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Soe Aung hat ausgeträumt

Erstellt von Rene, 19.04.2007, 15:50 Uhr · 40 Antworten · 2.020 Aufrufe

  1. #1
    Rene
    Avatar von Rene

    Soe Aung hat ausgeträumt

    Eine Reportage von Michael Heine in der TAZ

    Ein Bericht der betroffen macht :-(

    René

  2.  
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  3. #2
    Avatar von Loso

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    Re: Soe Aung hat ausgeträumt

    Mach mich mal neugierig. Habe keine Lust etwas anzuklicken ohne zu wissen worum´s geht.

  4. #3
    Avatar von DisainaM

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    Re: Soe Aung hat ausgeträumt

    Seit bekannt ist, dass Soe Aung HIV-positiv ist und zusätzlich an der hochansteckenden Tuberkulose leidet, sieht man ihn nicht mehr gern hier.

    Überhaupt wollen nur wenige im Dorf noch etwas mit ihm oder seiner Familie zu tun haben, erzählt er. So ist der Gang zur örtlichen "Ärzte ohne Grenzen"-Klinik einer der wenigen Anlässe für Soe, seinen stickig-feuchten Betonverschlag zu verlassen.

    Aber Soe Aung beklagt sich nicht. Das Leben hier in Tablamu ist zwar hart, aber es ist allemal besser als in seiner birmanischen Heimat Tavoy. Dort hatte er nichts - außer Angst vor dem Terror und der Willkür der Militärjunta von Myanmar, die sich Staatsrat für Frieden und Entwicklung nennt. Regelmäßig tauchten die Soldaten bei ihm auf, um ihn abzukassieren, "obwohl ich nicht mal Arbeit hatte", erzählt Soe, während er die vermüllte Böschung vor seiner Hütte passiert, die eine Affenhorde eifrig nach Essbarem durchstöbert. Soe Aung erzählt von seiner großen Furcht, die er damals hatte, zwangsrekrutiert zu werden. Vor zehn Jahren hielt er es nicht mehr aus. Er beschloss, ins benachbarte Thailand zu fliehen. "Alle sagten, dass dort das gute Leben sei: Arbeit, Essen und Vergnügen."

    Drei Tage lang war er unterwegs. Mit dem Boot, per Lastwagen und zu Fuß. 10.000 Kyat, etwa 1.300 Euro, musste er an die Schleuser zahlen, bis er schließlich das gelobte Land erreicht hatte. Es war sein gesamtes Vermögen.
    illegale haben überall auf der Welt ein schweres Schicksal,

    wer jedoch in einem buddhistischen Land ein Zeichen einer Schicksalsbestrafung zeigt,

    also .............., Krankheit, Verstümmelung,
    wer also nun die Quittung für seine schlechten Taten aus diesem oder dem vorherigen Leben bekommt,

    ist halt das Gegenteil von einem Glücksbringer,

    was bedeutet, wer sich zulange bei solchen Menschen aufhält,
    dass man sagen könnte,
    er hat eine Gemeinschaft mit ihm geschlossen,

    der erhält aus dem Gemeinschaftsprinzip des Schicksals auch eine Portion Pech.

    Der Farang soll sich später dann nicht beklagen, wenn er plätzlich mit Hautkrebs, oder einem anderen Problem konfrontiert wird,
    denn er wollte sich ja in die Nähe eines vom Schicksal Aussetzigen begeben.

    Thais bemühen sich eher, es zu schaffen, in der Nähe von Glücksbringern zu kommen,
    in der Hoffnung, dass das beseelte Glück von diesem Menschen zu ihnen überspringt.

    Für soziale Arbeiten mit Gezeichneten ist für Thais undenkbar,
    denn es wäre egoistisch, soetwas zu machen, und möglicherweise Pech einzusammeln, wofür später seine gesamte Familie in die Schicksalshaftung genommen wird.

    Aus diesem Schicksalshaftungsprinzip der Familie, kann ein Thai nur das machen,
    was er zum Wohl seiner Familie verantworten kann.

