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Thailands Moslems dürfen bald in ihrer Muttersprache lernen

Erstellt von Jinjok, 07.08.2005, 16:46 Uhr · 27 Antworten · 1.653 Aufrufe

  1. #11
    Avatar von mipooh

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    Re: Thailands Moslems dürfen bald in ihrer Muttersprache ler

    Wenn die Muttersprache die Sprache ist, in der die Mutter mit jemandem gesprochen hat, dann ist der Titel des Threads nicht ganz korrekt.

    Dass man in einem Land möglichst eine gemeinsame Sprache spricht, finde ich ganz vernünftig und woraus das geschichtlich mal entstanden ist, finde ich nach gewisser Zeit unerheblich. Ich rechne bei einer Umsetzung dieser Pläne eher mit einer stärkeren separatistischen Bewegung. Und das auf dem Weg zu einer Globalisierung... scheint mir wenig sinnvoll.

    Gruss
    mipooh

  2.  
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  3. #12
    Tramaico
    Avatar von Tramaico

    Re: Thailands Moslems dürfen bald in ihrer Muttersprache ler

    Da die drei betroffenen Tschangwats (= Provinzen) Bestandteil Thailands sind, kann die Hauptunterrichtssprache sicherlich nur Thai sein. Sinnvoll ist es jedoch sicherlich, im Rahmen eines Erhaltes des Kulturgutes die lokale Sprache bzw. Sprachen als Fach zu unterrichten. Dies und nur dies kann wirklich einer Integration dienen und einer weiter forcierenden Abspaltung entgegenwirken.

    Auch im Isaan wird letztendlich in Thai unterrichtet, das aber erheblich vom lokalen Sprachgebrauch abweicht. Trotz allem hat mancher Isaaner dennoch manchmal Probleme mit dem Hochthai, was sicherlich ein Manko bei der spaeteren Berufsausuebung ist. Bereits jetzt tuen sich viele Einwohner der suedlichen Provinzen mit dem Thai schwer, so dass die Regierung manchmal wichtige Verkuendungen in der lokalen Mundart publizierte um sicherzustellen, dass die Botschaft auch von ALLEN verstanden wird.

    Wuerde es Sinn machen im Norden Deutschlands "Platt" zur Unterrichtssprache zu erklaeren?

    Es wird argumentiert, dass die Urspruenge der Probleme im Sueden auf mangelnde Integration und Behandlung einer Zweiklassengesellschaft zurueckzufuehren ist. Wie kann in diesem Fall dann eine weitere Entfernung durch sprachliche Differenzierung vom den restlichen 72 Tschangwats zu einer Einheit fuehren? Erst wenn sich die Einwohner in den betroffenen Provinzen als "Thais" fuehlen und nicht als staatenlos oder Islamer, dann ist mit einer Beruhigung zu rechnen. Ob nun Buddhist, Christ, oder Muslim oder was auch immer ist unwesentlich. Eine Nation, eine Hauptsprache (aber viele lokale Sprachen), eine Fahne, eine Hymne, eine Hauptstadt und einen Koenig. Einigkeit ergibt sich daraus Thai zu sein in einem Land mit dem Namen Thailand, das Eigentum ALLER Thais ist, so wie es jeden Tag um 8.00 Uhr und 18.00 Uhr aus allen Radios klingt.

    Thailand hat 75 Provinzen und nicht nur 72 und die Landessprache ist Thai und idealerweise eine zweite Weltsprache, so wie es in Singapur der Fall ist. Weltoffenheit und die Faehigkeit mit der Welt kommunizieren zu koennen muss die Zielsetzung sein, anstatt sich im umzaeumten Biotop zu isolieren. Kulturpflege hat seine Berechtigung, darf aber nicht zum Primaeranliegen werden, was haeufig von den Ultraliberalen gerne uebersehen wird.

