Seite 4 von 4 ErsteErste ... 234
Ergebnis 31 bis 32 von 32

Vietnam - zwischen Marx und Markt

Erstellt von HPollmeier, 16.05.2004, 19:48 Uhr · 31 Antworten · 4.165 Aufrufe

  1. #31
    Avatar von HPollmeier

    Registriert seit
    27.08.2003
    Beiträge
    1.959

    Re: Vietnam - zwischen Marx und Markt

    Hallo zusammen,

    in unserem Vietnam-Bericht wurde das Buch

    Zukunftsmarkt Asien. Die Entdeckung der asiatischen Märkte.
    von Marc Faber


    genannt:



    Amazon-Preis: EUR 34,90 Kostenlose Lieferung.


    Rezension aus der Amazon.de-Redaktion

    [I] Wirtschaftskrimis kommen meist ohne Leichen aus, mal abgesehen von den Suiziden abgestürzter Börsenspekulanten. Besonders gut sind solche Werke, wenn sie sich stark an der Realität orientieren, und überraschend gut dann jene, die in einer Art Genre-Mix zu einem Wirtschaftskrimi mutieren können. Das Buch von Faber ist so ein spezieller Fall.

    Marc Faber "betreibt" in seinem Buch einen wirtschaftsgeschichtlichen, globalen Rundumschlag. Er hopst in einem höchst interessanten Stakkato quer durch die Konjunktur-Zustände und Anlagemärkte (von Boom bis Depression), Zeiten (Altertum bis heute) und Volkswirtschaften (von Indonesien über Mexiko bis Deutschland) und schafft es dennoch brilliant, seinen Lesern ein inhaltlich geschlossenes, hochspannendes Bild zu vermitteln.

    Der rote Faden simplifiziert: Da Volkswirtschaften aus Menschen bestehen und diese speziesbedingt in ihren Aktionen und Reaktionen beständig bleiben, und da Ressourcen endlich sind, lassen sich aus der Geschichte wahrscheinliche Entwicklungen ableiten. Bloß kennen muss man die Geschichte. Und da besteht nach der Lektüre des Buches über Fabers Wissen wenig Zweifel. Als Konklusion leitet der Autor einen Zukunftsmarkt Asien ab, mit Schwerpunkt China. Angenehm an der Einschätzung der Lage ist, dass Faber sich -- so weit wie möglich -- von bloßen Zahlenspielchen à la "x Milliarden Chinesen..." weit gehend fernhält. Er nähert sich mit Vorsicht an, zieht politische und soziale Möglichkeiten in Betracht, wägt ab und schafft es so, in seinem Werk den Blick für eine Wirtschaftsregion zu schärfen, die Zukunft hat. Und von "Westlern" meist nur schemenhaft begriffen wird.

    Fazit: Ein Buch für Anleger und Investoren wie auch Unternehmer, die neue Märkte suchen. Und für Wirtschaftsinteressierte, die größere Zusammenhänge spannend aufbereitet zu schätzen wissen. Das Buch hat Zukunft. --Horst-Joachim Hoffmann

    Kurzbeschreibung
    Der renommierte Investmentberater Marc Faber macht sich in seinem neuen Buch auf den Weg „das Gold von morgen “zu finden –den Markt der Zukunft. Der Autor hebt in seinem Buch einige Veränderungen, die eintreten könnten hervor, basierend auf historischen Ereignissen und teilweise auf aktuellen wirtschaftlichen Entwicklungen. Dieses Buch handelt nicht davon, wirtschaftliche Desaster oder kolossale Booms vorherzusagen, sondern davon, Möglichkeiten in einer Welt...

    Mehr unter:

    http://www.amazon.de/exec/obidos/ASI...273256-6695244

    Gruss
    HPollmeier

  2.  
    Anzeige
  3. #32
    Avatar von HPollmeier

    Registriert seit
    27.08.2003
    Beiträge
    1.959

    Re: Vietnam - zwischen Marx und Markt

    Hallo zusammen,

    mit Zustimmung meines Freundes Dr. Heinz Palla, der auch die Photos zur Verfuegung stellte, weise ich hier einmal auf Probleme abseits der Touristenpfade hin:

    Förderung eines umfangreichen Operationsprogramms für herzkranke Kinder durch eine deutsche humanitäre Stiftung

    HCM-City -- Mit Mitteln der deutschen „Stiftung Wirtschaft Hilft Hungernden“ wurden bereits hundert Kinder mit verschiedenen Formen angeborener Herzfehler in Fachkliniken in HCM-City operiert.


