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Arbeitsmoral?

Erstellt von Mang-gon-Jai, 07.09.2003, 23:13 Uhr · 31 Antworten · 2.597 Aufrufe

  1. #21
    Avatar von abstinent

    Registriert seit
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    1.003

    Re: Arbeitsmoral?

    @ jinjok
    im großen und ganzen gebe ich dir unumstritten recht. deine analysen sind hier recht treffend. lediglich ein detail ist dir entgangen. das reich der mitte (china) besteht aus mehreren klar definiertbaren völkern und stämmen. diese sind auch heute noch kaum miteinander verflochten.

    die chinesen in thailand gruppieren sich ebenfalls nach ihrer ethnischen abstammung.
    thailand's einwohner(siam = siamesen) bestanden im wesentlichen aus chinesischen völkerwanderern (den shan) aus dem nordwesten chinas und chinesischen einwanderern aus yunnan und sogenannten thibeto-burmesen.
    eine völkerbildung fand erst zu zeiten der bekannten dynastien ab ca. der sukhothai periode statt. südthailand hatte eine besondere zusammensetzung aus malaiisch-stämmigen völkern.

    älteste anzeichen von zivilation waren im burmesischen grenzraum um uthai thani (weit vorchristliche höhlenmalereien dort) feststellbar (siehe hierzu meinen reisebericht "thung yai - huay kha khaeng").

    spätere zuwanderer aus yunnan/china, mit der blüte der thai dynastien als händler und wirtschaftsflüchtlinge kommend, ließen sich im raume lopburi/nakhon sawan nieder.

    ausgiebige dürren und trockenperioden, besonders im 18. und 19. jahrhundert unserer zeitrechnung, erlaubten wohlhabenderen chinesen, die thai-bauern um ihr jahrhunderte lang bestelltes land zu bringen.
    die damals eingeführten "land als sicherheit gegen darlehen"-vertragswerke hatten schon wucherverzinsung als klausel mit aufgefaßt. das waren vorwiegend chinesen aus dem heutigen raume guangdong/hong kong, also canton-chinesen.
    jede chinesische volksgruppe hatte ihre periode, in der sie die thais unterwanderte. heute gehören geschätzte 90 % des thailändischen volksvermögens einer guten handvoll familienclans mit relativ junger chinesischer abstammung, ohne nennenswerte eigene thai-historie. das wird gerne verschwiegen und vertuscht.

    von unserem beliebten telefononkel mit beherrschungsgelüsten will ich hier gar nicht erst reden

    quelle für ethnische informationen: mahidol university bangkok, and "The External Cultural Relations Division Office of The National Culture Commission Thailand"

    letztere institution ist gerade dabei, größere teile der eigenen geschichte im regierungsauftrag neu zu "definieren" und zu "arrangieren".
    wetten, daß die chinesen danach besser dastehen

    ciao

    "abstinent"

  2.  
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  3. #22
    MrLuk
    Avatar von MrLuk

    Re: Arbeitsmoral?

    Die ethnisch-soziologische Analyse von Jinjok und abstinent in allen Ehren, aber ich halte es eher mit woody´s Ansatz:

    nicht auf alle Chinesen übertragen, sondern hauptsächlich auf die Gruppe der Auswanderer, denn das waren ja alles Menschen die mit ihrem Leben und ihrer Erfolgsaussichten im Mutterland unzufrieden waren und deshalb versuchten ihr Glück in Thailand, dem restlichen SOA oder vielleicht auch in Amerika zu machen.
    Ich glaube daß das der springende Punkt ist, denn die chinesischen Einwanderer mußten erst einmal extrem hart arbeiten um zu überleben.
    Härter als die Thais mußten sie arbeiten, und sie mußten ebenfalls sparsamer sein. Ihr Überlebensdrang hat ihnen somit später einen klaren Vorteil gegenüber den ansäßigen Thais geschaft. Das Phenomen der sich hocharbeitenden chinesischen Einwanderer finden wir auch in vielen anderen Länder, besonders an der amerikanischen Ostküste, wo sie heute ganze Chinatowns aufgebaut haben, und das ist nur der sichbare Teil des Imperiums. Nicht zu vergessen ist Singapore, wo sie ja heute alles besitzen. Dort haben sie auch irgendwann als Fischer, Tischler, Hafenarbeiter und kleine Kolonialwarenhändler angefangen. Ich kenne die Geschichte Singapoors allerdings nicht, die aber sicherlich zusätzlich eine große Rolle bei der Enstehung des chinesischen Kleinstaates hatte...

