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Touristenpolizei in Thailand

Erstellt von Bukeo, 10.09.2009, 06:48 Uhr · 12 Antworten · 1.215 Aufrufe

  1. #1
    Bukeo
    Avatar von Bukeo

    Touristenpolizei in Thailand



    Eine Truppe ausländischer Feierabendcops sorgt im berüchtigten Rotlichtviertel von Pattaya für Ordnung. Sie haben es mit Betrügern, Taschendieben und Randalierern zu tun - doch seit die Zahl der Touristen massiv zurückgeht, ist ihr Job oft ziemlich öde.

    Hilfssheriff Christian Krause hat wieder einmal alles im Griff. "Alles Roger", sagt er und blickt zufrieden um sich. Dann entdeckt er doch noch etwas: Eine zierliche Blumenverkäuferin hat mit ihrem Strauß roter Rosen den Bordstein verlassen. "Streng verboten", sagt Krause knapp und scheucht die Dame mit einer energischen Handbewegung zurück, niemand darf hier belästigt werden. Krause blickt sich um. Alles friedlich. Kaum Besoffene. Kein Krawall. Und die Mädchen stehen in Reih und Glied auf dem Bürgersteig - ganz wie es sein soll. "Na, das verspricht ja eine ruhige Nachtschicht zu werden", sagt Krause.

    Das war nicht immer so. Früher ging es hier auch mal ganz schön rabiat zu, "drunter und drüber", erinnert sich Krause, 65, aber seit er und seine Kollegen abends auf Pattayas Flaniermeile, der berüchtigten "Walking Street" patrouillieren, ist es ruhiger geworden. Seit zehn Jahren also ungefähr; so lange gibt es diese Truppe in den schwarzen Uniformen, an denen bunte Polizeiabzeichen funkeln, nämlich schon.

    "Ja, kann man so sagen", bestätigt Krause und schaut misstrauisch durch die Fensterscheibe des "Silver Star A GoGo", "seit wir von der Touristenpolizei hier sind, haben sich die Wogen geglättet." Im Silver Star tanzen zwei Schönheiten an der Stange, wie jede Nacht. Die Hocker vor den Nackttänzerinnen aber sind leer. Keiner, der den Damen einen Geldschein in den Bikini steckt. "Arme Mädchen", findet Krause.

    Totentanz im Rotlichtviertel

    Seit im Dezember der Flughafen von Bangkok durch Demonstranten lahmgelegt wurde, lahmt das Tourismusgeschäft im ganzen Land, auch in Pattaya. Früher kamen sechs Millionen Fremde pro Jahr allein hierher. Jetzt aber herrscht meistens gähnende Leere. "Die Besucherzahlen aus Russland, Deutschland und England sind um die Hälfte gesunken", schreibt das deutschsprachige "Pattaya-Blatt", "aus Südkorea kommen nur noch fünf Prozent, während chinesische Urlauber ihre Thailandreisen komplett storniert haben."

    Ruhe und Ordnung ist ja gut und schön, dafür ist Krause schließlich zuständig. Aber so? "Nee", sagt Krause, "das ist ja ein Totentanz hier." Krause lebt seit 30 Jahren in Pattaya, er spricht fließend Thai. Er kennt das hier in- und auswendig. In Thailand will der Weltenbummler alt werden. Mit Anfang 20 hat er seine polnische Heimatstadt Zabrze, das einstige oberschlesische Hindenburg, verlassen und war als Koch in der Welt herumgezogen. Jetzt hat er eben auch diesen merkwürdigen Zweitjob hier bei der Polizei.

    Denn irgendwann hatten die thailändischen Ordnungshüter die Sache mit den vielen Fremden auf der sündigen Meile nicht mehr so richtig in den Griff bekommen. Die Besucher sprachen nicht thailändisch, die Thais sprachen nicht englisch oder deutsch oder schwedisch. Abend für Abend gab es Randale und ratlose Gesichter und Anzeigen, deren Abfassung wegen der Sprachbarrieren viel Zeit und Nerven kostete. Und dann kam einem genervten Polizisten im örtlichen Revier diese Idee mit den Ausländern. Die könnten sich doch nützlich machen. Oft ist es schließlich mangelnde Kommunikation, die den Frieden stört - ein Versuch war es jedenfalls wert.

    Mit Feierabendcops gegen die Sprachbarriere

    Zwanzig Mann ist die Truppe mittlerweile stark, es sind Deutsche darunter und ein Österreicher, Engländer, Italiener, Franzosen, auch Pakistaner, Inder und Chinesen. 16 Sprachen werden in der Freiwilligenformation mittlerweile gesprochen. Nur Pistolen dürfen die Feierabendcops nicht tragen, und sie bekommen kein Geld für ihren Einsatz - es sei denn, sie werden als Ordnertruppe bei einer Großveranstaltung engagiert.

