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Bettler und Obdachlose

Erstellt von mrhuber, 25.09.2003, 12:16 Uhr · 36 Antworten · 2.139 Aufrufe

  1. #21
    CNX
    Avatar von CNX

    Re: Bettler und Obdachlose

    Es ist manchmal schon zu ......

    Wir fliegen zum Mars, vernichten Lebensmittel um Preise künstl. hochzuhalten und andere Hungern

    Nur mal so...

    Gruss
    C N X

  2.  
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  3. #22
    woody
    Avatar von woody

    Re: Bettler und Obdachlose

    Zitat Zitat von CNX
    Es ist manchmal schon zu ......
    Wir fliegen zum Mars, vernichten Lebensmittel um Preise künstl. hochzuhalten und andere Hungern
    Es ist schon mehrfach geschrieben worden, wer helfen will, der spendet Lebensmittel, man kann es direkt tun, wie Otto es beschrieben hat, oder man stellt den Wats Essen oder Kleidung zu Verfügung, die Mönchsgemeinschaften verteilen die Spenden an die Bedürftigen.

    Geld gebe ich grundsätzlich nicht, es wandert auf dem direkten Weg zu den Hintermännern, ich gebe auch keinem Junki Bargeld damit er sich Dop kaufen kann.
    Früher gab es keine Blumenkinder in Bangkok, die Kinder stehen in unmittelbaren Zusammenhang mit dem Tourismus, auch heute gibt es diese Kinder nur in Stadtteilen mit hohem Touristenanteil.
    Wenn man Mitleid mit den Kindern hat, gibt es nur die Möglichkeit den ´Nachschub´ zu unterbinden indem man den Hintermännern das Geschäft versaut.
    Wem das nicht reicht, der sollte eine Kinderpatenschaft in einer Hilfsorganisation übernehmen.

  4. #23
    Avatar von Tschaang-Frank

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    Re: Bettler und Obdachlose

    @Seven

    Wir sind da mit Sicherheit auf einer Wellenlaenge - ich verstehe was du meinst!

    Es ist wirklich ein ganz heikeles Thema - Geld zu geben ( ich rede jetzt ausdruecklich ueber strukturierte Bettelbanden ) ist absolut nicht der Weg und die Hilfe die noetig ist!
    Vollkommen klar!
    Wenn ich nun aber vor so einem 6 jahrigem Wurm stehe - mitbekomme das sein Thai auch nicht so toll ist ( ich also annehmen kann das es ein Kind aus Kambodscha ist ) und von so einer Bande "gehalten" wird - dann faellt es mir unheimlich schwer nichts zu geben.
    Dummerweise male ich mir immer bildlich aus:
    Der Wurm kommt abends in die Huette - hat nur 100 baht statt den geforderten 1000 baht zusammenbekommen - neeeee ich will mir gar nicht ausmalen was ihm passiert :-(
    Und ich sitze am selben Abend gemuetlich beim Beer Singh auf ner netten Terasse - waehrend der Wurm - gruen und blaugeschlagen - ans Bett gefesselt wird.
    Es gibt fuer mich 1000 gruende ihm Geld zu geben - und es gibt fuer mich 1000 Gruende ihm nichts zu geben.

    Eines ist vollkommen klar!! Es gibt nur eine vernueftige moeglichkeit - die Leute - egal wo auf der Welt - muessen die moeglichkeit haben ihren Unterhalt selbst zu verdienen!
    Der grosse Traum!!?????? Das werden wir wohl nicht mehr erleben in diesem Leben :-(

    Steter Tropfen hoehlt den Stein - oder wie heisst das?
    Man ( Frau) kann nur hoffen, dass immer mehr Menschen ueber den Tellerrand hinausschauen und aus ihrem ureigensten kleinem Universum herraus, ein bissel mithelfen das sich was tut.

    Taeglich sterben 30.000 Kinder "nur" Kinder!
    Manchmal frage ich mich echt - ob ich nichts besseres zu tun habe als hier nur der Scheis. Kohle jeden Tag hinterherzurennen :-(
    Ohne Kohle in der Tasche geht aber auch nichts - es is schon zum kotz..