    Der Chinese wird aber auch nicht umsonst als der Jude Asiens bezeichnet, denn auch ihm liegt der Geschäftssinn im Blut. Als einer der "großen Auswanderer" ist ihm das Denken und Planen als Minorität, in der Familienbande und im Klan ebenfalls eine lebenswichtige Grundlage. In der chinesischen Familie wird nicht tolleriert daß ein Familienmitglied nicht am selben Strang zieht und sich nicht für die Ziele der Familie opfert. Außerhalb des Klans zu heiraten, bedeutet Ausschluß für immer. Das sind wiederum die Grundlagen um eine noch größerers Monopol aufzubauen. Nur wenn alle Familienmitglieder präsent und als Führungskraft einzusetzen sind kann das Geschäft sich ohne fremde Infiltrationen und Teilhaber entwickeln. Je größer man ist desto kleiner die Gefahr sich in der Branche verdrängen zu lassen. Was einst die Angst war von den Ansäßigen behindert oder vertrieben zu werden, ist heute der Stolz und das Bestreben besser und Erfolgreicher zu sein.Was einst eine Notwendigkeit zum überleben als Minorität war, ist später dann die Grundlage für den Geschäftsaufschwung im großen Stil, bishin zur Monopolisation geworden.

    Mafiöse Aktivitäten sind dann noch ein zusätzlicher Nebeneffekt, dort wo die lokalen Umstände es erlauben. Der Chinese im Ausland ist nicht nur ein knallharter Geschäftsmann, der sich an nichts stört, er ist rücksichtslos und äußerst unsensibel gegenüber allem was außerhalb der Familie oder dem Klan liegt, nur um sich hochzuarbeiten. Als er sich einmal niedergelassen hat, hat man ihm ja auch nichts geschenkt. Daß die Chinesen an fielen Orten dieser Welt zum Teil äußerst unbeliebt sind hat allerdings mit Sicherheit einen Grund, und es ist nicht bloß Neid.

    Das ist die Sicht eines Geschäftsmannes mit über 20 Jahren Erfahrung...

  4. #23
    CNX
    Avatar von CNX

    Re: Arbeitsmoral?

    Zitat Zitat von MrLuk
    Der Chinese wird aber auch nicht umsonst als der Jude Asiens bezeichnet, denn auch ihm liegt der Geschäftssinn im Blut. Als einer der "großen Auswanderer" ist ihm das Denken und Planen als Minorität, in der Familienbande und im Klan ebenfalls eine lebenswichtige Grundlage. In der chinesischen Familie wird nicht tolleriert daß ein Familienmitglied nicht am selben Strang zieht und sich nicht für die Ziele der Familie opfert. Außerhalb des Klans zu heiraten, bedeutet Ausschluß für immer. Das sind wiederum die Grundlagen um eine noch größerers Monopol aufzubauen. Nur wenn alle Familienmitglieder präsent und als Führungskraft einzusetzen sind kann das Geschäft sich ohne fremde Infiltrationen und Teilhaber entwickeln. Je größer man ist desto kleiner die Gefahr sich in der Branche verdrängen zu lassen. Was einst die Angst war von den Ansäßigen behindert oder vertrieben zu werden, ist heute der Stolz und das Bestreben besser und Erfolgreicher zu sein.Was einst eine Notwendigkeit zum überleben als Minorität war, ist später dann die Grundlage für den Geschäftsaufschwung im großen Stil, bishin zur Monopolisation geworden.

    Mafiöse Aktivitäten sind dann noch ein zusätzlicher Nebeneffekt, dort wo die lokalen Umstände es erlauben. Der Chinese im Ausland ist nicht nur ein knallharter Geschäftsmann, der sich an nichts stört, er ist rücksichtslos und äußerst unsensibel gegenüber allem was außerhalb der Familie oder dem Klan liegt, nur um sich hochzuarbeiten. Als er sich einmal niedergelassen hat, hat man ihm ja auch nichts geschenkt. Daß die Chinesen an fielen Orten dieser Welt zum Teil äußerst unbeliebt sind hat allerdings mit Sicherheit einen Grund, und es ist nicht bloß Neid.

    Das ist die Sicht eines Geschäftsmannes mit über 20 Jahren Erfahrung...
    Bis auf einen Punkt stimme ich dem voll zu.
    Der Jude hat den Vorteil, dass ihm besonders hier in D bzw. Europa
    alle Türen geöffnet werden. Dies ist bedingt durch die historischen Ereignisse und die Angst erneut hiermit konfrontiert zu werden.

    Gruss
    C N X

  5. #24
    MrLuk
    Avatar von MrLuk

    Re: Arbeitsmoral?

