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Aussprechen von Unglück - ein Tabu?

Erstellt von MrLuk, 22.04.2002, 00:47 Uhr · 29 Antworten · 1.501 Aufrufe

  1. #1
    MrLuk
    Avatar von MrLuk

    Aussprechen von Unglück - ein Tabu?

    Angeregt- und ges....t von Iffi, aber eher als Anregung: das Thema des nichtaussprechens von Unglück:-)

    Ich bin allerdings auf Hilfe von den Teilnehmern des Forums angewiesen, da ich nur wenig davon weiß.
    Wie bereits erwähnt gilt es als Tabu, die Möglichkeit eines Unglücks auszusprechen, aber so weit ich weiß wird das nüanciert.

    Sicherlich besteht ein direkter Zusammenhang mit dem Karma, alsdann man das Unglück nicht heraufbeschwören soll, indem man darüber spricht. Der Gedanke an Unglück ist ja bereits "negativ" - dann sollte man es wenigstens für sich behalten.

    Seltsamerweise ist aber Angst vor diesem und Jenem kein Tabu und ebenso das Aussprechen von Angst oder Ängsten. Seien dies nun reale Ängste (zb. beim Autofahren) oder abstrakte Ängste vor Situationen oder Ereignissen. Meine Frau z.B. sprach vor einiger Zeit ganz klar und deutlich aus daß sie Angst hat ich hätte irgendwann eine Mia Noi wenn sie älter würde...
    Als wir an Bettlern vorbeigingen, meinte sie auch sie hätte Angst sie könnte irgendwann mal "auf der Straße landen"...wieso und wie das passieren könnte hat sie allerdings nicht detailiert - und ich bin auch nicht näher darauf eingegangen.

    Im Suffismus gibt es auch eine Interessante Parallele. Karma oder Schicksalsentwicklung - "metaphysische Kausalität" heißt dort Kismet. Und wir finden eine ähnliche Theorie: im Suffismus sollte man Glück nicht aussprechen bevor es stattgefunden hat. Oder z.B. Dinge wie "wir haben es geschafft" nicht aussprechen bevor wir sie nicht tatsächlich "geschaftt" haben...
    Konkretes Beispiel, nach einer nervenzermürbenden Fahrt durch die Wüste nicht bereits sagen "wir h.e.g." wenn man erst in Sichtweite des Dorfes kommen. Das bringt Unglück und den Motor möglicherweise auf den letzten 500 Metern zum kochen:-)

    Interessant ist die Parallele insofern, als daß man das Schicksal (in beide Richtungen) negativ beeinflußt indem man ihm (verbal) vorgreifen will. Eine gewisse Pflege des Schicksals: Gutes tun, besinnlich vorgehen, meditation über Entscheidungen oder während schwierigen Zeiten werden hingegen als Tugend gesehen. Beeinflussung des Schicksals wäre demnach also nicht das Problem...

    Zu ergänzen...

  2.  
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  3. #2
    Iffi
    Avatar von Iffi

    Re: Aussprechen von Unglück - ein Tabu?

    Akzeptiert. Meine Schuld.

    Also, ich hab auch nicht den grossen Durchblick in dieser Sache.

    Weiss nur unter anderem, dass man nicht darüber sprechen oder berichten darf, wenn es dem Thaikönig mal nicht so gut geht. Es wäre ein absolutes Tabu, sich über seinen Kranken- oder Genesungszustand auszulassen.

    Das Ansprechen eines "möglichen" Autounfalls, wie im anderen Thread angesprochen, habe ich auch selbst so erfahren. Warum wohl?. Ja stimmt. Meine Frau fährt.

    Bin mal gespannt, was da noch so kommt.


  4. #3
    quaxxs
    Avatar von quaxxs

    Re: Aussprechen von Unglück - ein Tabu?

    MrLuk, interessant was Du dir in kürze für Gedanken gemacht hast, vorallem mit der Verbindung ins Abendland.

    Aber wenn man nicht über Unglücke der Zukunft reden darf, was ist mit den ganzen Wahrsagern, den Thais so gerne Gehör schenken ?
    Ich lese zur Zeit ein Buch über Glaube, Aberglaube und Buddishmus in Asien. Es handelt von einem Italiener der in den 70ern von einem Wahrsager die Info kriegt, dass er 1993 bei einem Flugzeugunglück ums Leben kommt. Das Jahr 93 kommt und er beschließt ein Jahr nicht zu fliegen. Wie es kommen muss, wird ein Kollege bei einem Flugzeugabsturz schwer verletzt...
    Also beschäftigt er sich von nun an mit einer "Reise zu Asiens Mysterien". Er trägt zusammen, dass besonders in Thailand Politiker sich nach Rücksprache mit Wahrsagern zu politischen Tun anregen lassen. Hier wurde oft ein angekündigtes Unglück umgedeutet, im voraus im kleinen durchgezogen, so dass es im grossen nicht mehr passieren konnte...

  5. #4
    Iffi
    Avatar von Iffi

    Re: Aussprechen von Unglück - ein Tabu?