    Der kürzliche Besuch einer Delegation der deutschen humanitären Stiftung lenkte erneut die Aufmerksamkeit auf das bedauernswerte Los von Kindern mit angeborenen Missbildungen und anderen Krankheiten, die durch das Entlaubungsmittel Agent Orange ausgelöst wurden. Unter Leitung des Gründers und Präsidenten der Stiftung, Dipl.Ing. Claus-Werner Ruff, führte die Delegation Gespräche mit ihrer vietnamesischen Partnerorganisation und verschiedenen Sozial- und Gesundheitseinrichtungen, die an den von der Stiftung finanzierten Programmen beteiligt sind.

    Operating theatre of Heart Institute, HCM-City

    Seit 1996 unterstützt die deutsche Wirtschaftsstiftung verschiedene Projekte zur Betreuung behinderter Kinder im Distrikt Can Gio in der Provinz Ho Chi Minh. Seit Mitte des vorigen Jahres finanziert sie darüber hinaus ein grosses Operationsprogramm für herzkranke Kinder.
    Mit Spenden deutscher Firmen, aber auch privater Spender, unterstützt die Stiftung verschiedene Projekte in Ländern der sog. Dritten Welt, baut Schulen und Hospitäler, errichtet Sozialzentren und Kinderdörfer für Aids- oder Kriegswaisen und Strassenkinder, gräbt Brunnen für sauberes Trinkwasser und organisiert Nothilfeprogramme. Der Umfang ihres Engagements in Vietnam hat sich im Verlauf der Jahre zunehmend erweitert, sodass die Hilfe für Vietnam gegenwärtig das weltweit grösste Projekt der Stiftung darstellt.

    Im Jahr 1996 wurde die Stiftung auf das grosse Problem der wachsenden Zahl von Kindern mit angeborenen Missbildungen aufmerksam, die möglicherweise durch das im Krieg eingesetzte Entlaubungsmittel Agent Orange ausgelöst wurden, aber auch mit erworbenen körperlichen und geistigen Behinderungen. Auf Antrag des Sozial- und Rehabilitationszentrums Can Gio wurden zwei Schulen für behinderte Kinder errichtet, ein Dormitorium für alte Menschen, Dormitorien sowie verschiedene Werkstätten für die berufliche Ausbildung behinderter und gesunder Jugendlicher erstellt. Darüber hinaus wurde ein ambulanter Dienst für die Betreuung von behinderten Kindern in den schwer zugänglichen Gebieten des Mangrovenwalds im Delta des Saigon River eingerichtet. Um das Sozialzentrum mit seinen verschiedenen Programmen zunehmend unabhängig von externer Hilfe zu machen, wurden von der Stiftung verschiedene Projekte finanziert, die dem Zentrum regelmässige Einnahmen sichern. Heute wird ein wachsender Anteil des Zentrumsbudgets aus Einnahmen einer eigenen Fabrik zur Herstellung von Fischsauce, aus der Austernzucht, den Lehrwerkstätten und einer Ausbildungswerft zum Bau und zur Reparatur von Schiffen und Booten getragen.

    Mothers with heart-sick children waiting for operation

    Im Jahr 2004 wurde die Stiftung auf die grosse Zahl von Kindern mit angeborenen Herzmissbildungen aufmerksam, die vergeblich auf Behandlung und Operation warten. Die Lebenserwartung ist bei diesen schweren Erkrankungen äusserst niedrig, wenn nicht rechtzeitig ein operativer Eingriff erfolgt. Aber häufig stammen diese Kinder aus sehr armen Familien, die nicht einmal die Kosten für die Diagnosestellung der Erkrankung tragen können, noch viel weniger für Operation und damit verbundener Intensivbehandlung aufkommen können.

    Klaus Ruff, der im Vorjahr tief erschüttert von Besuchen in Familien mit schwerkranken Kindern zurückkehrte, initiierte sofort eine Spendenaktion der Stiftung speziell für die Ermöglichung von Herzoperationen für Kinder armer Familien. Inzwischen sind aus einer ihm überreichten Liste von 235 Kindern mit dringlicher Operationsindikation bereits 100 Kinder erfolgreich am offenen Herzen operiert worden, weitere 24 Kinder haben bereits einen Operationstermin und von den verbleibenden Kindern werden in Abhängigkeit von den verfügbaren Mitteln diejenigen mit höchster medizinischer Dringlichkeit operiert.

