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Wat Mae Ta Khrai

Erstellt von Goob, 17.10.2013, 11:46 Uhr · 34 Antworten · 3.046 Aufrufe

  1. #11
    ccc
    Avatar von ccc

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    Zitat Zitat von lucky2103 Beitrag anzeigen
    ... als würdest Du TH nur aus der Touristenperspektive betrachten - da geht viel Wahrheit und Erkenntnis bei unter ...
    Erkenntnis? Welche Erkenntnis?
    Erkenntnis ist immer individuell, daher kannst Du nur über Deine Erkenntnis sprechen. Welche Erkenntnis jemand anderer aus einer Situation zieht, ist immer und überall völlig unabhängig von Deiner und wahrscheinlich auch abweichend.

    Wahrheit? Welche Wahrheit meinst Du?
    - die "ganze Wahrheit"?
    - die "reine Wahrheit"?
    - "nichts als die Wahrheit"?
    - "Deine Wahrheit"?
    - "Dunes Wahrheit"?
    ......

    Es gibt keine allgemeingültige Wahrheit und im Zusammenhang mit einer Mönchstatue ist das Grübeln über irgendeine Wahrheit auch nicht zielführend, weil es viele Wahrheiten dahinter gibt: Die Wahrheit des derzeitigen Abts (des das wahrscheinlich für eine gute Idee hält, um Besucher anzulocken), die Wahrheit des Restaurantbesitzers neben dem Wat (der sich viele Kunden erwartet die bei ihm einkehren), die Wahrheit der Gläubigen (die es gut für ihr Karma finden, wenn sie der Statue ihre Reverenz erweisen), die Wahrheit von Dune (für die er einfach nur groß da hockt), usw ...

    Wahrheit oder Erkenntnis zu diesem Bau ist etwas völlig vages, zumal aus einem europäischen Gehirn, egal ob Tourist oder Expat, der glaubt das Thaiwesen verstanden zu haben.

    Das was man diskutieren kann und m.E. durchaus soll, ist das Empfinden, das man beim Anblick eines solchen Baus hat, welche Gedanken man damit verbindet und ob es sinnvoll ist oder nicht so monumental zu bauen, und und und ... aber irgendeine (womöglich sogar absolute) Wahrheit wird dabei sicher nicht herauskommen.

    Wie fragte doch schon weiland Pontius Pilatus: "was ist Wahrheit?"

    Das was mir durch den Kopf geht, wenn ich diesen Bau sehe (und ähnliche Konstrukte aus den letzten Jahren), ist, dass hier die jahrhunderte alte Kultur des Buddhismus teilweise stark pervertiert wird und dass man mit solchen Bauten von den verschiedenen Aspekten der Lehre Buddhas zumindest den des 'Mittelwegs' und der 'Genügsamkeit' völlig mißachtet, wenn man so einen Protzbau hinstellt. Auch glaube ich nicht, dass es dem Buddhismus gut tut, wenn man bekannte Mönche statt des eher mythisch verklärten Buddha in den Mittelpunkt der Verehrung stellt, noch dazu in Abmessungen, die weit über die meisten Statuen Buddhas hinausgehen. Aber das ist nur meine ganz persönliche Wahrheit.

    Ich mag solche Bauten nicht, weil ich hier nichts erkennen kann, was ich persönlich mit Thailands Kultur verbinde.

    Zitat Zitat von lucky2103 Beitrag anzeigen
    ... weil dem Touristen eben dieser Kern verschlossen bleibt...
    dieser Kern bleibt auch allen Nicht-Thais verschlossen, die glauben ihn erkannt zu haben, nur weil sie permanent im LOS leben. Die Anzahl der Farangs, die das Thaiwesen in der Form verinnerlicht haben, wie es ein Thai kann, bewegt sich wahrscheinlich im einstelligen Bereich.

    ----------------------------

    Nachtrag: Die einzige 'absolute' Wahrheit in diesem Zusammenhang: Tolle Fotos von Goob

  2.  
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  3. #12
    Avatar von x-pat

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    Ich kenne den Wat Huay Mongkol. Es handelt sich um die Statue von Luang Phor Thuad, einem legendären Mönch der vor 400 Jahren gelebt hat, und von dem niemand weiss wie er wirklich aussah, bzw. wieviel an den Luang Phor Thuad Geschichten wahr ist. Angeblich soll dieser Mönch viele Wunder vollbracht haben.

