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Tsunami - Bericht eines Betroffenen

Erstellt von telliman, 21.02.2005, 09:26 Uhr · 0 Antworten · 2.743 Aufrufe

  1. #1
    telliman
    Avatar von telliman

    Tsunami - Bericht eines Betroffenen

    hi @ all,

    guter bericht von einem guten freund:

    >>> VOR, IN und NACH der Welle <<<

    am 26sten sassen wir also so beim Fruehstueck. Wir, das waren Nok,
    Monica, Anna, Ananya und ich. Manel war noch im Bungalow - muede.

    Nun muss man wissen, dass wir seit ca, 6 Jahren gemeinsam mit der
    "habby-family" die Weihnachts-Neujahrs-Zeit verbringen, incl.
    Santa-Claus und Happy-New-Year Feuerwerk und Dinner. Wir haben die
    habby-family damals auf Samui kennegelernt. Manel - Spanier, Monica -
    Schwedin und Anna eine Mischung daraus. Bald waren Anna und Ananya,
    Monica und Nok und Manel und ich gute Freunde. Wir haben die "habbys"
    auch auf Ibiza besucht - dort wohnen sie.

    Also, Fruestueck am beach. Waehrend des Fruehstuecks faellt uns auf,
    dass das Wasser sich seltsam zurueckzieht - quasi eine extreme Ebbe. Das
    geht relativ lange so, und ganz weit draussen beginnt sich eine -auf die
    Entfernung gesehen vielleicht ein Meter hohe- Welle zu bilden. Alles ist
    weit weg. Die Menschen rennen auf dem Strand hinaus. Angeblich lagen
    teilweise Fische auf dem nun freigewordenen Meeresgrund. Es war ein
    seltsames Schauspiel.

    Irgendwann geht Monica zum Bungalow um Manel zu wecken ... Manel bleibt
    aber liegen.

    Rechts am Horizont waren schon seit einigen Tagen 2 Schiffe der Thai
    Navy zu sehen. Wie man spaeter erfuhr, war auch koenigliches Blut in
    Kaolak am Strand - ein Neffe, wenn ich's recht weiss. Nok beobachtet,
    wie diese 2 Schiffe versuchen ueber den (klein erscheinenden) Wellenkamm
    zu kommen - was dem groesseren Schiff gelingt, dem kleineren nicht.
    Spaeter werden wir in der Zeitung lesen, dass es das kleinere Schiff
    (sicherlich so 15-20 Meter lang) dann mal kurz so auf den Strand
    geworfen hat...

    Nok wurde nun unruhig, und "pfeifft" die Kinder zurueck, als diese auch
    den Strand raus rennen wollen. Wir standen auf der Strandmauer (ca. 2
    Meter hoch). Die Kinder kamen wieder hoch. Ich hatte mich auch schon
    umgesehen, und es waren inzwischen viele Menschen am Strand, und viele
    standen wie wir auf der Mauer und schauten hinaus. Thais und Touristen.

    Das Schauspiel draussen (vielleicht so ca. 600-1000 Meter entfernt)
    hatte sich inzwischen gedreht. Das Wasser ging nicht mehr weiter raus -
    es kam rein. Die (klein erscheinende) Welle begann sich Strand-einwaerts
    zu bewegen. Gaaanz langsam - so schien es zumindest von unserem
    Standort. Allerdings begannen die Menschen die sehr weit rausgelaufen
    waren am Strand an zu rennen, und es wurde unruhiger, und man konnte
    bereits Schreie hoeren. Es begann eine gewisse Panik - obwohl alles
    immernoch relativ weit weg war ... es war alles ein bischen wie slow
    motion (Zeitlupe).

    Nun rannten wir ueber eine kleine Bruecke ins innere Restaurant, das
    immerhin schonmal so 20-30 Meter weg war vom Strand. Jetzt begann sich
    auch die Welle schneller zu naehern und langsam wurde sie auch ein
    bisschen groesser. Vorallem kam langsam auch der Sound dazu - Nok meint
    es klang wie ein startendes Duesenflugzeug.