    Das mit der Pistole wurmt natürlich ein bisschen. Krause hat schließlich neben einer "Fallschirmspringerschulung bei der Thai-Navy" auch eine Ausbildung im Pistolenschießen gemacht, "aber dafür ist die Uniform mit den vielen Abzeichen klasse". Und auch die Kollegialität. Gerade kommen zwei Schweden vorbei. Krause klopft den beiden kumpelhaft auf die Schulter. "Der eine", raunt er, "war sogar mal richtiger Polizist." Der Muskelmann ist ein bisschen der Star der Abteilung, auch wenn seine James-Bond-Manieren manchen Kollegen etwas auf den Geist gehen.

    Womit Krause so zu tun bekommt? "Es gibt Mädels, die schmieren schon mal gerne K.o.-Tropfen auf ihre Brustwarzen. Da droht also Gefahr." Dann: "Die Taschendiebe in den dunklen Bars, der Schmu mit dem Wechselgeld, und der Trick mit dem Bierpreis." Draußen am Eingang verkündet ein Plakat: "Ein Bier für 40 Bath". Gemeint ist eine Flasche, drinnen wird aber Gezapftes serviert, und das ist gleich doppelt so teuer. "Da kann man nicht viel machen", sagt Krause, "müssense halt die Schilder besser lesen."

    Chinesen mögen Russinnen, Russen saufen

    Ansonsten gilt für die ehrenamtlichen Cops "Null Toleranz bei Drogen und Pädophilen". Krause hat jetzt den Araberbezirk erreicht, wo es sich manche Moslems fern der Heimat mit Bier gut gehen lassen. "Mit den Arabern gibt es an und für sich keine Probleme", sagt Krause, "die sind hier eher Opfer als Täter: Mal wurden zwei von einem Haufen deutscher Ingenieure vermöbelt, und einmal hatte ein Barbetreiber ein Schild mit dem Spruch ,No arab, no pigs' draußen aufgehängt." Das musste sofort entfernt werden. Seitdem ist die Lage angespannt, aber ruhig.

    Friedliche Koexistenz herrscht auch im angrenzenden Russenviertel. Vor dem "B 52" räkeln sich zwei kaukasische Schönheiten. "Die überwintern hier", weiß Krause, und erklärt die Vorlieben einzelner Besuchergruppen. "Die Chinesen und Koreaner wollen Russinnen, die Deutschen und Engländer stehen mehr auf die Einheimischen, und die Russen saufen. So gibt es wenig Probleme."

    Es ist ein Uhr durch. Keine besonderen Zwischenfälle. Pattaya ist an diesem Abend weitaus besser als sein Ruf. Und Krause fühlt sich geschmeichelt. Dass es so ist, ist ein bisschen auch sein Verdienst. Und der der besseren Kommunikation.

    Der Spiegel

  2.  
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  3. #2
    Avatar von Samuianer

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    Re: Touristenpolizei in Thailand

    Zitat Zitat von Bukeo",p="772142
    [picture]


    [highlight=yellow:8a69bb3d3b]Seit im Dezember der Flughafen von Bangkok durch Demonstranten lahmgelegt wurde, lahmt das Tourismusgeschäft im ganzen Land,[/highlight:8a69bb3d3b] auch in Pattaya. Früher kamen sechs Millionen Fremde pro Jahr allein hierher. Jetzt aber herrscht meistens gähnende Leere. "Die Besucherzahlen aus Russland, Deutschland und England sind um die Hälfte gesunken", schreibt das deutschsprachige "Pattaya-Blatt", "aus Südkorea kommen nur noch fünf Prozent, während chinesische Urlauber ihre Thailandreisen komplett storniert haben."

    Der Spiegel

    Das ist wiedermal hahnebuechender, journalistischer Schwachsinn!

    Von Weltwirtschaftskrise scheint dieser Sensationsschriftgelehrte des Spiegel Magazines noch nichts gehoert zu haben!

    Davon das das britische Pfund von 72 Baht auf 52 Baht, der Euro von 54 auf 42 Baht, der US$ von xx.xx auf xx.xx Umtauschwert gesunken waren auch noch nichts, auch nicht davon das China hundertausende Saisonarbeiter, die von dem schnellen Boom und den ambitionierten Olypiabauprojekten profitierten, wieder entlaesst ...

    Als gaebe es kein Opel, Schickedanz, Arcandor, Schaeffler und Banken Crash in D.

    Als gaebe es kein nur roblem - ausser die Flughafenbesetzung in Bangkok - na klar!


    Dem zufolge haette nach den Unruhen an Songkran im April und dem Abbruch des ASEAN Gipfels in Thailand jemand das Licht ausschalten koennen!

    So ein Schwachsinn!

    Sagt Alles ueber die derzeitige "Qualitaet" von Spiegel-Artikeln!


    Journalismus, oder besser Schreibtischattentaeter jenseits jeglicher Verantwortung und informierter Aufrichtigkeit!

  4. #3
    Avatar von atze

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    1.092

    Re: Touristenpolizei in Thailand

    Totentanz bleibt aber Totentanz, oder och nich?

