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Andamanen und Nikobaren: Nein zu Massentourismus

Erstellt von Rene, 07.08.2005, 08:39 Uhr · 6 Antworten · 951 Aufrufe

  1. #1
    Rene
    Avatar von Rene

    Andamanen und Nikobaren: Nein zu Massentourismus

    Ökologen warnen vor dem Phuket-Plan

    Umweltschützer haben mit einem heftigen "Nein" auf den Plan reagiert, Touristen von der Thailändischen Ferieninsel Phuket auf die Nikobaren und Andamanen zu transportieren. Ein solches Tourismusmodell wäre für die lokale Bevölkerung und die Landschaft eine Katastrophe, berichtet BBC-Online http://news.bbc.co.uk. Die Idee den Tourismus auf den beiden zu Indien gehörenden Inselgruppen zu bringen entstand, um die Folgen des Tsunami vom 26. Dezember 2004 schneller zu beseitigen.

    Ein Thailand-Modell würde allerdings der Bevölkerung großen Schaden zuführen, da die beiden Archipel bisher nur etwa 100.000 Besucher pro Jahr verzeichneten. Allerdings fiel die Zahl der Fremden seit Dezember 2004 auf knapp ein Zehntel. Erst im Vormonat hatten Indien und Thailand eine Vereinbarung getroffen Touristen auf die Andamanen zu bringen.

    Quelle: Pressetext

  2.  
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  3. #2
    Avatar von mai pen rai

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    Re: Andamanen und Nikobaren: Nein zu Massentourismus

    Mai pen rai warnt vor jeglicher Art des Tourismus in jedem Land

    Frag mal einen Thailandurlauber aus 1960 wie er die Situation in Thailand derzeit beurteilt....

    Er wird dir Tagelang vorschwärmen wie gut alles war, in der guten alten Zeit. Wir, nicht die anderen sind die Touristen die alles kapput machen, klar

    Gruss

    mai pen rai

  4. #3
    buoi
    Avatar von buoi

    Re: Andamanen und Nikobaren: Nein zu Massentourismus

    Würden nun aber die Touristen plötzlich auf den Stand von 1960 zurückgehen, wäre dies für die Thais noch viel die grössere Katastrophe, als dies was die Touristen bis heute "angerichtet" haben.

    Viele Touristen wollen immer das sogenannt ursprüngliche Thailand sehen, sie suchen so eine Art romantisches Disneyland, das sich mit ihre Vorstellung eines exotischen, heilen Paradies deckt.
    Sowas gibt es erstens gar nicht, und zweitens vergessen sie das dort Menschen leben, die eben leben wollen. In Europa leben wir ja auch nicht mehr das "ursprüngliche" Leben wie 1960, und haben seit dann auch allerhand zerstört.

    buoi

  5. #4
    Avatar von mai pen rai

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    Re: Andamanen und Nikobaren: Nein zu Massentourismus

    genau meine Rede :bravo: :bravo:

    Deshalb ist es ja auch "etwas komisch" wenn eine Gruppe Menschen einer anderen vorschreiben möchte wo sie hinfahren darf/soll oder nicht. Darauf wollte ich ja hinaus....

    Gruss

    mai pen rai

  6. #5
    Avatar von Jinjok

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    Re: Andamanen und Nikobaren: Nein zu Massentourismus

    Das ist eine Kernfrage der Entwicklung der menschlichen Gesellschaft. Durch totalitäre Regime (Burma) oder millitärische Intressen (indische Nikobaren) gibt es heute noch Biotope und ursprüngliche Lebensgemeinschaften, die anderswo durch industrielle oder touristischen Entwicklungen längst zerstört wurden.

    Die Kernfrage ist nun, hat jemand das Recht den in derart rückständigen Gebieten lebenden Menschen zu verbieten, ihre Natur genauso zu zerstören wie die Menschen in den schon weiterentwickelten Ländern um den selben Wohlstand zu bekomnmen? Diese Frage stellt sich automatisch und ist dennoch falsch, weil zu kurz gedacht. Die Entwicklung des Tourismus und der Industrienationen war folgerichtig und zeitgemäß. Aber heute leben wir in einer anderen Zeit und haben mehr Informationen. Heute weiß man das Einkünfte aus Tourismus möglich sind ohne die Fehler der Vergangenheit zu wiederholen, sprich sanfter und nachhaltiger Tourismus ist eine Lösung.

    Thailand ist unter der jetzigen Regierung leider auf den falschen Zug aufgesprungen und plant auf Jahre hinaus mit zweitstelligen Zuwachsraten auf dem Tourismussektor. Dabei stößt man nun schon an die Grenzen des eigenen Landes und versucht das Land als Drehscheibe oder wie man es in Thailand zu nennen liebt, als regional tourism hub zu etablieren und die Nachbarländer in das Tourismuskonzept mit einzubeziehen, wobei die Gelder aber in Thailand bleiben sollen, d.h. Übernachtungen in Thailand, Ausflüge bezahlt in Thailand, thailändische Tourguides. Selbstverständlich profitieren auch die Zielorte vom thailändischen Massentourismus, weil die Touristen auch etwas Geld dort ausgeben.

