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aktuelle Situation in Thailand

Erstellt von phimax, 16.05.2010, 15:24 Uhr · 375 Antworten · 37.129 Aufrufe

  1. #241
    Avatar von michael59

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    Re: aktuelle Situation in Thailand

    Chaiyaphom:
    Tesco bis 17 Uhr nur auf, ATM gehen nicht, auf den Straßen viel Polizei, auch nach Beginn der Ausgangssprerre scheinen diese an Ecken feste Posten bezogen zu haben, in der Stadt war wohl den ganzen Tag Ruhe

  2.  
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  3. #242
    Avatar von Tschaang-Frank

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    Re: aktuelle Situation in Thailand

    http://www.dradio.de/dlf/sendungen/i...w_dlf/1186939/

    Der deutsche Botschafter in Bangkok, Hanns Heinrich Schumacher, weist ausdrücklich darauf hin, dass die Millionenstadt "kein angenehmer Platz" ist. Deutschen vor Ort rät er zur Online-Registrierung beim Krisenwarnsystem der Botschaft.

    Silvia Engels: In Bangkok spielen sich in den letzten Wochen Szenen ab, die man in der hoch entwickelten Metropole noch vor wenigen Jahren für unmöglich gehalten hätte. Nach monatelangem Konflikt besetzten Tausende von Vertretern der Opposition ein wichtiges Geschäftsviertel der Stadt, sie lieferten sich nach gescheiterten Verhandlungen über Neuwahlen blutige Schlachten mit Militär und Regierungsvertretern. Gestern nun stürmten Soldaten das besetzte Viertel, mehrere Anführer wurden festgenommen, erneut starben viele Menschen. Frieden ist nicht eingekehrt, in der Nacht galt eine Ausgangssperre, die nun auch verlängert werden soll. Die deutsche Botschaft ist in den vergangenen Tagen wegen der Unruhen für den Publikumsverkehr geschlossen gewesen. - Zugeschaltet ist uns nun Hans Heinrich Schumacher, er ist der deutsche Botschafter in Thailand. Guten Morgen, Herr Schumacher.
    Hans Heinrich Schumacher: Guten Morgen nach Deutschland.

    Engels: Wie ist die Lage derzeit rund um die Botschaft?

    Schumacher: Die Nacht war im Vergleich zu den Nächten vorher eigentlich gespenstisch ruhig. Man konnte aber deutlich sehen, dass es an vielen Stellen in der Stadt brannte. Die Hauptzufahrtsstraßen zur Botschaft sind weiter gesperrt. Die Rama 4 - für diejenigen, die die Umgebung kennen - war ja eine der Hauptgegenden der Auseinandersetzungen zwischen Militär und den Demonstranten. Es scheint hier heute Morgen so zu sein, dass es an vielen Stellen brennt. Wir bekommen die Zahl 35 genannt, darunter bekannte Orte wie das Central World Einkaufszentrum, eines der größten Einkaufszentren in Bangkok. Gleichzeitig geben Polizei und Militär und auch die Behörden deutlich zu erkennen, dass sie in der Lage und willens sind, die Situation unter Kontrolle zu bekommen. Aber wie Sie bereits angedeutet haben, wird es auch heute Nacht von 20 bis 6 Uhr eine Ausgangssperre geben, wobei ich vor allen Dingen die deutschen Touristen warnen muss, die nach 20 Uhr auf dem uneingeschränkt funktionierenden Flughafen Suvarnabhumi landen. Entgegen anderslautenden Meldungen werden diese Touristen nicht herausgelassen, auch wenn sie sich ausweisen können, sondern müssen wohl die Nacht am Flughafen verbringen, bis sie morgens um 6 dann an ihre Bestimmungsorte weiterfahren können. Allerdings, ich weise noch einmal ausdrücklich darauf hin: Für Bangkok gilt eine Reisewarnung. Dies ist im Moment sicherlich kein angenehmer Platz, um anwesend zu sein.

    Engels: Das betrifft die Touristen, die aus Deutschland anreisen. Was wissen Sie über die Situation der Deutschen, die bereits in Bangkok sind, seien es Geschäftsleute, seien es Touristen?