    Frank

  5. #24
    Avatar von seven

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    1.676

    Re: Bettler und Obdachlose

    Hallo Frank,

    ja, und erst die großen dunklen Augen von diesen "Würmern", wie Du sie nennst. :-(
    Natürlich komme ich mir auch wie das letzte A...loch vor, wenn ich nichts gebe, vielleicht noch während ich etwas esse. Aber defacto lässt man sich von so einem .......... erpressen, in dem der damit droht ein Kind zu misshandeln, wenn es nicht genug Geld nach Hause bringt. Das kann es doch nicht sein, oder?
    Im Endeffekt muss es jeder mit seinem Gewissen vereinbaren. Für mich gilt prinzipiell "Kein Geld an Kinder", etwas zu Essen ist etwas anderes. Das gibt es von mir gerne und hilft dem Wurm auch.

  6. #25
    mrhuber
    Avatar von mrhuber

    Re: Bettler und Obdachlose

    Das ist ein mieser Teufelskreis, wenn sich so viele Leute hier ernsthaft Gedanken machen - ich hatte auf so eine Art richtige Verhaltensweise gehofft, aber das Problem ist ja wirklich ein großes.
    Mir geht es eben absolut genauso, wie ihr hier das beschreibt. Das Gewissen drückt, doch die Sache ist eine andere, eine komplexe. Es ist wie ein hilfloses Zusehen.

    Gruß
    Karlheinz

  7. #26
    Avatar von Tschaang-Frank

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    Re: Bettler und Obdachlose

    Es ist wie ein hilfloses Zusehen.
    Leider! Das Haus brennt und man steht mit nem Fingerhut voll Wasser und versucht vergeblich zu loeschen.
    Wenn ich es zulasse - mich mit solch "miesen" Themen - aus dieser Welt, ernsthaft auseinanderzusetzen - dann helfen mir so einige Erkenntnisse des guten alten Siddarta Goatama weiter - das ganze relativiert den ganzen Dreck zwar nur - aber ich komme ne Ecke besser klar mit den vielen Katastrophen die wir Menschen uns selbst antun.
    Ich denke dann auch immer an folgende Tatsache:
    Die Erde besteht seit 24 Stunden - und der erste Homosapienz ist gerade mal um 23 Uhr 59 Minuten und 55 Sekunden auf diesem Erdball erschienen. Was sind wir schon mit unseren kleinen Problemen.
    Dieser Gedanke hilft natuerlich nicht wirklich - im alltaeglichen - hier und heute.
    Ordentlich auf den Putz hauen - kraeftig Sanuk - Party ohne ende - das kann ich auch ganz gut. Leider kenne ich ich Leute ( zuviele ) die aber auch nichts anderes im Kopf haben ausser Party, Markenklamotten, tolle Autos.... und es tunlichst vermeiden den Muell vor der Haustuer zu sehen.
    Dummerweise wird uns dieser Muell irgendwann ueberrollen und dann ist das Geschrei gross.
    Ich denke mal - lasst uns Spass haben und nicht vergessen die Augen offen zu halten und ab und an - seinen allerwertesten zu bewegen und aktiv oder passiv auch mal unangenehme Dinge angehen.
    Das uebelste was ich mir vorstellen kann ist - mein Koerper sagt irgendwann "Tschuess das wars" und ich muss mich fragen " Hey Frank - was hast du eigentlich in den ganzen Jahren gemacht - mein Haus, mein Auto, mein Boot, mein... - na Klasse und das war es???

    Nu muss gut sein - ueber diese Themen - Elend und Dreck die sich die Menschen selber antun - kann man Jahre diskuttieren.
    Vielleicht findet man irgendwann mal den Schalter - mit dem man das "Ego" im Menschen abschaltet - im Ego liegt das Problem.
    Mit Ego mein ich aber nicht "Eigenliebe" - denn genau die fehlt den meisten Menschen! Sich selber annehmen, mit sich zufrieden sein eine gesunde Portion selbstbewustsein ohne staendig den Streicheinheiten anderer hinterherzulaufen - wer das draufhat, Hut ab!
    Da arbeite ich auch noch schwer dran
    Tolles Thema Heute abend muss ich wohl wieder ein wenig Siddarta lesen um runterzukommen