    @CNX,

    Bis auf einen Punkt stimme ich dem voll zu.
    Der Jude hat den Vorteil, dass ihm besonders hier in D bzw. Europa
    alle Türen geöffnet werden. Dies ist bedingt durch die historischen Ereignisse und die Angst erneut hiermit konfrontiert zu werden.
    Das ist besonders in Deutschland so, in andern europäischen Ländern steht man den Geschäftsleuten jüdischer Abstammung kritischer gegenüber. Aber es stimmt schon, daß man in diesem speziellen Fall sehr zurückhaltend ist um nicht sofort als Antisemit abgestempelt zu werden. Historisch gesehen redet man auch nur unter vorgehaltener Hand über die Situation der Juden in der Zeit vor ....deutschland.
    Aber die Geschichte des sogenannten Antisimetismus läßt sich über die russische Revolution, über die Spanische Inquisition, bis hin zum alten Ägypten zurückvervolgen, aber kaum ein Historiker traut sich gerade wegen dem Holokaust, an eine objektive Analyse und die Gründe des Antisimetismus heran. Da wir jüdisches Blut (zwar nicht nachweislich) in der Familie haben, traue ich mir diese Äußerungen eher zu. Jude bin ich allerdings nicht, sonst würde ich wiederum nie so reden

  6. #25
    Avatar von Samuianer

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    Re: Arbeitsmoral?

    Mal abgesehen von den ethnischen Entgleisungen in die Schattenbereiche der deutschen Geschichte der beiden vorangehenden Beitraege findet sich dieses von Klischees gepraegte Denken immer wieder in Diskussionen ueber "den Thai".

    Wer ist das eigentlich? Der Mann im Isaan der bei 40 Grad Hitze tonnenweise Reis einfaehrt, der Mann in der Kfz-Werkstatt, der Nachtwaechter, der Polizist, der General, der Premierminister, der Strassenfeger, der immer laechelnde Mann mit dem guten Restaurant, der nette Kellner, der Junge der in 30 Minuten den kaputten Schlauch am Hinterrad des Motorrads austauscht und dafuer ganze 70 Baht verlangt?

    Wer sind denn "die Deutschen"? Gibt es in D. keine Sozialschmarotzer, keine Faulenzer, keine ´Loser´? Sind "die Deutschen" alle "Kraut´s" und tragen Lederhosen, trinken alle Bier, haben alle dicke Baeuche, fahren alle Mercedes, kommt Supermann aus Halle, Muenchen oder aus HH?

    Also....Pauschalisierungen sind mir genauso willkommen wie schales Bier!

    phom lak muang Thai!

    Samuianer

  7. #26
    Avatar von tira

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    Re: Arbeitsmoral?

    hallo smuiman,





    nach deinem etwas verunglückten intro-posting...


    gruss

  8. #27
    Avatar von Samuianer

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    04.09.2003
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    17.303

    Re: Arbeitsmoral?

    Zitat Zitat von tira
    hallo smuiman,
    etwas verunglückten intro-posting...gruss


    ?????

    Gruss
    Samuianer

  9. #28
    MrLuk
    Avatar von MrLuk

    Re: Arbeitsmoral?

    @Samuianer,

    Hast du das 3. Posting dieses Threads etwa übersprungen?
    Nur so eine Frage...

  10. #29
    Avatar von Samuianer

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    04.09.2003
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    17.303

    Re: Arbeitsmoral?

    Zitat Zitat von MrLuk
    @Samuianer,
    Hast du das 3. Posting dieses Threads etwa übersprungen?
    Nur so eine Frage...
    Hallo MrLuk!

    Nee..hab ich nich..

    Lass meinen auch immer bei der Tankstelle waschen inkl.Innenreinigung und danach blitzt das Teil und riecht wie nach dem Neukauf!

    Das fuer ganze 160.- Baht da gibts natuerlich ´ne Aufrundung fuer die Jungs, die (fast) immer grinsen oder sich freuen, oder einfach nur happy sind das sie leben, oder wasweissdergeier...oder weil ich eine "Langnase" bin..

    Ich hatte auch schon Erfahrungen mit ausgewachsenen Skunks, wer hatte die nicht?...Aber diese Spezie gibts UEBERALL und das wuerde ich nicht so aufblaehen weil es meist ein Rohrkrepierer ist-hat Mann/Frau sich doch selbst drauf eingelassen!

    Naa Daek!

    In diesem Sinne

    Samuianer

  11. #30
    MrLuk
    Avatar von MrLuk

    Re: Arbeitsmoral?

    @Samuianer,

    Verwechselst du da nicht etwa Skunks mit Faultieren?
    Das gehört doch eher in den "Reinlichkeits-Thread, oder?

    PS: ich habe immer gefunden daß.die Thais ein recht fleißiges Völkchen sind...und eines ist ganz sicher, Krankschreiben läuft nicht in Thailand

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