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Thailands Behörden sperren Websites

Erstellt von Jens, 06.01.2009, 10:50 Uhr · 504 Antworten · 25.123 Aufrufe

  1. #101
    Avatar von waanjai_2

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    Re: Thailands Behörden sperren Websites

    Glücklicherweise gibt es auch thailändische Medien - hier die Bangkok Post - die über die Anschuldigungen durch die Polizei berichten. Geht ja auch garnicht anders, will man nicht gegen die eigene Verfassung verstoßen.
    http://www.bangkokpost.com/breakingn...r-royal-insult
    Auch der Betroffene selbst verfügt über ihm von thailändischer Seite nicht verwehrte Mittel, sich und seine Meinungen vorzustellen.
    http://www.blog.co.uk/user/wdpress/ Thailand ist ja kein Polizeistaat, wo die Polizei entscheidet was letztlich Recht ist. Nein, websites werden in Thailand auf der Grundlage einer gerichtlichen Anordnung gesperrt. Und ich persönlich erzähle nur über websites, die ich mir von hier - von Thailand aus - anschauen kann.

    Auch der von ganz besonderen Seiten gern gemachte Vorwurf, er sei ja eigentlich nur ein "Kommie" und das würde doch schon alles sagen, kann in Demokratien mit Meinungsfreiheit kaum mit großer Resonanz rechnen. Er sagt, dass sein Ansatz marxistisch sei, wie andere Wissenschaftler sagen, sie hätten einen christlichen oder andere wiederum einen kritisch-rationalistischen Ansatz. Er ist Professor an einer angesehenen thail. Universität und wenn die Professoren anstellen, wird üblicherweise vorher ausgeschrieben. Ich maße mir hier deshalb keine Kritik an der fachlichen Kompetenz der Chulalongkorn Universität an.

    Ja, selbst wenn er Jude wäre, würde ich seine Freiheit eine eigene Meinung zu haben, bis zum Ende verteidigen. Das war doch die Essenz von Rosa Luxemburg: "Freiheit ist immmer die Freiheit des Andersdenkenden." Oder war die auch nur ein Kommie?
    Oder wenn der Voltaire sagte: „Ich mag verdammen, was Du sagst, aber ich werde mein Leben dafür einsetzen, das Du es sagen darfst.“

  2.  
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  3. #102
    Avatar von waanjai_2

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    Re: Thailands Behörden sperren Websites

    Jetzt sind es schon 2.300 sites. Fühlt sich irgend jemand blockiert? Oder sind es doch mehr die innerthailändischen websites, die da "still" gelegt werden?

    http://www.nationmultimedia.com/2009...s_30094508.php

  4. #103
    antibes
    Avatar von antibes

    Re: Thailands Behörden sperren Websites

    Zitat Zitat von waanjai_2",p="681619
    Oder wenn der Voltaire sagte: „Ich mag verdammen, was Du sagst, aber ich werde mein Leben dafür einsetzen, das Du es sagen darfst.“
    Der gute Voltaire. Lang, lang ist`s her und manche Länder haben schon eine kometenhafte Entwicklung, was Meinungsfreiheit angeht, hinter sich.
    Gov´t blocks 2,300 Websites deemed offensive to the monarchy

    Bei dieser Gelegenheit kann man gleich sonstige unliebsame Kritik eliminieren. :-)

  5. #104
    Avatar von maphrao

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    Re: Thailands Behörden sperren Websites

    In Thailand werden Monarchie-kritische Seiten gesperrt, in Deutschland recht5extremistische Seiten, in anderen Ländern kann man schreiben, was man will.
    Ich kenne die gesperrten Seiten in Thailand nicht, deshalb weiss ich auch nicht, ob ich die Sperrungen gut heissen würde.

  6. #105
    Avatar von garni1

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    Re: Thailands Behörden sperren Websites

    Hier bekommt man einen kleinen Überblick.
    http://facthai.wordpress.com/data/blocked/

  7. #106
    Avatar von waanjai_2

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    Re: Thailands Behörden sperren Websites

    Neues zu den Entwicklungen im und um den Fall Giles Ungpakorn gibt es hier:
    http://ipsnews.net/news.asp?idnews=45566

    Der geneigte deutsche Leser sei in diesem Zusammenhang daran erinnert, dass es sich hier um die Kombination von Majestätsbeleidigung vs. Meinungsfreiheit und Freiheit der Wissenschaft geht.

