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Cambodia, wie ich es mag

Erstellt von abstinent, 28.08.2005, 09:59 Uhr · 94 Antworten · 9.828 Aufrufe

  1. #21
    Avatar von KhonKaen-Oli

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    Re: Cambodia, wie ich es mag

    Denkt doch mal an die Calciumzufuhr der Thais.
    Thai essen sogut wie keinen Käse und trinken selten Milch (beides Calziumhaltig)

    Vögel werden z.B. auch komplett zerhackt gegessen, selbst bei Hühnervögeln werden die Knorpel mitgegessen.

    Gruss
    Oliver

  2.  
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  3. #22
    Avatar von abstinent

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    Re: Cambodia, wie ich es mag

    Part 6:

    Gestärkt machten wir uns dann auf die Suche nach einem Transportmittel für den geplanten Pailintrip am nächsten Tag.
    Pailin, die "Khmer Rouge"-Hochburg inmitten der Cardamom-Berge. Dort haben wir vor, eine coole Rubinmine aufzusuchen. GPS Koordinaten haben wir, Kartenmaterial ist hier aber kein Gescheites zu bekommen. In öffentlichen Maps fehlen die Verbindungen und Trampelpfade nach Pailin ganz. Man ignoriert diese letzte Trutzburg der Massenmörder aus der Pol Pot-Ära gänzlich.
    Für die 50 KM Dschungeltrip auf teils nicht vorhandenen und teils unbefestigten Straßen benötigen wir nun ein Transportmittel!

    Dieses hier erschien uns ungeeignet, wir waren ja schließlich nicht Lance Armstrong und Jan Ullrich:



    Fündig wurden wir aber ein Stück weiter auf der Straße Nummer 3. Hier hat ein Mopedschrauber das Verleihen von Bikes als lukrative Nebenerwerbsquelle für sich entdeckt, und wir werden uns schnell handelseinig. 8 Dollar je Tag ist o.k. für diese Trümmer hier:



    2 abgewohnte 250er Hondas mit brauchbaren Reifen und soeben noch akzeptablen Stoßfängern werden morgen unser Stahlroß spielen. Die Ketten unserer Bikes hingen auch noch nicht ganz bis auf den Boden durch, so daß wir guter Dinge waren, das gesteckte Ziel auch zu erreichen.
    Max klärt mich netterweise bei dieser Gelegenheit auf, das man solche Bikes eigentlich "Gatschhupfer" nennt!

    Mein Ösi-Vokabular steigt mit fast jeder Reise weiter an - :bravo: - bald bürgern die mich ein

    Abends vernetzen wir uns noch mit den hiesigen Demining-Leuten zwecks Abstecken unserer Route, und entdecken bei dieser Gelegenheit ein nettes Restaurant:



    Vor dem Zubettgehen lassen wir uns von einem alten TukTukChauffeur noch eine Stadtrundfahrt verpassen, bei der Gelegenheit faellt uns dann auf, wie aktiv hier in der Provinz das Nachtleben sein kann.

    Besonders auffaellig sind die vielen, vor den .......en geparkten Fahzeuge von UN-Leuten und NGO's (an den blauen Plates leicht auszumachen!). Feiste Jeeps und Allrad-SUV's, was die wohl hier des Nachts so machen? Feldstudien wahrscheinlich! ;-D


  4. #23
    Avatar von abstinent

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    Re: Cambodia, wie ich es mag

    Part 7:

    Pailin - hierher wollte ich schon immer wieder hin zurück, warum fragt ihr?
    Nun ja, das hier ist vielleicht der abenteuerlichste Flecken Südostasiens, abgesehen vielleicht von den Camps der Abbu Sayyaf in Mindanao und den Jihad-Schulungscamps im finstersten Indonesien.
    Hier hat es einen guten Freund erwischt, und ich hatte damals mehr Glück als Verstand. Das Schrappnell der Mine, welche unsere gesamte Gruppe aufmischte - das erwischte mich nur am Unterschenkel. Eine häßliche und große Narbe erinnert mich heute noch daran. Hier versickerte mehr Blut im Dschungelboden als an vielen anderen Orten, nicht nur Meines!
    Damals hatte ich mir in Pailin ein Buch gekauft, ein Altes von 1893. "The Ruby and Sapphire Deposits of Moung Klung Siam". Die Karten darin waren handgezeichnet, ungenau und grob - aber sie zeigten auf diesen gebirgigen Bereich zwischen Thailand und Cambodia.



    Chantabun, das heißt heute Chantaburi - und Klung gehört nun Teils zum Changwat Trat. 20 % der Rubinminen sind auf thailändischem Territorium, 80 % sind in Pailin. Ein Grenzübergang hat zwischenzeitlich eröffnet, aber dieser dient fast ausschliesslich den Thaizockern zum Besuch der Bordercasinos.

    Ein schnelles Frühstück, und los geht es am Morgen.
    Wir planen ueber eine Strasse dorthinzukommen, die es laut Karten gar nicht gibt!