    Wahrend Nok, Monica und die kids sich Richtung Ausgang im Restaurant
    bewegten, stand ich am anderen Ende des Tresens in der Naehe der
    Toiletten. Ich nahm das wahr, und dachte dass es vielleicht ganz gut ist
    unterschiedliche "Ausgangspositionen" zu haben. (Spaeter wuerde ich
    wissen, dass die Position von Nok und den Anderen die Bessere war!)

    Die Welle war schon relativ nah - nur noch ein paar Meter weg von der (2
    Meter hohen) Strandmauer und es war inzwischen totale Panik und
    Geschrei. Nok, Monica und die Kids rannten nun los, raus aus dem Resort,
    landeinwaerts. Die schmale Strasse, die sie anstrebten fuehrte dann mit
    zuerst leichtem Anstieg zur Hauptstrasse, die ca. 400 Meter ausserhalb
    verlaeuft. Rechts gab es kleine Laeden mit Souvenirs. Links begann dann
    irgendwo eine Gummi-Baum-Plantage.

    Ich stand immernoch am Tresen und schoss ein Bild in dem Moment, als die
    Welle ueber die Strandmauer hereinkracht - nun schatzungsweise 4-5 Meter
    hoeher als die Strandmauer, und ziemlich gewaltig und schwarz und laut
    und rasend schnell...

    Es waren sicherlich nur Bruchteile einer Sekunde, ehe die Welle mich
    erreichte. Ich hatte gedacht, mich so "wegducken" zu koenne - ein
    totaler Schwachsinn! Ich stand also gegen die Y-tong-Mauer der Toilette
    gepresst, als die Welle -mit mir!- dieses Waendchen durschlug - und als
    ich die Augen aufmachte saussten wir (Welle mit mir) direkt auf eine
    weitere Wand zu, die sich jedoch auch nicht als standhaft (zum Glueck!)
    erwies. Wer nun zuerst die Wand durchbrach - Welle oder ich - weiss ich
    nicht mehr. Evtl erreichten wir gemeinsam diese 2te Wand.

    Dann war Turbulenz, Wasserwirbel, Dunkelheit, Gurgeln. Ich habe
    versucht, durch Paddel- und Schwimmbewegungen irgendwie "nach oben" zu
    gelangen. Langsam wurde das Wasser auch etwas heller und als ich endlich
    die Wasseroberflaeche durchbrach - nach Luft japsend - schoss ich direkt
    auf einen ca. 2 Meter vor mir stehenden Baum zu - das war die Verletzung
    an der Nase ... ich klammerte mich an den Baum - das war der
    aufgeschuerfte Brustkorb/Bauch - was aber auch nicht gut war, da von
    hinten alle moegllichen Gegenstaende, die die Welle so mit sich brachte,
    mir in den Ruecken trieben. Zudem begann ploetzlich auch der
    Wasser-Level sich zu heben, sodass mir klar wurde, dass ich mich von dem
    Baum loesen musste.

    Ich war allerdings etwas eingeklemmt - ein Holzstueck presste meine Hals
    gegen den Baum - aber nach einiger Anstrengung kam ich frei ... wieder
    unter Wasser - und inzwischen schon ganz schoen k.o.

    Zeitgleich muss es Ananya und Nok erwischt haben. Ananya rannte etwas
    schneller, und wollte sich dann in einem dieser kleinen Laeden
    verstecken. Nok muss die Welle wohl diese Strasse "hochgeschleift"
    haben, denn die Schuerfwunden an Armen und Beinen sprechen eine gewisse
    Sprache. Auch Nok landet auf irgendeine Weise in solch einem Laden - mit
    Wasserlevel direkt unter der Decke. Ananya (anderer Laden) erzaehlt
    spaeter, dass ein Mann (auf deutsch) zu ihr sagte, dass sie von Ihrer
    Position abtauchen solle und zu ihm schwimmen, das hat ihr vermutlich
    das Leben gerettet. Iregendwann ging dann das Wasser auch langsam wieder
    zurueck...

