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Bangkok Post: Prawn Farmer und Marktwirtschaft

Erstellt von Jinjok, 29.10.2001, 17:52 Uhr · 8 Antworten · 570 Aufrufe

  1. #1
    Avatar von Jinjok

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    Bangkok Post: Prawn Farmer und Marktwirtschaft

    Black-Tiger Prawn Züchter kündigten für heute einen Massenprotest an, es sei denn die Regierung reagiert positiv auf ihre Forderungen nach Preisstützungen. Lamai Saenkhwankaew, Vorsitzender des Prawn Raisers Club. in Nakhon Si Thammarat´s Pak Phanang River sagte gestern, mehr als 20.000 Prawn Züchter in der Provinz verlieren täglich Geld durch fallende Preise.

    Die Vereinigung, welche Züchter aus den Bezirken Pak Phanang, Sai, Chian Yai und Stadt vereinigt, hatte bereits einen 10-Punkte Katalog bei der Regierung eingereicht, welcher Ihrer Nöte schilderte. Er kritisierte die Regierung, da sie ihren Pflichten nicht nachkomme.
    . . . . . . . . . .
    Die Forderungen umfassen unter anderem ein Verbot des Imports von Prawns oder alternativ der Verhängung von hohen Importzöllen, einen Preisstützungsplan, feste Futterpreise, niedrige Treibstoffpreise für Züchter und die Errichtung von Kläranlagen für die Zuchtanlagen durch die Regierung.

    Bangkok Post © 30.10.01 übersetzt vom Jinjok

  2.  
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  3. #2
    Avatar von Jinjok

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    Re: Bangkok Post: Prawn Farmer und Marktwirtschaft

    Der Forderungskatalog erscheint mir ja recht naiv zu sein. Die Tiger-Prawn-Industrie hat zuerst durch eine massive Überproduktion selbst für den Preisverfall gesorgt. Es gibt einfach zu viele Farmen die zu viele Prawn züchten. Zu diesem Problem kommt jetzt noch die Absatzschwäche im Hauptexportland USA (50%), wo die fortschreitende Rezession Luxusgüter (Endverbraucher-Kilopreis ca. 100 USD) im Absatz bremst.

    *Die Farmer wollen Strafzölle gegen andere Länder verhängen lassen und erwarten ihre Produkte weiter zollfrei verkaufen zu können.

    *Wenn die Regierung die Farmer mit Futter und Diesel subventioniert, stehen morgen die Viehbauern, Reisbauern, Fischer, Taxi- Bus- und LKW-Fahrer vor dem Parlament.

    *Wieso sollte die Regierung, den Farmen Kläranlagen bauen. Wenn sie das täte, würden diese dafür die Kosten zu tragen haben, wie jeder der Abwasser erzeugt.

    Dieser Artikel beschreibt wieder einmal eines der Probleme Thailands auf dem Weg zur Marktwirtschaft.

    Mit Gruß vom Jinjok

  4. #3
    Nelson
    Avatar von Nelson

    Re: Bangkok Post: Prawn Farmer und Marktwirtschaft

    @jinjok

    hab ich das richtig gelesen?

    in USA kostet 1 kg Prawns etwa DEM 220, also läppische 100 Gramm ca. 22 Märker???

    die Leute müssen verrückt sein!

    Ich esse auch gerne "gkung", in Thailand am "Standl" in Form von "khao phat gkung maak" für etwa 1-2 Märker, und in D kauf ich mir die etwas kleineren "gkung" beim Aldi ...smile!

    Gruß aus Rosenheim

  5. #4
    Avatar von Jinjok

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    Re: Bangkok Post: Prawn Farmer und Marktwirtschaft

    @ Nelson

    Kaum zu glauben, was? Ja in den USA zählen die Tigers aus Thailand zu den richtigen Delikatessen. Ich habe das vor eine paar Monaten auf der Nation Seite gelesen. Ich komme normalerweise mit den kleineren Grönland Shrimps aus. Aber die Aldi-Krebstiere sind natürlich Super in Preis/Leistung.