    Dieses von einer ausländischen privaten Hilfsorganisation finanzierte Op-Programm ist bis heute einmalig in Vietnam. Es gibt zwar einige andere private Initiativen zur Behandlung herzkranker Kinder, die aber in der Zahl der Kinder wesentlich kleiner sind. Dabei ist besonders bemerkenswert, dass die Stiftung im Gegensatz zu anderen Hilfsprogrammen nicht nur einen Teil, sondern sämtliche Kosten für Operation und Intensivtherapie übernommen hat.

    Die Organisation und Durchführung eines so umfangreichen Op-Programms war natürlich nur möglich, weil hervorragend ausgebildete, insbesondere in Frankreich trainierte Teams von Herzchirurgen in einigen Hospitälern Vietnams vorhanden sind. In Ho Chi Minh-City gibt es zwei Hospitäler, das Herzinstitut und das Trieu Anh Hospital, in denen selbst sehr komplizierte Herzeingriffe durchgeführt werden können. Während ihres Aufenthalts in der Stadt hatte die deutsche Delegation die Gelegenheit zum Besuch beider Institutionen und zu Gesprächen mit der Leitung und den Chirurgenteams beider Kliniken.

    Two children after open heart surgery

    Besonders beeindruckt vom hohen Standard der Ausrüstung in Operationsräumen und Intensivstationen wie auch von der fachlichen Qualifikation der chirurgischen Teams waren die beiden Delegationsteilnehmer Prof. Dr. Wolfgang Hiller von der Technischen Universität München und Vorstandsmitglied der Stiftung, sowie Dr. Heinz Palla, medizinischer Berater der Stiftung. Dr. Palla: „Die vietnamesischen Kollegen haben mich freundlicherweise zu einigen sehr komplizierten Eingriffen eingeladen. Ich konnte mich überzeugen, dass ihre fachliche Qualifikation in jeder Hinsicht vergleichbar ist mit den besten Chirurgen in Deutschland und anderen Ländern.“ Prof. Hiller war vor allem vom persönlichen Engagement des medizinischen Personals beeindruckt: „In unseren Gesprächen konnte man spüren, wie sehr Aerzte und Schwestern um ihre Patienten bemüht waren.“

    In der alten Kaiserstadt Hue, führte die Delegation Gespräche mit der Leitung und dem Chirurgenteam der Medizinischen Hochschule, wobei über den Umfang und die Organisation der Eingriffe diskutiert wurde. Inzwischen hat die Stiftung die Mittel für mehr als 20 Herzoperationen in Hue bereitgestellt, die in den nächsten Wochen durchgeführt werden.

    Angesichts von vielen tausend herzkranken Kindern in Vietnam, die bisher vergeblich auf eine dringlich notwendige Operation warten, bemühen sich einige andere Hospitäler des Landes um die Einrichtung herzchirurgischer Abteilungen und dafür erforderlicher Intensivstationen. In diesem Zusammenhang verhandelte die deutsche Delegation auch mit der Leitung und den verantwortlichen Chirurgen des Provinzhospitals Nha Trang, wobei es um eine mögliche Unterstützung der Stiftung bei der apparativen Einrichtung des im Aufbau befindlichen herzchirurgischen Zentrums ging.

    German delegation in Trieu Anh Hospital with staff and operated children

    Ein Aspekt, der in den Diskussionen zwischen vietnamesischen und deutschen Teilnehmern immer wieder zur Sprache kam, war der Zusammenhang zwischen dem im Krieg eingesetzten, mit Dioxin verunreinigten Herbizid Agent Orange sowie anderer giftiger Entlaubungsmittel und dem gehäuften Auftreten von angeborenen Missbildungen wie auch anderer Erkrankungen. Dabei wurde deutlich, dass der ursächliche Zusammenhang unterschiedlich gewertet wird. Insgesamt wurde immer wieder betont, dass die vorliegenden epidemiologischen Daten nicht ausreichen, um alle aufgetretenen Geburtsdefekte und Erkrankungen mit Sicherheit den im Krieg eingesetzten Giften zuschreiben zu können.

