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Khao Phra Vihan - Agenten, Landminen & Abzockerei

Erstellt von abstinent, 18.10.2004, 09:52 Uhr · 16 Antworten · 1.558 Aufrufe

  1. #11
    Avatar von UweFFM

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    Re: Khao Phra Vihan - Agenten, Landminen & Abzockerei

    @Absti,
    danke für den spannenden Bericht.

    Das mit den Minen ist ein schlimmes Thema. Ich hatte mal einen japanischen Minenräumer kennengelernt, auf deren Website steht auch was zur Abrundung des Bildes: Japanminenräumer auch mit Statistiken zur Herkunft der Höllendinger. Gruß Uwe

  2.  
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  3. #12
    Avatar von abstinent

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    Re: Khao Phra Vihan - Agenten, Landminen & Abzockerei

    Was in dem Koffer war, das konnte ich nicht erfahren - obwohl es mich gejuckt hatte. Aber Vorsicht ist keine Feigheit, und Leichtsinn ist kein Mut. Eventuell hätte schon das bloße Bemerken meiner Person hier oben in der Ruine zu unvorhersehbarem Verhalten des Bewaffneten geführt. Neugierige Fremde mit Kameras sind nicht gerade das - was bewaffnete Schergen begeistert, wenn sie bei ihrem Tun beobachtet werden.
    Ich sehe dem Kofferträger und seinem Bodyguard noch nach, bis diese weit hinten im Minenfeld aus meinem Blickfeld verschwunden sind. Besser etwas nicht zu wissen, als Gegenstand einer Protestnote des Außenministeriums zu werden. Not my business

    Der Aufstieg auf das oberste Level ist noch etwas beschwerlicher, aber die Mühe lohnte sich!



    Hier am Rande der Klippe, hoch über der trostlosen Landschaft Cambodias wehte ein starker Wind vom Tale herauf. Der nackte Fels hier war glühend heiß, die Aussicht ist phänomenal.



    Weithin sichtbar weht die buddhistische Flagge, die ein braver Mönch hier aufgestellt hat.





    Auch hier oben befindet sich ein Getränkeverkaufsstand, aber leider ist in den Kühlboxen warmes Wasser in Plastikbeuteln als Eisersatz. No Problem, so ein Gatorade schmeckt auch ohne Kühlung noch halbwegs passabel.



    Unten in der Ebene kann man eine kleine Siedlung ausmachen, und man kann die unbefestigten Straßen und Wege gut erkennen. Landwirtschaftlich genutzte Flächen sind nicht im Sichtbereich auszumachen, man erkennt schnell den Unterschied zwischen Thailand und dem Nachbarn im Osten.

    Die Tempelanlage hier oben bedarf gründlicher Restauration, alles liegt als Schutt herum. Irgendwie sieht es hier so aus, als hätte ein Riese eine Weile herumgewütet, und alles durcheinander gemischt.





    Die Tempelsegmente liegen hier zum Teil so herum, wie Lego-Bauklötze im Bettkasten eines Kleinkindes.



  4. #13
    Avatar von abstinent

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    Re: Khao Phra Vihan - Agenten, Landminen & Abzockerei

    Förderlich für die Arbeit zukünftiger Generationen von Archäologen ist sicherlich auch die Tatsache, das die antiken Baumeister der Khmer Gottkönige ihre Arbeit vor über 1000 Jahren ohne Verwendung von Zement oder Mörtel verrichtet hatten. Jeder dieser riesigen Bauklötze paßt genau auf einen anderen.
    Irgendwie auch imposant, das einmal nachzuvollziehen - wie die damaligen Bauherren die zentnerschweren Bauteile hierhin bekommen haben. Manche entstammen Steinbrüchen, die in der Nähe des Tonle Sap Sees liegen, und der ist immerhin 100 Kilometer Luftline entfernt. Tausende von Sklaven, meist Laoten oder Thais, haben die Knochenarbeit verrichten müssen. Damals war die Zivilisation der Khmers der ihrer unmittelbaren Nachbarn haushoch überlegen. Das antike Reich der Gottkönige Cambodias erstreckte sich von vietnamesischen Küstenregionen im Osten bis nach Lopburi (Zentralthailand) im Westen und weiten Gebieten des heutigen Laos im Norden.

    Hier, hoch oben auf dem Plateau des Berges, gibt es auch einen echten Juwelenshop Khmer-Style
    Im Angebot sind Rubine und andere Edelsteine. Spottbillig und minderwertiger Kram oder Fakes, da braucht man kein Gemmologe zu sein.



