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Worüber regen wir uns eigentlich auf

Erstellt von jai po, 09.09.2008, 19:01 Uhr · 101 Antworten · 4.620 Aufrufe

  1. #91
    KKC
    Avatar von KKC

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    Re: Worüber regen wir uns eigentlich auf

    Also für mich hat Thailand ein Super Strassennetz. Und das wurde in relativ kurzer Zeit aus dem Boden gestampft.
    Was mich allerdings wundert, ist wer steckt hinter den Plänen und wer verdient daran. Da werden 6 spurige Schnellstrassen durch die Dörfer genagelt, wo es 4 Spuren auch getan hätten. Und das quer durchs ganze Land.
    Gruß

  2.  
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  3. #92
    Avatar von waanjai_2

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    Re: Worüber regen wir uns eigentlich auf

    Zitat Zitat von Dieter1",p="631040
    Es geht um die Sehnsucht breiter Bevoelkerungsschichten in Bangkok nach echter Demokratie auf der einen Seite und um die Errichtung einer meinetwegen dem Isaan gegenueber wohlwollenden Oligarchie auf der anderen Seite. Wie das unter einen Hut zu bekommen ist? Bin ueberfragt.
    Na, wenn Du es schon nicht weist, woher soll es dann der Sondhi wissen? :-)

    Aber wenn es Dir vornehmlich um die Sehnsucht breiter Bevölkerungsschichten in Bangkok geht, dann bist Du ja bei der nationalen Politik ohnehin auf dem falschen Dampfer. Zur Zeit läuft doch der Wahlkampf für die Gouveneurs-Wahlen von Bangkok. Da könnte man doch glatt ´mal Ernst machen mit den Sehnsüchten. Da sind die Bangkoker mal endlich mit sich allein.

  4. #93
    Kali
    Avatar von Kali

    Re: Worüber regen wir uns eigentlich auf

    Zitat Zitat von KKC",p="631046
    [...] Da werden 6 spurige Schnellstrassen durch die Dörfer genagelt, [...]
    Ja, besonders hier hat´s genagelt:

    An Machtbesessenheit und -erhaltung tun sich alle nix, an der Bereitschaft sich persönlich zu bereichern ebenfalls nicht.

    Nur geht es mir nach meinem Demokratieverständnis gegen den Strich, dass eine Hand voll reicher Familien die Politik des Landes bestimmen wollen, bisher ohne klarem Programm, und lediglich als APO.

    Ist aber genug zu gesagt worden...

  5. #94
    Avatar von waanjai_2

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    Re: Worüber regen wir uns eigentlich auf

    Zitat Zitat von KKC",p="631046
    Also für mich hat Thailand ein Super Strassennetz. Und das wurde in relativ kurzer Zeit aus dem Boden gestampft. Was mich allerdings wundert, ist wer steckt hinter den Plänen und wer verdient daran. Da werden 6 spurige Schnellstrassen durch die Dörfer genagelt, wo es 4 Spuren auch getan hätten. Und das quer durchs ganze Land.
    Interessiert mich auch. Straßenbau ist ja ein beliebtes Instrument von Investitionsförderungsprogrammen - schon seit Anno Pief bzw. .......
    Wer verdient daran? Bei flächendeckenden Ausbau-Programmen die gesamten Regionen, die das benötigte Material herankarren müssen. Man baut ja keine Straßen im Süden mit den Steinen aus Chiang Mai. Die Investitionsmultiplikatoren wirken deshalb schon wie andere regionale Wirtschaftsförderungsprogramme. Es ist auch klar, dass man mit dem Bau von Straßen seine - lokale bwz. regionale - Kompetenz (in der Akquisition von Staatszuschüssen für regional wichtige Bauprojekte demonstrieren kann). Also verdienen auch die zuständigen Politiker daran - z.B. in Form von Stimmen.

    Ich hab´ dies heute nur so auf die Schnelle geschrieben, damit ich morgen vielleicht nicht wieder so eine dümmliche Aussage von den Inseln lesen muß: "Natürlich nur die Reichen, die müssen schließlich jede Menge Schotter haben!!!" :-)

  6. #95
    Avatar von Loso

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    Re: Worüber regen wir uns eigentlich auf

    Zitat Zitat von KKC",p="631046
    Also für mich hat Thailand ein Super Strassennetz. Und das wurde in relativ kurzer Zeit aus dem Boden gestampft.
    Die Planungen dafür liegen aber teilweise schon Jahrzehnte in den Schubladen. Must nur mal darauf achten, wo die Strommasten in den Reisfeldern verlaufen, und wie weit zurückgesetzt die Häuser sind. Bis dahin ist schon Staatsland und für einen späteren Ausbau vorgesehen. Da mussten viele ihren liebgewonnenen, "kostenlosen" Vorgarten abschreiben.

