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Grüne fordern höhere Flugpreise....

Erstellt von Simmi, 13.01.2005, 08:26 Uhr · 26 Antworten · 1.886 Aufrufe

  1. #11
    Avatar von Jinjok

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    Re: Grüne fordern höhere Flugpreise....

    Flugreisen sind das Rückgrat einer Industrie, die seit Jahren unter diversen Katastrofen, Anschlägen und in deren Folge, mit drastisch gesunkenen Kundenzahlen sowie gestiegenen Nebenkosten zu kämpfen hat. Das Los teilt die deutsche Reisebranche aber mit denen aller anderen Nationen auch.

    Wird eine deutsche Regierung nun ein Gesetz verabschieden, um die labile Branche im internationalen Wettbewerb kräftig ins Abseits zu manöverieren, wäre das eine weitere und enorme Marktbereinigung. Die Fluggesellschaften und angeschlossenene Reiseveranstalter mit Flugreisen als Hauptgebiet würden massenhaft der ausländischen Konkurrenz erliegen.

    Ein Ausweichen von Individualreisenden auf ausländische Startflughäfen ist da keine Alternative, da ein Zugticket nach Amsterdam, Wien, Kopenhagen, Zürich usw. für die meisten Einwohner bereits so horrende Kosten verursacht, daß man dann auch wieder von FRA oder MUC aus fliegen könnte. Pauschalreisenden kann mit günstigen oder kostenfreien Bustranfers da schon eher geholfen werden, da bei der Masse gute Margen erzielt werden können.

    Bleibt also zu hoffen, daß eine deutsche Regierung in den kommenden Jahren die deutsche Reisebranche nicht für ein paar lumpige Steuermillionen auf dem Silbertablett opfern möchte.
    Jinjok

  2.  
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  3. #12
    Chak2
    Avatar von Chak2

    Re: Grüne fordern höhere Flugpreise....

    Zitat Zitat von Jinjok",p="206655
    Ein Ausweichen von Individualreisenden auf ausländische Startflughäfen ist da keine Alternative, da ein Zugticket nach Amsterdam, Wien, Kopenhagen, Zürich usw. für die meisten Einwohner bereits so horrende Kosten verursacht, daß man dann auch wieder von FRA oder MUC aus fliegen könnte.
    Wieso denn aber ein Zugticket? Ich fahre doch jetzt auch nicht mit dem Zug nach Kopenhagen, wenn ich mit SAS fliege. Da der Zubringerflug nur einen kleinen Anteil des Gesamtpreises ausmacht, fallen hier weder Umsatz- noch Mineralölsteuer wesentlich ins Gewicht.

    Du kannst dir das vielleicht nicht vorstellen, aber von Hamburg aus fliegt man ohnehin erstmal irgendwo hin, bevor es nach Bangkok geht. So habe ich schon die Flughäfen von Paris, Amsterdam, Frankfurt, London, Kopenhagen, Helsinki und Istanbul kennen lernen dürfen.

  4. #13
    Avatar von Micha

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    Re: Grüne fordern höhere Flugpreise....

    Zitat Zitat von Jinjok",p="206655
    Wird eine deutsche Regierung nun ein Gesetz verabschieden, um die labile Branche im internationalen Wettbewerb kräftig ins Abseits zu manöverieren, wäre das eine weitere und enorme Marktbereinigung.
    Jinjok, ich finde es bewundernswert, wie Du bei so einem Thema noch so gelassen und treffend formulieren kannst.

    Ich denke unsere traumhafte rotgrüne Koalition wird nicht eher Ruhe geben, bis sie auch den letzten Leistungsträger aus dem Land geekelt hat.

    Micha

  5. #14
    Avatar von Jinjok

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    Re: Grüne fordern höhere Flugpreise....