    Nur weil die Menschen aus der Farangkultur geistig-mental blockiert sind, und ihre Entwicklung aus dem vorherigen Leben nicht kennen,
    muß man sich von ihrem verminderten Realitätsverständniss über die Ursache und Wirkung von Schicksalsschlägen und Glückssträhnen,
    nicht von ihrem Weltbild beeinflussen lassen.

  5. #4
    Rene
    Avatar von Rene

    Re: Soe Aung hat ausgeträumt

    Zitat Zitat von Loso",p="472233
    Mach mich mal neugierig. Habe keine Lust etwas anzuklicken ohne zu wissen worum´s geht.
    Selber lesen, tut nicht weh.

    René

  6. #5
    Avatar von Mr_Luk

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    Re: Soe Aung hat ausgeträumt

    Zitat Zitat von DisainaM",p="472243
    wer jedoch in einem buddhistischen Land ein Zeichen einer Schicksalsbestrafung zeigt,

    also .............., Krankheit, Verstümmelung,
    wer also nun die Quittung für seine schlechten Taten aus diesem oder dem vorherigen Leben bekommt,

    ist halt das Gegenteil von einem Glücksbringer,

    was bedeutet, wer sich zulange bei solchen Menschen aufhält,
    dass man sagen könnte,
    er hat eine Gemeinschaft mit ihm geschlossen,

    der erhält aus dem Gemeinschaftsprinzip des Schicksals auch eine Portion Pech.
    Das ist ein ziemlich perfides Klischee, das du bereits des öfftere benutzt hast. Solche Umstände kämen nicht etwa von einem "buddhistischen Land", sondern wären eine verzerrte Wahrnehmung der Karmalehre, ohne die für Buddhisten unerlässliche Toleranz und Mitgefühl, sprich Kompassion. Solche detailierten Interprätationen, mit derart spitzfindigen Spekulationen mag es ausser bei dir bei Niemandem sonst geben!

    Man braucht aber weder solch verzerrten "sozialen Algorithmen" noch religiöse Myten heranzuziehen, um zu verstehen, dass auch in Thailand Niemand, bzw. nur extrem sozial engagierte und geschulte Leute, etwas mit todkranken Leuten, die in kleinen Betonbunkern zusammengepfercht dahinsichen - und zudem aus einem "alten Feindland" stammen - zu tun haben will!!!

    Aus buddhistischer Sicht sähe es viel eher so aus, dass diese Zustände eine komplexe Interaktion aller 'Beteiligten', - von Opfer bis "Bystander" und von allen Herren und Knechten ist. Karma ist nicht das Produkt des Einzelnen, sondern stets eine "Coproduktion" aller, direkt Beteiligten und sogar inklusive der scheinbar Unbeteilligten!

    So z.B. auch der (zumeist ahnungslosen) Touristen aus dem Artikel, die durch den unwiederstehlichen Geruch vom gegrillten Fisch aus ihren eher süssen Träumen am Strand geweckt werden. Auch wenn sie es nicht wissen oder wahrhaben wollen, sie haben sehr wohl mit den desolaten Um- und Zuständen zu tun. Auch wenn man diesen Zusammenhang auf viele verschiedenen Arten argumentativ beweisen oder widerlegen, unterstreichen oder herabsetzten könnte, sie sind da und sie sind ein Teil des kontrastreichen und unschönen Bildes - und sie sind ein Teil der Geschichte.