    Die künstlerischen Verdienste dieser Statue sind in der Tat streitbar. Was mich an diesem Ort jedoch mehr abgestoßen hat, ist die hemmungslose Vermarktung von religiösen Paraphernalen und die kommerzielle Ausschlachtung der Legende. Dort halten täglich zig Tourenbusse und die Scharen kaufen Amulette, Statuen, Weihwässerchen und was weiß ich. Buddhismus auf dem niedrigsten Niveau, wenn man das überhaupt noch als Buddhismus bezeichnen kann. Das darf man natürlich keinem Thai erzählen.

    Leider gehen zur Zeit viele Tempel in diese Richtung.

    Cheers, X-pat

  4. #13
    Avatar von rolf2

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    Ich war auch schon da mit ner Autoladung Thais, sozusagen Sonntagsausflug, Foto hier...Foto da, Räucherkerzchenspende, und dann ab zum nächsten Zeitvertreib, ne ebenso hohle Attraktion, da gabs ein paar Ziegen und Schafe , die konnte man füttern.

    mehr als Das war's auch für die Thais nicht, wüsste auch nicht warum man darüber sich weiter auslassen müsste, es ist ne Touristenattraktion , mehr blöd als das sowas mit Buddhismus zu tun hätte.

  5. #14
    Avatar von lucky2103

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    Ich lese grade ein Buch von Pra-Ajarn Wachira-Meti.

    Er schreibt darin, dass die thail. Gesellschaft z.Zt. sich wie ein Fischschwarm verhaelt, ohne nachzudenken.

    Vor ein paar Jahren gabs diesen Hype um das Jatukam- Amulet, danach folgten weitere.

    Er schreibt auch, das TH in die falsche Richtung treibt.
    In 100 Jahren koennte der Staat Thailand aufhoeren zu existieren...

  6. #15
    Avatar von rolf2

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    Zitat Zitat von lucky2103 Beitrag anzeigen
    Ich lese grade ein Buch von Pra-Ajarn Wachira-Meti.

    Er schreibt darin, dass die thail. Gesellschaft z.Zt. sich wie ein Fischschwarm verhaelt, ohne nachzudenken.

    Vor ein paar Jahren gabs diesen Hype um das Jatukam- Amulet, danach folgten weitere.

    Er schreibt auch, das TH in die falsche Richtung treibt.
    In 100 Jahren koennte der Staat Thailand aufhoeren zu existieren...
    Lucky,

    diese kritische Auseinandersetzung mit der Entwicklung moderner Gesellschaften findet auf verschiedensten Ebenen statt, eine mögliche Variante ist dabei die Sichtweise aus einer religiösen Position heraus, dabei ist die Grundlage der jeweiligen Religion unterschiedlich.

    Fundamentale Ismamisten bevorzugen die Scharia, lehnen Musik und Tanz ab und wollen zurück in die Steinzeit.

    Das Gleiche findet sich auch bei Christen und Buddhisten in abgeschwächter oder ebenso radikaler Form.

    Für mich und für viele Andere ist aber der "Glaube" interpretierbar und nicht in jeder Form interressant genug sich darüber nen Kopp zu machen, mit anderen Worten für dich mag es interressant sein eine Anzahl von thailändischen Mönchen und deren Wirken und Worte zu kennen.

    Ich halte das jedoch für vernachlässigbar und wenig interressant, solche pompösen Bauwerke wie hier besprochen haben jedenfalls mit den Grundphilosophien des Buddhismus soviel zu tun wie Lourdes oder weinende Mariastatuen mit dem Christentum, nämlich nichts, außer Scharlatanerei. Muss man nicht unbedingt wissen oder kennen.

  7. #16
    ccc
    Avatar von ccc

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    Zitat Zitat von lucky2103 Beitrag anzeigen
    Er schreibt auch, das TH in die falsche Richtung treibt.
    In 100 Jahren koennte der Staat Thailand aufhoeren zu existieren...
    Der Staat wird wahrscheinlich nicht aufhören zu existieren, aber die Gesellschaft wird eine radikale Änderung erleben, und das nicht erst in 100 Jahren sondern schon sehr viel früher.

    Die geistige Entwicklung hat sich in den letzten Jahrzehnten völlig von der wirtschaftlichen und politischen Entwicklung abgekoppelt. Die Zahl der Thais die das erkennen, wie etwa Pra-Ajarn Wachira-Meti, ist verschwindend gering. Für die meisten endet der geistige Horizont dort, wo das permanente Auswendiglernen in der Schulzeit aufgehört hat. Hinterfragt wird prinzipiell nichts (kritisches Denken wird ja im Erziehungswesen von vornherein unterbunden), dafür wird alles nachgeplappert was irgend ein Führer (und damit meine ich nicht nur den Quadratschädel) vorgibt.

    Der Vergleich mit dem Fischschwarm ist schon ziemlich zutreffend.

