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Streikaufruf in Thailand offenbar kaum befolgt

Erstellt von Shuai_ran, 03.09.2008, 10:42 Uhr · 18 Antworten · 1.513 Aufrufe

  1. #1
    Avatar von Shuai_ran

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    Streikaufruf in Thailand offenbar kaum befolgt


  2.  
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  3. #2
    Bukeo
    Avatar von Bukeo

    Re: Streikaufruf in Thailand offenbar kaum befolgt

    Zitat Zitat von Shuai_ran",p="627663
    http://www.nzz.ch/nachrichten/international/thailand_streikaufruf_1.822620.html
    ich denke, dass läuft sich erst warm.

  4. #3
    Avatar von Shuai_ran

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    Re: Streikaufruf in Thailand offenbar kaum befolgt

    IMHO ist die Frage, ob sich die Kosten eines Streiks lohnen.
    Oder mathematisch ausgedrückt:
    Jede Firma/jedes Individuum steht vor folgender Entscheidung: Mitmachen oder nicht mitmachen. Je mehr Leute mitmachen, desto grösser die Wahrscheinlichkeit (P), das Samak aufgibt. Wenn "G" der Gewinn ist und "K" die Kosten für den Streik, dann sieht die Entscheidung folgendermassen aus:

    Falls

    P(Rücktritt / ich nehme an Streik Teil) * (G-K) +
    (1-P(Rücktritt / ich nehme an Streik Teil)) * - K

    Grösser ist als

    P(Rücktritt / ich nehme nicht Teil) * (G) +
    (1-P(Rücktritt / ich nehme nicht Teil)) * 0 (nicht teilnehmen kostet mich nichts)

    Dann nehme ich teil, sonst nicht.


    Daraus zeigt sich, dass wenn die Kosten hoch sind oder wenn mein marginaler Beitrag zur Erhöhung der Wahrscheinlichkeit des Rücktritts klein ist, dann lohnt sich das Trittbrettfahren (also einfach nicht mitmachen und hoffen, dass die anderen genug demonstrieren). Wenn es also N Menschen braucht, um Samak zum Rücktritt zu zwingen und genau N-1 schon auf der Strasse sind, dann werde ich eher mitmachen.

    Das Ganze wird noch verkompliziert wenn meine Teilnahme die Teilnahme anderer beeinflusst - beides ist möglich: Entweder meine Teilnahme animiert andere, auch mitzumachen ODER die anderen denken, wenn er geht, muss ich nicht mehr gehen.

    Ausserdem könnte Samak, falls er die Situation aussitzt, die Teilnehmer später "sanktionieren", was man auch zu den Kosten hinzurechnen müsste.

  5. #4
    Avatar von Loso

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    Re: Streikaufruf in Thailand offenbar kaum befolgt

    Hatte ja schon geschrieben, dass im letzten Wahlkampf ca. 21Mrd. Baht verpulvert wurden, wäre selbst für deutsche Verhältnisse viel. Man kann daraus schliessen, dass für Politik bei Superreichen das Geld locker sitzt, und ein Aussitzen der Vorgänge sehr, sehr lange dauern kann.

    Wenn die PPP-Anhänger Geld [highlight=yellow:4d84c907ed]vor[/highlight:4d84c907ed] der eigentlichen Wahl bekamen, und jetzt das PAD-Völkchen [highlight=yellow:4d84c907ed]während[/highlight:4d84c907ed] ihrer Anwesenheit bei den Demos, dann müssten die Stimmen der gekauften Wahl eigentlich verstummen, wenn man die Demonstranten nicht als gekauft bezeichen soll.

  6. #5
    Bukeo
    Avatar von Bukeo

    Re: Streikaufruf in Thailand offenbar kaum befolgt

    wenn man die Demonstranten nicht als gekauft bezeichen soll
    du kannst das aber nicht vergleichen. Wenn bei Demos sozusagen Auslagen (Verdienstentgang usw) erstattet werden - finde ich das nicht so schlimm, als wenn Wählern Geld angeboten wird, wenn sie das Kreuzchen bei der PPP machen.
    Das ist illegal - bei Demos denke ich nicht.