    Soweit das gehäufte Auftreten von Missbildungen insgesamt betroffen ist, so häufen sich allerdings die Belege, die für einen ursächlichen Zusammenhang mit Agent Orange sprechen. Nicht zuletzt lässt sich eine klare Korrelation zwischen der Menge des in bestimmten Gebieten versprühten Gifts und der Häufung von Geburtsdefekten feststellen. Ein gutes Beispiel dafür ist z.B. der Distrikt Can Gio, in dem die Stiftung zahlreiche Einrichtungen für die Betreuung und Rehabilitation einer ungewöhnlich hohen Zahl behinderter Kinder errichtet hat. Erklären lässt sich die hohe Missbildungsrate damit, dass der Distrikt wegen seiner strategisch wichtigen Lage im Mündungsgebiet des Saigon River häufigen Bombardierungen und Sprühaktionen mit Agent Orange und anderen Umweltgiften durch die US Air Force ausgesetzt war.

    Dr. Palla in discussion with surgeons of Trieu Anh Hospital

    Soweit angeborene Herzmissbildungen betroffen sind, ist der Zusammenhang zu Agent Orange allerdings nicht so eindeutig. Nach Ansicht von Experten des Herzinstituts in Ho Chi Minh - City bedarf es noch langjähriger epidemiologischer Untersuchungen, um in diesem Punkt zu einer sicheren Aussage zu kommen.

    Claus Ruff hat eine klare Meinung zu diesem heiss diskutierten Thema: „Für mich persönlich und für die Stiftung spielt die letztliche Ursache der Erkrankungen überhaupt keine Rolle. Es sind die Kinder mit einer lebensbedrohlichen Krankheit welcher Ursache auch immer, denen wir helfen wollen“. Er hofft durch das Bekanntwerden des Engagements der Stiftung in Vietnam vermehrt Mittel für seine Projekte zu erhalten - nicht zuletzt von internationalen Firmen, die im vietnamesischen Markt tätig sind.

    Weitere Infos:

    WHH - Stiftung Wirtschaft hilft Hungernden

    Der Wirtschaftsminister und stellvertretende Ministerpräsident des Landes Baden-Württemberg, Walter Döring, hat heute in Stuttgart den Eine-Welt-Preis der Stiftung Entwicklungszusammenarbeit Baden-Württemberg und des Fördervereins Hilfe Direkt e.V. überreicht, der erstmals anlässlich des 10-jährigen Jubiläums der Stiftung für herausragende Eine-Welt-Arbeit vergeben wurde. Der erste Preis in Höhe von 10.000 DM, der wie alle anderen Preise privat gestiftet wurde, ging an die Stiftung „Wirtschaft hilft Hungernden“ in Bonndorf im Schwarzwald.
    http://www.baden-wuerttemberg.de/six...essemit_detail

    Die Stiftung ist eine gemeinnützige Stiftung, die rein humanitären Zwecken dient. Sie finanziert und fördert primär Projekte in Ländern der sog. „Dritten Welt“ und soweit dies möglich ist auch Nothilfe in Katastrophengebieten. Die Stiftung leistet Hilfe zur Selbsthilfe. Alle Projekte werden dokumentiert und nach Abschluss vor Ort überprüft.
    Die Stiftung arbeitet ehrenamtlich. Spendengelder werden nachweislich ohne jeden Abzug für die Hilfsprojekte verwendet. Aufwendungen, die entstehen, tragen Vorstand und Beirat der Stiftung persönlich.

    Dipl.-Ing. Claus-W. Ruff
    Vorstandsvorsitzender der WHH
    Paul-Körberstraße 13, 79848 Bonndorf, Tel 07703/660, stiftung-whh@web.de

    Glückliche Gesichter wohin man blickt. Und am wichtigsten - Klaus Ruff und Georg Mehl, die beiden Männer von der Stiftung "Wirtschaft hilft Hungernden", die uns das Geld zum Bau von sieben Häusern gegeben, die mit uns gelitten, gehofft und gebangt hatten - auch sie sind stolz und gerührt angesichts des imposanten, nun endlich fertig gestellten Kinderdorfes. Wir, das heisst Kinder brauchen Frieden und unsere Partner der Mission de la Croix glorieuse, konnten dem Vertrauensvorschuss, den uns die Stiftung eingeräumt hat, mit der Präsentation eines in Ruanda bisher einmaligen...".i

    Homag AG Schopfloch ist Gründungsmitglied und Beirat der Stiftung "Wirtschaft hilft Hungernden".
    http://www.homag.de/cms/Aktuelles?g_iNewsId=123

    Prof. Wolfgang Hiller ist Beirat der Stiftung Wirtschaft hilft Hungernden
    http://www.chemie.tu-muenchen.de/hiller/index.htm

