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Thailand - ein geteiltes Land

Erstellt von Jinjok, 08.02.2005, 15:24 Uhr · 46 Antworten · 3.168 Aufrufe

  1. #1
    Avatar von Jinjok

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    Thailand - ein geteiltes Land

    TRT Parteichef Shinawatra und künftiger Alleinherrscher über das Königreich Thailand wacht langsam mit einem mächtigen Kater aus seinem Freudentaumel über den Erdrutschsieg vom vergangenen Sonntag auf. Noch immer hofft er verzweifelt, daß seine Partei bei der noch laufenden Stimmenauszählung auch nur irgendeinen Parlamentssitz außerhalb der Tsunamiregion im Süden als Beweis erhalten könnte, daß seine Innenpolitik dort nicht komplett gescheitert ist.

    Scheinbar liessen sich nicht alle Thailänder mit populistischen Schachzügen und Geld kaufen. Shinawtras öffentliche Weigerung sich für das Blutbad von Tak Bai bei den Opfern und deren trauernden Hinterbliebenden zu entschuldigen konnte er auch nicht mit der cleveren Origami-Kampagne übertünchen, in der er den Rest des Landes über 10 Mio Papiervögelchen hat falten lassen, nachdem 78 unbewaffnete Menschen bei einer Polizeiktion ums Leben kamen.

    Selbst die Einverleibung der früher stärksten Partei in den von Moslems dominierten Gebieten im tiefen Süden, der New Aspiration Party hat zu keinem einzigen Parlamentssitz geführt. Alle Sitze der NAP gingen auf die Demokraten über. Und das trotz der Abwerbung von populären Demoraten, die für ein paar 10.000 THB zur TRT überliefen. Im tiefen Süden gab es für dortigen Verhältnisse erstmals eine hohe Wahlbeteilung, weil die Menschen ein Ende der Gewalt und dafür eine Änderung der Politik in Bangkok brauchen. Sie wollen keine Geldgeschenke von Shinawatra, wie der Rest von Thailand, sie wollten nur Frieden. Jetzt befürchten sie 4 weitere Jahre in Angst und Schrecken, da niemand im Parlament ihre Interessen mehr vertreten kann.

    Den einzigen Paralmentssitz im Süden der Moslems bekam seine Partei im am schlimmsten vom Tsunami zerstörten Changwat Phang Nga. Nicht mal auf Phuket, wo die Tourismus-Industrie angeblich massig von seinen vollmundigen Versprechungen zur Soforthilfe profitieren sollte, konnte er das in zählbare Ergebnisse umwandeln. Scheinbar spielt ihm die Mathematik hier einen Streich. Die wenigen Superreichen, die jetzt nach der Neuordnung der Tourismusgebiete nach dem Tsunami profitieren werden, haben offensichtlich erheblich weniger Wahlstimmen als die vielen einfachen Angestellten und SME-Inhaber die jetzt aus dem Bussines zugunsten der großen verdrängt worden sind.

    Aber nördlich von Ranong beginnt das Shinawatra-Wunderland. Hier wurden schätzungsweise 10 Mrd THB (204 Mio €) für Stimmenkäufe ausgegeben. Ein neuer Rekord - selbst für Thailand. Aber mit Stimmkauf allein läßt sich der Erdrutschsieg von Shinawatra und Co nicht entschuldigen. Die Leute haben sich auch von seiner populistischen Politik kaufen lassen. Umfragen haben ergeben, daß gerade die wachsende Mittelschicht und die vielen Studenten lieber korrupte Politiker akzeptieren, solange diese in der Lage sind, sie mit materiellen Güter zu versorgen.

    Die Demokraten konnten wegen verschobenen demografischen Verhältnissen auch nicht länger auf die Masse ihrer Stammwähler stützen, da die Jungen im Populismus Shinawtras mehr Vorteile sehen als in den Reformern der Demokraten. Viele Wähler der Demokraten gaben ihre Stimme für die Parteilisten so dann auch TRT. Da zählt heute auch niemend mehr, wieviele Wahlkämpfer der Demokraten von Auftragskillern im Vorfeld der Wahlen ums Leben gekommen sind. Nur im Süden haben die Einschüchterungen der regierenden TRT zu keinem Erfolg geführt.