    Viele Gruesse,
    Richard

  4. #13
    Avatar von Mr_Luk

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    Re: Thailands Moslems dürfen bald in ihrer Muttersprache ler

    @Tramaico,

    Weltoffenheit und die Faehigkeit mit der Welt kommunizieren zu koennen muss die Zielsetzung sein, anstatt sich im umzaeumten Biotop zu isolieren.
    Ich denke ebenfalls dass das ein sehr wichtiger Punkt ist! Weltoffenheit relativiert nämlich die Position als Minorität innerhalb eines Landes. Aber seien wir doch nicht zu naiv. Eine solche Minorität wie sie im Süden Thailands existiert, ob sie (wie du in anderem Zusammenhang erwähnt hast) nun buddhistisch, christlich, moslemisch oder hinduistisch ist, ist kulturell-geografisch-wirtschaftlich isoliert. Sie isoliert sich selbst UND wird isoliert. Das Problem liegt glaube ich eher darin dass dies Minorität sich nicht integrieren will und dass bisher genausogut verhindert worden ist dass sie sich integriert. Sei dies nun sprachlich, wirtschaftlich kulturell oder religiös. Die Südprovinzen sind ein geopolitisches Produkt der Geschichte, wie es sie in vielen anderen Teilen der Welt gibt. Und für solche 'Schicksalsfälle' gibt es keine Ideallösungen, ganz ähnlich wie das bei Einzelschicksalen von Menschen der Fall ist, die zwischen die Fronten gekommen sind. Die Gesellschaft und sie selbst haben diese Situation gemeinsam verursacht, finden aber fatalerweise auch beide keine wirkliche Lösung des Problems

  5. #14
    Avatar von Jinjok

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    Re: Thailands Moslems dürfen bald in ihrer Muttersprache ler

    Bisher war und ist Thailändisch die Sprache in der die Inhalte in den öffentlichen Schulen im Süden unterrichtet werden. Yawi wird nur in religiösen Schulen genutzt und dort werden naturgemäß keine weltlichen oder naturwissenschaftlichen Inhalte vermittelt. Das Problem der Menschen ist aber, sie wachsen mit Yawi auf und sprechen wenig Thailändisch wenn sie in die Schule kommen.

    Es ist also keine Frage, daß Yawi als kulturrettender Sprachunterricht eingeführt werden muß, denn Yawi spricht fast jedes Kind bereits wenn es zu Schule kommt. Die bildungspoltischen Probleme sind hingegen, daß die Kinder den Unterrichtsstoff von Anfang an für sie in einer Fremdsprache lernen müssen und daher im Bildungssystem von Thailand benachteiligt sind. Deswegen gibt es auch wenig qualifizierte Beamte aus dem Süden selbst, ein weiterer Grund warum sich die Malayen unterdrückt fühlen müssen.

    Daher wandern die malayischen Thailänder zu 10.000 jedes Jahr nach Malaysia zum Arbeiten aus wo sie ein weiteres Problem bekommen. Sie sprechen dort zwar in Teilen die gleiche Sprache, aber in Malaysia wird einheitlich lateinisch geschrieben. Ein gut gebilder Moslem aus dem Süden Thailands, der was werden will (was er in Thailand selten schafft), muß mit 3 Alfabeten leben lernen. Schon durchschnittlich sprachbegabte Geraten hier an ihre Grenzen. Jetzt stelle man sich dazu die Fördermöglichkeiten des aktuellen Schulsystem in Thailand vor, in dem stur auswendig gelernt wird.

    Keine Frage, für den Bildungsstand der Moslems im Süden wäre Unterricht in ihrer Muttersprache von größter Bedeutung. Für den Frieden der Region auch. Weil nämlich ungebildete Menschen immer eine leichte Beute für Rattenfänger und politische Brandstifter sind, während gebildete Menschen sich ihre eigenen Gedanken machen können. Daher wird eine fundierte Bildung der Moslems auf Dauer schon zur Stabilisierung der Region beitragen können.