    Frank

  8. #27
    Avatar von Samuianer

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    04.09.2003
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    17.303

    Re: Bettler und Obdachlose

    Tja, was soll einer da noch sagen? Rolls Royce mit goldener Emily auf der Kuehlerhaube, daneben ein Leprakranker dem schon die Finger, Zehen, Ohren und zum Teil die Nase weggestorben sind, kauert er da auf einem kleinen Rollbrett...live New Delhi..und Phnom Phen, und, und, und ... 600 Mrd. jaehrlich fuer die Ruestung, 1 Mrd. fuer AIDS, 300 Mrd. weltweit fuer Agrar-Subventionen, billige italienische Tomaten auf ghanesischen Maerkten, sogar in der Dose und trotzdem geht es der Firma (CIRO) schlecht, nicht ganz so schlecht wie dem Leprakranken auf der Strasse in New Delhi.

    Komischerweise gab es auch schon ohne Rolls Royce, EU-Agrarsubventionen und WTO, Arme, Bettler und ´Unterprevilegierte´, bei den Malteken, bei den Inkas, bei den Pharaos, bei den Maharadschas da waren wir nicht mal anaehernd soviele wie Heute, warum?

    Eine Studie der Rockfellerfoundation hat irgendwann einmal ergeben, das wenn alles Kapital auf dem Weltmarkt ´gerecht´ auf alle Einwohner des Planeten verteilt werden koennte, wuerde es keine 15 Minuten dauern bis es wieder die ersten ´Armen´ gaebe!

    Wer seinem angekratztem Ego einen Gefallen tun moechte kann das z.B. hier: tun. Oder auch mal bei Father Joseph Meyer im Klong Toey in Bagkok in seinem AIDS-Hospiz und Waisenhaus vorbei schauen. Der kann auch wie Klaus in CMX. jeden Baht gebrauchen...

    Brot fuer die Welt und Kuchen fuer den Samuianer!

    Ich, jeder kann nur da helfen wo er kann-sonst waere "Mutter Theresa" keine solche Sensation gewesen!

    Wer dann noch irgendwas zum ueberweisen hat dem schick ich gerne meine Kontonummer oder lass mich auch gerne mal zum Essen einladen, ohne Witz!

  9. #28
    Kali
    Avatar von Kali

    Re: Bettler und Obdachlose

    Der Ausgangspunkt war ja die Frage von Karl Heinz, wie wir damit umgehen, eben damit, wenn ein Bettler uns in Bangkok oder einer anderen thail. Stadt, Dorf, Ort um etwas angeht.

    Ich habe keine grossen Erfahrungen damit, bei Suay war mir aufgefallen, dass sie gerade den körperlich Behinderten etwas in ihre Mütze, auf den Teller oder sonstwo hinlegte. Das hängt allerdings damit zusammen, dass ihre Tochter selbst mal an Kinderlähmung litt, die Folgen heute noch bemerkbar sind. Für mich ein Indiz für die ´persönliche Komponente´ die dabei eine Rolle spielt, jetzt mal unabhängig von der Theorie des ´tham bun´, dieses ´es könnte sich ja um einen früher verstorbenen´ Verwandten, Bekannten oder Freund handeln. Ich gehe sogar noch einen Schritt weiter: unsere Psyche ist so aufgebaut, dass aus irgendwelchen Gründen, aus welchen auch immer, das Verhalten gegenüber Hilfesuchenden bestimmt wird. Sei es ein ablehnendes oder vom eigenen Helfersyndrom überschüttetes. Doch das muss jeder für sich selbst klären.