    Ein kleines Mädchen bietet Postkarten an, sie ist noch recht schüchtern, und ich sehe aus dem Augenwinkel - wie Theptida ihr ein 10 Bahtstück in die schmutzige kleine Hand drückt, und ihr dazu etwas erzählt.




  5. #14
    Avatar von HPollmeier

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    Re: Khao Phra Vihan - Agenten, Landminen & Abzockerei

    Hallo abstinent,

    Touristennepp herrscht inzwischen weltweit.

    Wenn ich in Italien für eine Strandliege bis zu 40 € pro Tag hinblättern muß, kann ich von Eueren Eintrittspreisen nur träumen. Auch der Papst beispielsweise in seiner unendlichen Demut langt bei den Besichtigungen von Kirchen und Klöstern unverschämt heftig zu.

    Ich erlaube mir, Deinen Beitrag ein wenig zu ergänzen und schiebe hier eine mehr als zehn Jahre alte Arbeit mit genauso alten Dias ein; an dem heiligen Ort selbst hat sich ja wohl nicht viel geändert.


    Khao Phra Viharn oder Preah Vihear - das heilige Kloster

    aus Khmertempel in Thailand - Abglanz von Gottkoenigen
    von H. & R. Pollmeier unter: http://www.thailandtipps.de/
    © Fotos H. & R. Pollmeier

    Besonderer Hinweis:
    http://www.koratmagazine.in.th/sight/viharn/eviharn.htm - mit Vogelperspektiven u. a.



    Natuerlich waechst mit jedem restaurierten Kunstwerk der Reiz zur Besichtigung. Aber gewiss lohnt sich auch der etwa 230 km lange Weg von Surin zum Felsentempel Khao Phra Viharn. Er ist ein beliebter Wallfahrtsort der Thais, wurde bisher nicht restauriert und ist im Augenblick geschlossen. Aber die Zeiten aendern sich.




    Oft spinnen sich in Siam liebevolle Legenden um die Entstehung eines Tempels. Pin, die Tochter eines habgierigen, durch neue Angelmethoden reich gewordenen Fischerehepaares am Mekong, unterstuetzte heimlich die Armen. Ein Prinz, dem ihre Schoenheit wahrscheinlich mehr als ihre Mildtaetigkeit gefiel, nahm sie zur Gattin. Zur Suehne fuer ihre Eltern liess Pin den Felsentempel erbauen. Sachlichere Informationen findet man in der Broschuere von John Black "The Lofty Sanctuary of Khao Phra Vihar", das die Siam Society 1976 neu aufgelegt hat. Nach seiner Genealogie hat Yasovarman (889 - um 900) das Werk begonnen und Suryavarman II. (1113 - um 1150) letzte Hand angelegt. Die Architekten fast aller Khmerherrscher haben die Anlage mitgepraegt.




    Khao Phra Viharn
    Aber der bedeutendste Khmertempel der Provinz Si Sa Ket gehoert nicht mehr zu Thailand, er wurde nach einem Urteil des Internationalen Gerichtshofes 1963 Kambodscha zugesprochen, kann aber wegen seiner Nord-Sued-Lage in den Dang Rek-Bergen - nach Groslier in einer der schoensten Landschaften ganz Asiens gelegen - am Ende eines Felsplateaus nur von Thailand aus bequem erreicht werden. 1989 einigten sich Kambodscha und Thailand, dieses einzigartige Kunstwerk Besuchern wieder zugaenglich zu machen, aber erst mit dem Frieden im kambodschanischen Buergerkrieg kann man seit Okt. 1991 gefahrlos die mehr als einen Kilometer lange Tempelanlage besichtigen. Man benoetigt kein Visum, nur der Pass wird hinterlegt. Den Eintritt teilen sich beide Laender fuer eine spaetere Restaurierung.




    Alle bedeutenden Elemente der Khmerkunst werden in dieser Anlage wieder einmal harmonisch vereint. Und doch draengt sich ein modernes Bild auf, denn der Felsen hat - von dem nahegelegenen Mor Daeng Cliff aus gesehen - die Konturen eines Tankers. Am Bug stuerzt die Linie mit dem Pei Ta Di Cliff steil in das Panorama der kambodschanischen Ebene ab. Auf Deck fuehrt eine 850 m lange, teilweise in den Felsen gehauene Treppe in einer Folge von vier Absaetzen allmaehlich auf die schiefe Ebene hinauf, Symbol des langen Weges in den hinduistischen Himmel. Unmittelbar vor den Klippen in 500 m Hoehe liegt das Gott Shiva geweihte Sanktuarium im fruehen Baphuon-Stil (1010 - 1080). Hier blicken aus den Reliefs noch die kantigen, mehr den Khmerherrschern als dem sanften Prinzen Gautamo entlehnten Buddhakoepfe in stilisierter Strenge.




