Ergebnis 1 bis 3 von 3

Reiserecht was tun wenn storniert, umgebucht, etc. wird....

Erstellt von Joopi, 30.07.2008, 11:38 Uhr · 2 Antworten · 2.615 Aufrufe

  1. #1
    Avatar von Joopi

    Registriert seit
    13.01.2002
    Beiträge
    562

    Reiserecht was tun wenn storniert, umgebucht, etc. wird....

    Reiserecht: Rechte bei Flugausfall

    Info: EU-Verordnung 261/2004
    Wird ein Flug gestrichen, oder wird man gegen seinen Willen umgebucht, hat man möglicherweise Anspruch auf eine Entschädigung gemäß EU-Verordnung.

    Alle Passagiere haben dieselben Ansprüche, auch die Kunden von so genannten Billigfliegern oder Pauschalurlauber. Infos zur Verordnung 261/2004 und Vordrucke
    zur Meldung von Verstößen gibt es unter www.lba.de („Fluggastrechte bei Annullierung, Nichtbeförderung oder Verspätung“). Trifft die Verordnung im Einzelfall zu, sehen die Ansprüche folgendermaßen aus:


    1. Man kann sich den Flugpreis rückerstatten lassen oder die Ersatzbeförderung annehmen, die die Airline anbieten muss.

    2. Die Fluggesellschaft muss die betroffenen Passagiere am Flughafen betreuen. Dazu gehören in jedem Fall zwei kostenlose Telefonate, Faxe oder Emails, aber auch Erfrischungen oder Mahlzeiten in angemessenem Verhältnis zur Wartezeit; unter Umständen auch die Hotelübernachtung.

    3. Die Ausgleichszahlungen können zwischen 125 und 600 Euro betragen. Das hängt von der Dauer der Verspätung gegenüber der planmäßigen Ankunftszeit und der Länge des Fluges ab.


    Flug gestrichen? Reiserecht


    Passagiere müssen bei Flugausfall die Begründung der Airline, es habe sich um „höhere Gewalt“ gehandelt, nicht mehr klaglos hinnehmen. Das entschied das AG Bremen (Az.: 23C 48207), nachdem ein Flug des Billigfliegers Ryanair wegen Nebels kurzfristig gestrichen wurde. Verdienstausfall und Zusatzkosten für eine alternative Beförderung wurden dem Kläger ersetzt, da die Airline nicht nachweisen
    konnte, das der Flug wegen „höherer Gewalt“ gestrichen wurde.

    Bei Pauschalreisen gilt zudem: Ausgleichszahlungen für Verspätungen sind nach einem Urteil des Bundesgerichtshofs (Az.: X ZR 49/07) nur bei der Fluggesellschaft und nicht beim Reiseveranstalter einzuklagen.


    Leitfaden: 5 Tipps für den Fall, dass ein Flug abgesagt wird


    1. Nichts wegwerfen
    Unbedingt alle Zettel, Ausdrucke etc. aufheben, die man im Zusammenhang mit der Annullierung/Umbuchung ausgehändigt bekommt. Eigene Unterlagen, etwa die Bordkarte für den ursprünglichen Flug, nur gegen Quittung oder Fotokopie herausgeben. Auch Zeugen sind im Nachhinein oft hilfreich. Tauschen Sie Adressen mit anderen Betroffenen.


    2. Infos beschaffen
    Noch direkt am Flughafen notieren, ob auch andere Flüge, vor allem auch von anderen Gesellschaften, gestrichen wurden. Diese Daten gibt es zwar auch auf
    der Webpage des Flughafens, allerdings meist nur am Tag der Annullierung. Im Internet (www.wetteronline.de) gibt es zudem die Wetterdaten der vergangenen Jahre (teilweise kostenpflichtig).

    3. Ansprüche anmelden
    Entweder man beschwert sich beim Luftfahrtbundesamt,
    Stichwort: Fluggastrechte,
    Postfach 3054, 38020 Braunschweig,
    Fax: 05 31/ 2 35 57 07,
    E-Mail: fluggastrechte @ lba.de
    (Vordrucke unter www.lba.de), oder direkt bei der Airline.

    Wer neben den Ausgleichzahlungen gem. Verordnung auch noch verspätungsbedingte Kosten, z.B. Stornogebühren für Hotel oder Mietwagen, geltend machen will, muss das direkt bei der Airline durchsetzen. Alle Belege erstmal ausschließlich in Fotokopie beifügen.


    4. Hartnäckig bleiben, Beweise fordern
    Lehnt die Fluglinie Entschädigungsforderungen ab, liegt die Beweislast bei der Airline. Sie muss mit geeigneten Unterlagen beweisen, dass sie nicht verantwortlich ist. Tut sie das nicht, sollte man hellhörig werden und Rat bei Profis suchen (siehe Punkt 5). Erst recht, wenn die Behauptungen der Airline den Daten widersprechen, die man selbst gesichert hat. Auch in diesem Stadium kann man noch das LBA einschalten.

    5. Rat von Profis einholen
    Verbraucherschützer
    (www.verbraucherzentrale.de)


    Schlichtungsstelle Mobilität
    (www.schlichtungsstelle-mobilitaet.de)

    Anwalt mit Schwerpunkt Reiserecht
    (über Internet, örtliche Anwaltskammer etc.)

    Tipp: Prüfen Sie eine evtl. vorhandene Rechtschutz-Police; deckt sie auch das Vertragsrecht ab, werden die Kosten i.d.R. übernommen. (Lutz Kaulfuß, 308)


    Zitat von fliegen&sparen

  2.  
    Anzeige
  3. #2
    Avatar von waanjai_2

    Registriert seit
    24.10.2006
    Beiträge
    26.303

    Re: Reiserecht was tun wenn storniert, umgebucht, etc. wird.

    Vielen Dank für die Infos. :-)

    Sehe ich das richtig: Diese EU-Verordnung gilt für alle europäischen Fluggesellschaften - egal wohim man mit denen fliegt?

    Wird z.B. Thai Airways dadurch auch erfaßt?

    Rein inner-thailändische Flüge mit nicht-europäischen Firmen wohl garnicht?

  4. #3
    Avatar von JT29

    Registriert seit
    05.02.2004
    Beiträge
    8.288

    Re: Reiserecht was tun wenn storniert, umgebucht, etc. wird.

    Einen guten Ratgeber durch den Dschungel gibt es hier:

    http://www.ra-live.de/ratgeber/Fluggastrecht/Index.htm

    mit Beispielen, damit sollte dann alles klar sein.

Ähnliche Themen

  1. Wenn ein Kind in Thailand geboren wird....
    Von Otto-Nongkhai im Forum Behörden & Papiere
    Antworten: 15
    Letzter Beitrag: 17.12.08, 16:07
  2. Wenn der Kunde verkauft wird....
    Von nakhon im Forum Sonstiges
    Antworten: 18
    Letzter Beitrag: 04.10.08, 20:38
  3. Wenn aus Kleinigkeiten ernst wird!!
    Von Jinjok im Forum Treffpunkt
    Antworten: 14
    Letzter Beitrag: 26.04.05, 09:01
  4. Wenn ein Trauschein zum Pass wird
    Von papa im Forum Ehe & Familie
    Antworten: 20
    Letzter Beitrag: 23.12.04, 11:20
  5. Jinjok (wenn er mal erwachsen wird)
    Von MadMac im Forum Treffpunkt
    Antworten: 48
    Letzter Beitrag: 11.03.02, 11:53