    Schumacher: Ich kann Ihnen versichern, dass wir bis heute nicht eine einzige Meldung haben, wonach Deutsche gefährdet wurden, oder in Mitleidenschaft gezogen sind. Es war ja immer so gewesen, dass dieser Konflikt ein innerthailändischer Konflikt war und sich niemals und zu keinem Zeitpunkt gegen Ausländer oder ausländische Einrichtungen gerichtet hat. Sobald man sich an unsere Reisehinweise und Informationen gehalten hat, gab es keine Gefährdung, und ich bin eigentlich sehr glücklich darüber, dass sich das neu eingeführte Krisenwarnsystem des Auswärtigen Amtes hier in Thailand bei dieser Krise bewährt hat. Wir bekommen sehr positive Rückmeldungen und ich kann hier nur noch einmal auffordern, dass diejenigen, die sich noch nicht in unsere Krisenliste eingetragen haben - das geht einfach über die Website mit einem Download -, dies tun. Dann können sie auch unsere Informationen erhalten.

    Engels: Das heißt, das ist eine Seite, wo sie dann automatisch in einen Verteiler aufgenommen werden?

    Schumacher: Sie werden in einen Verteiler aufgenommen und wir sind dann in der Lage, mit einer Information mit diesem Verteiler alle Deutschen, die sich in diesen Verteiler eingetragen haben, mit einem Knopfdruck zu erreichen. Das hat die Information enorm erleichtert.

    Engels: Und das erreicht man über die Internetseite des Auswärtigen Amtes?

    Schumacher: Über die Internetseite der Botschaft bangkok.diplo.de.

    Engels: Dann schauen wir noch auf die Situation im gesamten Land. Es war ja berichtet worden, dass der Norden auch nicht eine Region sei, in die man reisen sollte. Wie steht es um den touristisch ja besonders erschlossenen Süden?

    Schumacher: Der touristische Süden ist von den Unruhen vollkommen unbeeinflusst. Darauf haben wir in unseren Reisehinweisen ja auch immer hingewiesen. Außenminister Westerwelle hat gestern zurecht in ersten Presseäußerungen darauf hingewiesen, dass es im Moment nicht ratsam ist, in den Norden zu reisen. Zurzeit haben wir noch einen Reisehinweis, der vor nicht notwendigen Reisen in den Norden warnt. Wir werden heute Morgen mit Dienstbeginn in Deutschland mit unseren Kollegen im Auswärtigen Amt besprechen, ob wir nicht auch dort bis auf weiteres, bis zur Klärung der Situation eine Reisewarnung aussprechen, um niemanden in Gefahr zu bringen.

    Engels: Wir sprechen mit Hans Heinrich Schumacher, er ist der deutsche Botschafter in Thailand. - Herr Schumacher, schauen wir nun auf die politische Entwicklung. Die Regierungstruppen scheinen ja auf militärischen Sieg zu setzen. Ob das gelingt, ist fraglich, aber was bedeutet das so oder so politisch?

    Schumacher: Ich bin vorsichtig, wenn Sie sagen, auf den militärischen Sieg zu setzen. Was hier in den vergangenen Wochen und zwei Monaten fast schon passiert ist, ist im Verhältnis zu dem, was in Thailand in den letzten 30 Jahren passiert ist, mit über 18 Militärputschen und erheblicher Gewalt, eigentlich ein Paradigmenwechsel. Die Regierung und das Militär haben mit Zurückhaltung und unter Beachtung der Verhältnismäßigkeit auf diese Demonstrationen reagiert. Der ursprüngliche Kompromissvorschlag des Premierministers, Wahlen im November abzuhalten, ist ja auch der Forderung der Demonstranten entgegengekommen. Dieser Vorschlag hat dazu geführt, dass die Führer der Demonstranten, die verantwortlichen Führer, sich zerstritten haben. Eine ganze Reihe wollte diesen Vorschlag annehmen und sah das Ziel der Demonstrationen, der Landbevölkerung ihre Stimme wiederzugeben, die ihr durch den Militärputsch 2006 geraubt wurde, erreicht. Daraufhin haben sich die Demonstranten zerstritten und es sind die Gewaltbereiten zurückgeblieben, und ich meine, dass die Auflösung, die vorgestern stattgefunden hat, eigentlich in einer Weise über die Bühne gegangen ist, die auf Menschenleben wirklich Rücksicht genommen hat, obwohl die letzten zahlen, die ich erhalte, darauf hindeuten, dass zumindest seit dem 14. Mai, seit Beginn der aktuellen Kontroversen und Konfrontationen, über 40 Menschen dabei gestorben sind.