    Wenn Deine Flugreise in Deutschland beginnt, dann gilt hiesiges Recht und Besteuerung. Dann hilft es nichtmal im Ausland zu buchen. Kann uns hier mal jemand die IATA-Bestimmungen erläutern? IMO gibt gibt es nur einen Preis für die Gesamtreise (IATA-Buchungsnummer), auch wenn die Buchung über mehrere Tickets mit verschiedenen Airlines läuft. Und getrennte Buchungen für Teilstrecken zu machen hat den selben Effekt auf den Preis wie die Benutzung von sowas Exklusisivem, wie einer internationale Zugfahrkarte über mehrer 100 km.
    Jinjok

  6. #15
    Chak2
    Avatar von Chak2

    Re: Grüne fordern höhere Flugpreise....

    Jinjok, die IATA-Bestimmungen haben aber nichts mit der steuerrechtlichen Beurteilung zu tun.

  7. #16
    Avatar von Jinjok

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    Re: Grüne fordern höhere Flugpreise....

    Micha, meine Gelassenheit kommt daher, weil ich der Überzeugung bin, daß die Spielräume, die sich die Politiker in den letzen 6 Jahren selbst eingeengt haben, keine weiteren wirtschaftlichen Desaster mehr zulassen werden. Wenn die Decke noch kürzer wird, wird man eventuell noch vor der nächsten Wahl sehen, daß hierzulande auch gegen ihre Überzeugung sogar wieder Gesetze zur Förderung der Wirtschaft erlassen werden. Die Liste der Gesetze und Regelungen, die ein Florieren der Wirtschaft unterbinden sollen ist ja mittlerweile fantastisch lang. Du siehst ich bin auch ein grenzenloser Optimist, als überzeugter Schwarzeher und Zweckpessimist.

    Viele Grüße
    Jinjok

  8. #17
    Avatar von Jinjok

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    Re: Grüne fordern höhere Flugpreise....

    Zitat Zitat von Chak2",p="206706
    Jinjok, die IATA-Bestimmungen haben aber nichts mit der steuerrechtlichen Beurteilung zu tun.
    Das nicht Chak2, so kann die Teilstrecke Hamburg - Frankfurt wohl anders besteuert werden als das Stück Frankfurt - Bangkok. Wenn aber Deutschland nun nicht nur Inlandsflüge sondern generell auf alle Flugkilometer Kerosin und MwSt legt, was im Ausland nicht der Fall wäre, würde nach den IATA-Bestimmungen immernoch der Startflughafen als Ausgangspunkt gelten, nach welchen Regeln Steuern und Abgaben für alle Teilstrecken auf die Tickets zu entrichten ist.

    Der Grund warum das Ticket BKK-FRA-BKK einen ganz anderen Preis hat als FRA-BKK-FRA. Die Teilstrecken sind ja identisch, nur der Startpunkt ist ein anderer. Der Preis richtet sich IMVHO immer danach, in welchem Land der Round-Trip beginnt. Zwischenstationen zählen dabei nicht.
    Jinjok

  9. #18
    Avatar von Ralf_aus_Do

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    Re: Grüne fordern höhere Flugpreise....

    Ich persönlich hätte da wenig Sorgen. Deutschland ist ja nun nicht riesengroß, große Flughäfen im angrenzenden Ausland sind gut zu erreichen.

    Gruß

    Ralf

  10. #19
    Chak2
    Avatar von Chak2

    Re: Grüne fordern höhere Flugpreise....

    Jinjok, lass doch endlich einmal die IATA aus dem Spiel, die hat wirklich gar nichts mit der Besteuerung zu tun. Da hat die EU mehr Aktien drin.
    §3b Abs.1 S.2 UStG:
    Erstreckt sich eine Beförderung nicht nur auf das Inland, so fällt nur der Teil der Leistung unter das Gesetz, der auf das Inland entfällt.
    Und eine solche Änderung könnte der Bundestag auch nicht so einfach ändern, da man ja dann den anderen EU-Staaten das Recht der Besteuerung ihrerseits nähme.

    Da die Mineralölsteuer eine Verbrauchssteuer ist, kann Deutschland auch kaum das Kerosin in Amsterdam, Dubai oder Bangkok besteuern.

    Ich frage dich also, wie soll eine vollständige Besteuerung also erfolgen?

    Zudem bezweifle ich, dass die Preisunterschiede FRA-BKK gegenüber BKK-FRA auf steuerliche Ursachen zurückgeht.