    Mit Gruß vom Jinjok

  6. #5
    Avatar von DisainaM

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    Re: Bangkok Post: Prawn Farmer und Marktwirtschaft

    Vor allem kommt man gut durch den nächsten Winter.-)

    Das Problem der Massentierhaltung besteht darin, das das Wasser mit den Exkrementen nicht oft genug (oder gar nicht) ausgetauscht wird.
    Die Folge sind Krankheiten bei den Tieren.
    Um die zu verhindern, bekommt man in jedem Spezialsupermarkt gleich die Antibiothika in Kilosäcken.
    Dann werden die kleinen Tiere nicht mehr krank, und der Mensch kriegt auch gleich seine Packung mit - praktisch.

  7. #6
    Chainat-Bruno
    Avatar von Chainat-Bruno

    Re: Bangkok Post: Prawn Farmer und Marktwirtschaft

    schon wieder ein grund, warum ich diese wasser-engerlinge nicht esse. lach

    c-b

  8. #7
    Nelson
    Avatar von Nelson

    Re: Bangkok Post: Prawn Farmer und Marktwirtschaft

    Zu den "Krabben"-Zuchten habe ich während meines letzten Thailand-Aufenthaltes einiges gelesen.

    Da gibt es ein größeres Umweltproblem: Anscheinend nicht nur bedingt durch die Exkremente (die die Fische natürlich nicht so mögen), sondern vor allem durch die Zusetzung von Salz.

    Ist ja eigentlich logisch, wenn man Salzwasser-Tierchen im Inland hält. Und das Salzwasser fließt nicht nur ab sondern macht auch den Boden der Reisbauern kaputt. Und die Reisbauern sind nun im wahrsten Sinne des Wortes "sauer", was man ihnen ja auch nicht verdenken kann.

    Wie ich das so aus den Zeitungen mitbekommen habe, gibt es da eine Auseinandersetzung zwischen politisch/wirtschaftlichen und bäuerlichen/ländlichen Interessen

    Gruß, Nelson

  9. #8
    Avatar von Jinjok

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    Re: Bangkok Post: Prawn Farmer und Marktwirtschaft

    @ Nelson

    Die Riesbauen sind sauer
    Natürlich sind die Prawn-Züchter nicht irgendwer. Es sind Reisbauern, die Ihr Land in ein Meerwasseraquarium umgewandelt haben um leichter mehr Geld zu verdienen als es mit 1...2 Reisernten im Jahr und durch sehr harte Arbeit zuerziehlen ist, was an sich auch legitim ist. Es liegt an Thailands Umweltgesetzgebung und deren Einhaltung, diesen Raubbau an der Natur zuzulassen.

    Vor einigen Wochen beschloß das Parlament, das Betreiben von Prawn-Farmen im Binnenland, fern der Küsten zu verbieten. Ausgenommen sind natürlich bestehende Projekte und wenige neue, die genau zu prüfen sind. Mit anderen Worten, es geht weiter wie bisher. Muß jetzt nur abgeschmiert werden.