    Engels: Sehen Sie folglich aber auch eine Perspektive, dass Thailand und auch dieses zerrissene Lager doch wieder zu einer Form von Verhandlungen finden?

    Schumacher: Ich sehe eine Perspektive. Ich bin mit dem Wort "Bürgerkrieg" sehr vorsichtig. Sicher ist, dass diese Auseinandersetzung eine Tragödie für Thailand ist. Dieses Land, das eigentlich alles hat, Bodenschätze, wunderbare Landschaften, einen hervorragenden Tourismus, zerstört sich, wenn dieses Problem nicht gelöst wird, selber. Ich habe immer noch, muss ich hinzufügen, Vertrauen in das Augenmaß und die Verantwortung der derzeitigen demokratisch legitimierten Regierung - es sind demokratisch gewählte Politiker -, dass sie in der Lage ist, den Scherbenhaufen, den die Demonstrationen verursacht haben, nicht nur physisch zu beseitigen, sondern auch die Wunden in der thailändischen Seele zu heilen. Dies wird über kurz oder lang nur mit Neuwahlen möglich sein, denn die Landbevölkerung - und das war der ursprüngliche Antrieb der Demonstrationen - fühlt sich um ihre demokratische Stimme betrogen. Thailand zahlt im Moment den Preis für über 30 Jahre lang verschleppte gesellschaftliche Reformen und natürlich auch für eine Tatsache, die wir in vielen anderen Ländern der Welt sehen, dass durch die wirtschaftliche Entwicklung, den Globalisierungsprozess, die Schere zwischen arm und reich zu weit auseinandergegangen ist. Dies sollte auch eine Warnung für viele andere Länder sein.

    Engels: Einschätzungen von Hanns Heinrich Schumacher, er ist der deutsche Botschafter in Thailand. Vielen Dank für dieses Gespräch.

    Schumacher: Ich bedanke mich.

  4. #243
    Avatar von Claude

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    Re: aktuelle Situation in Thailand

    Gerade im Thai TV eine Erklärung von Militär, Polizei und der Forensikerin gesehen, mit engl. Subtitles.
    Die Armee hat schon umfangreiches Beweismaterial vor Ort gesichert. Die Polizei hat einige Jungs verhaftet, die mit Sprengstoff unterwegs waren. Die Fornesikerin wird untersuchen, wer da von wem erschossen wurde.
    Zudem gab es Fotos, die zeigen sollen, dass die einige Brandanschläge von langer Hand geplant waren - Attentäter haben per Walky-Talky kommuniziert. Dazu die üblichen Fotos von Schusswaffen und Gasbomben.

  5. #244
    Bukeo
    Avatar von Bukeo

    Re: aktuelle Situation in Thailand

    hier ein Foto mit einem Schützen der Rothemden - von BBC aufgenommen am Mittwoch bei der Stürmung Rajapraongs:



    BBC video of #redshirts firing M16's: http://is.gd/cih90 /via @sternos #bangkok

  6. #245
    Avatar von Khlui_2

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    Re: aktuelle Situation in Thailand

    Hier ein Kommentar aus der FAZ:
    FAZ.NET 21.05.2010

    Thailand
    Nur eine Schlacht

    Die Barrikaden im Zentrum von Bangkok sind niedergewalzt. Der Riss durch das Land ist dadurch allerdings eher tiefer geworden, der Konflikt nicht beendet worden. Verlagert sich der Aufstand?

