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CAMBODIA - Familytrip mit Abenteueraspekten

Erstellt von abstinent, 30.04.2004, 13:13 Uhr · 117 Antworten · 7.344 Aufrufe

  1. #81
    Avatar von abstinent

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    Re: CAMBODIA - Familytrip mit Abenteueraspekten

    TEIL 33 - REISEBERICHT CAMBODIATRIP



    Schon um 5:45 Uhr stehen wir auf, denn wir haben heute besonders viel vor. Zunächst geht's schnurstracks zum Bäcker auf der Minivong-Road, hier gibt es nämlich Phnom Penh's leckerste Brote und auch Brötchen wie von Flensburg bis Garmisch.
    Vor dem Backwarenladen setzen wir uns auf's Trottoir - Franky holt bei Caltex schnell einige Kleinpäckchen Butter und Marmelade. Wir schmausen und ergötzen uns an den vielen Kapriolen, die sich hier direkt vor unseren Augen abspielen. Wie in einem Slapstick-Movie rollt hier der Verkehr. Alles fährt kreuz und quer, der stärkere hat immer Vorfahrt. Hilflos steht ein Polizist irgendwo an einen Baum gelehnt, und schaut resigniert auf das totale Chaos vor ihm. Die Straße ist asphaltiert in diesem Bereich, und die Staubentwicklung hält sich in Grenzen. Frühstück auf dem Gehsteig, etwas völlig normales hier. Schließlich schlafen 30 % aller Einwohner der Hauptstadt nicht unter einem Dach!
    Wir sind nicht sehr weit vom Toul Sleng, dem berüchtigten KZ der Roten Khmer. Franky muß das unbedingt noch sehen, und wir fahren gemeinsam dorthin. Theptida und ich waren schon mehrfach hier, es ist nicht besonders schön, aber sehr lehrreich. Wir versprechen Franky, Ihn hier in einer guten Stunde wieder abzuholen und machen uns zu Zweit auf den Weg zum Russenmarkt.
    Der Russenmarkt quillt über vor lauter Textilien. So früh am Morgen haben viele Geschäfte hier noch geschlossen - aber wir finden alles, was wir brauchen.






    Die Preise sind, wie immer, sehr niedrig, und wir erstehen etliche Teile, die hier in Cambodia für den Export in die USA oder nach Europa gefertigt worden sind. Die Auswahl ist im laufe der Jahre sehr gut geworden, und die Größen hier sind besser sortiert, als auf thailändischen Märkten. Selbst schattenwerfende Zeitgenossen können sich hier eindecken.



    Ein Besuch bei unserem Steinschnitzfritzen fördert zutage, daß er immer noch an seinem riesigen Exportauftrag arbeitet. Der Ärmste, er tut uns leid, hundertfach identische kleine Kunstwerke zu schaffen.





    Aber er macht seine Sache mit der gebotenen Akribie und Sorgfalt. Wir schauen ihm noch einen Moment lang zu, und dann machen wir uns auf den Weg zurück zum KZ.

    Das Toul Sleng KZ liegt nicht sehr weit entfernt, vielleicht nur 1 km Luftlinie. Auf dem Wege dorthin fahren wir an etlichen Mopedservicewerkstätten vorbei. Hier in Cambodia sieht so eine allerdings etwas anders aus, als in Europa oder Nordamerika:


  2.  
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  3. #82
    Avatar von abstinent

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    Re: CAMBODIA - Familytrip mit Abenteueraspekten

    TEIL 34 - REISEBERICHT CAMBODIATRIP


    Franky hat sich in der Zwischenzeit im S 21 umgesehen, und er wartet schon am Tor auf uns. Einige Dinge hier möchte er mir noch zeigen, und Theptida auch einige Fotos schiessen, auf die 2 $ Eintritt soll es uns nun nicht ankommen, also gehen wir noch einmal hinein.



    Von außen kann man die ehemalige "Toul Svay Prey Secondary School" nicht zeingend als Schule oder Foltercamp erkennen, aber der Stacheldraht auf dem Sichtschutzzaun war 'mal elektifiziert, wie uns die Isolatoren an den Befestigungspunkten verraten.
    Hier herrschten in den Jahren der Roten Khmer-Herrschaft von 1975 bis 1979 grausame Sitten, und die Räumlichkeiten und Artefakte sind als stumme Zeitzeugen zu besichtigen. Unendliches Leid wurde allen der ca. 20.000 Inhaftierten zuteil. Elektroschocks, Ertränkungen, Folter mit giftigen Insekten, Folter durch Blendungen.... jede Variante von Qual wurde hier an den oftmals unschuldigen Insassen des kommunistischen KZ's ausgetestet.

