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MALAYSIA - Nach Penang mit dem Zug

Erstellt von abstinent, 08.06.2004, 11:20 Uhr · 46 Antworten · 6.967 Aufrufe

  1. #11
    Avatar von abstinent

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    Re: MALAYSIA - Nach Penang mit dem Zug

    Teil 7: REISEREPORT - PENANG / MALAYSIA


    Dank der freundlichen Tipps von Khun Joe von SAL-Tours in Pattaya haben wir unseren Wunschdropoff strategisch günstig gewählt. Der Komtar-Tower und Shopping District ist mitten in Penang-City (auch: Georgetown genannt) und Hauptterminal für alle Inselbusse.



    Einem weiteren Insidertipp von Khun Joe folgend, besuchten wir erstmal die umliegenden Reisebüros, und erkundigten uns nach Agenten für die Beschaffung von Thailand-Visas. Komplette Fehlanzeige - hier will man nur Bustickets in jede erdenkliche Himmelsrichtung verkaufen. Von Visaservice keine Spur, Mist!
    Naja, heute ist Samstag, und wir haben ja sowieso bis Montag früh Zeit für unsere diesbezügliche Recherche.
    Also gehen wir zum Punkt 2 unserer Tagesordnung über.
    Ein weiterer Geheimtipp vom Joe ließ uns in den Bus mit der Liniennummer 202 springen.



    Vom Komtar bis zum Beach nach BATU FERRINGGHI kostet die Reise 1.50 Ringgit (Unter einem Euro für 2 Personen). Die Fahrt führte auf kurvenreicher Strecke vorbei an vielen recht kleinen und oft malerischen Beaches, die allesamt menschenleer waren. Über eine Stunde dauerte die Tour, und dann waren wir vor Ort, am angeblich schönsten Beach der Insel.



    Die Enttäuschung war groß! Die BATU FERRINGGHI Beaches waren sehr schmal und steil, keine ausladenden Strände, wie auf Phuket, oder entlang des thailändischen Golfes. :-(



    Kaum Infrastruktur hier, abgesehen von einer Handvoll Billigst-Guesthouses ohne Aircon (Zimmerpreise ab 20 Ringgit = ~5 Euro)
    für die ganz abgebrühten Lowbudget-Rucksacktouristen.



    Etliche Souvenirstände und die obligatorischen Verkaufsbuden mit aufblasbarem Wasserspielzeug und Bademoden. Eine zaghafte Anfrage bei den beiden großen Hotels ergab Preise, die unser Budget nicht hergeben würden. 480 Ringgit (~120 Euro) wollte man im Holiday Inn und 350 Ringgit plus, plus (was auch immer das sein mochte) im Seaside Resort. Letzteres war eine Großbaustelle mit Zentimeterdickem Mörtelstaub auf der Theke der Rezeption, Bauschutt in der Lobby und Plastikplanen quer über alle Dekorationen des Foyers. Die haben wohl den Knall nicht gehört! :O
    Araber und andere Touristen aus dem Mittleren Osten, scheinen hier die Hauptstreitmacht der Touristen zu stellen.



    Aufrufe zum Gebet des Muezzins wurden mit überdimensionalen Druckkammerlautsprechern beachweit verbreitet, und irgendein moslemisches Gesetz befahl nun Allah's Jüngern, den Gebetsteppich hervorzukramen. Allerorts sah man auf dem Boden kniende, sich nach Mekka verneigende Betende. Der gesamte Spuk dauerte aber nur wenige Minuten.


    (auffällig und allgegenwärtig sind in Malaysia auch die lokal gefertigten Billigautos der Marke: Proton)




    Mittelklassehotels mit einfachen, aber sauberen Aircon-Rooms gibt es hier keine. Nun denn, wieder zur Bushaltestelle getrabt und auf den 202er gewartet, denn in Georgetown gibt es massig Hotels. So gegen 17:00 Uhr kehren wir also wieder retour zum Komtar-Komplex.



    Wir wandern etwas herum, und sehen mehrere Hotels in der Umgebung. Continental, Citihotel, Oriental (nein, nicht so eines, wie das 5-Sterneding gleichen Namens in Bangkok)...alle Rezeptionisten schüttelten nur mit dem Kopf. "Festivaltime here, not Lowseason!" hörten wir auf unsere Anfrage nach "Lowseason Special Promotional Superduperdiscountrates!"



    Mein, mittlerweile von der Rucksackschlepperei kletschig gewordenes Shirt, verlangte sehnsüchtig nach Wechsel - und wie lange mein Deodorant noch garantiert, daß sich nicht die Fliegen in Scharen auf mich stürzen, war ungewiß.....aber wir sehnen uns beide sehr nach einer ausgiebigen Dusche. :???:
    Der Hinweis eines Expats verschlug uns in ein anderes Viertel, einige Häuserblocks entfernt. Hinter dem GAMA Supermarktes soll es ein sehr sauberes und preiswertes Hotel geben. Wir stiefeln also hin, und finden es auch auf Anhieb. TRANG heißt die Herberge, und sieht wirklich nett aus. Airconrooms 50 Ringgit, Klasse - aber zu früh gefreut! Das morgen anstehende St. Ann Festival in Butterworth hat bis auf die Insel Penang Auswirkungen, und die 150.000 erwarteten Christen wollen alle bei der Riesenfete dabei sein. Warum feiern die Jesuspeople nicht im Vatikan oder im Kölner Dom, dachten wir uns? Ab Montag hätte man ein Zimmerchen frei, aber das hilft uns nun nicht weiter.
    Verschwitzt uns langsam wahrscheinlich übel riechend (die letzte richtige Dusche war mittlerweile vor rund 30 Stunden!), ziehen wir betreten weiter. Da - an einer Ampel sehe ich 2 Farangs auf Mietmopeds - ich spurte los, so schnell es mein Seesack auf dem Buckel zuläßt. "Hey, You - where do they rent Bikes?". "5 blocks that way in Chulia-Street" war die Antwort, und wir trotteten in die gezeigte Richtung. Ein Moped würde uns Mobilität verschaffen, und die Hotelsuche vereinfachen. 20 Minuten später stehen wir vor dem TASIN Bookstore in besagter Straße, und wir ergattern das letzte meitbare Zweirad hier. Nun scheint sich unser Pechsträhne dem Ende zuzuneigen. Die geforderten 20 Ringgit je Tag wurden für die 2 Tagesmieten inklusive dem Rest des heutigen Tages auf erträglichere 35 Ringgit bis Dienstag früh gehandelt. 2 schrabbelige Sturzhelme wurden uns dazugelegt mit dem Hinweis, das die Sherrifs hier brutal 100 Ringgit jedem helmlosen Biker abknöpfen. Keine Fisematenten mit Paßhinterlegung oder so, noch nicht mal den Führerschein ließ er sich zeigen - nur 100 Ringgit Deposit und die 35 Ringgit Miete gegen Quittung. Mein Helm ist innen recht schmutzig und paßt überhaupt nicht. Eine intensive Suche des Verleihers bringt einen alten Helm ans Tageslicht, der zwar noch schmutziger ist, aber zumindest dem Kopfumfang Genüge tut.
    Was machen? Wenn ich mir diese Haube aufgesetzt hätte, so wie sie war, dann hätte ich allein vor Ekel wohl schon Kopfkrätze oder Schlimmeres bekommen. Von Außen schmutzig wäre ja noch o.k., aber von innen? Gegenüber verkaufte jemand Gemüse, und die Verkäuferin dort schlug den Kunden die gurkenähnlichen Feldfrüchte in Zeitungspapier ein. Die plötzliche Idee wurde in die Tat umgesetzt, und der Helm vor dem Aufsetzen mit Zeitungspapier ausgeschlagen.