    Als ich mich losgeloest hatte von dem Baum, kam die Phase, von der ich
    eigentlich nur noch weiss, dass ich irgendwann bewusst Wasser
    "einatmete", da mir klar war, dass es einfach ueber meine Kraft ging und
    ich es einfach nicht schaffe ... ich war am aufgeben - und doch auch
    irgendwo nicht.

    Ich kam wieder zu mir auf feuchtem Grund -Wassermenge war verschwunden-
    roechelnd und nach Hilfe rufend (eigentlich eher fluesternd - mangels
    power), da ich nicht aufstehen konnte. Ich hatte keine Energie mehr und
    das linke Knie schien irgendwie ziemlich mitgenommen.

    Ein Ami kam daher und half mir auf, stuetzte mich ein paar Schritte und
    meinte er muesse weiter - auch Andere braeuchten Hilfe, ich muesse jetzt
    allein weiter - und weg war er. Wenn ich mich recht erinnere, hielt ich
    mich irgendwie an einem Baum fest, oder ich "torkelte" vorwaerts, als
    ich ploetzlich eine Stimme "Papa" rufen hoere. Das war Ananya und es gab
    mir Kraft, um zu der Strasse zu humpeln, wo Nok und Ananya und Andere waren.

    Wir lebten - alle 3 - zumindest im Moment.

    Monica kommt vorbei, allein. Sie sagt: wenigstens hast Du Deine Familie.
    Sie geht weiter - suchend. Keiner weiss wo Anna und Manel sind.

    Die Szenerie ist brutal. Jammern und Wehklagen. Alles zerstoert / platt.
    Laeden, Restaurants, Bungalows. Menschen wandeln, suchend. Verzagtheit.
    Viele Verletzte.

    Ich erkenne Monica nur noch silhouettenhaft - die Sonne scheint
    gnadenlos hell. Ich merke, dass ich ziemlich am Ende bin. Nok -erscheint
    es mir- geht es relativ gut (wobei es sie schon ganz schoen erwischt hat
    - was ich aber so gar nicht wahrnehme). Ananya rannte am Schnellsten.
    Sie hat nur einen tiefen Kratzer am Oberschenkel. Sie wirkt verwirrt ...
    wir sicher auch!

    Ein Pick-Up kommt und laedt Verletzte ein - inclusive uns Dreien. Es
    soll nach Phuket ins Krankenhaus gehen. Schmerzschreie bei jeder
    Unebenheit, Zerstoerung wo man hinschaut - ich bin am Ende,
    kraeftemaeszig. Schon nach ca. 300 Metern auf der Hauptstrasse kommt
    eine Stelle, wo die Strommasten quer ueber die Strasse liegen, totales
    Chaos. Kein Weiterkommen. Der Pick-Up dreht um - Richtung Krankenhaus
    Takua Pa. Es geht nicht lang, bis auch in dieser Richtung an ein
    Durchkommen nicht mehr zu denken ist. Immerhin sehen wir hier Anna!
    Ananya kann Ihr gerade noch zurufen, dass Ihre Mama (Monica) lebt - da
    faehrt der Pick-Up wieder zurueck.

    Inzwischen gibt es ein Geruecht, es kaeme eine 2te Welle - gleich
    wuchtig oder noch schlimmer. Alle draengen auf einen Berg zu fahren. Der
    Pick-Up kommt nur ein paar Meter weit, dann haelt er an. Viele die
    laufen koennen, so auch Ananya und Nok beginnen den Weg bergauf zu
    laufen. Ich lege mich neben den Pick-Up in den Schatten - an Berg
    hochlaufen ist gar nicht zu denken - Battery finished!