    Leider werden nicht nur die vom Terror bedrohten Menschen im Süden für dieses Wahlergebnis bezahlen. Gerade die Mehrheit der Thais, die sich in dieser Wahl haben kaufen lassen, werden bald erkennen müssen, das der Populismus keine Probleme lösen kann und jemand die Kosten dafür begleichen muß. Und die Rechnung wird Shinawatra nicht bezahlen sondern der Steuerzahler. Shinawatra war der erste Regierungsxchef in Thailand der eine komplette Legislaturperiode im Amt überstand. Nocheinmal wird er dieses Kunststück nicht fertigbringen. Seine Taten werden ihn einholen!
    Jinjok

  2.  
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  3. #2
    PETSCH
    Avatar von PETSCH

    Re: Thailand - ein geteiltes Land

    nur 2 Fragen, Jinjok:
    Quellen ?
    oder ist das gesamte posting aus Deiner Tastatur?
    danke (für die Antwort auf die v.g. 2 Fragen)

  4. #3
    Avatar von Jinjok

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    Re: Thailand - ein geteiltes Land

    @ Petsch
    Dazu zwei Antworten. Aus meine Tatstatur, ausschlließlich. Inspiriert dazu haben mich Berichte auf www.tagesschau.de (Stimmenkauf) und www.nationmultimedia.com (Th - ein geteiltes Land).
    Jinjok

  5. #4
    PETSCH
    Avatar von PETSCH

    Re: Thailand - ein geteiltes Land

    Danke.
    denn einiges kam mir bekannt vor

  6. #5
    brecht
    Avatar von brecht

    Re: Thailand - ein geteiltes Land

    Also so sicher bin ich mir da nicht das er nicht nochmal 4 Jahre uebersteht Thaksin wird geliebt und schau dir doch mal die Wahlen an ueberall nur nicht im Sueden und so schnell kriegen die den nicht mehr weg er selber sagt er macht 8 Jahre und TRT bleibt min. 20 Jahre an der Macht.
    Die Demokraten haben keine Macht mehr und er kann die naechsten 4 Jahre machen was er Lust hat er wird schon dafuer Sorgen das er die naechsten Wahlen wieder gewinnt.
    Mann muss aufpassen das es bald nicht nur noch TRT gibt.

  7. #6
    Labyrinthfisch
    Avatar von Labyrinthfisch

    Re: Thailand - ein geteiltes Land

    Zum Beispiel könnte er jetzt die Verfassung von 1997 ...........

  8. #7
    Avatar von Jinjok

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    Re: Thailand - ein geteiltes Land

    Big Brother Shinawatra

    Inzwischen sind auch erste Analysen fertig und passend dazu äußern sich Leute aus der zweiten Reihe der Matchwinner. Mehrere Quellen aus der TRT selbst sprachen in den letzten Tagen von einer gigantischen Wähler-Datenbank, die Shinawatra seit der Gründung der Partei 1998 pflegen ließ. Anhand dieser Datenbank hat er seine Wahlkampagnen optimal in den einzelnen Wahlkreisen individuell ausgerichtet.

    Die Datenbank wurde mit enormen Geldmengen in den vergangenen 7 Jahren mit monatlichen Umfragen in allen Wahlkreisen gefüttert. Seitdem Shinawatra an der Macht ist und er so uneingeschränkten Zugang zu allen demografischen Daten hat, gibt es den gläsernen Wähler. Er kennt ihre Profile, das Verhalten, die Wünsche und ihre Probleme. Shinawatra hat in den letzten vier Jahren alle Daten von behördlichen, telekmunikativen, steuerlichen über medizinischen, polizeilichen, wirtschaftlichen und alle sonstigen Quellen, die es in Thailand über die Bevölkerung gibt, in die Wählerdatenbank der TRT einpflegen lassen.