    Denn hier geht es im Grundsatz um die Frage, ob man mit einer wissenschaftlich belegbaren Aussage z.B. dass der Altkanzler Kohl mit seinem Verhalten in der Parteispenden-Affäre die Wahlchancen seiner Partei - der CDU - stark geschmälert hätte, gleichzeitig auch den Tatbestand der Beleidigung des Herrn Kohl erfüllt hätte.

  8. #107
    Avatar von lucky2103

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    Re: Thailands Behörden sperren Websites

    Mein leber หวานใจ, Du postest zwar viel und häufig, aber Du triffst fast immer den Punkt...weiter so.

  9. #108
    Avatar von Mr. D

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    Re: Thailands Behörden sperren Websites

    Zitat Zitat von waanjai_2",p="684633
    Neues zu den Entwicklungen im und um den Fall Giles Ungpakorn gibt es hier:
    http://ipsnews.net/news.asp?idnews=45566
    Hast Du eigentlich einen Link auf das Buch, von dem im Artikel die Rede ist? Am besten per PN, nicht dass unsere Mods wieder Kammerflimmern kriegen.

  10. #109
    petpet
    Avatar von petpet

    Re: Thailands Behörden sperren Websites

    Nationale Sicherheit und Demokratie
    Telekommunikationsministerin Ranongruk Suwunchee erklärte der „Bangkok Post“ in einem Interview, weshalb das Internet aus Gründen der nationalen Sicherheit zensiert werden muß. (Ausschnitte)


    Es wurde berichtet, daß Sie ein Budget von 500 Mio. Baht angefordert haben, um „unangemessene“ Webseiten zu blocken. Stimmt das? [Es dauert nur zehn Minuten, um eine Webseite zu blocken.]

    Nein, das stimmt nicht. Das Budget wurde 2551 angefordert [2008 von der Vorgängerregierung]. Ich habe keinen einzigen Satang ausgegeben. Meine Strategie besteht darin, an die Sache im Ganzen heranzugehen.

    Können Sie das näher erklären?

    Als ich das Ministerium übernahm… Ich kann mich daran erinnern, daß mir Leute E-Mails schickten und mich auf unangemessene Webseiten aufmerksam machten… Also ich wollte das zu meiner Priorität machen. Ich will diejenigen aufspüren, die dahinter stecken. Das ICT [Ministerium für Kommunikationstechnologie] ist mit dem Jutiz- und Verteidigungsministerium verlinkt. Wir prüfen drei Dinge im Internet: Nationale Sicherheit, Sittlichkeit und Glücksspiel… wie Online-Glücksspiele, das ist eine schlechte Sache.

    Die Ministerien haben je vier Einsatzgruppen, die zusammenarbeiten, um unangemessene Dinge zu finden und einzuschreiten. Zum Beispiel würde sich das Verteidigungsministerium mehr auf nationale Sicherheit konzentrieren, ich selbst auf Sittlichkeit.

    Gibt es eine Richtlinie, um eine Webseite zu blocken?

    Früher gab es ein Code-System [wurde von Vorgängerregierungen eingesetzt]. Nehmen Sie z. B. meinen Namen. Wenn das Wort „Ranongruk“ im Datenbestand auftaucht, dann können wir jeden überprüfen, der dieses Wort im Internet benutzt. Es wird erscheinen und wir können lesen, in welchem Kontext dieses Wort benutzt wird. Leute sind aber clever und schreiben nun „Ranong-ruk“, wenn sie böse Sachen sagen wollen – und das System findet das nicht.

    Jetzt gibt es eine Zusammenarbeit mit den ISPs [Internet Service Providers], und wir fordern die Öffentlichkeit auf, auf unserer Hotline anzurufen, wenn sie etwas Unpassendes im Internet finden.

    Ein Komitee überprüft den Fall. Wenn es einen Fall gibt, wird ein Bericht an mich weitergeleitet. Wenn ich zustimme, wird die Angelegenheit an die Polizei weitergeleitet und dann an die Staatsanwaltschaft, dann ans Gericht. Mit einem Gerichtsbeschluß können wir die Webseite blockieren. Aber wir hören an diesem Punkt nicht auf. Wir wollen die Leute finden, die für die Webseite verantwortlich sind und sie juristisch belangen. Sonst können sie einfach eine neue Webseite online stellen.

    Bedeutet das, daß für alle bisher 2300 geblockten Webseiten ein Gerichtsbeschluß vorliegt, und daß das ICT nicht vorgegriffen und Webseiten illegal gesperrt hat?

    Ja. Aber es dauert seine Zeit, bis ein Gerichtsbeschluß vorliegt, daher löschen wir möglicherweise Inhalte, die als unangemessen gelten und beschleunigen den Prozeß.