    Von Jochen Buchsteiner, Bangkok


    Als die Regierung ihre Militäroperation am Nachmittag für beendet erklärte, lagen an Bangkoks zentraler Hochbahn-Station Ploenchit Soldaten auf der Treppe zum Bahnsteig, ihr Gewehr im Anschlag. Von der Nachbarstation Chidlom waren Schüsse zu hören. Dann stieg Rauch auf, weil „Rothemden“ Molotowcocktails in das Einkaufszentrum „Central World“ geworfen hatten. Nichts war vorbei, das eigentliche Chaos begann erst. Der Tag der großen Räumung wird auch als Tag der Desinformation in die Geschichte Thailands eingehen.

    Schon in der Nacht entwickelte sich Bangkoks „Rote Zone“ – jener Teil des Stadtzentrum, der wochenlang von Regierungsgegnern besetzt war – zum Kriegsgebiet. Stundenlang hallten Schüsse durch die Dunkelheit, immer wieder explodierten Sprengsätze. Im Morgengrauen fuhren dann gepanzerte Fahrzeuge durch die Straßen, Armeeverbände marschierten die noble „Wireless Road“ hinunter, an der sich mehrere Botschaften aufreihen, darunter einige europäische und die der Vereinigten Staaten.


    Stundenlang nahm die Armee die Barrikaden am Lumpini Park unter Beschuss. Als die gepanzerten Fahrzeuge schließlich die Barrikadenreste aus Reifenteilen und zerbrochenen Bambusstäben niederwalzten und die Armee in die besetzte Zone vorstieß, wurden die ersten zwei Todesopfer gemeldet. Im Laufe des Tages stieg die offizielle Zahl auf fünf, wie viele Menschen am Mittwoch aber tatsächlich getötet und verletzt wurden, wird wohl erst bekannt werden, wenn die Regierung die Zensur wieder aufhebt. Seit Tagen rechtfertigt sie den Militäreinsatz mit der Bewaffnung der Demonstranten. Die Gefechte am Mittwoch machten auch den Zweiflern deutlich, dass die „Rothemden“ nicht wehrlos waren. Sie setzten Brand- und Sprengsätze ein und wohl auch Schusswaffen. Sie aber deshalb als „Terroristen“ zu bezeichnen, wie es das Kabinett und die Armee wiederholt getan haben, stößt selbst unter Regierungssympathisanten auf Missbilligung.

    Kein Aufatmen, sondern Murren

    Propaganda gehört zum Waffenarsenal beider Seiten. Ein Sprecher der „Rothemden“ – offiziell nennen sie sich „Vereinigte Front für Demokratie gegen Diktatur“ (UDD) – verglich den Armeevorstoß am Mittwoch mit „Tienanmen“. Auch dies war maßlos, denn anders als bei der Niederschlagung der chinesischen Protestbewegung vor mehr als zwanzig Jahren versuchte die thailändische Armee trotz ihrer erdrückenden Übermacht die Zahl der Opfer niedrig zu halten.


    Die Auseinandersetzung weitete sich aus, nachdem die Führer der „Rothemden“ kapituliert hatten. Noch während an den befestigten Rändern gekämpft worden war, hatten Tausende von Demonstranten im Inneren der Besatzungszone ihre Moral mit Musik aufrechterhalten. Als am Mittag zwei ihrer Anführer auf der Bühne erschienen, erwarteten sie Durchhalteparolen. Stattdessen hörten sie dramatische Appelle zur Aufgabe. „Es ist nun Zeit, Leben zu retten, denn getötet werden wir ,Rothemden‘“, sagte Jatu.... Promphan und forderte die Demonstranten auf, das Gelände zu verlassen. Sein Mitstreiter Natthawut Saikua sprach von „unerträglicher Grausamkeit gegen die ,Rothemden‘“ und rief die Menge dazu auf, ihren Kampf später und an anderem Ort fortzusetzen. Danach stellten sich die beiden gemeinsam mit vier weiteren Anführern der Polizei.