    10 oder 20 Minuten spaeter kommt der Fahrer und sagt er wisse jetzt
    einen Weg nach Takua Pa ins Krankenhaus. Ueber kleine Straesschen
    gelangt der Pick-Up letztendlich zum Krankenhaus. Nok und Ananya sind
    nicht dabei. Ich werde in einen Rollstuhl gepackt und die Wunden werden
    kurz irgendwie ein bischen gereinigt. Die Nase die halb weghaengt -
    dringend, sagt eine der Schwestern.

    14 Stunden spaeter werden ein paar Wunden am Kopf vernaeht - keine
    Betaeubung, wenn ich's recht weiss. Roentgen ging nicht - kein Film.
    Tetanus - aus. Ich glaube in diesem Krankenhaus war zu diesem Zeitpunkt
    sowieso alles aus. Moskitos, Fliegen, es ist die Hoelle - wobei ich's
    gar nicht mehr so wahrnehme ... zu viele Schmerzen, einfach zu viel.

    Nok und Ananya verbringen eine Nacht in irgendeinem Camp, in einer
    Schule, oder so. An Schlaf ist kaum zu denken. Auch hier Verletzte. Nok
    geht erst am naechsten Tag in ein Krankenhaus, wo Ananya versorgt wird
    und Noks Wunden notduerftig versorgt werden.

    Am 2ten Tag kommen Leute von den Botschaften, und der deutsche
    Botschaftsmann sagt mir, dass er sehen wird, dass ich hier raus komme -
    nach Deutschland geflogen werde. Ich sage ihm, dass ich nach Bangkok
    will, nicht nach Deutschland. Er sagt das geht in Ordnung. Ich halte
    nicht so sehr viel von der Arbeit der Botschaft - aber in diesem Punkt
    bin ich den Leuten wirklich dankbar - zutiefst dankbar! In der Nacht
    komme ich in den OP und die Nase wird genaeht - mit Betaeubung -
    irgendwie bekomme ich nicht mehr alles so ganz genau mit.

    Am naechsten Tag -inzwischen ist der 28ste- werde ich am Nachmittag zum
    Flughafen nach Phuket gefahren - gegen Mitternacht werde ich in einer
    Transportmaschine der Thai-Air nach Bangkok geflogen - das Militaer
    leistet fantastische Arbeit. Hochachtung!

    Waehrend den 2 Tagen im Krankenhaus hatte ich quasi nichts zu trinken
    und konnte nichts essen, da ich ja jederzeit operiert werden sollte. Am
    Flughafen gab es Helfer, die sich einfach nur um 1 oder 2 Leute
    kuemmerten. Wasser? Orangen? Ich hatte 4 Glas Wasser und eine Orange -
    ahhh. Es war eine beeindruckende, unglaubliche Szenerie - aber auch
    endlos lang ... auf dem Boden liegend - wartend.

    Nok ist, nachdem sie mich in diversen Krankenhaeusern vergeblich gesucht
    hatte, am 28sten einfach zum Flughafen gefahren und an den
    Air-Asia-Schalter ran und hat gesagt: ich heisse Bongkot Schooth und
    habe ein ticket mit Ihnen - welches aber wie alles andere auch mit der
    Welle weggespuelt wurde ... Air-Asia hat Nok und Ananya ohne viel Fragen
    in die naechste Maschine mit freien Plaetzen gesetzt und nach Bangkok
    geflogen.

    Als ich im Vibhavadi-Krankenhaus in Bangkok morgens um 2 ankam, wurden
    in der Notaufnahme erst mal meine Wunden gereinigt und verbunden - sehr
    professionell. Dann kam ich in ein Zimmer - airconditiond! - und da eine
    Operation anstand kam auch gleich das Schild "kein Essen und kein
    Trinken" ans Bett. Am naechsten Morgen fragte mich dann jemand ob ich
    nicht irgendwelche Verwandte oder Kontakte hier in Bangkok haette - und
    da fiel mir ein, mal bei Noks Mutter und Bruder anrufen zu lassen. Nok
    war am Telefon. That was heaven! Super!