  7. #96
    Avatar von x-pat

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    Re: Worüber regen wir uns eigentlich auf

    Zitat Zitat von Loso",p="631024
    Na, so dicht kann Thaksin da wohl nicht dran gewesen sein, wenn die Chinesen in 2006 den Zuschlag erhielten.
    Das Hat Gyi Projekt war ursprünglich als Joint Venture zwischen EGAT und Synohydro geplant, aber nach dem Putsch fand die Show natürlich ohne die Thais statt. Sinohydro ist nur eine von ca. 60 chinesischen Mining, Hydropower, Oil and Gas Konzernen, die dem burmesischen Regime dabei behilflich sind das Land auszuplündern. Gegeg EGAT ist Sinohydro allerdings eher ein Fliegengewicht und das Projekt ist scheinbar noch in der Versuchsphase.

    Was den Straßenbau in Thailand angeht:

    Ich kann euch verraten, wer die neuen Umgehungsstraßen hier in Chiang Mai gebaut hat, 4 bis 6 Spuren mit zahlreichen Unterführungen. Das war Chiang Mai Construction and Land (oder so ähnlich) in den Jahren 2003-2006. Die Baufirma gehört zufälligerweise der Frau von Newin Chidchob, einer der Minister des damaligen Thaksin Kabinetts. Diese Company war zu Beginn ihres Geschäftslebens mit einem Stammkapital von einigen zehn Million registriert, was sich gegen Ende der Thaksin Ära magisch auf einige hundert Millionen erhöht hatte.

    Cheers, X-Pat

  8. #97
    Avatar von Samuianer

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    Re: Worüber regen wir uns eigentlich auf

    Zitat Zitat von x-pat",p="631120
    .....Diese Company war zu Beginn ihres Geschäftslebens mit einem Stammkapital von einigen zehn Million registriert, was sich gegen Ende der Thaksin Ära magisch auf einige hundert Millionen erhöht hatte. ...
    Kann ja mal das Foto das Kali eingestellt hat mit ein paar Fotos von dem Zustand der Inselstrassen einstellen... da friert so manchem das Gesicht ein...

    Zu dem erwaehten Newin aus dem Chidchob Clan:

    "Chai Chidchob, the former MP and patriarch of the powerful Chidchob clan, is to have his 75th birthday celebrated in grand style this evening with 30,000 followers expected to turn up for free entertainment and food at his huge estate in this northeastern province. The big birthday bash is being thrown by his favorite son, Deputy Commerce Minister Newin. Earlier in the day, the family was to make merit by giving alms to 1,500 monks, distributing daily necessities to 8,000 of the poor and performing religious rites, said Sanong Thepaksornnarong, president of the Buri Ram Provincial Administrative Organization. The gala celebration will kick off at 5pm with concerts of ..."

    http://www.highbeam.com/doc/1P1-51851808.html

    Das ist uebrigens der Mann, der die meisten Sitze/Stimmen aus dem Isaan einbringt, verstaendlich warum!

  9. #98
    Avatar von Hippo

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    Re: Worüber regen wir uns eigentlich auf

    schon ein klein wenig veraltet, aber trotzdem interessant

    Thailand: Analyse einer Krise
    Thailands Premier Samak soll nun wegen einer Kochshow zurücktreten - zumindest kurzfristig. Doch wie könnte die Krise in Thailand dauerhaft gelöst werden? - Eine politische Analyse.

    Seit Monaten demonstriert die außerparlamentarische Opposition ("People’s Alliance for Democracy" PAD) in Bangkok gegen den gewählten Premierminister Samak Sundaravej und seine Volkspartei (PPP). Zentrale Forderungen der regierungsfeindlichen Demonstranten sind der Rücktritt Samaks und eine Neuordnung des Parlaments, in dem nur noch 30 Prozent gewählte Mitglieder sitzen sollen, während 70 Prozent ernannt werden sollen. Der Großteil der Bevölkerung teilt die Forderungen der PAD nach einem undemokratischeren Parlament Umfragen zufolge nicht.
    Die PAD gilt als Sammelbewegung der städtischen Eliten, während die PPP die Armen und die Landbevölkerung hinter sich scharrt - bei weitem die Mehrheit der Bevölkerung. Eine Umfrage der Zeitung "Bangkok Post" vom 8. September besagt, dass in Bangkok selbst jeweils etwa 20 Prozent PPP respektive PAD unterstützen, wohingegen der Rest der Befragten sich neutral zeigt.