  11. #20
    woody
    Avatar von woody

    Re: Grüne fordern höhere Flugpreise....

    Zitat Zitat von Chak2",p="206726
    .........Zudem bezweifle ich, dass die Preisunterschiede FRA-BKK gegenüber BKK-FRA auf steuerliche Ursachen zurückgeht.
    Da zweifelst du mit Recht. Es liegt ganz einfach an der Preispolitik der Airlines, die sich danach orientiert wieviel zu holen ist, man nennt es auch marktorientierte Preisbildung ;-D .
    So kostet ein Ticket FRA-BKK-FRA oder BKK-FRA-BKK der TG in Thailand gekauft, immer mehr als in Deutschland gekauft.


    Was das Thema Energiebesteuerung angeht: hier mal die Sache aus der Sicht der Bahn und der Umweltverbände.

    Flugzeug und Bahn sollen steuerlich gleichbehandelt werden
    Überspringen: Flugzeug und Bahn sollen steuerlich gleichbehandelt werden Bahnchef Mehdorn kritisiert Wettbewerbsverzerrung zu Lasten der Bahn. Die neue Energiesteuerrichtline der EU ermöglicht Einführung von Kerosinsteuer.
    Die Deutsche Bahn hat gemeinsam mit vier großen Umweltverbänden am 8. September eine einheitliche Energiebesteuerung von Flugzeug und Bahn gefordert. Nach einem Spitzengespräch in Frankfurt am Main kritisierten Bahn, BUND, NABU, VCD und WWF, dass der Luftverkehr völlig von der Mineralöl- und Ökosteuer freigestellt ist. Diese führe zu einer wachsenden Wettbewerbsverzerrung zu Lasten der umweltfreundlichen Bahn. Im geplanten Energiesteuergesetz, so die Bahn und die Umweltverbände, muss sich dies endlich ändern.

    Ihr Argument ist einleuchtend: Die Kosten für Mobilität sollen auch die ökologischen Faktoren berücksichtigen. Insbesondere die niedrigen Preise der Billigflieger werden durch die ungleiche steuerliche Behandlung der Verkehrsträger erst möglich. Allein auf der Verbindung von Berlin nach Köln und zurück entspricht die Entlastung des Flugtickets von Mineralöl- und Ökosteuer einem Preisvorteil von 46 Euro.

    Der Vorsitzende des Verkehrsclub Deutschland (VCD), Michael Gehrmann, zog die Bilanz dieser ungleichen Steuer-Politik : "Da gibt es viele Verlierer: die Umwelt, den Staatshaushalt, die anderen Verkehrsträger - allen voran die Bahn - und schließlich die verkehrspolitische Glaubwürdigkeit der Bundesregierung. Damit wird die seit Jahrzehnten propagierte Verlagerung der Kurzstreckenflüge auf die Schiene ins Gegenteil verkehrt."

    Bahnchef Hartmut Mehdorn bestätigte die Belastung der Bahn durch die andauernde steuerliche Wettbewerbsverzerrung.

    Bahn ist das klimafreundlichste Verkehrsmittel

    Dabei ist gerade die Bahn Vorreiter im Klimaschutz. Seit 1990 senkte sie ihre spezifischen Kohlendioxid-(CO2-)Emissionen bereits um ein Viertel. Mit ihrem neuen Klimaschutzprogramm 2020 will sie den Ausstoß des klimaschädlichen Treibhausgases noch einmal um mindestens 15 Prozent reduzieren. Dagegen bliesen allein die so genannten Billigflieger im vergangenen Jahr im inländischen Verkehr fast 600.000 Tonnen CO2 in die Atmosphäre.

    In der Koalitionsvereinbarung von 2002 erklärten die Regierungsparteien, sich für die Einführung der Kerosinbesteuerung einzusetzen. Die neue EU-Energiesteuerrichtlinie, die jetzt in nationales Recht umgesetzt werden muss, enthält erstmals eine eindeutige Erlaubnis für den nationalen Gesetzgeber, inländische Luftverkehre zu besteuern. Diese Chance, so das Fazit der Bahn und der großen Umweltverbände, muss endlich genutzt werden.

    Letzte Aktualisierung: 07.01.2005

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