    Dann erdreiste ich mich und frage nach möglichem Visaservice für Touristen bei dem Thaikonsulat. "No Ploblem, we can do!" war die, mich etwas überraschende, Antwort des Inhabers. Buchstore mit Mopedverleih und Visaservice, soll mir Recht sein! Zu Testzwecken haben wir nämlich den in Bälde visabedürftigen Paß eines Deutschen Expats aus Pattaya mitgenommen. Er gab uns gleich das passende Formular mit, und sagte noch: "Bling Tomollow Passpolt with Wlitingfolm and Fotto, give 75 Linggit and come back Pickup Tuesday aftel thlee PM!" WOW, das paßt uns gut in den Kram - und wir machen uns nun mit dem überladenen Moped weiter auf den Weg und suchen eine Bleibe für die kommenden Nächte. Die Jesusfans haben wirklich alles geblockt. Nun müssen wir auf Cancellations (Buchungsstornierungen) setzen, ich frage in den Hotels nach geblockten Zimmern, welche noch nicht bezogen wurden. Das ist ein alter Trappertrick der mir schon in den USA bei den conventionsüchtigen Amis manchmal weitergeholfen hat. Wir ziehen unsere Kreise und haben eine Rundfahrt ausgespäht, die an etlichen Hotels der in Frage kommenden Sorte vorbeiführt. Das Ganze ließe sich natürlich auch telefonisch machen, aber die Ortsgesprächsgebühren vom Münztelefon sind recht happig. 3 Ringgit je Call! das sind fast 30 Baht für ein Ortsgespräch.
    Das Glück ließ uns nicht komplett im Stich, und eine Rezeptionistin hatte bei unserem 3. Wiedererscheinen Mitleid mit uns, und gab uns ein Zimmer. Wahrscheinlich rechnete sie um 21:00 Uhr nicht mehr mit dem Erscheinen aller Gäste, welche hier reserviert hatten. Der Preis für das Zimmer im Midtown-Hotel lag mit 110 Ringgit ein wenig über dem gesetzten Budget, aber nach nunmehr 35 Stunden ohne Dusche war uns das die Sache wert. Erschwerend kam nämlich hinzu, das die Festlandhotels allesamt schon lange vor dem Christen-Event in Butterworth und Umgebung ausgebucht waren, und alle versuchten, nun auf Penang noch eine Schlafgelegenheit zu ergattern.
    Die Fähren von Penang nach Butterworth sind übrigens alle Gratis, lediglich für den Returntrip berechnet man 60 Cent (~ 6 Baht) je Fahrgast. Wenn es dort morgen nicht zu voll ist, machen wir die Bootsreise 'mal mit.

  2.  
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  3. #12
    Avatar von abstinent

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    Re: MALAYSIA - Nach Penang mit dem Zug

    Teil 8: REISEREPORT - PENANG/MALAYSIA



    Theptida und ich duschten sehr lange, und erfreuten uns an dem Gefühl, wieder wie "Neugeboren" zu sein. Gegen 22:00 Uhr fing dann der Magen an zu knurren, und wir stürzten uns mit dem Moped erneut ins Gewühl nach Georgetown. Wir besorgen uns einen, der an Tankstellen ausliegenden Inselpläne, und machen bei einem Outdoor-Abendessen auf der "Jalang Macalister" genannten Straße in einem Plastikstuhlrestaurant auf dem Trottoir Pläne für den morgigen Tag.
    Die Insel ist (ähnlich wie Phuket) sehr gebirgig, und wir möchten mit der Bergbahn auf den höchsten Gipfel der Insel fahren, das kostet nur 4 Ringgit (~1 Euro) pro Nase und wir versprechen uns eine tolle Aussicht von dort, wenn das Wetter mitspielt. Mögliche Bootsausflüge nach Langkawi oder Pulau Pavu (einer Korallenbank) werden wir uns bei den angesagten Horrortarifen verkneifen. 250 Ringgit pro Kopf für eine 10-Stundentour nach Langkawi! Ohne die zusätzlichen Eintrittsgelder dort in Tierpark und Aquarium, Essen geht auch extra. Dafür können wir woanders schon
    einen einwöchigen Aufenthalt finanzieren. Wir werden, gutes Wetter vorausgesetzt, die Insel auf dem Moped umrunden, und nach weiteren Sehenswürdigkeiten Ausschau halten. Spontanität ist schon immer unser Trumpf-As auf unseren bisherigen Trips gewesen, und wir werden einfach mal sehen was der Tag so bringen wird. Ein Kurzbesuch von 45 Minuten in einem Internet-Cafe auf dem Heimweg, läßt uns unsere Freunde beim HALLO (www.hallo-das-magazin.de) grüßen, und schon kurze Zeit später parken wir unser Moped für die Nacht vor dem Midtown-Hotel. Der Wakeup-Call wird für humane 9:00 Uhr geordert, denn das Schlafdefizit der letzten Nacht kann nun egalisiert werden. Die Betten noch schnell zusammengerückt (das einzige verfügbare Zimmer hatte 2 Einzelbetten, und die voneinander getrennt aufgestellt), nochmal unter die Dusche und ab in die Koje!

    Bevor mir die Augen zufallen, lasse ich den Tag noch einmal gedanklich Revue passieren, und erst da fiel mir so richtig auf, was ich unter Anderem an diesem Land so niedlich finde. Nein, es sind nicht die teilweise verschleierten Muselmanenfrauen hier - es ist die Malaiische Sprache! Hier heißt Eiscreme: Aiskrem, ein PKW wird mit Otomobil bezeichnet, gegessen wird im Restauran, der Bus heißt hier Bas, und als die Digicam keinen Saft mehr hatte - da kaufte Theptida einen neuen Satz Energiespender im Bateridepo. Die Jetty der Fähre ist mit Jeti ausgeschildert.... Kurz und gut, viele Malaiische Wörter sind Vereinfachungen oder Verballhornungen der englischen Equivalente. Und alles in gut lesbaren Buchstaben in einem, mir so vertraut vorkommenden Alphabet.