    Das Schild hier weist auf die Regeln im Camp hin:



    Von diesem Gestell aus wurden Inhaftierte kopfüber in Jauchetröge getaucht:



    Von außen sieht man nicht allzu viel von dem Grauen, das hier damals herrschte:




  4. #83
    pef
    Avatar von pef

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    Re: CAMBODIA - Familytrip mit Abenteueraspekten

    @Absti,

    die kambodschanischen Grillspezialitäten sind Erdspinnen, die im Land häufig vorkommen. In Thailand gibt es diese Spezi weniger. Im Isaan sind sie aber bekannt

  5. #84
    Avatar von FarangLek

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    Re: CAMBODIA - Familytrip mit Abenteueraspekten

    Zitat Zitat von pef",p="152289
    @Absti,

    In Thailand gibt es diese Spezi weniger. Im Isaan sind sie aber bekannt
    Der Issan ist in Thailand, auch wenn man es kaum glaubt...

  6. #85
    MrPheng
    Avatar von MrPheng

    Re: CAMBODIA - Familytrip mit Abenteueraspekten

    Der hat schwer zu tragen, dieser Konfusius.
    Wie immer ein Superbericht von absti!

    Pheng

  7. #86
    Avatar von FarangLek

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    Re: CAMBODIA - Familytrip mit Abenteueraspekten

    Zitat Zitat von MrPheng",p="152361
    Der hat schwer zu tragen, dieser Konfusius.
    Leider wahr.. :-)

  8. #87
    TomButton
    Avatar von TomButton

    Re: CAMBODIA - Familytrip mit Abenteueraspekten

    Zitat Zitat von abstinent",p="130730
    Noch am späten Abend haben hier alle Läden los, und es ist einfach ein Reisebüro zu finden, welches Bustrips nach Siem Reap/Cambodia zu Sonderpreisen anbietet.
    150 Baht scheint der Standardtarif zu sein, aber wir wissen, daß es noch billiger geht. Für 100 Baht schlagen wir dann zu. Thais werden nicht gesponsort, der Tarif für Theptida ist 250 Baht. Darauf gehe ich später noch näher ein.
    Gesamtpreis bis Siem Reap für 3 Personen also 450 Baht....no Problem! Denn ein Thai-Billigbus würde uns 3 dafür noch nicht einmal bis nach Aranyaprathet an die Grenze karren!
    ![/b]
    [/quote]

    Hallo abstinent :
    habe ich da was ueberlesen , oder warum bezahlt Theptida keinen " gesponserten " Preis ? Und was meinst Du mit "gesponsort "?
    Das hinterher " abgekocht " wird ?

    Da ich ( und eventuell andere ) das auch gerne (nach-) machen wuerden : hier noch ( fuer jene die etwas englisch koennen ) weitere Informationen . Sowohl ueber solch eine Package -Tour , als auch auf eigene Faust ( der Autor meinte , das es zwischen 4.5 Dollar und 35 $ kosten kann ).Der Vorteil wenn auf eigene Faust, besteht darin , das mann/frau VOR den ganzen Bussen ueber die Grenze kommen kann , und eine Fahrtzeit von 8-9 Stunden realisierbar ist .

    http://www.talesofasia.com/cambodia-overland-bkksr.htm

    Teilweise sind auch Bilder zu sehen , wie es noch vor zwei,drei Jahren auf dieser Strecke aussah ) ; da waere stellenweise ein Schlauchboot hilfreich gewesen .

  9. #88
    Avatar von abstinent

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    Re: CAMBODIA - Familytrip mit Abenteueraspekten

    @ TomButton
    Hi Tom! Meine langjährige Lebensgefährtin Theptida ist Thai, und Thais zahlen mit den Schlepperminibussen ab Khao Sarn Road statt der 100 Baht "Sponsorentarif" exakt 250 Baht.
    Das liegt daran, das angekarrte Farangs von den Paßschleppern an der Grenze, den Snackstopprovidern unterwegs, und dem Guesthouse am Ende der Reise dem Unternehmer mit einer "Kopfprämie" belohnt werden. Nach gemachten Erfahrungen der Schleppernetzwerke sind Reisende mit Thaibürgern im Gefolge eher autark, und gehen denen nicht so schnell auf den Leim. Somit zahlen Thais einen eher normal zu nennenden Tarif, während man die cashschwangeren Touris im Regelfall um mehrere Extradollar während der Reise abkochen kann. Die Guesthouses am Ende der Reise zahlen pro Farangkopf zwischen 3 und 5 Dollar Prämie an die Netzwerke.