  5. #4
    Avatar von Dieter1

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    10.08.2004
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    Re: Touristenpolizei in Thailand

    Die Aussage, chinesische Touristen haetten ihre Thailandreisen komplett eingestellt ist vollkommen falsch, ich seh in Bangkok in meiner Ecke taeglich mindestens 4 Busse voll mit chinesischen Touries.

    Der Knabe uebertraegt seine Erfahrungen in Patty faelschlicherweise auf das ganze Land.

  6. #5
    Tom_Bern
    Avatar von Tom_Bern

    Re: Touristenpolizei in Thailand

    Womit Krause so zu tun bekommt? "Es gibt Mädels, die schmieren schon mal gerne K.o.-Tropfen auf ihre Brustwarzen. Da droht also Gefahr."
    Herrlich!
    Nimmt mich doch sehr wunder, wie der gute Krause hier rechtzeitig diese Gefahr beheben will... Hehe...

    Aber noch eine ernsthafte Frage:

    und sie bekommen kein Geld für ihren Einsatz
    Weiss jemand, ob Expats welche einen solchen Job ausüben sonst irgendwelche "Vergünstigungen" oder "Entgegenkommen" kriegen? Oder weshalb macht denn jemand so etwas? Langeweile? Ich wüsste auf jeden Fall nicht, weshalb ich mich einfach so in die Probleme anderer Leute einmischen sollte, wenn ich keine entsprechende Gegenleistung kriegen würde. Brustwarzenkontrolle mal ausgenommen...

    Gruss Tom

  7. #6
    thurien
    Avatar von thurien

    Re: Touristenpolizei in Thailand

    Zitat Zitat von Tom_Bern",p="772460
    Oder weshalb macht denn jemand so etwas?
    sagt der Sheriff doch: "aber dafür ist die Uniform mit den vielen Abzeichen klasse"

  8. #7
    Avatar von Samuianer

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    Re: Touristenpolizei in Thailand

    Zitat Zitat von atze",p="772147
    Totentanz bleibt aber Totentanz, oder och nich?
    Ist wie mit dem halb leeren und dem halb vollen Glas - die Ursachen sind etwas vielfaeltiger als die naive Behauptung das ist die Folge der Flugahfensperrung!

    Zitat Zitat von Tom_Bern",p="772460
    Womit Krause so zu tun bekommt? "Es gibt Mädels, die schmieren schon mal gerne K.o.-Tropfen auf ihre Brustwarzen. Da droht also Gefahr."
    Herrlich!
    Nimmt mich doch sehr wunder, wie der gute Krause hier rechtzeitig diese Gefahr beheben will... Hehe...

    Aber noch eine ernsthafte Frage:

    und sie bekommen kein Geld für ihren Einsatz
    Weiss jemand, ob Expats welche einen solchen Job ausüben sonst irgendwelche "Vergünstigungen" oder "Entgegenkommen" kriegen? Oder weshalb macht denn jemand so etwas? Langeweile? Ich wüsste auf jeden Fall nicht, weshalb ich mich einfach so in die Probleme anderer Leute einmischen sollte, wenn ich keine entsprechende Gegenleistung kriegen würde. Brustwarzenkontrolle mal ausgenommen...

    Gruss Tom

    Du hast wohl nur noch nie was von der "plattmach Technik" gehoert.... das ist Alles!

    In der Patpong hat es einen aelteres Ehepaar erwischt deren Drinks "gespiked" waren....er ist seitdem hirntot!

    Dieser Krause ist halt ein Unikum, denke auch an eine absichtliche Wahl!

    Hier auf Samui gibt es auch Voluntaere, die hier sind von etwas anderem Kaliber als Krause... und auch nicht mit soviel "Lametta" behangen!

  9. #8
    Avatar von Lupus

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    14.09.2006
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    1.063

    Re: Touristenpolizei in Thailand

    Jetzt mal ganz erlich. Wenn man bei der Polizei arbeitet ist man ja schon tief gesunken. Aber... das ganze freiwillig zu machen. Das zeugt von einem ganz ueblen Charakter. Das sind die Leute, die frueher in der Schule immer gepetzt haben.

  10. #9
    Avatar von DisainaM

    Registriert seit
    15.11.2000
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    26.803

    Re: Touristenpolizei in Thailand

    ein ``mobile Office``, also 4 Gartentische auf der Walking Street sind da schon drin,
    und natürlich das Recht, in Thailand als Ausländer eine Uniform zu tragen,
    sowas stärkt das ego, und stärkt den Geist vor schlaflosen Nächten, mit `Farang go home - dreams`.

  11. #10
    Tom_Bern
    Avatar von Tom_Bern

    Re: Touristenpolizei in Thailand

    Zitat Zitat von Samuianer
    Du hast wohl nur noch nie was von der "plattmach Technik" gehoert.... das ist Alles!

    In der Patpong hat es einen aelteres Ehepaar erwischt deren Drinks "gespiked" waren....er ist seitdem hirntot!
    Um beim Thema zu bleiben: wie kann ein Farang-Touristenpolizist so etwas verhindern?

    Gruss Tom

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