    Kein Aufatmen, sondern Murren war die Folge. Eher unwillig folgten die meisten „Rothemden“ den Bitten ihrer Anführer und stiegen in die von der Regierung bereitgestellten Busse, während ein harter Kern in den Kampf gegen die Armee zog oder jene unterstützte, die von vornherein auf Gewalt eingestellt waren. Nicht nur innerhalb der „Roten Zone“ bildeten sich bis in die Nacht Widerstandsnester. Auf der touristischen Sukhumvit-Straße, mehrere Kilometer von der Zone entfernt, errichteten „Rothemden“ eine Straßensperre. Brandsätze flogen in das Börsengebäude. Die Redaktionssitze der (regierungsfreundlichen) Tageszeitungen „The Nation“ und „Bangkok Post“ wurden bedroht, mehrere Gebäude in Brand gesteckt, darunter ein Fernsehsender, die Börse, Behörden, Banken und Geschäfte. Weil sich die Auseinandersetzungen hinzogen, verhängte die Regierung eine nächtliche Ausgangssperre.

    Auch außerhalb Bangkoks schlug der Protest in Gewalt um. In drei Provinzen des Nordostens stürmten Regierungsgegner öffentliche Gebäude und steckten Häuser in Brand. Der bevölkerungsreiche, ländliche Nordosten Thailands ist die Bastion der Regierungsgegner. Hier fuhr Thaksin Shinawatra – der Mann, den sich so viele „Rothemden“ zurück an die Macht wünschen – einst seine Wahlsiege ein. Der schillernde Flüchtling, den viele für den Mann hinter der Protestbewegung halten, meldete sich inmitten der Auseinandersetzungen mit einer Warnung aus seinem Exil: Das Vorgehen der Armee werde in Verbitterung umschlagen, und aus verbitterten Menschen könnten Guerrilla-Kämpfer werden, sagte er. Zumindest die Regierung dürfte dies als Drohung verstanden haben.

    Thaksins Rolle ist mit diesem Mittwoch nicht durchsichtiger geworden. Kein Zweifel besteht daran, dass er großen Rückhalt in der thailändischen Bevölkerung hat. Ohne den Militärputsch gegen ihn hätten sich seine Anhänger vermutlich nicht gegen das System gestellt. Wie eng aber das Band zwischen ihm und den „Rothemden“ ist, wie stark sein Einfluss auf die UDD, gehört zu den meistdiskutierten Fragen in Thailand. Premierminister Abhisit Vejjajiva, dessen Rücktritt die „Rothemden“ seit Monaten fordern, wurde in den vergangenen Wochen nicht müde, Thaksin als Scharfmacher zu porträtieren. Dieser, versicherte der Regierungschef, habe im Hintergrund seinen „Versöhnungsfahrplan“ scheitern lassen, der einen friedlichen Kompromiss mit den Demonstranten möglich gemacht hätte. Thaksin bestreitet das und gab sich in seinen Videobotschaften stets als Freund von Verhandlungen.

    Verlorenes Vertrauen

    Ob Boss, Finanzier oder Spiritus Rector – Thaksin bleibt die Symbolfigur der Opposition. Eine faire Behandlung sei ihm und seiner politischen Bewegung während der vergangenen fünf Jahre „systematisch vorenthalten“ worden, sagt Thitinan Pongsudhirak, Politikwissenschaftler an der Chulalongkorn-Universität in Bangkok. Dies sei der Grund dafür, dass die Bewegung ihr Vertrauen in das gegenwärtige politische System verloren habe.

    Am Abend mahnte die Regierung in dem von ihr verordneten Fernsehprogramm eine nationale Versöhnung an, aber der Riss durch das Land dürfte mit diesem Mittwoch eher tiefer geworden sein. Die militärische Machtdemonstration einer Regierung, die nicht gewählt wurde, passt aus Sicht der Opposition in die lange Reihe von Verstößen gegen demokratische Standards. Denn das Establishment Thailands, das in der Armee, im Königshaus und Teilen der Bangkoker Geschäftswelt verortet wird, begnügte sich nicht damit, den ungeliebten Populisten im September 2006 aus dem Amt zu putschen. Die nachfolgende Militärregierung ließ eine Verfassung mit demokratischen Abstrichen verabschieden und setzte juristische Prozesse in Gang, die gegen Thaksin und seine Bewegung gerichtet waren. Zwei Premierminister, die mit Thaksins Bewegung verbunden waren, mussten nach fragwürdigen Gerichtsentscheidungen abtreten. Thaksin selbst wurde wegen Amtsmissbrauch zu Haft verurteilt, sein Pass und ein Großteil seines Vermögens wurden eingezogen.