    Es gibt zwar da und dort Ansätze, dieses strenge System aufzubrechen, oft endet das aber mit einer LM-Drohung, einer Pistolenkugel oder im Gefängnis. Wie soll sich ein Staat in geordneten Bahnen entwickeln, wenn (ein konkretes Beispiel!) ein angesehener und gebildeter Hochschulprofessor von Amts wegen mundtot gemacht und seine Karriere beendet wird, weil er wissenschaftlich nachweist, dass die Thai-Schrift NICHT die Erfindung eines bestimmten Königs ist.

  8. #17
    Avatar von lucky2103

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    @rolf2,

    es hat nichts mit Glauben zu tun, wenn man feststellt, dass sich grosse Teile der Gesellschaft keine Gedanken mehr vor dem Handeln machen, sondern nur das tun, was der "Nachbar" auch tut.

    Daneben ist mir bei Deinen Antworten zu meinen Posts schon oefters aufgefallen, dass Du nicht verstanden hattest, was ich eigentlich meinte...aber das geht vielen Farangs so.

    Buddhistische Lehre beinhaltet eben auch, eine Antwort in Metaphern zu huellen oder nur anzudeuten, so dass der Zuhoerer sich den Sinn "erdenken" muss.

    In westlichen Gesellschaften ist es jedoch ueblich sehr direkt und praezise zu anworten.

  9. #18
    Avatar von rolf2

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    Zitat Zitat von lucky2103 Beitrag anzeigen
    @rolf2,

    es hat nichts mit Glauben zu tun, wenn man feststellt, dass sich grosse Teile der Gesellschaft keine Gedanken mehr vor dem Handeln machen, sondern nur das tun, was der "Nachbar" auch tut.

    Daneben ist mir bei Deinen Antworten zu meinen Posts schon oefters aufgefallen, dass Du nicht verstanden hattest, was ich eigentlich meinte...aber das geht vielen Farangs so.

    Buddhistische Lehre beinhaltet eben auch, eine Antwort in Metaphern zu huellen oder nur anzudeuten, so dass der Zuhoerer sich den Sinn "erdenken" muss.

    In westlichen Gesellschaften ist es jedoch ueblich sehr direkt und praezise zu anworten.
    nun.... der Kontext war das monströse Abbilden von mehr oder weniger örtlich bekannten Mönchen im Allgemeinen und zu Dunes Äußerung im Besonderen, also wozu sollte sich jemand viele Gedanken machen beim Besuch eines touristisch aufgepepptem Showmonuments irgend eines Mönchs aus einem anderen Land. Nächster Halt ist vielleicht ein Elefantencamp oder ne Fischzucht, so what?



    nix für ungut, aber verstanden werden ist stark abhängig vom Formulieren der eigenen Aussage. Weniger ist mehr gilt beim Zusammenfassen im Ergebnis.

    Von daher spricht ja auch sehr viel dafür direkt und präzise zu sein, das ist zwar nicht immer höflich wird aber zumindestens unter Deutschen vorausgesetzt um verstanden zu werden.

    Du redest hier zu Deutschen und nicht zu Thailändern.

  10. #19
    Avatar von Phommel

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    Ich bin sogar der Meinung, dass eine gewisse Distanz zum Gastgeberland überlebensnotwendig ist für die mentale Verfassung von Ausländern in Asien. Wird diese Distanz unterschritten führt dies oft zum spirituellen Chaos in der Seele. Manche legen danach Karten im Fernsehen oder ernähren sich nur noch von Wasser. Oder vermessen Strassenbelagrisse und wiegen Eier.

    Auf alle Fälle führt es offenbar dazu, dass diese Kandidaten Dinge sehen die kein anderer sieht und daraus Unglaubliches basteln können.

    Bei den meisten sind diese Schädigungen irreparabel.

  11. #20
    Avatar von rolf2

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    Zitat Zitat von Phommel Beitrag anzeigen
    Ich bin sogar der Meinung, dass eine gewisse Distanz zum Gastgeberland überlebensnotwendig ist für die mentale Verfassung von Ausländern in Asien. Wird diese Distanz unterschritten führt dies oft zum spirituellen Chaos in der Seele. Manche legen danach Karten im Fernsehen oder ernähren sich nur noch von Wasser. Oder vermessen Strassenbelagrisse und wiegen Eier.

    Auf alle Fälle führt es offenbar dazu, dass diese Kandidaten Dinge sehen die kein anderer sieht und daraus Unglaubliches basteln können.

    Bei den meisten sind diese Schädigungen irreparabel.
    Ich würde sagen egal wo man sich grad befindet, in welchem Land oder in welcher Gegend eines Landes, ne gewisse kritische Distanz sich selbst und seiner Umwelt gegenüber kann helfen objektiver zu bleiben.

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