    "Konfrontation zwischen den Eliten"




    "Die Konfrontation zwischen alten und neuen Eliten gibt es schon lange", sagt der Sicherheit5experte Wilfried A. Herrmann, der seit vielen Jahren in Bangkok wohnt und arbeitet. "Es ist keine Überraschung, dass hinter der PAD reiche Klans stehen, die die Demonstranten finanzieren." Die Demonstranten sind blendend organisiert. Nahrungsmittel, vor allem Wasser, werden laufend herangebracht und sogar bevorratet. Die PAD hat nicht nur Toilettenbusse und Duschen bereitgestellt, sondern sich auch um die Müllentsorgung gekümmert. Auf das tägliche Leben der übergroßen Mehrheit der Thais – abgesehen von jenen, die in den betroffenen Zonen der Demonstrationen leben – hat die politische Krise kaum einen Einfluss.
    Im PAD-Vordergrund stehen Aktivisten der Studentenaufstände der späten 1970er Jahre. Ihre Frontmänner sind stolz darauf, dass sie außerparlamentarisch aktiv sind und haben in keiner Phase auch nur angedeutet, dass sie sich als politische Partei etablieren oder als Individuen zur Wahl stellen wollen.



    Aussitzen und Eskalation




    Die Regierung Samak versuchte die Lage zunächst mit Aussitzen unter Kontrolle zu bekommen. Ende August 2008 eskalierte jedoch die Situation, als die PAD Regierungsgebäude stürmte und die staatliche Fernsehanstalt (NBT) besetzte. Bei Gegendemonstrationen kam es zu Zusammenstößen. Mehrere Menschen wurden verletzt, einer starb. Die Regierung von Premierminister Samak Sundaravej verhängte daraufhin den Ausnahmezustand, den die staatlichen Organe aber nur soweit durchsetzten, wie es die unbedingte Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung erfordert. "In anderen Ländern wären bei Besetzung des Premierministerbüros sicher härtere Maßnahmen erfolgt", sagt Hermann.
    Die permanente Besetzung des Regierungsviertels geht fraglos weit über das Demonstrationsrecht hinaus; seit Ausrufung des Ausnahmezustandes sind Versammlungen von mehr als fünf Personen in Bangkok ohnehin untersagt. Die Armee setzt das Verbot aber nicht durch. "Ein Einschreiten gegen die Demonstranten würde sicher zum Blutvergießen führen", sagt Thitinan Pongsudhirak vom Institut für Sicherheit und Internationale Studien (ISIS) der Chulalongkorn Universität Bangkok. "Bleibt die Armee aber passiv, gibt sie die Regierung auf." Der Politikwissenschaftler Martin Wagener meint: "Die Streitkräfte haben damit bewiesen, dass sie zu den Veto-Spielern im politischen System gehören." Wagener arbeitet an der Universität Trier, hält sich aber zurzeit in Bangkok auf und beobachtet dort die angespannt politische Lage. "Ein Ministerpräsident kann hier weiterhin nicht darauf bauen, bedingungslos von der militärischen Führung unterstützt zu werden", sagt Wagener.



    "Nicht zum Putsch zwingen"



    Der Oberkommandierende General Boonsarng Niumpradit - ein in Westpoint/USA ausgebildeter und strikt apolitischer Offizier - will sich nicht "zu einem Putsch zwingen lassen". Vor der nun erfolgten Absetzung Samaks spekulierten Beobachter über folgendes Szenario: Hätte er, wie geplant, im September an einer UNO-Sitzung in New York teilgenommen, dann hätte das Militär die Gelegenheit nutzen und ihn in Abwesenheit absetzen können - so

