Ergebnis 1 bis 9 von 9

als Farang in einem thail. Kloster leben

Erstellt von Georg, 18.06.2012, 01:58 Uhr · 8 Antworten · 2.584 Aufrufe

  1. #1
    Avatar von Georg

    Registriert seit
    21.05.2005
    Beiträge
    246

    als Farang in einem thail. Kloster leben

    Hallo Leute,

    Mit Interesse habe ich hier im Forum einige Beiträge über den Buddhismus gelesen.

    Da ich nun beabsichtige, in solch einem Kloster in Thailand mal zu leben, zumindest probeweise als „phu kau“ (ich werde dann gute Thai-Sprachkenntnisse besitzen), habe ich einige Fragen an Euch. Gibt's da jemand, der sich da auskennt und mir etvtl. weiterhelfen kann:

    1) Muss ich bei jedem einzelnen Kloster vorsprechen und um Aufnahme bitten oder gibt es so eine Art zentrale Stelle, bei der alle Klöster registriert sind und von der man sich dann quasi „bewerben“ kann?

    2) Wird erwartet, dass man bei Eintritt eine Spende an das Kloster entrichtet, und wenn ja, in welch einem Rahmen bewegt sich so ein Betrag?

    3) Wie sieht so der typische Tagesablauf aus?

    4) Ich habe mal irgendwo gelesen, dass man in manchen Klöstern in Thailand auch unterrichten kann (z.B. Englisch). Gibt es so was?

    5) Kann ein „phu kau“ auch längere Zeit in einem Kloster bleiben, oder gibt’s da eine zeitliche Beschränkung?

    6) Vom Alter her wird’s wohl keine Einschränkungen geben. Ich denke mal, nach oben offen, oder?

    7) Hat man einen unbegrenzten legalen Aufenthaltsstatus, solange man im Kloster lebt?

    Ich würde mich freuen, wenn mir Jemand zu dem oben Genannten viell. ein paar Infos geben kann.
    Viele Grüsse und noch schönen Tag an Alle
    Georg

  2.  
    Anzeige
  3. #2
    Avatar von x-pat

    Registriert seit
    06.11.2003
    Beiträge
    7.208
    Zitat Zitat von Georg Beitrag anzeigen
    Da ich nun beabsichtige, in solch einem Kloster in Thailand mal zu leben, zumindest probeweise als „phu kau“
    Du meinst als "Anagarika" im Kloster zu leben?

    Zitat Zitat von Georg Beitrag anzeigen
    1) Muss ich bei jedem einzelnen Kloster vorsprechen und um Aufnahme bitten oder gibt es so eine Art zentrale Stelle, bei der alle Klöster registriert sind und von der man sich dann quasi „bewerben“ kann?
    Du musst mit dem Tempel selbst, bzw. mit dessen Abt sprechen, denn der "Bedarf" für Anagarikas und die Einrichtungen sind von Tempel zu Tempel unterschiedlich. Stadttempel haben oft gar keine Anagarikas, stattdessen haben sie viele Thai Mönche die für eine Kurzzeit-Ordinierung dort hingehen. In den Waldtempeln sind die Regeln strenger, und dort besteht häufig noch die Sitte ein Anagarika-Jahr zu machen muss bevor man Novize wird.

    Zitat Zitat von Georg Beitrag anzeigen
    2) Wird erwartet, dass man bei Eintritt eine Spende an das Kloster entrichtet, und wenn ja, in welch einem Rahmen bewegt sich so ein Betrag?
    Nein, in der Regel wird keine Spende erwartet; das kannst du selbst so handhaben wie du möchtest. Was normalerweise von Anagarikas erwartet wird, ist dass sie Steward Aufgaben für den Tempel übernehmen. Kosten entstehen bei einer Ordination, und dort wird normalerweise erwartet dass die Familie sie übernimmt, bzw. spendet. Bei kürzeren Retreats oder Meditionskursen ist normalerweise auch eine Spende angezeigt.

    Zitat Zitat von Georg Beitrag anzeigen
    3) Wie sieht so der typische Tagesablauf aus?
    Kannst du online nachlesen, oder zum Beispiel in dem Buch "Phra Farang" von Phra Pannapadipo verfolgen.

    Zitat Zitat von Georg Beitrag anzeigen
    4) Ich habe mal irgendwo gelesen, dass man in manchen Klöstern in Thailand auch unterrichten kann (z.B. Englisch). Gibt es so was?
    Möglicherweise. Wäre wohl als eine glückliche Fügung zu sehen. Wahrscheinlich nicht ohne wirklich solide Thai-Kenntnisse möglich.

    Zitat Zitat von Georg Beitrag anzeigen
    5) Kann ein „phu kau“ auch längere Zeit in einem Kloster bleiben, oder gibt’s da eine zeitliche Beschränkung?
    Es gibt "lebenslange" Anagarikas in Thailand. Habe ich schon kennengelernt.