    Wirtschaft hilft Hungernden (WHH) - Bonndorfer Unternehmer Claus Ruff >EineWelt2 (3.7.2004)

    Der Bonndorfer Unternehmer Claus Ruff und die Stiftung "Wirtschaft hilft Hungernden" wollen herzkranken Kindern in Südvietnam eine Lebenschance geben

    Trang ist ein neun Jahre altes Mädchen aus Südvietnam. Sie hat einen schweren angeborenen Herzfehler. Auf einem Auge ist sie halb blind und chronisch unterernährt. Ihr und anderen vietnamesischen Kindern mit Herzerkrankungen will die Stiftung "Wirtschaft hilft Hungernden", die der Bonndorfer Unternehmer Claus Ruff 1983 gegründet hat, helfen - und ruft zu Spenden auf.

    Als Ursache der gehäuften Missbildungen am Herzen schließen Ärzte einen Dioxinschaden auch in der dritten Generation nicht aus. Denn da, wo Trang lebt, ist die Dioxinbelastung durch die Entlaubungsaktionen im Vietnamkrieg extrem hoch. Doch ohne Herzoperation hat Trang kaum eine Lebenserwartung. Claus Ruff, Vorsitzender der Stiftung "Wirtschaft hilft Hungernden" (WHH), die weltweit Hilfsprojekte unterstützt, kennt Trang persönlich. Er hat es ermöglicht, dass das Kind operiert wird, sobald sich ihr Zustand stabilisiert hat. Und er hat von 200 weiteren Kindern erfahren, die ähnliche Herzfehler haben. Ohne Operation haben auch sie kaum eine Überlebenschance. Deshalb begann die Stiftung eine Hilfsaktion für herzkranke Kinder in Vietnam - und will mehr Menschen finden, die das unterstützen. "Wir wollen mehr Kindern wie Trang helfen", sagt Claus Ruff, der den Hintergrund des neuesten Stiftungsprojekts so schildert:

    "April 2004. Wir begegnen Trang, als wir im Süden Vietnams mit einer lokalen Sozialarbeiterin und einem Dolmetscher in den Mangrovendörfern unterwegs sind. Hier leben die Ärmsten der Armen. Wir, das sind Heinz Palla, Arzt, Christiane Schütze, Ergotherapeutin und Journalistin, und ich. Mit Spenden in Höhe von 400 000 US-Dollar hat die Stiftung WHH in sieben Jahren zwei Reha- und Sozialzentren für behinderte und durch Dioxin geschädigte Kinder im Distrikt Can Gio in Südvietnam aufgebaut. Rund 120 Kinder werden heute physiotherapeutisch, medizinisch und pädagogisch betreut, weitere 20 Schwerstbehinderte rund um die Uhr. In Behindertenschulen, Lehr- und Ausbildungsstätten bekommen Kinder und Jugendliche eine nach Alter und Behinderungsgrad differenzierte Ausbildung.

    Dennoch: So viel mehr behinderte Kinder leben in den Mangrovendörfern. 80 Kinder werden zwar über die Rehazentren von einem mobilen sozialen Dienst ambulant betreut. Andere aber werden weiterhin von ihren Eltern versteckt, denn das, was in Japan als "Hiroshima-Stigma" bekannt war, existiert längst in Vietnam: die Angst der Eltern vor genetischen Schäden aufgrund des Extremgiftes Dioxin. Das heißt: Ist ein Kind in der Familie behindert, können auch gesunde Geschwister nicht verheiratet werden. Die Angst hat Geschichte.

    Vor 30 Jahren haben in diesem zweitgrößten Mangrovengebiet der Erde US-Militärs im Krieg besonders intensiv ein mit Dioxin vermischtes Unkrautvertilgungsmittel gesprüht, das berüchtigte "Agent Orange". Vietnam ist nun weltweit das Land mit der höchsten Behinderten- und Missbildungsrate. Neue Daten belegen, dass in der Region Can Gio besonders große Mengen versprüht wurden. Hier sind wir mit der Sozialarbeiterin unterwegs. Wir fahren mit einem Boot, halten an sehr provisorischen Landestegs und folgen der Sozialarbeiterin in armselige Hütten, in denen mehrfach schwerbehinderte Kinder leben.

