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Stanley Van Tha: Ausgeschaffter Burmese ist wieder in der Sc

Erstellt von Shuai_ran, 08.01.2008, 16:28 Uhr · 3 Antworten · 475 Aufrufe

  1. #1
    Avatar von Shuai_ran

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    Stanley Van Tha: Ausgeschaffter Burmese ist wieder in der Sc

    Der Burmese Stanley Van Tha wurde 2004 aus der Schweiz ausgeschafft, weil sein Asylgesuch abgelehnt wurde. Begründung: Er hat nicht glaubhaft beweisen können, dass er ein politischer Flüchtling ist. In einem Dokumentarfilm sagte ein Beamter aus, Stanley Van Tha habe nicht den Eindruck vermittelt, dass er politisch interessiert sei. Resultat: Verhaftung und 19 Jahre Knast sofort nach dem er in Rangung angekommen war.
    Immerhin wurden danach die Rückschaffungen nach Burma sistiert.
    Am 15 November 2007 ist er glücklicherweise frühzeitig aus der Haft entlassen worden und ist am letzten Samstag in Zürich gelandet.
    http://www.20min.ch/news/schweiz/story/11031062


    Zu einer Entschuldigung konnte sich die zuständigen Behörden aber nicht durchringen:
    http://www.20min.ch/news/schweiz/story/10656415

    Hier findet sich das Dossier des Schweizer Fernsehens:
    http://www.sf.tv/suche.php?q=stanley+van+tha

  2.  
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  3. #2
    Avatar von maphrao

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    Re: Stanley Van Tha: Ausgeschaffter Burmese ist wieder in de

    Eine typische Geschichte, die wirklich kriminellen weist man nie aus, aber ein offensichtlich politisch verfolgter wird ausgewiesen. So oder ähnlich hätte es sich auch in Deutschland abspielen können.

  4. #3
    Avatar von Thaibär

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    Re: Stanley Van Tha: Ausgeschaffter Burmese ist wieder in de

    Der despotische Justizminister, welcher damals die politische Verantwortung für diesen menschenunwürdigen Akt trug, wurde am 12. Dezember abgewählt. Jetzt hat er Zeit, für eine Privatreise nach Burma, um sich dort ein Bild der Verhältnisse machen zu können.....

  5. #4
    Avatar von Shuai_ran

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    Re: Stanley Van Tha: Ausgeschaffter Burmese ist wieder in de

    Das ganze ist wirklich ein trauriger Fall, ich bin aber froh, dass Stanley nun nach 4 langen Jahren, die er unter menschenunwürdigen Bedingungen wie Folter, Mangelernährung und Verweigerung von medizinischer Hilfe UNSCHULDIG im Gefängnis gesessen hat endlich in Sicherheit und mit seiner Familie (Frau und 5-Jähriger Sohn) vereint ist. Ich denke nicht, dass sein Gesuch erneut abgelehnt wird.
    Der Fall ist eine Schande für die Schweiz und es gibt wohl noch einige ähnliche Fälle, nicht unbedingt mit Burmesen, auch mit anderen Nationalitäten.
    Besonder traurig ist, dass man auch 2003 hätte wissen können, wie die Situation in Burma ist - die Generäle sind ja nicht erst seit vorgestern an der Macht. Stanley ist zudem Angehöriger einer (christlichen) ethnischen Minderheit, wohl ähnlich wie die Bergvölker in TH, und von daher war er schon durch seine Herkunft akut bedroht. Die Filmproduzentin Irene Marty, die auch die Doku über Stanleys Auschaffung gedreht hat, hat bereits im Jahre 2003 eine Reportage über Burma (Im Schatten der Pagoden) gedreht:

    Der Film handle, so schrieb die Autorin „von denen, über die sonst niemand redet. Der Film führt zu den rund 15 Millionen von der Militärjunta vertriebenen und verfolgten Menschen ethnischer Minderheiten, die - wenn sie die burmesische Staatssprache nicht sprechen - erschossen werden dürfen.“ Und weiter: Das wundervolle Land der Buddhisten-Klöster und Pagoden ist in Wahrheit das grauenvolle Land des längsten Bürgerkrieges der Welt, des Terrors durch die Militär-Junta, der Plünderungen, ..............en, Verschleppungen, Zwangsrekrutierungen, Folter, Zwangsarbeit, Drogen, der totalen Ueberwachung und Kontrolle, des Leidens, der Angst, des Schweigens und des Todes.“
    Die Behörden lehnten sein Gesuch u.a. ab, weil er nicht den Eindruck eines politischen Aktivisten machte und weil er über einen gültigen Pass verfügte (Argument: Wenn er verfolgt worden wäre, warum hätte man ihm dann einen Pass ausgestellt) - den Pass hatte er sich auf dem Schwarzmarkt besorgt. In Burma wurde er dann u.a. wegen Passfälschung verurteilt.

    Er wurde, weil er nicht freiwillig ausreisen wollte, an einen Rollstuhl gefesselt und geknebelt ausgeschafft - zur Zeit wird auch darüber diskutiert, ob in Zukunft Elektroschoker (Taser) zum Einsatz kommen sollen

    Wenn ich mir nur vorstelle, wie viel die Auschaffung in Begleitung zweier Polizisten gekostet hat, dann frage ich mich, ob es nicht gleich billiger gekommen wäre, in hier zu behalten, zumal er sicher bereit war, falls möglich einer Arbeit nachzugehen. Man hätte mit dem Geld z.B. auch das Leid der Burmesischen Flüchtlinge in TH lindern können und damit dem Ruf der humanitären Schweiz entsprechen können. (immerhin hat die Schweiz real ein 4 mal höheres BIP/Kopf als TH, nominal ist es gar 17 mal höher)

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