    Es wird an der Zentralregierung liegen, wie man die Region als Ganzes ins Land intergriert. Die Menschen selbst müssen nicht integriert werden, da sie ihn ihrem Lebensumfeld in jeder Beziehung unter ihresgleichen leben. Die Frage ist wie sich die buddhistische Minderheit im Süden intergrieren kann.
    Jinjok

  6. #15
    Avatar von Armin

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    Re: Thailands Moslems dürfen bald in ihrer Muttersprache ler

    [quote="Mr_Luk",p="265095"]@Tramaico,

    Aber seien wir doch nicht zu naiv. [highlight=yellow:fbb9166e43]Eine solche Minorität wie sie im Süden Thailands existiert[/highlight:fbb9166e43], ob sie (wie du in anderem Zusammenhang erwähnt hast) nun buddhistisch, christlich, moslemisch oder hinduistisch ist, ist kulturell-geografisch-wirtschaftlich isoliert. Sie isoliert sich selbst UND wird isoliert. Das Problem liegt glaube ich eher darin dass dies Minorität sich nicht integrieren will und dass bisher genausogut verhindert worden ist dass sie sich integriert.
    Diese "Minorität" ist aber seit Jahrhunderten muslemisch und bilden über 80% der Bevölkerung.


    Nicht jeder Muslime in Südthailand ist ein Extremist... Denjenigen welche in Frieden leben wollen, wäre dieses Entgegenkommen der thailändischen Regierung vielleicht gerade mit ein Grund, das Bemühen um Frieden in Zukunft aktiver zu unterstützen. Möglich wäre es doch, oder nicht?
    Zitat Tom_Bern.

    Genau darum geht es.

    Ansonsten weiter bei Jingjok.

    Gruß Armin

  7. #16
    Avatar von Dieter1

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    Re: Thailands Moslems dürfen bald in ihrer Muttersprache ler

    zero,

    das stimmt so nicht ganz. Das Gebiet der 3 Südprovinzen wechselte auch vor 100 Jahren schon mehrmals den Besitzer.

    Gruss Dieter

  8. #17
    Avatar von zero

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    Re: Thailands Moslems dürfen bald in ihrer Muttersprache ler

    Zitat Zitat von Dieter1",p="265238
    zero,
    das stimmt so nicht ganz. Das Gebiet der 3 Südprovinzen wechselte auch vor 100 Jahren schon mehrmals den Besitzer.
    Gruss Dieter
    Es ist mir durchaus bewusst, dass dieses Gebiet immer umstritten war. Nur war es früher so, dass man in Einflussgebieten dachte und handelte.

    Thailand, wenn es militärisch stark genug war, betrachtete das Gebiet als sein Einflussgebiet und hob Tribute ein, aber man hat nicht in die Kultur oder die Verwaltung der Region eingegriffen. Erst als sich die Briten mit ihrem Kolonialismus-Gedanken nach und nach malayische Fürstentümer einverleibten, sah sich Rama V "genötigt", nichts zu verpassen und annektierte Ende des 19. Jhtds. einige Provinzen und gliederte sie formal Thailand ein. Einige davon musste er den Briten später wieder abliefern, aber 4 durfte er behalten.

    Hätte man der damals 100%-igen muslimischen Bevölkerung ihre Kultur und ihre eigene Verwaltung gelassen, dann wäre der Süden heute kein Problemfall. Aber so wusste man nichts besseres als der Bevölkerung ihre malayischen Namen zu nehmen, sie mussten thailändische Namen annehmen, sämtliche Schlüsselstellen wurden mit Thais besetzt und die einzige erlaubte Unterrichtssprache war Thai. Moscheen durften jahrzehntelang nicht gebaut werden, dafür baute man den Muslims demonstrativ Wats vor ihre Haustüren. Dass die thailändischen Beamten ihre Position auch zur persönlichen Bereicherung auf Kosten der Muslims nutzten, wird niemand bezweifeln der den thailändischen "Behördenmechanismus" kennt.

    Dass solche Maßnahmen, die ja im Prinzip bis heute andauern, den Nährboden für Terrorismus bilden, das dürfte wohl klar sein.

    Es ist längst überfällig, die Fehler von früher zu korrigieren und dazu gehört die Einsicht, dass man über hundert Jahre eine falsche Politik gemacht hat. Ein wenig Selbstverwaltung wäre ein richtiger Schritt, und natürlich die Zulassung der eigenen Sprache bei Behörden und im Unterricht.