    In solch einer Hütte treffen wir Trang. Sie verbeugt sich artig und flüstert ihren Namen. Sie atmet schwer. Dr. Palla tastet einen gravierenden Herzfehler, der bei uns problemlos operiert werden könnte. Aber ohne Operation, sagt Palla, wird das Kind die nächste Infektion kaum überleben. Trangs Eltern sind Tagelöhner, der Vater ganz ohne Arbeit. Sie haben zwei weitere Kinder. Eine Operation kann sich die Familie nicht leisten, nicht einmal eine medizinische Untersuchung. Mir wird sofort klar, dass ich nicht zurückfliegen werde, ohne dem Kind geholfen zu haben.

    Pater Diep, unser langjähriger vietnamesischer Partner und Leiter des Rehazentrums, empfiehlt eine Saigoner Herzklinik. Die Zeit drängt. Am Tag unseres Abflugs bekommen wir für Trang einen Termin in der Herzklinik. Früh morgens lässt Pater Diep das Mädchen abholen. Trangs Vater begleitet sie. Es ist das erste Mal in ihrem Leben, dass Trang Auto fährt. In der Mittagspause, die wir mit ihr verbringen, probiert sie das erste Mal in ihrem Leben Vanilleeis. Sie lacht ein kleines bisschen. Doch als sie so erschöpft ist, dass sie Christiane Schütze lieber ein Stück tragen soll, stellen wir entsetzt fest, dass das sonst normal entwickelte Mädchen federleicht ist, leichter als ein zweijähriges Kind. 10 Kilo zeigt die Waage im Krankenhaus.

    Die weiteren Untersuchungen bestätigen am Nachmittag Dr. Pallas erste Diagnose: Trang hat einen schweren Herzfehler - und sie ist keineswegs ein Einzelfall. In der Saigoner Herzklinik ist die Warteliste lang. Weit mehr als 200 Kindern, so wird uns gesagt, könnte durch Operationen geholfen werden. Und die meisten Kinder stammen aus den dioxinverseuchten Mangrovengebieten. Die Ärzte sind hilflos. Sie müssen die Kinder immer wieder wegschicken, weil die Eltern kein Geld haben. Eine Operation mit Vor- und Nachsorge kostet rund 3000 USD. Ich frage noch einmal nach, weil ich es einfach nicht glauben kann. ,Können Sie helfen?´, fragen uns die Ärzte. ,Wenn Sie zurück sind in Deutschland, vielleicht finden Sie Menschen, die sich dieser Kinder annehmen.´ Dass ich die Kosten für Trangs Operation übernehme, war mir vom ersten Augenblick an klar. Wie aber den vielen anderen Kindern helfen, die ohne Operation kaum überleben können?

    Ich habe die Lebensverhältnisse in den Mangrovendörfern gesehen. Strohhütten ohne Wasser, Strom und Kanalisation. Die Familien leben kärglich vom Fischfang und stellen Körbe und Matten aus den Blättern der Wasserkastanie her. Ist eines ihrer Kinder krank, behindert oder muss es gar operiert werden, ist die Verzweiflung groß. Reichen doch die Einnahmen kaum für regelmäßige Mahlzeiten. Dabei habe ich vor Augen, wie liebevoll sich die Mütter und Väter um ihre behinderten und kranken Kinder kümmern. Noch heute, Wochen nach unserer Abreise, lassen mich die Bilder Vietnams nicht los. Ich habe sofort alles in Bewegung gesetzt, um so viele herzkranke Kinder wie möglich operieren lassen zu können. Ich bin überzeugt, dass wir es schaffen werden. Die Stiftung selbst stellt für Operationen einen Sonderfonds von 55 000 Euro zur Verfügung."
    BZ vom 3.7.2004

    Gruss
    HPollmeier

Seite 4 von 4 ErsteErste ... 234

Ähnliche Themen

  1. Aw Taw Kaw Markt - Etikette
    Von harno im Forum Essen & Musik
    Antworten: 2
    Letzter Beitrag: 11.03.09, 18:51
  2. lao-markt in strassburg
    Von rübe im Forum Essen & Musik
    Antworten: 2
    Letzter Beitrag: 03.08.07, 12:05
  3. Asia-Markt
    Von Tilak1 im Forum Treffpunkt
    Antworten: 38
    Letzter Beitrag: 05.09.06, 15:41
  4. Chatuchak Markt von Noyne
    Von rstone16 im Forum Touristik
    Antworten: 0
    Letzter Beitrag: 02.11.05, 18:34
  5. PC-Markt: China auf dem Vormarsch.
    Von odysseus im Forum Computer-Board
    Antworten: 0
    Letzter Beitrag: 06.02.03, 18:09