    Am Nachmittag kam der Arzt, und sagte er wolle jetzt operieren. Ich
    sagte zu ihm, dass ich jetzt ca. 4 Tage ohne Wasser und Essen war und
    nur zustimme, wenn ich sofort nach der Operation zu Essen und zu Trinken
    bekaeme. Er sagte, dass wenn das so sei, ich erst essen und trinken
    solle und dann wuerde in 6 Stunden operiert. Ich ass und trank. Und ich
    bekam einen Beutel Blut an den Tropf. Ploetzlich konnte ich ein Bein
    wieder anheben - das ging vorher nicht mehr.

    Nok wurde am selben Tag dann auch im selben Krankenhaus eingeliefert.
    Ananya schlief bei einer Cousine von Nok. Neujahr war dann in getrennten
    Zimmern (Maennlein - Weiblein) im Krankenhaus in Bangkok ... statt in
    Kaolak am beach!

    Ich hatte vier Operationen in Serie, Neujahr Pause, ansonsten jeden Tag
    einmal Vollnarkose. Es war die Zeit, wo dann ploetzlich so
    Wahnsinnsaehnliche Zustaende eintraten. Schlaflose Naechte. Schmerzen.
    Immerhin tagsueber essen und trinken. Auch 2 weitere Beutel Blut ham sie
    mir eingefloest. Ich kam so langsam wieder ein bischen zu Kraeften..
    Nach der 4ten 3-stuendigen Operation waren die tiefen Fleischwunden
    soweit gereinigt und auch erstmal vernaeht - bis auf das linke Bein, wo
    am Schienbein immernoch der Knochen frei lag.

    Abgesehen davon, dass ich Schuerfwunden ueber den ganzen Koerper
    verteilt hatte, waren eben auch diese Fleischwunden extrem verdreckt
    (die Welle hatte quasi mit Hochdruck den Dreck reingespuelt) und in
    einem miserablen Zustand - sicher auch durch die verstrichene Zeit.
    Trotzdem, die erste Phase der Genesung begann - und jeden Tag ging es
    mir ein bischen besser.

    Nok wurde glaube am 3ten Januar entlassen, kam jedoch fuer weitere 3
    Wochen taeglich zum Verbandswechsel, denn auch sie hatte ein relativ
    tiefes Loch in der Hueftgegend und auch die Wunde am Knie heilte
    schlecht - auch hier... zusaetzlich reichlich Schuerfwunden.

    Nok wurde in dieser Zeit auch meine rechte Hand im Kontakt zur
    Aussenwelt (email-technisch). Sie beantwortete teilweise meine Mails,
    und berichtete mir. Wir waren ja bis einschliesslich 29sten quasi von
    der Aussenwelt abgeschlossen. Handy weg. kein Email-Zugang. Ich glaube
    am 30sten oder 31sten brachte mir dann ein Freund ein Handy mit neuer
    Nummer - so konnten wir dann langsam auch erst wieder kommunizieren.

    Es war eine unglaubliche Zeit. Anrufe aus Deutschland. Anrufe von
    Freunden aus Thailand, speziell aus Koh Samui, denn die Leute wussten
    ja, dass ich in KaoLak war. Besuche im Krankenhaus von Nachbarn,
    Freunden, Familie. Manche Anrufe gingen fast eine Stunde lang! Es war
    die Zeit, wo ich erfuhr, wie Freunde anfingen uns auch finanziell unter
    die Arme zu greifen (und es war im Nachhinein eine echte Hilfe, denn
    alles dauert laenger als man so am Anfang dachte). An dieser Stelle
    einfach auch nochmal DANK an alle, die uns unterstuetzten, finanziell,
    aber eben auch mental und auf gefuelsmaeszig.

    Am 19ten Januar wurde dann das linke Bein ein 2tes mal operiert.
    Urspruenglich dachte der Arzt an eine Haut-Transplantation, da er
    einfach soviel kaputtes Gewebe hatte entfernen muessen. Am Tag der
    Operation stellte er jedoch fest, dass sich die vorhandene Haut auch
    ziehen lassen wuerde, und so vernaeht werden koennte - und so geschah es.