    Ich für mich habe irgendwann festgestellt, dass ich mich von dem Elend der Welt nicht mehr selbst handlungsunfähig machen lassen möchte. Und helfen kann ich nur ein einem bestimmten Rahmen, den ich allerdings auch bereit bin auszuschöpfen.
    Ein Philosoph hat mal gesagt:"Mitleid ist eine besonders grausame Form der Menschenverachtung." Nun, lässt sich auch drüber streiten, wenn man es allerdings durch Mitgefühl ersetzt, wirds vielleicht deutlicher. Wortklauberei ? Ich denke, nein, wenn ich mit leide, setze ich mich selbst ausser Gefecht, bin handlungsunfähig. Wenn ich mit fühle, solidarisch mit fühle, dann habe ich immer noch genügend Spielraum, tatsächlich zu helfen. Einzelnen, nicht allen, und auch da gilt das Prinzip der ´Hilfe zur Selbsthilfe´, was sich jetzt allerdings für die Bettler und Obdachlosen in Thailand wie nackter Hohn anhören muss, während sie bei uns - allen Unkenrufen zum Trotz - durch das sogenannte soziale Netz noch aufgefangen werden.

    Ist jetzt aus einem Film, finde ich aber trotzdem gut. Ging um Schuldgefühle eines Europäers wegen des Todes eines Freundes. Sagte der Thai zu ihm:"Ihr mit euren Schuldgefühlen, ich habe genug an meinem eigenen Körpergewicht zu tragen !
    Hartherzig ? Nach unserem Verständnis vielleicht, doch vielleicht aber auch ein weiterer Schritt auf dem Weg...

  10. #29
    mrhuber
    Avatar von mrhuber

    Re: Bettler und Obdachlose

    3 verschiedene Gedanken, "Auseinandersetzungen" damit, da sieht man deutlich, wie unterschiedlich jeder für sich selbst gestrickt ist, wieviele Perspektiven es doch gibt.

    Tschaang-F, ich bin beeindruckt, ein klasse Beitrag zum Thema und darüber hinaus!
    Samuianer, es kann etwas dauern, aber nach Samui komme ich sicher wieder, und da ist Dir eine Einladung gewiß. Eine nüchterne, aber leider genauso wahre Einschätzung, und
    Kali weiß sicher, warum auch ich nicht mehr handlungsunfähig gemacht werden will. Über mitleiden und mitfühlen muß ich nochmal nachdenken.

    Besten Gruß
    Karlheinz

  11. #30
    Iffi
    Avatar von Iffi

    Re: Bettler und Obdachlose

    Heute nach der Arbeit sassen wir zusammen an einem Ort, wo man den besten Überblick über das Städtdchen hat. Nämlich gleich in der Nähe des Bahnhofs und zentral am Dorfplatz auf dem Vorplatz eines Restaurants.

    Irgendwie war auffällig, dass einige viele "ungewöhnliche" Leute unterwegs waren, die Sonnennblumen in den Händen hatten, schierch drein schauten, sich sonderbar bewegten und sonst eigentlich wie Leute aussahen, die unter der Bahnhofsunterführung sitzen und mit komischen Augen versuchen ein paar Dollars abzustauben.

    Alle waren begleitet von einer "vernünftigen" Person.

    Mir ist dabei aufgefallen, dass die "vernünftigen" Personen so taten, als wenn sie mit "vernünftigen" Personen an einem Tisch sitzen.

    Eine ältere Dame hat dabei den Vogel abgeschossen. Erstens sah sie immer noch attraktiv aus und man sah ihr ihre frühere Schönheit an, und zweitens war sie die absolut coolste, als sie mit ihm speiste, obwohl ihm vor lauter Alkoholismus-Zittern die Erbsen von der Gabel fielen. Aber der Typ war absolut happy und hat sich benommen.

    Ich hab drüber nachgedacht.

    Die ganz normale Behandlung scheint mehr zu bewirken, als das berühmte Mitleid. (Geld in die Schüssel)

    Normale Behandlung?

    "Hey, wie geht´s dir? Hast du einen besonderen Wunsch? Und..."Ich wünsche dir ein schönes Wochenende."

    Hat leider nichts mit Thailand zu tun, da dort die Sache zweischneidig ist. Einerseits ist der/die Typ selber Schuld (früheres Leben) andererseits unterliegt es der Laune der "tambun es wird mal wieder Zeit willigen" ihm/ihr ein paar Baht zu spenden.

    Für mich eine egoistische Einstellung, über die ich immer noch nachdenke, aber ohne sie zu verurteilen.

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