    Der Wakeup-Call am Morgen kam pünktlich, das karge Frühstück allein, war aber das Aufstehen nicht wert! Eine dunkelbraune ungewürzte Nudelpampe, english Style Baked Beans, schwammige Rühreier und lasches Toastbrot mit bitterer Orangenmarmelade war die komplette Auswahl. Der Kaffee war o.k. - und nach 3 maligem Nachfragen bekamen wir auch das georderte Trinkwasser. Schwamm drüber, der Tag began sonnig. Ausgecheckt war schnell, und in Anbetracht der frühen Fahndung nach einem Zimmer wurden wir auch glücklicherweise schnell fündig. Das Malaysia Hotel bot uns ein adäquates Zimmer für 77 Ringgit (~ 800 Baht) an. Das Zimmer konnten wir noch nicht beziehen, aber man ließ und den Seesack schon mal deponieren.

    Erneut fuhren wir dann in die Chulia-Street, und geben die Passunterlagen beim Buchdealer, wie gestern vereinbart ab. Die dort auch erhaltene Wegbeschreibung zur Talstation der Bergbahn ist auch brauchbar, denn schon nach kurzer Fahrt stehen wir am Fuße des Penang Mountains bei der Talstation. Ja, wirklich nur 4 Ringgit für´s Rückfahrtticket. Das erschien uns preiswert, und die vom Ticketoffice hier veranschlagten Wartezeiten waren auch erträglich. 45 Minuten bis unsere Bahn uns auf den Berg befördern soll. Wir sahen uns etwas bei den Souvenirständen hier um, Theptida fotografierte die sichtbaren Gleise, welche in steilem Winkel den Berg hinauf verlegt waren, und andere Details des Szenarios hier.
    Ich fotografierte sie beim Ticketkauf.







    Der Aufruf zu unserem Abfahrtszeitpunkt kam auf Malaiisch und Englisch, und wir leisteten dem prompte Folge. Die Kabine des seltsam schräg stehenden Gefährts faßte 60 Personen, und es machte den Anschein als wäre jeder Platz belegt worden.



    Die Türen schloßen automatisch und es ging bergauf. Nur etwas schneller als Schrittempo bequemte sich der Wagen dan den Berg hinauf. Motorengeräusche oder Ähnliches waren nicht hörabr, auch waren zwischen den Gleisen keine Zahnstreben verlegt, in denen ein Zahnrad hätte Halt finden können. Von meinem Standpunkt konnte ich, als sich die fülligere Tante vor mir endlich hinsetzte, dann aber das dicke Stahlseil ausmachen, an dem die Kabine zu hängen schien. Hinter einer Kurve war dann auch des Rätsels Lösung augenfällig. Eine entgegenkommende Kabine war ebenfalls an einem Seil befestigt, und genau auf halber Strecke trafen sich die beiden dann auf der, ansonsten eingleisigen Steilstrecke, in einem Weichensystem mit Überholspur.





    Clevere Lösung, der einzige Antrieb für beide Kabinen befand sich demnach auf der Bergstation an einer Umlenkrolle. Und solange die Nutzlast beider Kabinen annähernd gleich war, brauchte nur genug Kraft aufgewendet zu werden, um den Rollwiderstand der Kabinen zu egalisieren. Ein System, wie es das bei einigen älteren europäischen Bergbahnen schon seit dem vorletzten Jahrhundert gibt. Wie alt diese Bahn hier ist, ich vermag es nicht zu sagen, und Informationen zur Bahn oder Strecke selbst gibt es hier nicht, leider! Dann kam die große Überraschung an der Bergstation auf ca. 350 Metern Höhe, das war erst die Mittelstation!



    Es wurde umgestiegen in eine andere Kabinenbahn gleicher Bauart und Konzeption, und es ging bis auf über 700 Metern mit dieser. Schon auf der Mittelstation beeindruckte uns die Aussicht über den Teil Penangs, wohin die Tragseilbrücke vom Festland aus führt. Aber von ganz oben konnte man über den gesamten nördlichen Teil der Insel schauen. Die Panoramaausblicke waren wirklich Postkartenreif, aber leider verhinderte der Dunst eine mögliche Fernsicht über Georgetown und die Inselküste im Westen hinaus.



    Für die Rückfahrt nach unten mußte sich eingetragen werden, am Schalterhäuschen war eine lange Schlange, und wir bekamen erst für 17:45 Uhr eine Talfahrt in das Ticket gestempelt.
    Das stellte an und für sich kein Problem dar, denn hier oben gibt es neben der Aussicht noch viel mehr zu sehen. Nördlich von der Bergstation ist ein Vogelgehege mit zahlreichen exotischen Großvögeln, direkt daneben ein kleines Hotel aus der Kolonialzeit, es heißt Bellevue. Zimmerpreise in dem Gipfelhotel auf über 700 Metern hier, ab 120 Ringgit (~ 30 Euro) für ein Doppelzimmer, direkt buchbar unter Tel.: +604 8299500. Ein Restaurant mit preiswerten Snacks und kühlen Getränken gehört zum Hotel. Hierher verzogen wir uns zunächst, um den anderen Touristen nicht wie Entenküken zu folgen. Auf der Aussichtsterasse des Restaurants gab es einen Laubengang. Hier ließen wir uns nieder und orderten 2 Milchshakes. Die Aussicht war einfach Klasse, und die leichte Brise verschaffte Kühlung ohne Hilfe einer Aircondition. Irgendwann schwenkte mein Blick nach oben, und ich traute meinen Augen nicht. Da saß doch wahrhaftig eine Schlange einer mir unbekannten Gattung etwas zusammengerollt fast genau über mir. Theptida sprang fast auf den Tisch und probierte die Zoomqualität der Digicam aus. So aus 30 cm Entfernung ließ sich das Reptil trotz sehr guter Mimikry (Natürlicher Tarnung) noch aussagefähig abbilden.




    Begegnungen mit Schlangen sind in Asien nichts Besonderes, aber das war das erstemal, das ich im Restaurant eine quasi über mir hatte, ohne das sofort bemerkt zu haben. Eine genauere Untersuchung des Laubengangdaches brachte dann noch eine Schlange der gleichen Gattung und eine kleine grüne "Ngu Kiau" zutage.



    Der Milchshake war lecker, und wir brachen auf in den Teil Westlich der Bergstation. Hier gab es einen farbenprächtigen Hindutempel, der hier eigentlich deplaziert wirkte. Die fast kitschigen Farben an den Tempelwänden wirkten grell und schrill, alles erweckte einen sehr künstlichen Eindruck, aber es gab etliche gute Fotomöglichkeiten hier. Ganesh und Shiva werden hier hofiert, und hinter dem Tempel trafen wir den Residentmonk, den "Abt" des Klosters. Er sprach sehr gutes Englisch, und wir klönten über Weltreligionen und den Besonderheiten der Hinduistischen Architektur. Sawami Raja hieß der heilige Mann, und er war wirklich sehr nett und redselig. Er erklärte und erläuterte jede Ecke des Tempels, während Theptida die Digicam damit beauftragte, das Ganze per Foto festzuhalten.