    Zitat Zitat von Georg Beitrag anzeigen
    6) Vom Alter her wird’s wohl keine Einschränkungen geben. Ich denke mal, nach oben offen, oder?
    Ja.

    Zitat Zitat von Georg Beitrag anzeigen
    7) Hat man einen unbegrenzten legalen Aufenthaltsstatus, solange man im Kloster lebt?
    Nein. "Unbegrenzte" Visas sind in Thailand eine große Ausnahme. Vermutlich bekommst du ein verlängerbares Visum, möglicherweise jährlich. In jedem Fall brauchst du die Bestätigung des Tempels. Du musst also erst mal normal als Tourist einreisen.

    Cheers, X-pat

  4. #3
    Avatar von Jarga

    Registriert seit
    21.08.2010
    Beiträge
    798
    Hallo @Georg
    Als erste Anlaufstelle empfehle ich immer das Wat Suan Mokkh International Dhamma Hermitage bei uns unten in Chaya.
    Ein Retreat von min. 10 Tagen/Nächten als Einstieg.
    Hier wird dir auch weiter geholfen für den weiteren Fortgang und Vermittlung an andere Wat's.

  5. #4
    Avatar von x-pat

    Registriert seit
    06.11.2003
    Beiträge
    7.208
    Weitere bekannte englischsprachige Anlaufstellen in der Welt des thailändischen Buddhismus sind:

    Wat Pah Nana Chat (Isaan)
    Wat Pah Nanachat
    Baan Bung Wai
    Ubon Rajathani 34310

    Wat Kao Tham (Surat Thani)
    Wat Kow Tahm International Meditation Centre, Koh Phangan, Thailand
    Ko Pha-Ngan
    Surat Thani 84280

    Wat Ram Poeng (Chiang Mai)
    Welcome to all people for meditation practice
    Tambon Suthep, Amphur Muang
    Chiang Mai 5000

    International Buddhism Center (Chiang Mai)
    fivethousandyears.org - Home
    Wat Phrathat Doi Suthep
    Tambomn Suthep, Amphur Muang
    Chiang Mai 50200


    Cheers, X-pat

  6. #5
    Avatar von DisainaM

    Registriert seit
    15.11.2000
    Beiträge
    26.851
    es gibt in Thailand unterschiedliche buddhistische Ausrichtungen, über die man sich vorher erkundigen sollte.

    Hierzu kann man in Deutschland sich bereits bei den hiesigen Wats sachkundig machen, welche Richtung einem zusagt,
    wobei es allerdings auch in Deutschland bereits 6 Wats der nicht unumstrittenden Dhammakaya Bewegung gibt,
    wo manche Dinge anders interpretiert werden.

    Aufgrund der Dauerdurchflutung von Touristen in Thailand,
    nicht wenige auf einem Asientrip, wobei völlig andere Vorstellungen von dem Unterschied zwischen einem gelebten Volksbuddhismus, wo Teile des Geisterglaubens ebenso verankert sind, wie andere wesendsferne Buddhismusformen,
    sind selber von einem wissenschaftlich isolierten Buddhismusbild geprägt,
    das sich oft schwer in die th. Realität einfügen lässt.

    Bevor man in einen th. Tempel geht, sollte man ev. einige Zeit in Thailand leben,
    und die herrschende bewusstseinsform des Alltagslebens begreifen,
    bevor man die Realität im Tempel, und die Antwort in Form des th. Buddhismusses begreift.

    Da manche Reisenden dabei gewissermassen Enttäuschungen erleben,
    weil sie zB. einen ökologischen Lebensstiel in ihrem westlich buddhistischen leben integriert haben,
    dieser jedoch nicht unbedingt bestandteil der th. Tempelrealität sein kann,
    da man schliesslich von den Spenden im Dorf lebt, und dementsprechend auch verpflichtet ist.
    findet man in Thailand Tempel, wo wenige Mönche leben, die jedoch nur noch von 10% der Bevölkerung unterstützt werden,
    weil ihre Interpretationen nicht der Erwartung der Hauptbevölkerung entsprach.
    Die Hauptbevölkerung hat sich sodann zu einem neuen Tempelbau entschlossen,
    und dorthin einen Mönch positioniert, dessen Lehre mehr dem entspricht,
    was der Hauptteil der Bevölkerung erwartet.

    Es wäre falsch, von einem Wettbewerb der Tempel zu sprechen,
    aber eine Lehre hat oft nur den gehalt, wieweit Menschen bereit sind,
    sie überhaupt zu hören.

    Diese Erkenntniss ist für manche westliche Besucher so ernüchternd, dass ihr eigenbrödlerische, theoretischer Buddhismus,
    im gelebten Leben, in Thailand, sich doch oft anders darstellt.