    Die ersten 25 Kilometer führen uns über eine Art Waldweg, ständig geht es über Hügel und durch Niederungen. Mehrere Baeche muessen durchquert werden, und unsere Hondas wühlen sich durch den Morast.
    Max ist jünger und leichter, obendrein der erfahrenere Gatschhupferpilot von uns. Wie echte Schweine aus der Suhle sehen wir aus, als wir das Territorium von Pailin endlich erreichen. Egal, den in der Sonne schnell hartwerdenden Dreck kann man gut abklopfen
    Die Digitalcamera hatte auch eine Volldusche bekommen und versagte folglich ihren Dienst, wir haben sie so gut es ging geöffnet und zerlegt, die Teile in der Sonne geparkt.

    Wir rasten auf einer Art Feldherrenhügel und genießen für eine halbe Stunde den Höhenwind und die herrliche Aussicht auf die umliegenden Dschungelareale. Hier oben sind noch Befestigungsanlagen auszumachen, und die Spuren schwerer Artillerie sind auf ewig in den Fels gekratzt. Dies ist ein wichtiger Waypoint fuer uns, denn von nun an folgen wir dem GPS. Unsere Hosen trocknen derweil auf den geparkten Bikes, aber niemand hier kümmert sich um 2 Extremtouristen in Unterhosen. :la:
    Wir ziehen dann unsere trockenen Hosen wieder an, die Bikes sind zwischenzeitlich auch abgekühlt, und dann erwarteten uns die finalen 18 Kilometer.



    Abgesteckte Minenfelder und deklarierte Dangerzones flankieren unseren oft überwucherten Trampelpfad, ein CMAC Deminingteam irgendwo im Nirgendwo ist eine willkommene Abwechslung für uns, und wir für die Boys auch. Schnell eine Zigarette zusammen geraucht und noch Tipps fuer die letzte Etappe geholt. Der Bach sei sicher meinte man, und wir hören gerne auf solche Tipps. Ein flacher Bach von 10 bis 20 cm Tiefe schlängelte sich vom Hügel herab - dieser Hügel war unser Ziel.

    Anfangs kamen wir gut voran, nur an einem 2 m hohen Wasserfall kamen wir dann so richtig ins schwitzen, denn die Bikes mussten da 'rauf. Umgehen war wegen der Minensituation nicht angesagt. Das kleine mitgeführte Seil bewährte sich nun, und in weniger als einer Viertelstunde hatten wir beide Bikes hochgewuchtet gehabt.
    Dann eröffnete sich uns ein wahrhaft paradiesisches Panorama. Eine grosse, blumenübersäte Wiese mit Hunderten rieiger Schmetterlinge, die keine Scheu vor uns hatten erwartete uns.
    Am fernen Ende der Wiese die kleine Ansammlung von Häuschen und Hütten, die wir suchten.
    Schon auf halbem Wege kamen uns lärmend die Kinder der Minenarbeiter entgegen, und wir nahmen die Kleinen sehr zu deren Freude auf unseren Tanks und Sitzbank mit zurück.

    Hier hatten wir nun auch die Muße, uns um die Digicam zu kümmern, aber leider konnten wir den malträtierten Batterien nur noch eine Handvoll Fotos abringen.

  5. #24
    Avatar von abstinent

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    Re: Cambodia, wie ich es mag

    Part 8:

    In den Hütten war es stickig und heiß. Elektrischen Strom gibt es hier nur aus 12 Volt Autobatterien, die mühevoll per Moped oder Fahrrad transportiert, und 15 Kilometer weiter im Ort frisch geladen werden können.
    Hier ist der Dreh- und Angelpunkt der "Edelsteinindustrie" Cambodias, hierher kommen die Rubine und Saphire, die schon seit vielen Generationen gekrönte Häupter schmücken oder Filmstars bei der Oscarverleihung umgehangen werden.

    Branchenkenner wissen, das auch 2 von 3 in Thailand verkauften Steinen nicht aus Thailand stammen, sondern hierher. Das, was man auf der Chantaburiseite noch an Korunden findet (Sowohl Rubine als auch Saphire gehören der Korund-Gesteinsfamilie an), das eignet sich noch soeben als Industrieschmirgel oder Bohrerbeschichtung. Burmesische Edelsteinschleifer haben hier in den 20er Jahren Fuß gefasst, und Einheimische angelernt.
    Noch heute benutzt man die Gerätschaften, die damals aus Burma hierhergeschafft wurden:





    Im Dämmerlicht einer 8 Watt Neonröhre arbeitet man hier bis zu 16 Stunden je Tag. Alles geschieht manuell, die Schleifscheiben werden mit Fußtritten angetrieben, die Feinschliffe werden mit handgepowerten Maschinen realisiert:





    Die Ergebnisse lassen sich sehen, und würden so manchem jiddischen Juwelenaufkäufer in Antwerpen die Schillerlocken zu Berge stehen lassen:



    Steine in toller Farbe jenseits der 1 Karat sind hier nicht selten. Einschlußfreie Korunde gibt es fast gar nicht - und die Reinheit der Steine von hier setzt Gemmologische Weltstandards.