    Die Moschee im Süden sah aus, wie jede Andere auch - und wegen des großen Andranges an verschleiertem Weibervolk und Speckdeckelträgern verkniffen wir uns einen Besuch dort. Ein Canopywalk (das ist so etwas wie ein superlanger Balkon an Seilen - oder eine freischwingende, lange Seilbrücke mit Holzbeplankung, hoch über dem Dschungelboden) von beachtlicher Länge, wäre einen 2KM Fußmarsch in südlicher Richtung entfernt gewesen. Aber unsere Talfahrt stand kurz bevor, und wir kennen Canopywalks von früheren Reisen aus den Philippinen und aus Indonesien. Ist sicher eine interessante Angelegenheit, wenn man noch nie so eine wackelige Laufbrücke betreten hat.


  4. #13
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    Re: MALAYSIA - Nach Penang mit dem Zug

    Teil 9: REISEREPORT - NACH MALAYSIA AUF DER SCHIENE



    Die Fahrt nach Unten vollzog sich ohne besondere Vorkommnisse, wenn man von mehreren Affenfamilien absieht, die in der Entwässerungsrinne unmittelbar neben der Bergbahn herumtollten. Herrliche, gelbbraune Primaten von beachtlicher Körpergröße waren das. Deutlich größer im Wuchs, als ihre wilden Thaikollegen in den Dschungeln des siamesischen Königreiches. Wahrscheinlich eine andere Gattung, da kenne ich mich nicht so gut mit aus.



    Der Pier der Fähre nach Butterworth war das nächste anstehende Ziel, und kurz vor der Abenddämmerung erreichten wir es. Die Fahrt ist von Penang aus Gratis! Wir sicherten unser Moped mit Kette und Vorhängeschloß (ebenfalls zur Verfügung gestellt worden vom weitsichtigen Verleiher), und folgten dem Strom an Passagieren in Richtung Pier. So ziemlich als letzte Transportklienten vor dem Ablegen der Fähre betraten wir den Kahn.



    2 Stockwerke hatte dieser, wovon der obere für Fußgänger und der untere für Mopeds und Kraftfahrzeuge vorgesehen war. Solide Stahlkonstruktion und für Asien überdurchschnittlich guter Gesamtzustand zeichnete die Fähre aus.



    Der uniformierte Matrose gab auch bereitwillig Auskunft über die Preise der Rücktour und wir löcherten ihn während der 20 minütigen Überfahrt nach weiteren Informationen. Butterworth sei klein und schäbig, hörten wir - die Fährgesellschaft betreibt 6 Boote auf dieser Strecke, und der Service läuft rund um die Uhr. Auch Mopeds und PKW´s werden völlig ohne Berechnung von Penang nach Butterworth geschippert. Retour kostet der PKW 7,00 Ringgit, das Moped 1,40 Ringgit, und der Fußgänger 0,60 Ringgit.



    Unterwegs kamen wir an etlichen ozeantauglichen Großfrachtern vorbei, die hier offensichtlich auf eine freiwerdende Anlegestelle am Hafen in Butterworth oder Georgetown warten.



    Hier in dieser Wasserstraße herrscht reges Treiben, und etwas weiter südlich sehen wir die Tragseilbrücke und verstehen nun auch, warum diese im mittleren Segment die Fahrbahnen so unwahrscheinlich hoch verlegt hat.
    Dort fahren nämlich die Großschiffe drunter her, auf ihrem Weg nach Singapore, China oder Australien.
    Unser freundlicher Informant hat noch ein paar Tipps parat. Wenn wir gleich wieder zurück nach Penang wollten, dann sollten wir gar nicht erst von Bord gehen - denn dann würden wir uns auch das Geld für die Fährtickets sparen. Uns ging es nicht um die 1,20 Ringgit, aber die Piergegend in Georgetown liegt offensichtlich mitten in einem Industriegelände größerer Ausdehnung. Keine Citynähe, keine Restaurants, kein Nightlife weit und breit in Sicht. Also gut, dann eben wieder nach Penang retour. Während ich auf der Rückfahrt auf einer Holzbank, wohl unter einer Lampe sitze, fängt Theptida schallend an zu lachen, und fährt mir mit einer Hand durch die Haare.
    Ich schaue verdutzt und frage sie, was denn los sei - aber sie kriegt sich fast nicht ein.

    Nachdem sie wieder Luft schnappen konnte, schildert sie mir, daß ich wohl schon zu lange in Asien leben würde, und nun schwarze Haare bekäme! Schwarze Haare.....ich schwarze Haare? Ungläubig und mit vielen Fragezeichen in der Mimik sehe ich sie an, und Theptida nimmt zwecks Beweisführung ein Stück Tissue aus ihrer Tasche und rubbelt mir etwas über den Skalp. Tatsächlich, schwarze Farbe ohne Ende an meinen Haaren! Die Erklärung dafür war schnell gefunden. In tropischem Klima transpiriert man auch nicht unerheblich von der Kopfhaut aus, und die Druckerschwärze der malaiischen Tagespresse scheint wohl nicht schweißfest zu sein - und rieb sich im Laufe des Tages von meiner behelfsmäßigen Helmauskleidung ab.




    Mist, das verlangte nach einer vorgezogenen Abenddusche im Hotel!
    Auf der Heimfahrt fingen die Mullahs und Muezzins dann mit ihrem Gebet an, und es schien als sei keine Ecke Georgetowns vor ihren Lautsprechern sicher. Der eindringliche, arabische Singsang schien aus allen Himmelsrichtungen zu kommen.

  5. #14
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    Re: MALAYSIA - Nach Penang mit dem Zug

    Teil 10: REISEREPORT - MALAYSIA





    Die erfrischende Dusche (es funktionierte nur das kalte Wasser im Hotel) war angenehm, und ich shamponierte lange meine, mittlerweile juckende Kopfhaut und Haare. Die Zeitungssache im Helm wurde gegen eine aus Kleenextüchern ausgetauscht, und los ging es auf einen weiteren, abendlichen Streifzug. Die Chuliastreet in Georgetown scheint Dreh- und Angelpunkt der Rucksacktouristen zu sein. Zahlreiche Billiggasthäuser findet man hier, mehrere Straßencafes und preiswerte Futterstellen und Tränken in Form von Bars und Restaurants. Ist wohl am Ehesten zu vergleichen mit der Khao Sarn Road in Bangkok. Die Internet-Cafes hier kosten 2 bis 4 Ringgit je Stunde (je nach Connecting-Speed), und bieten nebenher Bustickets und Transport in andere Regionen an. So hält zum Beispiel das Timenet-Cafe, Hausnummer 394 Chuliastreet folgende Angebote parat:
    Bustarife (Preise jeweils Einwegstrecke in Ringgit, 4 Ringgit entsprechen ungefähr einem Euro)