    Die Prasats auf der zweiten und dritten Ebene sind wie griechische Kreuze angelegt, die Gopuram jedes Absatzes werden von Stufe zu Stufe immer praechtiger und maechtiger. Die Anlage ist zum Teil zerfallen und wiederum hervorragend erhalten. Es ist nicht abwegig, wenn man empfindet, ein Hauch von Olympia breitet sich aus. Denn die verhaltene Kraft und Spannung rueckt die Bauwerke in die Naehe archaischer griechischer Kunst. Im Wechselbad der Eindruecke von Prunktoren und Hoefen, Gesimsen und Giebeln, von Palaesten und Proportionen wird man immer begleitet von der Naga, der urasiatischen Gottheit, die, ganz im Gegensatz zur christlichen Schlange, das Gute als Element des Lebens verkoerpert.

    Buchtipps:
    Sagen und Legenden der Khmer, Verlag C. H. Beck, Muenchen 1988, ISBN 3 406 328202.

    Die steinernen Zeugen der Khmer-Vergangenheit werden durch sechsunddreissig Sagen und Legenden - eine Auswahl aus dem reichen Schatz der Khmer - zu neuem Leben erweckt und bereichern das Geschichtsbild und das Kunstverstaendnis des interessierten Lesers.

    Khmer Mytholgy von Vittorio Rovenda, Weatherhill, NewYork/Tokio 1998, ca. 180 Seiten, ISBN 0-8348-0424-7 - in Englisch.

    Nahezu jede Geschichte wird passend illustriert. Zuerst werden Mythen und Legenden auf fast 50 Seiten abgehandelt, dann einzelne Lokationen von z. B. Banteay Srei ueber den Bayon bis zum Angkor Wat fotografiert und erlaeutert, welche Legenden hier dargestellt sind.

    Of Gods, Kings, and Men von: Albert le Bonheur und Jaroslav Poncar, Serindia Publications, London 1995, 112 Seiten, Querformat(!), ISBN 0-906026-37-7 - in Englisch.

    J. Poncar hat saemtliche Galerien des Angkor Wat fotografiert: jeweils eine Galerie von mehreren 100 Metern auf ein Foto! Diese Fotos sind hier, ueber mehrere Seiten verteilt, abgebildet, teilweise kommentiert.



    Gruss
    Heinz

  6. #15
    Avatar von abstinent

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    Re: Khao Phra Vihan - Agenten, Landminen & Abzockerei

    @ heinz pollmeier

    danke für die tollen ergänzungen, da hast du ja damals eine menge recherchiert! :bravo: :bravo: :bravo:

    ciao

    "abstinent"

  7. #16
    Avatar von bigchang

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    Re: Khao Phra Vihan - Agenten, Landminen & Abzockerei

    @abstinent und hp pollmeier

    klasse berichte und auch hintergrundinfos und natuerlich auch die bilder :bravo:
    danke an euch beide und weiter so


    gruesse matt

  8. #17
    Avatar von HPollmeier

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    Re: Khao Phra Vihan - Agenten, Landminen & Abzockerei

    Hallo matt,

    ich sag mal unverhohlen, dass ich mich über das Lob freue.

    Wenn es nicht hin und wieder eine positive Stimme gäbe, würde ich mir die Arbeit nicht mehr machen.

    Es dauert immerhin einige Stunden: Manuskripte herausklauben, möglichst noch aktualisieren, soweit das aus räumlichem und zeitlichem Abstand geht, oft noch ‚einscannen’, Negative und Dias suchen, bearbeiten, verkleinern – zu Ottos Leid nie genug!

    Dann meine ich auch oft, die Arbeiten sind nicht mehr ganz taufrisch, halt so bemoost wie ich selbst. Da die aktuelleren Schreiber vor Ort wie Otto oder „abstinent“ nun ausdrücklich hervorheben, dass sie Ergänzungen begrüssen, hänge ich mich gern an in der Hoffnung, der Leser wird das Gebotene schon wichten.

    Zumindest erhält er unterschiedliche Perspektiven von eigenwilligen Schreibern, die sich gegenseitig respektieren. Und das allein hat schon Eigenwert bei einem Zeitgeist, der bei jeder Gelegenheit jedem an’s Bein pisst.

    So, mir fällt nix mehr ein:


    Denn nur der Otto hat die erotische Maus:



    Gruss
    Heinz

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