    wie es Samaks Protegé und Vorgänger Thaksin im September 2006 ergangen war.
    Die Regierung steht mit der abwartenden Haltung des Militärs aber ohnehin am Rand der Handlungsunfähigkeit. "Samaks Position ist eigentlich unhaltbar geworden", erkannte Thitinan Pongsudhirak frühzeitig. Die Frage sei längst nicht mehr, ob Samak gezwungen werde zu gehen, sondern nur noch die Art und Weise seines Abgangs sei offen. Die am 9. September verfügte Absetzung Samaks durch das Verfassungsgericht wegen seiner Kochshow ist allerdings eine Lösung, auf die kaum eine Beobachter gekommen wäre. Sie greift aller Wahrscheinlichkeit aber nur kurzfristig: Samaks Kabinett muss dem Gerichtsbeschluss zufolge ebenfalls zurücktreten, bleibt aber vorläufig geschäftsführend im Amt. Am Freitag soll nach Angaben von Parlamentspräsident Chai Chidchob ein neuer Ministerpräsident gewählt werden. Für die Abstimmung soll Samak wieder als Kandidat aufgestellt werden, erklärte seine Partei. Aufgrund seiner komfortablen Mehrheit gilt seine Wiederwahl als sicher.



    Wenn Samak aber zurücktreten sollte, löst das nicht die Krise. Das Parlament müsste dann einen neuen Premier wählen. Dort hat aber Samaks Koalition klar die Mehrheit. "Ist der neue Premier von der PPP, wird die PAD wohl kaum ihre Proteste einstellen", meint Thitinan Pongsudhirak. "Wenn Oppositionsführer Abhisit Vejjajiva sich aber mithilfe von Überläufern ins Amt manöveriert, laufen die Unterstützer der PPP wahrscheinlich Amok."



    Eine andere Lösung wäre, wenn Samak das Parlament auflöst und - mitten im politischen Tumult - Neuwahlen ansetzt. "Das wäre wahrscheinlich der beste Weg, auch wenn er auf Dauer nicht die tiefe strukturelle Krise Thailands löst", meint Thitinan Pongsudhirak. Wenn Samak aber von der PAD vertrieben werde, nehme eine Minderheit das ganze Land in Geiselhaft, meint der einflussreiche Wissenschaftler. Ein solcher Ausgang der Krise würde das fragile demokratische System langfristig beschädigen und zurückwerfen.

    Königslösung

    Oberste Autorität des Landes bleibt König Bhumibol Adulyadej, der – soweit dies von außen zu beobachten ist – in der Krise bislang nicht Partei ergriffen hat. "Der König wird sich vermutlich erst dann in das Geschehen einschalten, wenn die Auseinandersetzungen zwischen Regierung und PAD gewaltsam eskalieren sollten. Sein hohes Ansehen reicht soweit, dass er mit einer kurzen Ansprache die Auseinandersetzung beenden könnte", sagt Wagener. "Auf das Wort des Königs würden sowohl die Vertreter der Regierung als auch die Führer der PAD sofort hören."



    Eine genaue Prognose wie die Lage sich entwickeln wird, traut sich kein Beobachter zu. "Die Machteliten sind über alle Ebenen und politischen Grenzen eng miteinander verbunden - und haben bisher häufig im letzten Moment eine Einigung gefunden", meint Herrmann. (sams)
    Deutsche Welle

  10. #99
    Avatar von Dieter1

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    Re: Worüber regen wir uns eigentlich auf

    Was Herrmann sagt ist eigentlich wurscht. Um was es geht hat er nicht ansatzweise erkannt.

  11. #100
    Avatar von Claude

    Registriert seit
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    Re: Worüber regen wir uns eigentlich auf

    Zitat Zitat von Changnam43",p="631824
    schon ein klein wenig veraltet, aber trotzdem interessant

    Wilfried A. Herrmann,..."Es ist keine Überraschung, dass hinter der PAD reiche Klans stehen, die die Demonstranten finanzieren." [highlight=yellow:f9a3d25dfd]Die Demonstranten sind blendend organisiert. Nahrungsmittel, vor allem Wasser, werden laufend herangebracht und sogar bevorratet. Die PAD hat nicht nur Toilettenbusse und Duschen bereitgestellt, sondern sich auch um die Müllentsorgung gekümmert.[/highlight:f9a3d25dfd] meint Herrmann. (sams)
    Deutsche Welle
    Herrmann, wir sind hier nicht in Zimbabwe!
    Das ganze Zeug wird gespendet, sogar die Toilettenbusse und die Duschen. Die PAD liest täglich Namen und Beträge der Geldspenden vor, das reicht, um ein paar Tausend Liter Trinkwasser zu kaufen und sogar zu bevorraten! Und wer hat eigentlich die Mär von den reichen Clans begonnen, die nun von jedem übernommen wird?

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