    Professor Thitinan, der zu den rar gewordenen neutralen Beobachtern Thailands zählt, befürchtet, dass sich der Aufruhr nun auch in anderen Landesteilen einnisten könnte. Die Protestbewegung gegen die Regierung sei in den vergangenen Jahren „organisch gewachsen“ und werde nicht einfach vom Erdboden verschwinden, vermutet er. Selbst wenn die Regierung die Schlacht von Bangkok gewonnen hat – die „Rothemden“, sagt er, „werden immer wiederkommen.“

    Text: F.A.Z.

  7. #246
    Bukeo
    Avatar von Bukeo

    Re: aktuelle Situation in Thailand

    auch ein sehr interessanter Artikel:


    Unruhen in Bangkok
    Aus dem Balkan-Exil dirigiert Thaksin die Anarchie
    (16)
    Von Thomas Roser 20. Mai 2010, 17:47 Uhr

    Thaksin Shinawatra hat die Rothemden über Wochen angestachelt, dirigiert die Proteste aus dem Exil und lästert auf allen Kanälen. Für die thailändische Regierung ist der Ex-Premier der Inbegriff des Bösen. Mit dem umtriebigen Milliardär gerät auch seine neue Heimat Montenegro ins Zwielicht.

    „Ich bin jetzt Montenegriner“, versichert Thailands ehemaliger Regierungschef Thaksin Shinawatra. Doch der reichste Montenegriner bleibt trotz seiner vermehrten Blitzbesuche in dem kleinen Adria-Staat für seine neuen Landsleute ein Phantom.

    Kaum wird das Idol der thailändischen „Rothemden“ beim Shopping oder Restaurant-Besuch im Badeort Budva gesichtet, steuert der Privatjet des rastlosen Exilanten vom Adria-Flughafen Tivat aus bereits wieder die nächste Wahlheimat des Mannes mit den vielen Pässen an.

    In Bangkok fechten seine Anhänger für mehr Demokratie und mehr Rechte, im Exil ordnet ihr Hoffnungsträger seine Geschäfte. Für die thailändische Regierung ist der 60-jährige Milliardär der Inbegriff des Bösen. Er hat die Rothemden über Wochen angestachelt, dirigiert die Proteste aus dem Exil und lästert auf allen Kanälen gegen die aktuelle Führung.

    Ministerpräsident Abhisit Vejjajiva ist überzeugt, dass Thaksin den friedlichen Kompromiss, der vergangene Woche schon zum Greifen nahe war, höchstpersönlich platzen ließ. „Wir stehen am Abgrund zur Anarchie, und das alles wegen des Stolzes, der Gier und Rachsucht eines Mannes“, schrieb die Zeitung „Bangkok Post“ und meinte Thaksin.

    Die weltweiten Verflechtungen des schillernden Geschäftsmanns bleiben indes für seine neuen Mitbürger genauso mysteriös wie der Grund für seine Einbürgerung im Land der Schwarzen Berge. In Großbritannien und Deutschland wurde der kapitalkräftige Flüchtling nach seiner Verurteilung zu einer zweijährigen Haftstrafe wegen Amtsmissbrauchs in seiner Heimat zwar zum unerwünschten Gast. Doch zumindest bei der Regierung des kriselnden Touristen-Mekkas Montenegro erfreut sich der von Interpol gesuchte Ex-Premier, der auch Diplomatenpässe und Staatsbürgerschaft Nicaraguas und Ugandas besitzt, ungebrochener Wertschätzung.