    @quaxxs,
    interessant! Ich selber war auf Grund der Aufforderung meiner damaligen Holden oft genug bei Wahrsagern. Da wurde auch manchmal nicht gerade Angenehmes vorgetragen. Aber immer mit dem Hinweis, dass dies nicht so kommen müsse, sondern ich solle halt zu dem vorhergesagten Zeitpunkt oder Zeitraum besonders wachsam sein. Es wäre damit eine gute Idee, ihn überhaupt zu konsultieren, sonst wäre ich vielleicht blind in die Falle gelaufen.

    Wahnsinn!

  6. #5
    Iffi
    Avatar von Iffi

    Re: Aussprechen von Unglück - ein Tabu?

    Nachtrag für MrLuk,
    schliesse mich quaxxs voll an. Staun! Wie haste dir deinen Öffnungsbeitrag um diese Zeit so locker aus der Feder gezogen?

  7. #6
    Iffi
    Avatar von Iffi

    Re: Aussprechen von Unglück - ein Tabu?

    einfach mal ne reine graue Theorie...

    Der Glaube an die (schicksalhafte) Macht der Worte und Gedanken hat, wie oben schon gesagt, bestimmt etwas damit zu tun.

    Mit ist aber beim Studium des Buddhismus noch etwas aufgefallen.
    Der Mensch wird dort analysiert und in 5 Aggregate aufgegliedert. Zum ersten Aggregat gehören die uns vertrauten Sinne, wie Augen, Nase, etc. und völlig gleichgestellt der Geist(Verstand).
    Man liest da leicht drüber weg, aber mir wurde erklärt, dass es in Asien die typisch westliche Trennung von Körper und Geist in dem Sinne nicht gibt.

    Wenn man jetzt mal davon ausgeht, dass der Geist derjenige ist, der spricht, denkt und den anderen Sinnen völlig gleich gestellt ist, dann wird es interessant.

    Wie wir alle wissen, gibt es Dinge die duften oder nicht so gut riechen, gibt es angenehme Gefühle auf der Haut und Schmerz. Der Gedanke an Unglück wird zum unangenehmen Gefühl. Die Verbalisierung des Unglücks zu einem unangenehmen Seitenhieb auf den Zuhörer.

    hmm, muss noch ein bisschen mehr nachdenken...


  8. #7
    onnut
    Avatar von onnut

    Re: Aussprechen von Unglück - ein Tabu?

    wadee tuk khon,
    ein bescheidener beitrag meinerseits.
    wir waren vor etlichen jahren zu besuch in phimai (bei korat).
    dort hat meine frau einen wahrsager aufgesucht.
    "sie solle sehr vorsichtig sein mit 35 und 40 Jahren.auch etwas von wasser und feuer ect."
    dann wurde ihr aufgetragen einige fische (aus seinem aquarirum) freizulassen.haben wir gemacht.
    in ihrem 35. lebensjahr war sie dann in der tat sehr vorsichtig mit allem was sie tat.wir sind sogar erst nach ihrem geburtstag nach thailand geflogen.
    ich tue mich immer sehr schwer mit solchen sachen,wollte aber auch nicht,das sie etwas tut was sie nicht will.
    et es jo jodgegange!
    onnut
    Ps:zu ihrem 40geburtstag hatte sie scheinbar schon alles vergessen!!!!

  9. #8
    KLAUS
    Avatar von KLAUS

    Re: Aussprechen von Unglück - ein Tabu?

    Hi @ll,
    ist nicht auch das Festhalten an diesem ueberlieferten und ueberholten Aberglaube ein Grund dafuer, dass es in Thailand so viele Ungluecke gibt??
    das waere mal zu betrachten.
    Ich meine, wenn ich Unangenehmes nicht ausspreche, nicht dagegen handele, dann muss ja das Unglueck passieren,
    bzw. man hat KEINE Vorsorge fuer Unglueck getroffen, denn es gibt es ja nicht....
    Es gibt im heutigen, modernen Zeitalter bestimmt viele beispiele dafuer,
    meint
    Klaus

  10. #9
    Kali
    Avatar von Kali

    Re: Aussprechen von Unglück - ein Tabu?

    Natürlich ist unser planerischer und kalkulierender Geist immer darauf aus, alle möglichen Eventualtäten zu durchdenken und das eigene Handeln darauf abzustimmen.
    Doch wie ist es, wenn der 'Aberglaube' noch so tief verwurzelt ist, daß selbst die Existenz der Geister nicht angezweifelt wird.

    Denn Zweifel an deren Existenz könnte die Geister schon wieder erzürnen, oder ???

  11. #10
    Avatar von Nokgeo

    Registriert seit
    18.01.2001
    Beiträge
    11.373

    Re: Aussprechen von Unglück - ein Tabu?

    Sollte halt jeder selber wissen, inwiefern er sich VON WAS AUCH IMMMER abhängig macht.

    Klarer offener Verstand auf der einen Seite , beeinflusst auf der Anderen. Ob irgendwelche Kausalitäten zwischen Vergangenheit--Gegenwart--Zukunft--vorhanden sind ....wer kann das beweisen ???? Wohl niemand . gruss.

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