    Die Quellen aus der TRT rühmen sich, daß der Wahlsieg auf wissenschaftlicher Basis erfolgte und die Eingeweihten der Partei schon vor der Wahl wußten, welche Wahlkreise an die Partei gehen würden, da sie anhand der ungezählten Umfragen in Verbindung mit den persönlichen Wählerdaten und -statistiken exakt wußten, wie die Wähler anzusprechen waren. Populismus auf wissenschaftlicher Basis. Der Energieminister Prommin Lertsuridej kommentierte die von Hinterbänklern gemachten Aussagen mit den Worten: Der PM ist sehr wissenschaftsgläubig und trifft keine Entscheidung ohne sie vorher akademisch untersuchen lassen zu haben.

    Die Methode den Wahlkampf auf alle Wahlkreise nach aufwendigen und umfangreischten Wählerdatenbanken und Statistiken maßgeschneidert zu führen, soll Shinawatra aus seinem erfolgreichen Shin Corp. Imperium entlehnt haben, wo die Basis für seinen Erfolg in ähnliche Datenbanken über alle seine Kunden lag. Shinawatra strebte nicht eine einfache breite Unterstützung in der Bevölkerung an, sondern hat gezielt versucht in jedem Wahlkreis exakt die nötigen Wählerstimmen hinter sich zu bringen, die für den Gewinn des Wahlkreises nötig waren. Er wußte jederzeit ziemlich genau, wieviele Leute pro Wahlkreis noch fehlten und konnte so gezielt die nötigen Wähler persönlich ansprechen.

    Aber intime Wählerdaten alleine haben den Wahlsieg nicht ermöglicht, wenn auch den Umfang maximiert. Andere Gründe sind neben über die vergangen vier Jahre Regierung durch Shinawatra systematisch geschwächte oder ganz ausgeschaltete politischen Gegner, eine einseitige Medienpräsenz durch die Regierungskontrolle fast aller Massenmedien in Thailand und nicht zuletzt - wenn andere Mittel nicht mehr fruchteten, Mietkiller, die besonders erfolgreiche Wahlkämpfer gegnerischer Parteien aus dem Verkehr zogen. Aber auch ganze Berufsgruppen wie Taxifahrer und Postboten wurden bei ihrer Arbeit zu lebenden Wahlkampfplakaten für TRT.

    http://www.nationmultimedia.com/2005..._16361297.html

    Jinjok

  9. #8
    Avatar von x-pat

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    Re: Thailand - ein geteiltes Land

    Thaksin kontrolliert nicht nur Datenbanken, sondern offensichtlich auch die Staatslotterie. Als besonderen Gag hatte er eine Woche vor der Wahl angekündigt, dass die Nummer seiner Partei, Nr. 9, dieses Jahr eine besonders glückliche Zahl sei, und wer dies bezweifle solle sich einfach mal die Lotteriezahlen genauer ansehen. In der darauffolgenden Lotterieziehung wurde folgende Nummer zum Hauptgewinn:

    54000054

    wobei die Summe 5+4=9 offensichtlich Thaksin's Vorhersage erfüllte ohne das man ihm Manipulation vorwerfen konnte, denn es war ja keine 9. :O

    Gruss, X-Pat

  10. #9
    brecht
    Avatar von brecht

    Re: Thailand - ein geteiltes Land

    Die Lotterie hat er vor 3 Monaten uebernommen aber ich schau das machmal im TV da kannst du fast nicht bescheissen die laufen immer so eine Runde und drehen dann an so einem Nummerschild also falls doch dann machen sie es gut wahrscheinlich war es nur ein Witz von ihm aus 5+4 dann 9 das kann auch Zufall sein.

  11. #10
    Avatar von Samuianer

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    17.303

    Re: Thailand - ein geteiltes Land

    Es kursieren auch Geruechte das Umschlaege mit 500-2000 Baht inklusive ausgefuelltem Stimmzettel verteilt wurden - massenhaft!
    Hurra!

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