  7. #6
    Sioux
    Avatar von Sioux

    Re: Soe Aung hat ausgeträumt

    Zitat Zitat von Mr_Luk",p="472349
    So z.B. auch der (zumeist ahnungslosen) Touristen aus dem Artikel, die durch den unwiederstehlichen Geruch vom gegrillten Fisch aus ihren eher süssen Träumen am Strand geweckt werden. Auch wenn sie es nicht wissen oder wahrhaben wollen, sie haben sehr wohl mit den desolaten Um- und Zuständen zu tun. Auch wenn man diesen Zusammenhang auf viele verschiedenen Arten argumentativ beweisen oder widerlegen, unterstreichen oder herabsetzten könnte, sie sind da und sie sind ein Teil des kontrastreichen und unschönen Bildes - und sie sind ein Teil der Geschichte.
    Genau die Herausarbeitung dieses Zusammenhangs hat mich an dem Artikel fasziniert. Sehr gut geschrieben. Grosses Kompliment an den Autor. Die wenigsten Touristen sind aber auch an solchen Zusammenhaengen interessiert. Wer will sich schon aus seiner heilen Urlaubswelt reisen lassen?

    Die Geschichte macht unheimlich traurig. Vor allem auch, da es kaum eine Aussicht auf Besserung gibt, im Gegenteil.

    Sioux

  8. #7
    Avatar von franki

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    Re: Soe Aung hat ausgeträumt

    Ich denke mal das durch die Touristen wenigstens der eine oder andere in Thailand lebende Burmese direkt oder indirekt sein bescheidenes Auskommen findet. Das gilt auch für die im Vergleich zu Thailand sehr wenigen Touristen, die Burma bereisen. Also ich wüßte nicht, warum ich als Tourist da ein schlechtes Gewissen haben sollte. Richtig schlimm gehts vor allem dort zu, wo gar keine Touristen hinkommen, beispielsweise im Kongo oder im Sudan.

    Zumindest eine (vielleicht die einzige konkrete) Angabe in dem Artikel ist falsch. 10000 Kyat sind nicht 1300 Euro, das sind ca. 6,50 Euro.

    Gruß von Franki.

  9. #8
    Avatar von Mr_Luk

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    Re: Soe Aung hat ausgeträumt

    Zitat Zitat von franki",p="472392
    Ich denke mal das durch die Touristen wenigstens der eine oder andere in Thailand lebende Burmese direkt oder indirekt sein bescheidenes Auskommen findet. Das gilt auch für die im Vergleich zu Thailand sehr wenigen Touristen, die Burma bereisen. Also ich wüßte nicht, warum ich als Tourist da ein schlechtes Gewissen haben sollte.
    Franki, wenn dir das- plus der Hinweis auf einen Rechenfehler als Rechtfertigung und für ein gutes Gewissen ausreichen, nur zu! Wäre es nicht noch besser, solche Artikel zu zensieren um dem einen oder Anderen den Urlaubspass nicht doch noch zu vereiteln? Nur nicht an die Misere der Anderen denken!

    Aber die simple Rechenaufgabe, dass der gegrillte Fisch, das Büffet, die Bootsfahrten, der Zimmerservice und letztendlich quasi die ganze Enchilada doppelt so teuer kommen würde, wenn es keine Buramesen dort gäbe (die die Drecksarbeit für Hungerlöhne machen-, und die erbärmlichen Lebensumstände hinnehmen müssten) - kommt dir nicht einmal in den Sinn, oder?

  10. #9
    Avatar von songthaeo

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    Re: Soe Aung hat ausgeträumt

    Vielleicht kann Tomtom24 auch noch aushelfen?
    Mancher Burmese, der hier schwarz arbeitet, erhaelt zwischen fuenfzig und einhundert Thaibath , pro Tag.

  11. #10
    Avatar von Merzer

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    Re: Soe Aung hat ausgeträumt

    Zitat aus dem Artikel:

    "Soe Aungs Vergnügen beschränkte sich auf Sauf- und Drogengelage mit seinen Fischerkollegen sowie gelegentliche Puffbesuche - wenn das Geld dafür reichte. Irgendwann erwischte ihn die Polizei beim Fixen, er ging sieben Monate in den Knast. Dort, mutmaßt er heute, muss er sich an einer gebrauchten Nadel mit HIV infiziert haben."

    Weil jetzt jemand Heroin spritzt und sich dabei infiziert (oder bei 5ex mit Prostitiuierten), müssen die Touristen ein "schlechtes Gewissen" haben?

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