtsverfälschung durch PM Samak , die uns zu der Veranstaltung geführt hat, sondern weil wir feststellen mussten, dass die Gesellschaft seit 3 Jahrzehnten keine Konsequenzen aus den Ereignissen gezogen hat.“ Erklärte Akkharaphong.

    (Wer unsere Seiten liest, weiss, dass PM Samak in einem internationalen Interview von nur einem Toten gesprochen hat, während offizielle Statistiken von 46 ermordeten und inoffizielle Berichte von über 300 Toten sprechen.)

    Akkharaphon sagte, dass er eine E-Mail and Premierminister Samak geschickt hätte, um ihn zu der Veranstaltung einzuladen. Der Historiker Thanet Aphornsuvan, Rektor der Kunstfakultät, wird eine Rede über „Die schmerzhafte, unverarbeitete Geschichte“ halten.

    Die Diskussion wird in Thai, aber mit Übersetzung ins Englische abgehalten, damit die Geschichtsverfälschung des Premierministers gegenüber internationalen Medien korrigiert werden kann.

    Ehemalige Studentenaktivisten aus den Siebzigern haben inzwischen einen offenen Brief an den Ministerpräsidenten verfasst, indem sie ihn drastisch kritisierten. Und Demonstrationen an den Schlüsselstellen der demokratischen Bewegung nannten Namen und Schicksale, damit die Helden dieser Zeit nicht vergessen werden.

    Interessant ist auch, dass die Studenten den Premierminister daran erinnerten, dass er, der damals Innenminister war, ausländischen Reportern gegenüber von 48 toten Studenten berichtet hatte. Sich auf die neuen Aussagen beziehend, fragten sie daher im offenen Brief: „Ist dies nicht eine Lüge des Premierministers?“

    Der Historiker Thongchai Winichakul von der Universität von Wisconsin, Madison, schrieb einen Artikel, in dem Samak für die Geschichtsverfälschung verurteilt wurde, und er forderte ehemalige Studentenaktivisten auf, die politischen Pläne des Premierministers zu erkunden. Tongchai war damals knapp dem Tod entkommen, musste dann aber, als Aktivist für Demokratie, 2 Jahre im Gefängnis verbringen.

    Quelle: Flybike, Bangkok

  2.  
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  3. #2
    Avatar von soulshine22

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    Re: Bewegung gegen Geschichtsverfälschung

    Da kommen sie (die geistige Elite des Landes) nun auf einmal drauf... wie herzlichst. Sie sollten lieber mal schauen dass diese Dinge in den Schulbüchern stehen.

  4. #3
    Avatar von Gerd / Muenchen

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    Re: Bewegung gegen Geschichtsverfälschung

    Wenn dieses Thema nicht anschließend wieder vom Tisch verschwindet, wird sicher noch eine Generation vergehen, bis es öffentlich aufgearbeitet ist.
    Wenn überhaupt.

    Meine Frau ist damals als Teenie in so eine Schießerei gekommen und hat das Gemetzel bis heute nicht ganz überwunden.

    Dennoch:
    Sprechen möchte man dort über dieses Thema in meiner Familie auch nicht so recht.

  5. #4
    Avatar von J-M-F

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    Re: Bewegung gegen Geschichtsverfälschung

    geschichte ist nicht das ding der thais, frage mal nach dem süden. keiner weiss das das mal ein eigenständiges königreich war

  6. #5
    Avatar von PengoX

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    Re: Bewegung gegen Geschichtsverfälschung

    Ist nicht immer Geschichte nur ein subjektiver Blick auf eine Begebenheit?

    PengoX

  7. #6
    Sioux
    Avatar von Sioux

    Re: Bewegung gegen Geschichtsverfälschung

    Zitat Zitat von J-M-F",p="565915
    geschichte ist nicht das ding der thais, frage mal nach dem süden. keiner weiss das das mal ein eigenständiges königreich war
    Das ist ja dann auch gut so.
    Das Sultanat Pattani war ja auch nie ein eigenstaendiges Koenigreich.
    Sollten wir hier aber nicht zerreden.