    Sein Land habe Thaksin „wahrscheinlich Mitte 2009“ die Staatsbürgerschaft erteilt – vor Ausstellung des Interpol-Haftbefehls und „zum Nutzen der Wirtschaft“, ließ Vizepremier Igor Luksic im April in London wissen. Der Neubürger ziehe nicht nur „neue Investoren an“, sondern plane in Montenegro auch selbst Investitionen.

    Herrn Thaksin Shinawatra sei mitgeteilt worden, dass er Montenegro nicht für seine politischen Aktivitäten nutzen dürfe, beteuert derweil Außenminister Milan Rocen. Thaksin sei vielmehr interessiert an „bedeutenden Projekten“ und „die Verleihung der Staatsbürgerschaft bessert das Bild Montenegros in der Welt auf“.

    Tatsächlich wird der EU-Anwärter am Mittelmeer mit der Einbürgerung des umtriebigen Thaksin eher wieder seinem zweifelhaften Ruf als Eldorado für zwielichtige Geschäftsleute, Mafiosi und Geldwäscher gerecht. Schon seit langem werfen nicht nur die Oppositionsparteien, sondern auch heimische Bürgerrechtsgruppen der Regierung des langjährigen Premiers Milo Djukanovic eine allzu enge Verquickung mit der Organisierten Kriminalität vor. Enge Kontakte soll Thaksin mit der Machtclique in Podgorica pflegen.

    Die Tageszeitung „Dan“ berichtet von „unbestätigten Gerüchten“, dass er sowohl zum Premier-Bruder Ace Djukanovic als auch dem von Interpol aufgrund eines serbischen Haftbefehls gesuchten Tabak-Tycoon Stanko Subotic „gute Beziehung“ pflege. Mit beiden plant der Thailänder offenbar millionenschwere Geschäfte: Montenegrinischen Medienberichten zufolge will er sowohl in die angeschlagen Prvi Bank des Djukanovic-Clans als auch in die Nobel-Insel Sveti Stefan des Wahlschweizers Subotic investieren.

    Die Mittelmeer-Insel Sveti Nikola soll ihm bald gehören, 100 Millionen Euro sind für das zwei Kilometer lange und 36 Hektar große Eiland im Gespräch. Er liebe die Menschen, das Essen und das Wetter in Montenegro – und sei in ständigen Kontakt mit der thailändischen Opposition, berichtete der sonst in einer angemieteten Villa völlig abgeschottete Thaksin, als ihn heimische Reporter Ende April beim Verlassen einer Sprachschule in Podgorica endlich einmal zur Rede stellen konnten.

    Doch Thaksins Sympathie-Erklärungen für sein neues Heimatland stoßen dort nicht nur auf Gegenliebe. Im Mai 2009 fragte die Anti-Korruptions-Organisation „Mans“ bei der Regierung an, aufgrund welcher Rechtsbasis das Innenministerium Thaksin die Staatsbürgerschaft erteilt habe. Eine Antwort steht bis heute aus. Mans versucht mittlerweile, von der Regierung per Gericht eine Offenlegung der Hintergründe der Einbürgerung zu erzwingen. „Leider gibt es Indizien, dass hinter der Einbürgerung private Finanz-Interessen stehen“, begründet Mans-Direktorin Vanja Calovic die Klage ihrer Organisation.

    Mit der Erfolgsformel „Staatsbürgerschaft für Geld“ könne man sicherlich auch Kirgistans gestürzten Präsidenten Kurmanbek Bakijew oder andere „Investoren“ aus Kolumbien, dem Sudan oder dem Tschad ins Land locken, schreibt bitter das Wochenmagazin „Monitor“. Sarkastisch schlägt das Blatt Neubürger Thaksin gar als idealen Nachfolger für den nach eigener Auskunft amtsmüden Premier Djukanovic vor. In seiner Heimat sei der Thailänder schließlich für Machtmissbrauch im Familieninteresse verurteilt worden: „Das ist das gleiche Regierungsmodell, das hier seit 20 Jahren an der Macht ist.“

    http://www.welt.de/politik/ausland/a...-Anarchie.html

  8. #247
    Avatar von Tschaang-Frank

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    Re: aktuelle Situation in Thailand