    Penang - Kuala Lumpur 23,00
    Penang - Singapore 45,00
    Penang - Krabi 33,00
    Penang - Phuket 48,00
    Penang - Koh Phangan 60,00

    Fähren (ebenfalls One-Way):
    Penang - Langkawi 35,00
    Penang - Perhentian 67,00

    Alle Strecken auf der Insel lassen sich prima in Bussen fahren. Hier die wichtigsten Linien und Liniennummern:

    Normale Busse auf der Insel kosten zwischen 0,60 Ringgit und 1,80 Ringgit, je nach Strecke:

    Transit Link Buslinie (Rot/Weisse Busse)
    Bus No. Destination
    1 Air Itam
    3 Jelutong
    4 Jalan Yeap Chor Ee via Jalan Perak
    5 Jalan Masjid Negeri via Dhoby Ghaut
    7 Kebun Bunga (Botanical Garden)
    8 Penang Hill (From Air Itam via Town)
    10 Kampung Melayu
    11 Bukit Gelugor via Jalan Masjid Negeri
    12 Jelutong/ Air Itam Village
    91 & 92 Jeti to Air Itam

    Sri Negara Buslinie (Blau/Gelbe Busse)

    Bus No. Destination
    136 Jeti to Pepper Estate
    137 Jeti to Tanjung Tokong

    Hin Bus (Dunkelblaue Busse)

    93 Jeti to Batu Ferringhi/ Teluk Bahang

    Penang Buslinie (Gelbe Busse)

    66 Jeti to Balik Pulau
    67 Jeti to Gertak Sanggul
    68 & 69 Jeti to Batu Maung
    77 Jeti to Minden Heights
    78 Jeti to Sungai Ara
    79 Jeti to Air Itam via Paya Terubong
    83 Jeti to Airport
    84 Jeti to Bayan Baru
    87 Jeti to Mayang Pasir



    Wir aßen je ein Reisgericht, hier Nasi genannt. Mit Nasi sind Reisspeisen tituliert, mit Bami bezeichnet man Nudelgerichte. Sateh oder Satay heißen die leckeren Grillspießchen, es gibt sie mit Hühnerfleisch oder Schweinefleisch. Nach dem Grillen werden diese in einer mehr oder weniger gewürzten Erdnuß- oder Chillitunke gewälzt, und heiß verspeist. Chinesisch angehauchte Imbißbuden auf Rädern gibt es auch zahlreich, aber das ist eigentlich nicht so mein Fall. Ich sehe immer gerne vorher, was ich esse - und die Chinesen sind mir schlichtweg gesagt - zu experimentierfreudig.

    Die Chuliastreet wechselt so gegen 22:00 ihr Gesicht. Die normalen Etablissements und die Läden schließen, und dafür treten verstärkt schillernde Vögel ins Licht der Neonleuchten und Straßenlaternen. Ich traue meinen Augen kaum....Kathoeys, diese mir aus Thailand schon vertraut vorkommenden Zwitterwesen mit auffälligen weiblichen Primärfeatures, aber zu tiefer Stimme. Das künstliches Lächeln aus den zu stark geschminkten Gesichtern verfolgt jeden männlichen Passanten. Wir fahren langsam mit dem Moped durch die Straße, und beobachten das Szenario. :O


    (map copyrighted by mutara)

  6. #15
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    Re: MALAYSIA - Nach Penang mit dem Zug

    Teil 11: REISEREPORT - MALAYSIA



    Die Zielgruppe der Kathoeys sind offensichtlich die arabisch wirkenden Spaziergänger hier. In manchen Hauseingängen sieht man Einzelne im Handelsgespräch mit einem der bunt schillernden Vögel vertieft. Geräusche hört man keine auf diese Entfernung, aber die Körpersprache der Beteiligten spricht Bände.
    Ob die Söhne Allah´s wissen, mit Was sie da dealen? Für den Einen oder Anderen wird die Enttäuschung groß sein, wenn die Oberweite mit dem BH abgelegt wird, und ein Schniepel anstelle einer Lustgrotte für die kleine Wunderlampe zum Vorschein kommt. Nicht mein Problem, aber Gedanken macht man sich doch.
    Als wäre er bestellt worden, taucht ein Superkathoy auf! Einer von der Sorte wie man sie aus den Cabaretshows Pattayas oder Bangkoks kennt. Riesige Silikonbrüste, filmreife Figur, lange Haare und mit sehr femininer Gangart. Fast schon grazil bewegte sich der Kerl sicher auf ultrahohen Stilettoheels auf dem Gehsteig, und sein Magnetismus auf die herumstreunenden Passanten war phänomenal. Wir hielten unser Gefährt auf der gegenüberliegenden Straßenseite vor einem 7Eleven an, um das Geschehen näher zu betrachten. Aus allen Richtungen kamen sie herbei, es formte sich schnell fast so eine Art Menschentraube um den Paradiesvogel, wie man sie von europäischen Wochenmärkten kennt - wo ein Marktschreier seine Waren feilbietet.

    Dieser Kathoy brauchte nicht zu schreien! Ein Jeder konnte seine Vorzüge schon aus der Ferne wahrnehmen. Was er da nun meistbietend verkauft, war mir ziemlich klar, und der Deal ging auch schnell über die Bühne.
    Mit einem kleinen Mann am Arm verschwand der Kathoey so schnell, wie er gekommen war, in einer kleinen Nebenstraße. Das Männlein wurde mit lautem Gejohle der anderen Interessenten und seiner Freunde verabschiedet, und schnell wischte er sich noch mit einer Handbewegung die Moslemkappe von den öligen schwarzen Haaren, damit ja kein Muezzin oder Mullah den Frevel, den er nun begehen wird, bezeugen könnte.
    Aber, ehrlich gesagt, sein Tuchgewand der Marke "Mittlerer Osten", hätte dies auch ohne den Speckdeckel jedem Anderen verraten. Die Menschentraube löste sich schnell wieder auf, und man flanierte einzeln (oder in kleinen Gruppen) wieder die Straße rauf und runter.

    An dieser Stelle möchte ich anmerken, daß es in Malaysia mittlerweile Ableger der gefürchteten Sharija-Polizei gibt, wie man sie in den Fundamentalistisch-Islamischen Staatengebilden hat. Diese Überwacher der Sitten würden z.B. einen jeden alkoholtrinkenden oder schweinefleischessenden Muselmanen rigoros an den Pranger stellen, und den Sünder öffentlich mit hohen Geldstrafen belegen. Das eine Schlückchen Bier würde den Ertappten 2000 Ringgit kosten.

    Ein kleines spätes Abendessen und noch ein halbes Stündchen im Internet-Cafe später befanden wir uns auf mitternächtlicher Spähfahrt durch die Gemeinde. Abgesehen von ein paar Garküchen mit Restaktivitäten war alles dunkel und abgesperrt. Penang hat außer einer Handvoll Clubs um diese Zeit nichts mehr zu bieten. Unsere Runde endete gegen 0:30 Uhr am Hotel, und wir gingen schnell schlafen.