    Viel wichtiger ist, dass sich die Eliten gegen die neue Regierung formieren. Wird sicher nicht lange dauern bis zu den ersten Grossdemonstrationen.
    Die Geschichte wiederholt sich.

    Sioux

  8. #7
    Avatar von Gerd / Muenchen

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    Re: Bewegung gegen Geschichtsverfälschung

    Zitat Zitat von PengoX",p="565998
    Ist nicht immer Geschichte nur ein subjektiver Blick auf eine Begebenheit?
    PengoX
    Also, diese Aussage verstehe ich nicht.
    Geschichtsdaten sind Fakten, abgesehen von den vernichteten Dokumenten durch die Burmesen.
    Das Thema hatten wir erst.
    Guckst Du hier:
    http://de.wikipedia.org/wiki/Geschichte_Thailands

  9. #8
    Avatar von zero

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    Re: Bewegung gegen Geschichtsverfälschung

    Zitat Zitat von J-M-F",p="565915
    geschichte ist nicht das ding der thais, frage mal nach dem süden. keiner weiss das das mal ein eigenständiges königreich war
    Dieses Thema und auch die Gebietsansprüche, die manche Gruppen im LOS nach wie vor an Kambodscha und Laos stellen (teilweise auch vice-versa) sind doch etwas komplexerer Natur. Im Grunde genommen ist die englische Kolonialpolitik schuld, die das europäische Denken in genau festgelegten Grenzen und die europäische Denkweise eines zentralistisch zu verwaltenden Staatsgebietes in Südostasien "einführten". Davor hatten die Könige von Thailand, Burma und Laos in "abhängigen Gebieten" gedacht und hatten den Vasallenstaaten ihre eigenen Regierungen gelassen. Diese anerkannten die Oberhoheit eines Königs im fernen Bangkok, konnten aber politisch selbst intern im eigenen Land entscheiden und ihre eigene Kultur ohne Einmischung beibehalten.

    Die Engländer erst zeigten in Malaysia vor, dass man soche Vasallenstaaten auch intern politisch kontrollieren "muss" und die Kultur des Herrschers auch in die Vasallenstaaten tragen "muss" (europäische Denkweise). Leider hat Rama V diese Denkweise übernommen und in den Muslim-Staaten im Süden diese Politik ebenfalls umgesetzt. Man darf nicht vergessen, dass man u.a. die Bewohner in diesen Regionen dazu gezwungen hat, thailändische Namen anzunehmen. Jahrzentelang war es verboten, neue Moscheen zu bauen, etc.

    Das ist Geschichte, die die Thais auch endlich aufarbeiten sollten, schon deswegen um die Probleme im Süden zu verstehen und vielleicht zu lösen. (hoffen wird man ja noch dürfen, glauben daran kann ich allerdings nicht).

  10. #9
    Avatar von Gerd / Muenchen

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    Re: Bewegung gegen Geschichtsverfälschung

    Sorry pnegoX,

    ich habe Deinen Beitrag mißverstanden,
    ist mir gerade beim Duschen eingefallen.
    Natürlich kann man geschichtliche Ereignisse unter den verschiedenen Aspekten interpretieren,
    ich hatte Deinen Beitrag auf Geschichtsdaten bezogen. :schaem:

  11. #10
    Avatar von Loso

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    Re: Bewegung gegen Geschichtsverfälschung

    Zitat Zitat von Sioux",p="566003
    Wird sicher nicht lange dauern bis zu den ersten Grossdemonstrationen.
    Das glaube ich nicht. Demos vielleicht, aber nicht gross. Da fehlt eine charismatische Figur wie Sonti Limtongkul, der im Wesentlichen nur das persönliche Ziel hatte, seinen alten Freund und dann Erzfeind Taksin politisch zu vernichten, und dafür die Öffentlichkeit eingespannt hat. Ein intelligenter Mensch muss sich doch mittlerweile fragen: Wenn wir die absetzten, was kommt dann, kann es nicht noch schlimmer kommen?

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