    Mit all der Zeit und den Ressourcen, die für die Zensur gebraucht werden, bleibt da noch Zeit für die anderen Aufgaben des ICT wie der Ausbau der Kommunikationstechnologie?

    Wir machen das auch. Aber die Prioritäten sind anders. Beispielsweise ist Kambodscha weiter als wir. Die haben 3G, wir nicht! Wie dem auch sei, die Technologie ist vorhanden, sowohl AIS als auch DTAC haben die Kapazitäten, aber sie werden noch nicht angewandt.

    Weshalb die Verzögerung?

    Nun, da gibt es noch offene Fragen.

    Zurück zur Zensur. Sollte eine Regierung in einem demokratischen System entscheiden, was für die Leute „angemessen“ oder „unangemessen“ ist oder sollte die Bevölkerung das nicht selbst entscheiden?

    Wir müssen prüfen, was unangemessen ist. Bei ..........ischen Inhalten wissen wir, das ist unangemessen. Zum Beispiel, wie heißt das… Com… Com… Webcom? [Interviewer: „Webcam“] Ja, Webcam. Man sollte nur den Oberkörper sehen, aber Kinder zeigen auch andere Sachen!

    Wir wissen, das ist unangemessen. Es gibt auch 5ex im Internet. Wie nennt man das? 5extelefon? [Interviewer: „Man hat mit der Webcam Cyber5ex“] Ja, 5ex mit der Webcam. Oder Prostitution im Internet. Oder [Video] Clips mit Kindern, die sich prügeln. Das ist unangemessen.

    Okay, aber angemessen oder nicht ist subjektiv. Wenn Sie etwas als unangemessen ansehen, dann ist das Ihre Meinung, kein Fakt. Bedeutet daß, daß eine Regierung ihre Meinung an das Volk weitergibt, was das demokratische Grundrecht auf Meinungsfreiheit betrifft? Oder sollte das nicht ein Privileg der Bevölkerung sein, darüber selbst zu entscheiden?

    [highlight=yellow:e33db67f34]Ja, ja, ja. Die Regierung sollte das Recht zur Gängelung haben. [Lange Pause.] Aber lassen Sie uns nicht den Ausdruck „gängeln“ benutzen. Lassen Sie uns sagen, wir behalten uns das Recht vor, zu „führen“ oder „vorzuschlagen“, was unangemessen ist.[/highlight:e33db67f34]

    So oder so, das führt zu Zensur und Verbot. Was erzählen Sie also den ausländischen Medien und Regierungen, die so etwas als undemokratisch ansehen?

    Wie [Justiz] Minister Pirapan schon sagte, die Königliche Familie ist unser Vater und unsere Mutter. Der Vater und die Mutter des Landes. Würde jemand erlauben, daß Vater und Mutter beleidigt werden? Wir nicht. Demokratien sind alle verschieden. Frankreich ist anders, Amerika und Südkorea sind anders. Verstehen Sie das? Es kommt auf das Land und seine Traditionen an.

    Sowohl Sie als auch Minister Pirapan sagen, Majestätsbeleidigung ist ein Fall der nationalen Sicherheit. Als Beispiel gaben Sie an, daß Amerika Webseiten von Terroristen blockt. Man könnte sagen, dabei handelt es sich um einen Krieg. Es gibt Tote und Bomben – ein Fall von nationaler Sicherheit. Worin besteht die Verbindung zwischen Königlichen Institutionen und nationaler Sicherheit?

    Es geht nicht um Beleidigung und Verleumdung. Viele Ausländer mißverstehen das. Sie begreifen das Gesetz nicht. Es geht um die nationale Sicherheit. Es ist das Gesetz von Thailand. Wir haben unsere Gesetze, sie haben ihre. Wir respektieren ihre, sie respektieren unsere, oder?

    Es geht darum, was unsere Flagge bedeutet. Drei Farben stehen für Land, Religion und König. Unsere Flagge ist unser Nationalstolz, unsere nationale Sicherheit. Darauf ist Thailand aufgebaut…. „Land“ bedeutet, daß ausländische Invasoren bekämpft werden müssen, „König“ bedeutet, es geht um den Schutz unserer verehrten Institution. bp

    http://www.thailandtip.de/tip-zeitun...ratie//back/2/

  11. #110
    Avatar von waanjai_2

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    Re: Thailands Behörden sperren Websites

    Weil dieses Interview halt ein Klassiker werden wird, hier auch der link zum Original in English.

    http://www.bangkokpost.com/opinion/o...rsus-democracy

Seite 11 von 51 ErsteErste ... 91011121321 ... LetzteLetzte

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