    Die Situation lässt sich doch so zusammenfassen: Thailand hat das Gebiet gegen den Willen der gesamten dort lebenden Bevölkerung annektiert, es kann also nicht erwarten, dass man sich dort darüber freut. Umso mehr sollte Thailand daher alles tun, um den "Zwangsaufenthalt" im thailändischen Staatsverband wenigsten erträglich zu gestalten. Vielleicht wird dann ja mit der Zeit so etwas wie eine "Vernunftehe" daraus, mit Sicherheit aber bleibt es eine "Ehehölle", wenn man so weitermacht wie bisher.

  9. #18
    Avatar von Maenamstefan

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    Re: Thailands Moslems dürfen bald in ihrer Muttersprache ler

    Aber die meisten Extremisten und Terroristen sind nun mal Muslims - weltweit. Es ist wohl eine Religion, mit der man Leute dazu bringt, Kinder, Unschuldige, Zufaellige einfach umzubringen - wegen der Religion??!!

  10. #19
    Avatar von zero

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    Re: Thailands Moslems dürfen bald in ihrer Muttersprache ler

    Zitat Zitat von Maenamstefan",p="265368
    Aber die meisten Extremisten und Terroristen sind nun mal Muslims - weltweit. Es ist wohl eine Religion, mit der man Leute dazu bringt, Kinder, Unschuldige, Zufaellige einfach umzubringen - wegen der Religion??!!
    Im Grunde genommen hat Terrorismus mit Religion, egal welcher, nichts zu tun, denn ich kenne keine Religion, die die Gläubigen zur Ermordung Unschuldiger aufruft (auch nicht der Islam). Diese Aufrufe kommen nur von den Chefs, die zu feige sind selbst aktiv zu werden, und ihre Anhänger mit der Religion motivieren und sich damit gleichzeitig "Absolution" erteilen, weil ja so interpretiert nicht der feige Chef zum Terror aufruft, sondern ein Gott.

    Das was den sogenannten "muslimischen Terror" von anderen unterscheidet und so gefährlich macht, ist die Bereitschaft sich selbst beim Terrorakt zu töten. Aber es gab und gibt genauso den "katholischen Terror" (z.B. Nordirland), der mit der Religion genauso wenig begründet werden kann wie der "muslimische Terror" mit dem Islam. Wenn wir schon bei den Religionen sind, so gab es auch den "jüdischen Terror", bei dem z.B. Menachim Begins Terrorgruppen die britischen Truppen aber auch Zivilisten (Stichwort: King David Hotel) in Palästina mit Bombenanschlägen ins Jenseits beförderten. Es gibt auch "hinduistischen Terror", und wenn wir genauer nachforschen, kann man wohl jeder Religion ihre Terroristen zuordnen, und vergisst dabei, dass Terrorismus eine eigene Art von Religion ist, nämlich die des Hasses.

  11. #20
    Avatar von Armin

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    Re: Thailands Moslems dürfen bald in ihrer Muttersprache ler

    Zitat Zitat von Maenamstefan",p="265368
    Aber die meisten Extremisten und Terroristen sind nun mal Muslims - weltweit. Es ist wohl eine Religion, mit der man Leute dazu bringt, Kinder, Unschuldige, Zufaellige einfach umzubringen - wegen der Religion??!!
    So einen Unsinn habe ich ja lange nicht gehört, obwohl ich mir vorstellen kann, dass viele Menschen in diese Richtung denken.
    Extremisten sind erst mal keine Terroristen.
    Terroristen mit Muslims gleichzusetzen ist schon sehr hahnebüchen.

    Terrorismus war immer ein Teil auswegloser Politik, ob für ein gutes oder schlechtes Ziel. Kolonialisten benutzten diesen Weg häufig, um Länder zu erobern. Heute kann man diese Politik noch bei den Amerikanern beobachten. Doch missglückt sie mehr und mehr. Bin Laden ist ein von der CIA gut trainierter Terrorist gegen russiche Einflußnahme in Afganistan.

    Entschuldigt meine sehr grobe Sichtweise, wofür ich auch Beweise liefern kann.
    Bei der Aussage im obigen Zitat wird das wohl schwierig werden.

    Gruß Armin

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