    Max und ich erwerben nach langem Gefeilsche einige geschliffene Stücke aus diesem Sortiment:



    Der selbstgebrannte Schnaps, mit dem man hier zunftgerecht nach getätigtem Geschäft anstößt, der hat uns fast die Kehlen verätzt. Über unsere Husterchen lachten die Brüder nur ;-D

    Mit dem Versprechen, bald wiederzukommen, verabschieden wir uns von den rauhen aber freundlichen Gesellen hier - und machen uns auf den Rückweg. Diesen mußten wir zwingend im Tageslicht schaffen, denn die traurigen Funzeln der Hondas hätten den holprigen Weg nicht genug ausleuchten können.

    Wie so oft, ging der Rückweg viel schneller vonstatten - und wir erreichten Battambang lange vor Einbruch der Dunkelheit.

    Hundemüde von der Geländefahrt retournierten wir die Hondas und gönnten uns noch ein Abendmahl im "Smokin' Pot"
    Nach einer überfälligen und gut reinigenden Dusche sanken wir dann auch schnell in tiefen Schlaf.

  6. #25
    Avatar von Otto-Nongkhai

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    Re: Cambodia, wie ich es mag

    Ja,Frank,die Strecke Battambang -Pailin bin ich auch schon gefahren,sah danach schlimmer aus als ein Schwein.
    Sind die Eisenbruecken immer noch so kaputt ,so dass man ballanzieren muss?

  7. #26
    Avatar von Wittayu

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    Re: Cambodia, wie ich es mag

    Klasse Bericht, Frank ...als wäre man dabeigewesen. Schade, dass die Digicam gestreikt hatte. Gibt es in diesem Gebiet noch miltärische Aktivitäten, oder ist es dort total befriedet und man kann sorgenfrei dort biken ???

    Will im Winter meine defekte XT500 in TH reparieren, danach mich evtl. damit nach Kambodscha trauen. Wie ist es mit der Reisesicherheit, wenn man dort mit dem eigenen Mobbed auftaucht ?

    Gruß,
    Wittayu

  8. #27
    Avatar von abstinent

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    Re: Cambodia, wie ich es mag

    @ otto

    wir haben nicht die direkte piste nach pailin-town genommen, denn erdrutsche hatten diese unpassierbar gemacht. wir hörten von wegelagerern mit vollautomatischen waffen, die dort reisegruppen von japanern um ihre habe brachten. wir haben dank gps und geländebikes die servicepiste der deminingteams genommen, die uns reizvoller erschien und einen direkteren einflug in die zielzone versprach.

    @ wittayu

    die problematik an der grenze mit deinem thai-registrierten bike ist unvorstellbar aufwendig. der papierkram in thai und khmer kennt keine grenzen und würde einen aktenkoffer füllen. ich habe seit fast 7 jahren ein bigbike zugelassen, und war damit ein paarmal in burma und auch in cambodia - habe es aber nie legal dort eingeführt (nur grenzbereiche). dein bike wäre eine exzellente wahl für das terrain, aber das terrain an und für sich stellt wegen der minenpräsenz das wesentliche problem dar. landschaftlich ist es wunderschön (vergleichbar vielleicht mit soi dao) dort.
    es existiert ein waffenstillstand zwischen den verbliebenen khmer rouge und den regierungstruppen. letztere würden sich hüten in uniform auch nur in die näehe pailin's zu kommen. pailin ist rechtsfreie zone, gesetzlose rechtsfreie zone! jede schilfhuette ist hier schwer mit zimmerflaks aller erdenklichen kaliber gespickt. alleinreisen sind dummer unfug, und nur mit guten informationen von den lokalen deminingteams kann man sich getrost auf den weg machen.
    sogenannte lokalguides sind zwar nicht billig, aber im regelfall ihr geld wert.
    khmer rouge sind nun friedliebende farmer, aber ihre ausruestung ist versteckt und sie können jederzeit wieder loslegen. etliche der anfuehrer und massenmörder laufen stolz erhobenen hauptes noch täglich unbeschwert auf dem markt in pailin herum. hier wird es deutlich, das ein "status quo" herrscht, beileibe kein frieden!
    happy trails yamahabuddy

    ciao

    "abstinent"

  9. #28
    Mandybär
    Avatar von Mandybär

    Re: Cambodia, wie ich es mag

    Suuuper Bericht

    hast Du Probleme bei der legalen !!!! Ausfuhr der Steine oder ist diese auch wie aus Burma schwierig??

    Grüße aus Salzburg
    Mandybär

  10. #29
    Avatar von abstinent

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    Re: Cambodia, wie ich es mag

    @ mandybaer

    kurze antwort:

    legal, illegal, schei..egal

    sind ja nur ein paar, fuer den persoenlichen bedarf unserer frauen

    ciao


  11. #30
    Mandybär
    Avatar von Mandybär

    Re: Cambodia, wie ich es mag

    Alles klar.

    Schönen Dank

    Mandybär

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