    Hier noch ein Pic von unserem Spezial-Malaysia-Laptop Kabel nebst der blöden Steckdose: (die blanken Kabelenden wurden natuerlich noch isoliert!)


  7. #16
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    Re: MALAYSIA - Nach Penang mit dem Zug

    Teil 12: REISEREPORT - MALAYSIA



    Am Montag morgen war das Wetter toll, und eine kleine Mopedtour nach dem wiederum recht dürftigen Frühstück im Hotel zum Batu Ferringhi Beach war obligatorisch, brachte aber keine neuen Erkenntnisse. Also machten wir uns auf die Suche nach dem Snaketempel, von dem uns der redselige Mönch in dem Hindu-Bergtempel erzählt hatte. Das erwies sich als gar nicht so einfach, denn dieser Tempel hatte wohl unter mangelndem Bekanntheitsgrad zu leiden. Kein Angesprochener kannte ihn, oder konnte uns etwas dazu erzählen.

    Die Detailinformation, es handele sich um den ältesten Tempel der Taoisten in Penang, half uns dann aber weiter. Ein Anhänger dieser Glaubensrichtung wußte Bescheid und empfahl uns, der Beschilderung zum Airport zu folgen, und nach dem Airport-Kreisverkehr nach einem chinesisch aussehenden Tempel auf der linken Seite der Straße Nummer 6 Ausschau zu halten. Die Strecke zum Airport zug sich etwas in die Länge, und wir legten wohl so an die 30 Kilometer zurück, bis wir den Kreisverkehr erreichten. Der Tempel war links auf einer kleinen Anhöhe etwas versteckt, aber der Taoist mit der guten Wegbeschreibung hat uns das Finden ermöglicht. Im Tempelbereich waren etliche Hinweistafeln und Wegweiser aufgestellt. Allesamt mehrsprachig!




    Ein chinesischer Wunderheiler und Priester, so geht die Sage hier, hat vor über 100 Jahren seinen erwirtschafteten Reichtum geopfert, um mit diesem Tempel die Götter wieder versöhnlich zu stimmen. Schlangen spielen in diesem ansonsten höchstens durchschnittlichen Tempelanlage aber eine herausragende Rolle. Eine sehr giftig aussehende, aber relativ harmlose Vipernart, wird hier täglich mit rohen Eiern sattgefüttert, und dann auf links und rechts des Tempelrelikts bereitstehenden Zweigen in Vasen hindrapiert.

    Die völlig lethargischen Reptilien bewegen sich keinen Millimeter mehr, und starren den Besucher nur verständnislos an. Ein Chinese, hier völlig unpassend im Golfspielerlook gedreßt, versucht penetrant - sein dürftiges Fachwissen zu Reptilien an den Mann oder die Frau zu bringen. Staunende Pauschaltouristen, die soeben mit einem Bus angekarrt wurden, fotografieren den Golfer, wie er todesmutig eine der Schlangen zaghaft streichelt. Als Theptida sich aus der Menge löst, die Digicam zückt, um ein paar Makroaufnahmen von den Biestern zu machen, und zu diesem Zweck bis auf 20 cm an die Vipern herangeht....... verstummt hier das allgemeine Gemurmel - und alle warten gebannt auf den tödlichen Biß.





    Fehlanzeige, und die lächelnde Theptida teilt dem fassungslosen Volk mit, daß sie mit solche Vipern schon als kleines Kind spielte.
    Bevor ein Besucher die bescheidene Ausstellung hier fertig gesehen hat, wird er genötigt seinen Namen und seine Herkunft in ein überdimensional großes Buch einzutragen. Dieses liegt zweckmäßigerweise neben einem ebenso überdimensionierten Opferstock, einer riesigen Geldsammelbüchse mit Glasfront. Der erwartete Hinweis auf Donations (=freiwillige Spenden) kam dann auch zum psychologisch passendsten Zeitpunkt, nämlich dann, wenn der Besucher geschrieben hatte, aber den Stift noch nicht aus der Hand gelegt hatte :bravo: .

    In eine 3. Zeile hinter dem Herkunftsland kann man dann auch die Höhe der Donation eintragen ;-D ;-D ;-D Wirklich erstaunlich, wie freizügig hier die Touristen zu sein scheinen.

  8. #17
    Avatar von abstinent

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    Re: MALAYSIA - Nach Penang mit dem Zug

    Teil 13: REISEREPORT - MALAYSIA





    Im Nebenraum des Tempels geht die Abkoche dann mit Stufe 2 weiter. Hier können Fotos mit anderen harmlosen Schlangen um den Hals oder auf dem Kopf des unerschrockenen Touristen gemacht werden. Preis "nur" schlappe 30 Ringgit . In dem saalgroßen Raum stehen dann auch etliche Stühle und Sitzgelegenheiten bereit, um dem Ansturm der Bustouristen gerecht zu werden. Das System ist simpel und gut! Mit einer ordentlich auflösenden Digitalkamera wird das Picture gemacht, und gleich vor Ort an einem Canon-Billig-Bubblejet ausgedruckt.




    Die Qualität der Pics läßt zu wünschen übrig, aber es gibt ja noch einen schmucken Papprahmen mit dem Aufdruck "Souvenir from Snaketemple Penang/Malaysia" dazu, welch ein Deal! Wir verzichten natürlich darauf, und bestaunen beim Hinausgehen noch den Fuhrpark der Fotografen und Tempelgolfer hier auf dem extra abgesicherten Staff-Parking Lot. Funkelnagelneue Offroadjeeps der Sonderklasse. Das muß ein lohnenswertes Business hier sein!
    Mittlerweile war es 15:00 Uhr, und wir planten der Straße Nummer 6 um die ganze Insel herum zu folgen. Die Straße war asphaltiert und der Weg war gut ausgeschildert, von der Ortschaft Bayan Lepas im äußersten Süden der Insel ging es über ein kleines Gebirge nach Sungai Pinang auf der Westseite. Mitten durch den Dschungel hindurch führte unser Weg, und es gab zahllose große Schmetterlinge zu sehen.