    Mein Tipp für Siem Reap-Reisende: nutzt euch diese Konstellation aus, und laßt euch bis Siem Reap für 100 Baht karren, aber habt das Visa bereits im Paß und eine Adresse in Siem Reap zum Verbleib parat

    Selbst für Visarun-Traveller (die an der Grenze wieder umkehren) sind die geforderten 100 Baht bis zur Grenze in Aranyaprathet als unschlagbar günstig anzusehen.

  10. #89
    Avatar von abstinent

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    Re: CAMBODIA - Familytrip mit Abenteueraspekten

    TEIL 35 - REISEBERICHT CAMBODIATRIP



    Sehr beeindruckend sind auch die Fotodokumente hier, hier eine Ansicht von einem Teil der 20.000 Opfer:



    Volkssport bei den Khmer Rouge war es auch, Babies der hier inhaftierten in die Luft zu werfen, und dann vor den Augen der Eltern in der Luft mit vollautomatischen Gewehren zu durchsieben. Von den schlimmsten Unmenschlichkeiten zeugen gemalte Bilder, denn andere Bilddokumente sind nicht überliefert.



    Die Minizellen in den ehemaligen Klassenräumen sind noch so erhalten, wie damals......und dem Besucher läuft hier ein Schauer nach dem anderen über den Rücken.




    Die Aufseher hier waren oftmals noch halbe Kinder, aber in deren verbriefter Grausamkeit standen sie den Erwachsenen in Nichts nach. Die Schreie der vergewaltigten Frauen, deren laute Schreie erst nach dumpfen Schlägen oder Schüssen verstummten, waren in der Nachbarschaft Tag für Tag zu hören gewesen. Tote wurden auf Viehtransportern und Wasserbüffelkarren zu den Killing Fields gekarrt, man tat dies nicht im Schutze der Dunkelheit oder unter Verwendung von zugedeckten Waggons.
    In den Zellen verreckten die Inhaftierten, angekettet wie Vieh und ohne Rechte irgendwelcher Art. Es gab keine Rotkreuz-Schlipsträger oder Überwacher in Phnom Penh mehr, es war das rechtloseste aller Länder der Welt, und im Gegensatz zu Reports über die Geschehnisse in anderen KZ's der Historie, kann ich mich noch sehr gut an die Nachrichten von damals erinnern.

    Empfehlenswert ist hierzu auch der Film "The Killing Fields", der die Geschichte einer Freundschaft zwischen einem US-Journalisten und seinem Khmer-Freund schildert.

    THE KILLING FIELDS



    Man schämte sich nicht für das, was hier geschah.
    Die Volksrepublik China lieferte noch lange Know-How und infrastrukturell Benötigtes in das Khmer Rouge Kamputchea.
    Andere steckten ihren Kopf in den Sand und warteten ab.

    Betroffen schaut mein Sohn auf diese Gedenkstätte zurück, während wir die cambodianische "Normalität" schon direkt vor dem Tor wieder unter den Füßen haben. Durch diese Straße flanieren keine gekrönten Häupter oder hochgestellte Beamte, hier gibt es nur Abfall, Dreck und Staub auf den unbefestigten Straßen mit mordsmäßig großen Schlaglöchern.

    Die grausamsten Exponate hat man mittlerweile aus der Ausstellung entfernt. Die Folterwerkzeuge, den gynäkologischen Folterstuhl für inhaftierte Frauen und die Landkarte.
    Die Landkarte war für mich eine der Impressionen auf vorherigen Trips hierher, deren Erinnerung am nachhaltigsten war:



    Die Landkarte ist ein Puzzle aus Schädeln und Gebeinen der Opfer der Kommunisten um Pol Pot.
    Nun gibt es sie nicht mehr, aber in meinen Erinnerungen wird sie für immer verbleiben.


    picturecredit: Lt.Col USAF J.D.Duncan (1955-2001)

  11. #90
    Avatar von abstinent

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    Re: CAMBODIA - Familytrip mit Abenteueraspekten

    möchte an dieser stelle nur einmal darauf hinweisen, das der beliebte reportautor "thungsong" einen bericht mit teilweise gleicher thematik verfaßt hat. hier im nittaya postet er als "otto - nongkhai".

    reiseberichte können immer nur die ansichten eines reisenden wiederspiegeln, und otto's reports ergänzen sich prima mit meinen schilderungen. gleiche begebenheiten werden von anderen betrachtern oftmals auch anders beschrieben und fotografiert.

    einen schönen überblick kann sich derjenige verschaffen, der mehrere reiseberichte von trips ins gleiche zielgebiet liest.

    danke für eure aufmerksamkeit

    ciao

    "abstinent"

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