    Mit Gruß vom Jinjok

  10. #9
    gruffert
    Avatar von gruffert

    Re: Bangkok Post: Prawn Farmer und Marktwirtschaft

    Die heute im Flußdelta um Bangkok bzw. überall dort wo ausreichend Wasser vorhanden ist betriebene Langustenzucht ist ein typisches Beispiel für die bedenkenlose Umweltverschmutzung in Thailand. Vor ein paar Jahren fingen hier einige Bauern an ihre Felder in Teiche umzuwandeln, und statt Reis anzubauen Langusten zu züchten. Man kauft aus einem Zuchtbetrieb einige zig-tausend. Tierchen, setzt sie in dem künstlichen Teich aus, und füttert sie täglich mehrmals mit einem von den Zuchtbetrieben verkauften Spezialmehl. Wenn nach zwei bis drei Monaten die Winzlinge Fingerlänge erreicht haben, pumpt man den ganzen Teich durch Fangnetze aus. Die sich in den Netzen ansammelnden Langusten werden durch von Bangkok angereiste Aufkäufer übernommen, und zum größten Teil exportiert. Das für die ersten Züchter ganz einträgliche Geschäft, veranlaßte dann alle Bauern Teiche anzulegen, und sich auf die Langustenzucht zu verlegen; wo früher weite Reisfelder wogten, reiht sich heute Teich an Teich. Dies mit dem vorhersehbaren Erfolg, daß mit wachsendem Angebot die von den Aufkäufern gezahlten Preise immer weiter fielen, so daß sich oft die Zucht kaum noch lohnt. Es müssen ja nicht nur der Teich angelegt und die Setzlinge gekauft werden, sondern auch das Futter und verschiedene Chemikalien, die verhindern sollen, daß die ganze Brut krank wird und abstirbt. Das verlangt von jedem Züchter Investitionen von einigen zigtausend Baht, für die meist Kredite aufgenommen werden müssen. Dazu einige Monate Arbeit, denn die Tierchen müssen Tag und Nacht gefüttert und versorgt werden. Wenn dann - was gar nicht selten geschieht - die ganze Brut eingeht, weil sich ein Virus eingeschlichen, oder der neidische Nachbar Gift in den Teich geschüttet hat, dann bleibt ein dickes Manko.

    All das ist aber immer nur das Risiko für den Einzelnen. Was viel schwerer wiegt, ist die dadurch verursachte Umweltzerstörung. Das aus den Teichen bei der Langustenernte abgepumpte und mit den Ausscheidungen von zig-tausend Langusten, Chemikalien und Nahrungsresten verschmutzte Wasser wird einfach wieder in den nächsten Klong gepumpt. Dies mit dem Erfolg, das sich zum Beispiel das an meinem Haus vorbeifließende und früher fischreiche Gewässer, in dem die Kinder badeten, inzwischen in eine stinkende Brühe verwandelt hat, in der kein Fisch mehr überleben, und kein Mensch mehr baden kann. Dafür ist die ganze Wasseroberfläche mit einem dichten Netz von Wasserpflanzen überwuchert, die in dem Schmutzwasser reichlich Nahrung finden, und den frueher regen Bootsverkehr fast unmöglich machen.

    Wenn sich die Langustenzucht eines Tages überhaupt nicht mehr lohnt, oder nicht mehr möglich ist, weil das dem Kanal entnommene Wasser inzwischen so verschmutzt ist, daß keine Langusten mehr darin leben können, wird es kaum möglich sein, alle diese Löcher wieder in ertragreiche Reisfelder umzuwandeln. Dann wird man plötzlich feststellen, daß man sich selbst den Ast abgesägt hat, auf dem man sitzt und in Zukunft sitzen muß, weil es dann keine andere Möglichkeit gibt den Lebensunterhalt zu verdienen als den Reisanbau, der Boden aber durch die Langustenzucht so verseucht ist, dass keine vernünftige Reisernte mehr zu erzielen ist. Die Regierung hat inzwischen zwar das Anlegen von neuen Teichen verboten, aber wie üblich hält sich keiner daran, solange die Möglichkeit besteht, durch Nichtbeachtung der Verbote noch ein paar Baht zu verdienen.

    Hier wiederholt sich das, was sich vor einigen Jahren mit der Waldzerstörung abspielte. Nachdem die einst reichen Wälder des Landes über Jahrzehnte rücksichtslos abgeholzt wurden, so daß es zu einer immer stärkeren Bodenkorrosion und zu katastrophalen Erdrutschen kam, wurde jeglicher Holzeinschlag grundsätzlich verboten, Mit dem Erfolg, daß nun einige Konzessionäre, die - gegen entsprechende Schmiergelder natürlich - weiterhin Wälder abholzen dürfen, und sich ebenso natürlich dabei an keinerlei Auflagen halten dabei ein Vermögen verdienen. Bauholz, früher der Grundbaustoff auf dem Lande, ist inzwischen unerschwinglich teuer geworden.

    Guenther


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