    Das Verkehrsaufkommen war gering, und die kurvenreiche Strecke machte Spaß mit dem Moped. Irgendwo auf der nächsten Bergstrecke zwischen Sungai Pinang und Teluk Behang
    machten wir Rast an einem Fruchtverkaufsstand. Hier in der Nähe gab es etliche Plantagen für tropische Früchte aller Art, und die Auswahl war toll, der geforderte Preis vertretbar. Die Westküste Penangs verlief einige Kilometer weiter parallel zu unserer Straße, aber wir hatten einen schönen Ausblick über die gesamte Küste von einigen Punkten entlang der Wegstrecke. Ein weiterer Stop wurde an einem kleinen Miniwasserfall direkt neben der Straße gemacht. Hier spülten wir den Staub aus unseren Gesichtern und von Händen und Füßen. Die Helme hatten wir neben das Moped auf die Straße gelegt, und den Rucksack auf die Sitzbank. Theptida streifte in unmittelbarer Nähe durchs Unterholz, und rief schon kurze Zeit später nach mir. Ich ging sofort hin, und fand eine komische Situation vor. Sie hatte sich mit den fast nackten Beinen in eine dornenbewehrte Schlingpflanze verheddert, und sich beim Versuch die Pflanzenteile abzustreifen, schon in die Finger gepiekst. Eine dunkle, handflächengroße Spinne rannte eine Liane herab, die vor uns bis auf den Boden führte. Nur 10 Meter neben der Straße kamen wir uns vor wie im tiefsten Urwald. Vorsichtig entfernte ich die Pflanze, und beim Zurücklaufen zur Straße fiel mir auf, daß Theptida etwas humpelte. "Hey, was ist los mit Dir?" fragte ich, und oben an der Straße zeigte sie mir den linken Fuß. Sie hatte sich einen Dorn direkt neben der Sandalensohle in den Außenbereicht des Ballens hinter dem großen Zeh getreten - das sah schmerzhaft aus. Der Dorn war gut sichtbar, so daß ich ihn mit dem Flachzangenteil des Leatherman-Tools leicht herausbekommen konnte.

    Hart wie ein Eisennagel war der Dorn, und ca. einen Zentimeter lang. Obendrein war ihr Fuß oberhalb des Knöchels von etlichen Kratzern gerötet. Ein wenig Jodtinktur auf die Einstichstelle des Dorns geträufelt, mehr konnten wir hier nicht tun. Theptida ist nicht von der wehleidigen Sorte Menschen, und sie wollte sich nur noch einen kleinen Moment auf die Leitplanke am Straßenrand setzen und ausruhen. Ich packte das Jod zurück in den Rucksack, und leistete ihr eine Zigarette lang Gesellschaft.

    Ja, ein wenig gemeckert habe ich auch, denn sie erscheint mir manchmal etwas leichtsinnig. In den Dschungel gehe ich auch, aber mit festem Schuhwerk und langen Hosen, die für solcherlei Gelände tauglich sind. Ich ringe ihr hier das Versprechen ab, nicht mehr mit Sandalen und kurzer Hose ins Unterholz zu stiefeln, egal - was es dort zu sehen gibt!
    Irgendwie sah ich aus dem Augenwinkel, wie irgendetwas unter ihrem Helm, der noch auf der Fahrbahn neben dem Bike lag, verschwand. Ich brach einen Ast ab, und ging hin, den Helm vorsichtig damit umdrehend.
    Und da versuchte er wieder wegzurennen....der größte Takrab, den ich in meinem Leben bisher sah!
    Dieses rote Gliedertier hat eines der stärksten Gifte aller asiatischen Giftviecher in sich - Mengen davon! Nur die Cobrafamilie (und einige Meeresbewohner) können dem Takrab von der Toxizität her noch das Wasser reichen. Wesentlich giftiger als ein Skorpion oder die meisten giftigen Reptilien es je sein könnten, und ungeheuer aggressiv! Oh ....!
    Dieses Vieh rannte recht schnell auf seinen ca. 20 Paaren von Beinen, es war fast 25 cm lang.
    Der Alptraum eines Touristen - der Traum eines Toxikologen (Giftwissenschaftler), ich hasse die Dinger wie die Pest, und haute mit dem Ast drauf. Theptida war zwischenzeitlich aufgesprungen und holte mit einer Hand die Digicam aus dem Beutel und brach sich mit der anderen einen weiteren Ast ab. "Wait Honey, let me take a Picture first!" rief sie, und sie drückte auf den Auslöser, als das Biest gerade eine Sekunde lang verharrte.




    Mein erster Treffer auf dem gepanzerten Tierchen zeigt wenig Wirkung, aber der Zweite, bei dem mein Ast zerbrach, der veranlasste den Takrab in konzentrischen Kreisen auf dem Asphalt der Fahrbahn herumzurennen. Noch ein gezielte Schlag mit dem Astrest in meiner Hand, und er hatte fast ausgesorgt. Krümmte sich nun, wirkte aber noch relativ unbeschädigt.



    Theptida machte noch schnell eine Makroaufnahme, und dann kam ein Fruchttransporter die Straße entlang, wir unterbrachen unsere Kill & Fotosession. Dem hinteren Zwillingsreifen des Trucks hatte der Panzer des Takrab nichts mehr entgegenzusetzen, und es blieb nur etwas Mus von ihm übrig. Der ganze Spuk dauerte keine 10 Sekunden.
    Ich habe vor Jahren der Beisetzung eines 10-jährigen Kindes in Nakhon Sawan beigewohnt, das an den Folgen eines Takrab-Bisses qualvoll gestorben war, seitdem haben diese Biester nach meinem Dafürhalten keine Lebensberechtigung mehr. Diese mutierten Vertreter (entfernt biologisch der Skorpionfamilie zugehörig) haben die unangenehme Eigenschaft, mehrfach zubeißen zu können, und jeder Kontakt mit einem der Beine kann gefährlich sein! Die Fotos von Theptida haben Seltenheitswert, denn das betreffende Biest war ungewöhnlich groß. Und Fotos habe ich bisher nur wenige gesehen.
    Die Nackenhaare sträuben sich mir noch beim Schreiben dieses Textes - nicht auszudenken was passiert wäre, wenn sie den Helm ahnungslos aufgesetzt hätte!

  9. #18
    Avatar von abstinent

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    Re: MALAYSIA - Nach Penang mit dem Zug

    [highlight=yellow:bab3fca544] HINWEIS:[/highlight:bab3fca544]

    Der abgebildete Takrab gehört zu einer Gattung von hochgradig giftigen Insekten. Sie werden auch Scolopendra genannt. Das Gift enthält neben Serotonin auch Histamine und Acetylocholine.
    Die Kombination dieser Gifte, und die Tatsache, dass der Takrab neben den Beißwerkzeugen mit jedem seiner Beine Gift in die Haut eines Menschen injizieren kann - machen ihn zu dem gefährlichsten Insekt überhaupt!

    Es kann bis zu 200 mal Gift absondern (beissen, stechen)!

    Es ist grosse Vorsicht im Umgang mit diesen Insekten angesagt, sie sind sehr aggressiv und können sich blitzschnell fortbewegen.
    Auch ein toter Takrab hat noch viel Gefahrenpotential!