    Was Thailand aber will sind exorbitante Zuwachsraten nach kapitalistzischen Marktgesetzen. Die Tourismuskonzepte basieren nicht auf nachhaltigkeit sondern auf exzessiven Wachstum. An gutes Beispiel wird durch die Flughafeneröffnung in den nächsten Jahren Pattaya werden. Leider ist das Problem mit dem Kapital, daß irgendwann die Märkte gesättigt und damit die lebensnotwendigen Zuwachsraten nicht mehr erzielbar sind. Dann folgt die Krise.

    Das könnte man jetzt noch eine Weile weiter spinnen, aber zurück zum Eingangsposting. Es ist wichtig darauf zu verweisen welche Fehler Thailand bei der Entwicklung seiner Tourismusindustrie gemacht hat und Indien soll sich davor hüten auch die Natur der Nikobaren und Andamanen durch die Geldgier Thailands Toursimusmanager zerstören zu lassen.
    Jinjok

  7. #6
    Avatar von mai pen rai

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    Re: Andamanen und Nikobaren: Nein zu Massentourismus

    Jinjok,

    Regierungen kommen und gehen, die Kultur eines Volkes aber bleibt immer bestehen!
    2005 mai pen rai

    Frage:
    Wieso sollte die Entwicklung des Tourismus der Industrienationen folgerichtig und zeitgemäß gewesen sein?

    Man könnte dies auf jede Epoche anwenden und würde immer dieselben falschen Schlüsse daraus ziehen, oder?

    Zitat:
    „Thailand plant auf Jahre hinaus mit zweistelligen Zuwachsraten auf dem Tourismussektor“
    Zitat Ende

    Planen können die was sie wollen, deshalb werden aber nicht einmal 5 Touristen mehr kommen, glaub mir.

    Im übrigen würde ich mir keine allzu großen Sorgen über ein Land wie Thailand machen. Denn auch der Tourismus funktioniert nach allgemein gültigen Marktgesetzten. Ist ein Gebiet herabgewirtschaftet und nicht mehr Sehenswert, fährt auch keiner mehr hin. Dann wird wieder investiert um es attraktiv zu machen und beworben bis die Touristen wieder zurückkehren, siehe Phuket nach der furchtbaren Tsunami Katastrophe.

    Gruss

    Mai pen rai

  8. #7
    Avatar von Jinjok

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    Re: Andamanen und Nikobaren: Nein zu Massentourismus

    Zitat Zitat von mai pen rai",p="264966
    Frage:
    Wieso sollte die Entwicklung des Tourismus der Industrienationen folgerichtig und zeitgemäß gewesen sein?
    Weil damals zum erstenmal Individualtourismus über die Heimatregion hinaus für die breite Masse bezahlbar wurde. Es begann mit der 1. Hälfte des 20. Jh. und dem Eisenbahntoursimus, dann folgte der Boom der Privat-PKW in den 60ern, die Charterflugreisen in den 70/80ern und in den 90ern die Flugfernreisen. Folgerichtig, weil erstmals technologisch umsetzbar und finanziell möglich auch der Markt dafür da war. Die Folgen des Massentourismus wurden erst im Laufe der Zeit offenbar.

    Damals wußte man noch nicht, wie die Entwicklung einstiger Boomtowns des Massentourismus verlaufen würde. Man sah nur die Geldquelle Tourist und rechnete mehr Touristen gleich mehr Geld. Das aber mit der Masse und den damit verbunden Qualitätsverlusten auch die zu erzielenden Preise fallen, lernte man erst hinterher. Thailand sollte dieses Wissen haben und die Schlußfolgerung scheint aber zu sein, daß gesunkene Einnahnmen nur durch noch größere Touristenströme ausgeglichen werden könnten.

    Ich weiß nicht, ob im Bangkok überhaupt einer die Milliarden, die das TAT dieses Jahr weltweit in die Werbung steckt, mit den Tourismuseinnahmen gegenrechnet. Es wäre einfacher jedem der 10 Mio Touristen bei der Einreise 10.000 THB Taschengeld in die Hand zu drücken. Der Werbeeffekt wäre grandios. Und außerdem bliebe das Geld im Land. ;-D

    Ausgeburten dieser verzweifelten Bestebungen wie die Thai Elite Card sind ja bekannt. Als nächstes soll Phuket zur Duty Free Zone erklärt werden, damit die Touristen dort noch mehr Geld ausgeben. Jetzt fehlt Phuket also nur wieder noch etwas ursprüngliche, vom Massentourismus unzerstörte Natur wie früher, die für ein paar Jahre die Leute anlocken kann. Die möchte man jetzt von Indien leasen.

    Zitat Zitat von mai pen rai",p="264966
    Im übrigen würde ich mir keine allzu großen Sorgen über ein Land wie Thailand machen.
    Mißverständnis, der Thread will sich Sorgen um die Andamanen und Nikobaren machen.
    Jinjok

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