    Das Problem, in der Vergangenheit haben diese Tempelkuzzeitbesucher aus dem Westen oftmals den Eindruck hinterlassen,
    als würden sie doch etwas anderes suchen, als das, was sie im Tempel finden können.
    Deswegen werden ausländische Anfragende oft auf spezielle Touristentempel verwiesen,
    die ausschliesslich für Ausländer Meditationen, Kurse u.ä. anbieten.

    Ein thailändischer Schüler fragt in der Schule nicht seinen lehrer, was er gerne wissen möchte, weil es ihm nicht zusteht, diese Frage zu stellen.
    Im Tempelleben ist es ebenso.
    Ohne ein Basiswissen über die th. hirarchischen Umgangsformen, wäre ein Tempelaufenthalt nur dort geeignet,
    wo man zu dem Dorf schon lange familiäre Verbindungen hat, die Bevölkerung einen kennt, und respektiert,
    und der Tempel gewillt ist, die Fülle der kulturellen Probleme, bedingt durch nicht wissen,
    zu ertragen.

    Ansonsten steht der Anfragende schnell in der Ecke, einer beabsichtigten Egoshow auf der Suche zu sich selbst,
    ohne zu wissen, welche Forderung er stellt, und ohne zu wissen, welche Last seine nächtlichen Träume ev. in das Kollektivbewusstsein der Bevölkerung legt.

  7. #6
    Avatar von ChangMaiKrap

    Registriert seit
    09.12.2008
    Beiträge
    178

    Toller Beitrag

    Das hat mich doch zum Nachdenken gebracht.

    Ich hatte eigentlich nach meiner Auswanderung nach Thailand (sollte sie dann tatsächlich mal stattfinden ;) geplant, eine zeitlang in einem Tempel zu verbringen um

    a. vom deutschen Trott und der Berufstätigkeit (westlicher Art) wegzukommen und
    b. um das Verhalten und den Umgang mit und zwischen Thais besser zu verstehen, um mein Leben danach besser "integriert" führen zu können und um mit dem bisherigen abzuschliessen und neu anzufangen.

    Darüber dass, damit sowas funktioniert, schon grundlegende Vorbedingungen erforderlich sind, hatte ich mir bisher noch keine Gedanken gemacht.

  8. #7
    Avatar von Georg

    Registriert seit
    21.05.2005
    Beiträge
    246
    Hallo Leute,
    erstmal vielen Dank für die Antworten.

    x-pat) die Webseiten der von dir genannten Tempel werde ich mal in Ruhe studieren. Vielleicht bekommt man ja so schon im Vorfeld einen kleinen Einblick über das Leben in einem Wat.
    @Jarga) das von dir genannte Meditationszentrum werde ich vielleicht mal als erstes während eines längeren Thailand-Aufenthaltes buchen. Ich denke mal, man weiss dann nach den 10 Tagen wohl genau, ob man über einen längeren Zeitraum so als Mönch in einem Tempel leben kann oder nicht.

    Grüsse

    Georg

  9. #8
    Avatar von x-pat

    Registriert seit
    06.11.2003
    Beiträge
    7.208
    Zitat Zitat von ChangMaiKrap Beitrag anzeigen
    Ich hatte eigentlich nach meiner Auswanderung nach Thailand (sollte sie dann tatsächlich mal stattfinden ;) geplant, eine zeitlang in einem Tempel zu verbringen
    Würde ich nicht tun, weil man im Tempel von der Gesellschaft recht isoliert lebt. Die Isolierung ist dem Praktizieren der buddhistischen Lehre zwar zuträglich, aber für das Kennenlernen der Thai-Gesellschaft ist das nicht gerade ideal. In den Wats herrscht außerdem oft "noble silence", was das Erlernen der Thai Sprache nicht gerade vereinfacht. Man braucht 6 bis 12 Monate um zu verstehen wie die Dinge hier funktionieren und um die ersten soziale Kontakte aufzubauen. Die Zeit ist dann besser damit verbracht, Thai zu lernen und sich in das thailändische Alltagsleben zu stürzen nach dem learning by doing Prinzip.

    Cheers, X-pat

  10. #9
    Avatar von DisainaM

    Registriert seit
    15.11.2000
    Beiträge
    26.851
    gerade gesehen, auch dhammakay hat da Angebote,

    Fwdder.com - ?????????????? ??? ????????????????????????????????? - ?????? THEPOco

    nur wie gesagt, sich vorher erkundigen, welche Richtung etwas geht.

Ähnliche Themen

  1. Leben in einem ´Bilderbuch´dorf...
    Von Kali im Forum Sonstiges
    Antworten: 13
    Letzter Beitrag: 12.02.07, 21:39
  2. In einem buddhistischen Kloster
    Von Chonburi's Michael im Forum Treffpunkt
    Antworten: 10
    Letzter Beitrag: 21.12.04, 13:26
  3. Ehe mit einem Farang =Gesichtsverlust
    Von Otto-Nongkhai im Forum Treffpunkt
    Antworten: 68
    Letzter Beitrag: 07.02.03, 09:40