    Umgehendes Aufsuchen eines Arztes ist oberstes Gebot nach Kontakt mit dieser Spezies!
    Bitte seid immer vorsichtig im Unterholz und im Dschungel,
    Takrabs ernaehren sich übrigens von Geckos, Fröschen und Vögeln, sowie kleinen Schlangen.

    euer
    "abstinent"

  10. #19
    Avatar von abstinent

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    Re: MALAYSIA - Nach Penang mit dem Zug

    Teil 14: REISEREPORT - MALAYSIA



    Noch eine Zigarette später ging die Fahrt weiter.In Sungai Pinang kauften wir neben einer Flasche Trinkwasser noch eine "Kansil" genannte Süßspeise. Ein kleiner Pfannekuchen mit etwas Cremefüllung und ein wenig süßem Mais. 2 Stück für einen Ringgit, lecker.....die Dinger.
    Die Abfahrt vom Berg herunter nach Batu Behang ging an einem Stausee vorbei, der die Frischwasserversorgung der Insel sichert. Am Meer herrschte Ebbe, und der Strand bei Batu Behang war nicht schlecht. Anhand der Flutlinie konnte man aber erkennen, daß zur Flutzeit die gesamte Strandbreite 3 bis 4 Meter bis zum bewachsenen Rand des Strandes wohl nicht übertrifft.



    Mittelgrober Sand, keine sichtbaren Muscheln, Krabben oder Ähnliches. Nun war es nicht mehr weit bis Batu Ferringhi, und wir tuckerten dorthin. Noch mehr verschleierte Touristinnen und Araber, als uns bei unserem letzten Besuch hier aufgefallen war, flanierten auf der Hauptstraße parallel zum Beach. Ein Nachtflohmarkt entlang der 2 KM Beachroad war im Begriff aufgebaut zu werden, wir stoppten an einem Straßencafe und bestellten uns ein 2 eiskalte Dietcoke "Lemon", eine in Südostasien nur hier erhältliche, sehr leckere und erfrischende Geschmacksvariante. Während wir auf unsere bestellten Snacks warteten, quietschte Theptida auf einmal auf und starrte gebannt auf das Kabel, welches die Hauptstraße in ca. 5 Metern Höhe überquerte.




    Da turnte doch tatsächlich ein Affe von der anderen Strassenseite auf unsere herüber, um dann in einem Mangobaum zu verschwinden. Doch das war nur die Vorhut einer ganzen Affenbande! Nach und nach kamen sie alle auf unsere Strassenseite.

    (im Hintergrund seht ihr weitere Affen warten):



    14 Stück zählten wir, und dabei waren sogar 2 Affenmütter mit untergehakten Kindern. Eine tolle Show, und wie so Vieles hier in Südostasien, völlig gratis. Leider hat die Digicam nur ein 2,5 faches Zoom, und auf dem Minibildschirm derselben können wir momentan nicht erkennen, ob von den Fotos der Affentruppe am Kabel oder im Mangobaum eines gut genug ist, um hier wiedergegeben zu werden. Drückt der Theptida die Daumen.



    Das Essen war etwas laff, und wir brauchten unsere Reste an aus Thailand mitgebrachtem Chillipulver auf. Irgendwie sind die Malaiis Spitze im backen und komponieren von Süßspeisen
    und Gebäck, aber bei der Speisenzubereitung können sie noch eine Menge von den Thais im Norden lernen. Halbsatt fuhren wir gegen 19:30 Uhr nach Georgetown zurück, und komplettierten somit unsere Rundfahrt um die ganze Insel. An der Pierseite von Georgetown fahren wir am altehrwürdigen "Eastern & Oriental Hotel" vorbei, eines der wenigen übriggebliebenen Superluxushotels aus der Kolonialzeit. Wir konnten es uns nicht verkneifen, dort einmal hineinzuschnuppern. Luxus pur an jeder Ecke des Foyers. Sicherlich hatte unser direkt vor der Türe geparktes Mietmoped und unser unter den Arm geklemmter Helm schon für genug Aufmerksamkeit beim hier zahlreich vertretenen und schnieke uniformierten Personal gesorgt.

  11. #20
    Avatar von abstinent

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    Re: MALAYSIA - Nach Penang mit dem Zug

    Teil 15: REISEREPORT - MALAYSIA



    Wir gehen zielstrebig zur Rezeption und fragen nach der Hausbroschüre, welche uns mit behandschuhten Händen gereicht wird.



    Aha, zur Zeit hat man auch hier Promotional Roomrates (Sonderangebote bei den Zimmerpreisen). Aber ob unser Budget das zugelassen hätte? Für 5400 Ringgit (~ 1350 Euro) pro Nacht könnten wir die E&O Suite in Beschlag nehmen, aber Theptida und ich sind uns einig, daß wir auch ohne 24-Stunden Butlerservice mit der Writers Suite zu 770 Ringgit zufrieden wären. Alle Preise verstehen sich natürlich "plus/plus", was auch immer das heißen mag, es hört sich aber preistreibend an. Somerset Maugham nächtigte hier, John F. Kennedy und Glen Miller auch - Sir A. Hitchcock und Churchill verqualmten hier die Luft mit ihren Zigarren, und verschiedenste andere Könige, Präsidenten und Berühmtheiten ratzten in diesen ehrwürdigen Betten. Selbst die Toilette des Foyerbereiches hat irgend Etwas an sich.



    Aber ob wir uns hier auch wohlfühlen könnten? Etwas steiff und muffig wirkt die Hütte schon. So viel tollen Ruf die altgedienten Luxushotels auch haben mögen, mich hat weder das Waldorf Astoria in New York, noch das Raffles in Singapore auf früheren Reisen über Gebühr begeistert. Aber ich gebe es zu, manchmal verschlägt es mich dorthin, nur um es mal von Innen gesehen zu haben. Der Kaffee im Adlon in Berlin schmeckte auch besser als im Peninsula in Hong Kong oder im Burj al Arab in Dubai. Die Torte im Hotel Sacher in Wien blieb mir damals allerdings verwehrt, denn ich hatte an dem betreffenden Hochsommertag Sandalen an.

    hier wollten wir erst hin, aber eine laute, chinesische Reisegruppe war schon dort:


    Unser letzter Abend vor Ort brachte uns noch einmal in die Chuliastreet. Das Internetcafe dort hatte gute Verbindungen und war nicht zu teuer. Wir spazierten noch ein wenig ziellos herum, und sahen deutlich mehr Leichtgteschürztes als Gestern noch herumstolzieren.

    Neben dem 7Eleven dort ging eine Gasse hinein, die als Straßennamen die Bezeichnung "Love Lane" trug. Es war etwas schummerig in der Love Lane, aber die Kathoeys hier waren allesamt als solche auch für Laien erkennbar. Scheinbar desinteressiert lungerten sie heute in kleinen Grüppchen herum, aber potentielle Freier sind zu dieser relativ frühen Stunde noch Mangelware.

    In der Nähe unseres Hotels kehrten wir in ein Lokal namens "Shamrock" ein und ließen uns die Getränkekarte bringen.
    Nach dem Takrab-Zwischenfall von heute Nachmittag hielten wir es für angebracht etwas privat zu feiern.


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