  7. #6
    Avatar von Shuai_ran

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    Re: Streikaufruf in Thailand offenbar kaum befolgt

    Zitat Zitat von Loso",p="627752
    Wenn die PPP-Anhänger Geld [highlight=yellow:0218cc31ff]vor[/highlight:0218cc31ff] der eigentlichen Wahl bekamen, und jetzt das PAD-Völkchen [highlight=yellow:0218cc31ff]während[/highlight:0218cc31ff] ihrer Anwesenheit bei den Demos, dann müssten die Stimmen der gekauften Wahl eigentlich verstummen, wenn man die Demonstranten nicht als gekauft bezeichen soll.
    Man kann es ja auch so sehen: Demonstrieren verursacht (Opportunitäts-)Kosten. Für einen reichen Menschen ist die Lohneinbusse grösser als z.B. für einen Arbeitslosen/Studenten/Hausfrau. Wenn nun der Reiche dem Arbeitslosen/Studenten/Hausfrau Geld gibt fürs demonstrieren, dann haben wir eine Win-Win Situation: Der reiche muss nicht selber gehen (und riskiert auch keine blutige Rübe) und der Arbeitslosen/Studenten/Hausfrau verdient was.

    Zitat Zitat von Bukeo",p="627775
    du kannst das aber nicht vergleichen. Wenn bei Demos sozusagen Auslagen (Verdienstentgang usw) erstattet werden - finde ich das nicht so schlimm, als wenn Wählern Geld angeboten wird, wenn sie das Kreuzchen bei der PPP machen.
    Das ist illegal - bei Demos denke ich nicht.
    Illegal oder nicht - ob es moralisch richtig ist und ob es mit der Demokratie vereinbar ist, das ist eine andere Frage. Die Frage ist doch: werden wirklich Auslagen vergütet ODER heuern ein paar reiche Leute einen "Mob" an, der für sie das demonstrieren übernimmt?

    Auch die Sache mit dem Stimmenkauf ist heikel. Die Frage ist, was genau ist Stimmenkauf? Die Sache ist klar, wenn jemand Wahlzettel einsammelt/abkauft und sie ausfüllt bzw. den Leuten Geld gibt, wenn er sieht, wo sie das Kreuzchen gemacht haben. Das ist aber ein ziemlicher Aufwand und lässt sich durch ein geeignetes Wahlprozedere (Kreuzchen wird in der Wahlkabine gemacht, niemand darf zusehen) ausschliessen. Einfach Geld/Geschenke ins Volk zu werfen, in der Hoffnung, dass die Leute das Kreuz am "richtigen" Ort machen ist zwar moralisch genau so verwerflich, aber die Erfolgschancen sind geringer - ich habe auch schon auf Lokalpolitischer Ebene (Oboto/Pu Jai Baan/Kam Nan Baan) von Fällen gehört, wo ordentlich Stimmen gekauft wurden, aber nach der Wahl gabs lange Gesichter, weil nicht alle so gewählt hatten, wie versprochen ..
    Viel heikler sind doch Stimmenkäufe in der Form: "Wenn ich gewählt werde, werden die Steuern gesenkt" oder "wenn ich gewählt werde, gibts günstige Kredite für alle" etc.

  8. #7
    Avatar von Pak10

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    Re: Streikaufruf in Thailand offenbar kaum befolgt

    Die Leute wissen doch gar nicht wofuer demonstriert wird... Wie denn auch bei dem politischem Verstaendis und dem Bildungsstand in Thailand? Weg mit den Demonstranten und der Regierung.... Her mit denjenigen die was fuer Thailand und seine Buerger schaffen!