    Es war ein Rueckschlag! Ich konnte ja schon durchs KKH humpeln, emails
    schreiben, etc. Ich war ja schon wieder einigermaszen fit! Aber nach
    dieser letzten Operation,lag ich wieder da - ans Bett gefesselt. Fuer
    jede kleine "Koerper-Aktion" eine Schwester benoetigend - 4-5 Tage
    konnte ich nicht aufstehen und hatte teilweise wirklich hoellische
    Schmerzen im linken Bein. Die erste Nacht hatten sie mir noch Morphium
    verabreicht, aber da die Schmerzen in den Folgetagen nur noch schubweise
    auftauchten, wollte ich mich nicht weiter mit Schmerzmitteln zupumpen
    lassen. Der 20ste Januar, mein Geburtstag, war ein entsprechend
    grauenvoller Tag.

    Nunja, auch hier folgte auf das Tal ein Huegel... langsame Besserung,
    erstes Aufstehen war so hoellisch schmerzhaft, ich dachte mir flaellt
    sofot das Bein ab - zweites Aufstehen schon besser. Langsam, gaanz
    langsam wurde es besser - am 28sten Januar konnte ich das Hotel
    Vibhavadi verlassen. Ein Monat wars - ein ganzer Monat!

    Heute ist der 20ste Februar - und das linke Bein ist immernoch
    schmerzhaft - so schubweise, nicht andauernd. Es wird besser, aber es
    dauert. Ich gehe nachwievor alle 2 Tage zum Verbandswechsel. Ich laufe
    ohne Kruecken - humpeln ist der richtige Ausdruck - und es geht auch nur
    fuer kurze Zeit oder auf kurze Distanz. Gestern haben sie mir wieder mal
    (fuer 85 Euro!) Antibiotika verschrieben ... hoffentlich die letzte
    Ladung - mir reicht's langsam.

    Monica wurde auch nach Bangkok geflogen - anderes Krankenhaus ... und
    Nok fand heraus wo sie lag. Die beiden haben telefoniert. Traenen
    flossen, das ist klar. Manel gilt bis heute als vermisst .... Er liebte
    das Meer. Anna wurde von einer schwedischen Familie aufgenommen und nach
    Bangkok gebracht. Erst am 30sten hat Monica Ihre Tochter wiedergesehen.
    Sie wurden kurz darauf nach Schweden ausgeflogen. Monica hatte 4
    Hauttransplantationen an Fleischwunden an den Beinen. Anna war so
    schnell gerannt, sie war nichtmal nass geworden. Wie es den Seelen geht
    - das ist noch ein offenes Spiel. Seit einigen Wochen sind Monica und
    Anna wieder auf Ibiza. Ich denke wir werden sie im Fruehjahr besuchen.

    Wir leben. Das ist gut. Wir, Ananya, Nok und ich, haben es auch dahin
    gehend gut, dass wir alle 3 ueberlebt haben. Monica und Anna haben da
    ein weit schwereres Los gezogen. Ananya und Nok geht es inzwischen
    wieder ganz gut. Ueber die Botschaft haben wir derzeit auch ein paar
    Sessions mit einer Psychologin. Die Welle ist schon noch ziemlich
    praesent. Wir erwaegen in paar Wochen mal ans Meer zu fahren, vielleicht
    2,3 Tage, mal sehen wie sich das anfuehlt...

    Das ganze hier ist nur ein Abriss. Und es ist relativ sachlich. Ich
    denke, den Rest kann sich jeder selber vorstellen ... dass es viel
    tiefer ging, viel haerter war, und viel laenger dauert, bis alles wieder
    "normal" ist. Es geht definitiv bergauf - das ist gut.

    Tropen-Gruesse, ANANYA+NOK+RAY
    --
    Enjoy your day!

  2.  
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