    Ein kleiner Einblick am Tag danach

    [youtube]http://www.youtube.com/watch?v=n20IdKPHW-U&feature=channel[/youtube]

    [youtube]http://www.youtube.com/watch?v=LUJslAAW_-c[/youtube]

  9. #248
    Avatar von Tschaang-Frank

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    Re: aktuelle Situation in Thailand

    [youtube]http://www.youtube.com/watch?v=psq32XDpfyE&feature=related[/youtube]

    This music was composed on 19th May 2010 in response to the images of violence and the burning of buildings in Bangkok during the riots. I came to Thailand in 1989 and have never witnessed such violence, anger and wanton destruction. I sincerely wish for peace and stability as soon as possible for this lovely country and her wonderful people

    [youtube]http://www.youtube.com/watch?v=GEtCDTvrpZM[/youtube]

  10. #249
    Avatar von Samuianer

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    Re: aktuelle Situation in Thailand


    tukky_nt: MRT is fixing their entrance and exit in Silom, Klongtoey & Sirikit after being attacked. Expected to resume services SUN. via js100radio
    Friday, May 21, 2010 1:49:30 PM


    tukky_nt: PM Abhisit will adress to the nation in both Thai and English. via @SatitTrang
    Friday, May 21, 2010 1:40:57 PM

    andere Entwicklungen:



    POLITICS »
    RUNAWAY EX-PREMIER

    Paris tries to gag Thaksin
    By Agencies, The Nation

    France said Thursday it would try to prevent ex-Thai premier Thaksin Shinawatra from speaking out on the political crisis in his homeland while he is on its territory.

    "Under the context of violence in Thailand," France has "told Thaksin, whose stay was strictly private in France, that he should refrain from any public expression or statement during his stay on our territory," ministry spokesman Bernard Valero said in a press briefing.

    French authorities say any high-level exposure of Thaksin was inappropriate against the background that his supporters, the "Red Shirt" army, were fighting with Thai national security forces.

  11. #250
    Avatar von gehfab

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    Re: aktuelle Situation in Thailand

    Erklärung des Premierministers Abhisit Vejajiva am 21. Mai 2010

    Meine Damen und Herren,

    wir haben die Ordnung in der Hauptstadt Bangkok und in den Provinzen von Thailand wieder hergestellt. Mit der Kooperation der Staatsbediensteten, freiwilligen und natürlich dem thailändischen Volk ist uns dies gelungen. Wir werden weiterhin eilig daran sein Normalität wiederherzustellen und gerade während dieser Zeit verstehen wir das vor uns noch riesige Aufgaben stehen. Insbesondere die Aufgabe, die Spaltung in diesem Land zu bewältigen.

    Lassen Sie mich Ihnen versichern, dass die Regierung alle diese Aufgaben und Schwierigkeiten durch den vorher angekündigten Fünf-Punkte Aussöhnungsplan gerecht werden wird. Dieser Plan basiert auf den Prinzipien der Mitwirkung, Demokratie und Gerechtigkeit. Wir werden es ermöglichen das die Handlungsprozesse der geltenden Gesetze und der parlamentarischen Demokratie durchgeführt werden können und mit der Hilfe aller Bevölkerungsgruppen eine Lösung gefunden werden kann. Gleichzeitig beinhaltet dieser Plan eine unabhängige Untersuchung aller Ereignisse die während der Proteste geschehen sind. So mit kann ich Ihnen versichern, das diese Regierung das Vorhaben hat das Land vorwärts zu bringen, Ordnung wieder herzustellen und wir werden dafür Sorge tragen, das diese Zeit der Ausheilung in einer transparenten Art und Weise durchgeführt wird.

    Ich danke Ihnen.
    Achtung: Es handelt sich hier um keine offizielle Übersetzung, habe mich aber bemüht so gut ich konnte. Original Ansprache findet ihr im Link:

    Quelle: Thai Government - Statement by the Prime Minister 21 May 2010

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