  9. #8
    Avatar von waanjai_2

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    Re: Streikaufruf in Thailand offenbar kaum befolgt

    Zitat Zitat von Shuai_ran",p="627793
    Auch die Sache mit dem Stimmenkauf ist heikel. Die Frage ist, was genau ist Stimmenkauf? Die Sache ist klar, wenn jemand Wahlzettel einsammelt/abkauft und sie ausfüllt bzw. den Leuten Geld gibt, wenn er sieht, wo sie das Kreuzchen gemacht haben. Das ist aber ein ziemlicher Aufwand und lässt sich durch ein geeignetes Wahlprozedere (Kreuzchen wird in der Wahlkabine gemacht, niemand darf zusehen) ausschliessen. Einfach Geld/Geschenke ins Volk zu werfen, in der Hoffnung, dass die Leute das Kreuz am "richtigen" Ort machen ist zwar moralisch genau so verwerflich, aber die Erfolgschancen sind geringer - ich habe auch schon auf Lokalpolitischer Ebene (Oboto/Pu Jai Baan/Kam Nan Baan) von Fällen gehört, wo ordentlich Stimmen gekauft wurden, aber nach der Wahl gabs lange Gesichter, weil nicht alle so gewählt hatten, wie versprochen ..
    Viel heikler sind doch Stimmenkäufe in der Form: "Wenn ich gewählt werde, werden die Steuern gesenkt" oder "wenn ich gewählt werde, gibts günstige Kredite für alle" etc.
    Die Thais sind bei diesem Thema wirklich an die Grenze zum Wahnsinn gegangen - und keiner hat es wohl mitbekommen. So auf der Seite der stets gut informierten ausländischen Journalisten.

    Die EC hat bei der letzten Parlamentswahl auch dafür gelbe Karten verteilt, wenn den Wahlhelfern nachgewiesen werden konnte, dass die mehrere Leute per Pick-Up zur Wahlurne gebracht haben.
    Das kennen wir ja aus Deutschland aller bestens. Da ist es ja eine reine Selbstverständlichkeit, wenn die Insassen vom katholischen Altersheim vom Priester, dem CSU-nahen Küster etc. zu den Wahlkabinen kutschiert werden um ihre Stimme - hoffentlich für die Richtigen, aber da hat man ja schon letzte Woche beim Verlesen des Hirtenbriefes drüber gesprochen, gelle - abzugeben.

    Für gebildete Thais sind die deutschen Gewohnheiten so etwas von Wahlbetrug. Nicht nur nachgewiesener, nein sogar eingestandener. :-)

  10. #9
    Avatar von x-pat

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    Re: Streikaufruf in Thailand offenbar kaum befolgt

    Zitat Zitat von Shuai_ran",p="627793
    Viel heikler sind doch Stimmenkäufe in der Form: "Wenn ich gewählt werde, werden die Steuern gesenkt" oder "wenn ich gewählt werde, gibts günstige Kredite für alle" etc.
    Genau. Und so wird es auch meistens gemacht. Es wird eine Quota Reglung mit dem Kamnan (Dorfvorsteher) verabredet. Für eine bestimmte Anzahl Soll Stimmen erhält die Kommune später eine bestimmte "Förderungssumme" von der Regierungspartei, bzw. Aufträge. Natürlich wird auch vor der Wahl Bares verteilt. Bei der letzten Wahl im Dezember hörte man, dass einigen Banken die Banknoten ausgegangen sind. Es ist bisher nicht illegal am Wahltag große Beträge in kleinen Scheinen abzuheben, denn schließlich gibt es ja nur "kleine" Banknoten in Thailand. Vielleicht könnte man das Problem schon ein wenig eindämmen indem die Nationalbank 5.000 und 10.0000 THB Banknoten ausgibt. Ist sowieso längst überfällig.

    Cheers, X-Pat

  11. #10
    Avatar von Loso

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    Re: Streikaufruf in Thailand offenbar kaum befolgt

    Die Korruption durchzieht doch alle Bereiche des Lebens, wie will man da einzelne Aspekte ausklammern. So exemplarische Fälle wie vor einem Monat in Nakhon Sri Thammarat mit dem Mord am zu investigativem Journalisten müsste man von Bangkok aus aufklären, und nicht durch abhängige Provinzpolizisten versanden lassen. Damit wenigstens noch über Korruption berichtet werden könnte, statt vor Angst die Schere im Kopf zu haben. Im Übrigen habe ich zur Wahlbestechung einen interessanten Kommentar gefunden, der letzte Satz:
    The bleating about vote-buying and patronage politics is [highlight=yellow:3e4906ebe3]simply an attempt to undermine electoral democracy because it seems to be working.[/highlight:3e4906ebe3]
    Quelle

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