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schleichende Verdummung

Erstellt von thurien, 22.07.2006, 02:38 Uhr · 45 Antworten · 1.856 Aufrufe

  1. #41
    Avatar von x-pat

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    Re: schleichende Verdummung

    Lamai: Den Thais einen minderen IQ zu unterstellen, grenzt an Rassismus...

    Keineswegs. Das beruht tatsächlich auf Messungen, die im größeren Rahmen durchgeführt werden. Solche Messungen werden in regelmäßigen Abständen gemacht. Das ist durchaus ein ernstzunehmender Indikator, dass es hier ein Bildungsproblem gibt, obwohl wie ich schon sagte die IQ Messungen selbst wegen potentieller Verzerrungen mit einer Prise Salz zu genießen sind. Allerdings ist eine Mittelwert von 88 schon recht dramatisch. Man sollte dem Minister daher schon ein wenig Gehör schenken.

    Serge sprach den EQ an und vermutete, dass die Thailänder in dem Bereich wahrscheinlich höhere Werte erzielen würden. Ich teile diese Meinung. Allerdings halte ich EQ Messungen für noch problematischer und unpräziser als IQ Messungen. Wiegesagt bietet der g-Faktor eine viel bessere Metrik, die auch multiple Intelligenzen einschließt, aber der ist aufwendig (sprich teuer) zu messen.

    guenny: die Sprache in LOS ist sehr bildhaft, aber sehr einfach und kommt dem nahe was man hier manchmal als Babysprache bezeichnet

    Naja, als Babysprache würde ich das Thailändische nicht bezeichnen; das klingt vielleicht ein wenig herablassend und ist linguistisch auch nicht ganz korrekt. Die Sprache ist wie viele asiatische Sprachen aus bildhaften Symbolen aufgebaut, die Morpheme sind kurz, einsilbig, nicht flexiv, der Satzbau ist simpel und spielt für die Semantik eine untergeordnete Rolle, Zeit und Raum Relationen werden völlig vernachlässigt, die Struktur der Sprache bietet daher nicht viel Ausdruckskraft. Die Ausdruckskraft kommt alleine aus dem Wortschatz, d.h. durch Homonyme, Synonyme, Wortpaare, und Wortspiele.

    Lamai: Wäre ja auch etwas eigenartig, wenn 2 Deutsche sich, ob nun in Thailand oder in Deutschland, auf Englisch unterhalten, oder ?

    Du wirst lachen, aber das passiert mir sehr häufig, und zwar immer dann, wenn man in einer internationalen Gesellschaft ist wo Englisch gesprochen wird. Ich vergesse dann ab und zu -auch im Face-to-face Gespräch mit Deutschen auf einer Party- wieder auf Germanisch umzuschalten. Ich hatte das selbe Problem auch bei einem längeren Aufenthalt in Spanien, wo ich gezwungen war Monate lang nur Spanisch zu reden. Das Gehirn ist eben ein bischen träge.

    Was die englische Sprachgewandheit der Deutschen angeht, spielt sowohl die Generation als auch die Bildung eine Rolle. Die Älteren aus dem Osten sprechen vermutlich besser Russisch als Englisch. Die Jüngeren sprechen meist recht gut Englisch, wenn sie nicht gerade die Hauptschule nach der 7ten geschmissen haben. Ich habe den Eindruck, dass wir im Vergleich mit anderen Nationen gar nicht so schlecht dastehen. Es gibt natürlich peinliche Ausnahmen, wozu auch ehemalige Bundeskanzler zählen.

    Einen besonders krassen Fall habe ich einmal in einem thailändischen Strandhotel gesehen, wo ein deutscher Tourist in Badehose den Speisesaal betrat (Fauxpas 1), und den Kellner (auf Deutsch) nach Kuchen fragte, dabei mit dem Finger auf Leute zeigte die Kuchen essen (Fauxpas 2), und als der Kellner dies nicht verstand dann laut nach Kuchen brüllte (Fauxpas 3) und dabei Schaufelbewegungen in den Mund machte. Lustigerweise hatte der Mann eine gewisse äußere Ähnlichkeit mit Gerhard Polt.

    Cheers, X-Pat

  2.  
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  3. #42
    Avatar von sunnyboy

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    Re: schleichende Verdummung

    Ich würde die Wertigkeit eines Schulsystems nicht umbedingt an den erlernten bzw. vergessenen Fremdsprachen festmachen wollen. Ich denke schon, dass der Sprachunterricht in Deutschland (Hauptschule vielleicht ausgenommen - mit der Schulform kenne ich mich nicht aus) nicht so schlecht ist.
    Was passiert ?

    Die Leute kommen von der Schule brauchen die gelernten Fremdsprachen im Alltag nicht und verlernen sie ganz einfach. Durch die Globalisierung werden selbst von Azubis Fremdsprachenkenntnisse verlangt. Diese werden auch im ausreichenden Maße erbracht. Das Manko sehe ich eher in der Allgemeinbildung, da tuen sich teilweise regelrechte Abgründe auf.

    Aber sprechen wir nicht vom thailändischen Schulsystem ?

    Gruß Sunnyboy
    (der im Urlaub auch gerne Deutsch spricht, wenn er sich tagelang nur auf Englisch unterhalten hat )

  4. #43
    big_cloud
    Avatar von big_cloud

    Re: schleichende Verdummung

    @Sunnyboy
    Ich bin Hauptschueler und schaeme mich dessen nicht
    hab zwar vieles auf die Ochsentour lernen muessen aber das lehrt fuers Leben

    Liebe Gruesse
    der
    Lothar aus Lembeck

  5. #44
    Avatar von sunnyboy

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    Re: schleichende Verdummung

    Ich bin Hauptschueler und schaeme mich dessen nicht
    , warum auch . Sagte nur das ich die Hauptschule nicht einschätzen kann , halt noch nie besucht.
    Ein guter Kumpel von mir hat erst Hauptschule, dann Realschule, dann FOS und Studium gemacht und andere eignen es sich in der Praxis an. Viele Wege können zum Ziel führen .

    Gruß Sunnyboy

  6. #45
    Avatar von juthamat

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    Re: schleichende Verdummung

    Bei den IQ-Tests die ich kenne,wird weniger die Bildung,das Allgemeinwissen abgefragt,sondern mehr die Fähigkeit zum logischem Denken.Bei meinem Stiefsohn"thread-was tun mit Stiefsohn?"bescheinigte ihm ein Psychologe nach einem Logik-IQ test einen IQ von etwa 120-eher über dem durchschnitt.Würde man jetzt seinen Bildungsstand,sein Allgemeinwissen,seine soziale Intelligenz testen-das Ergebnis wäre eine Ktastrophe,mit 17 Jahren,seit 3,5 Jahren in D:,wäre dies wahrscheinlich der Stand eines 10-12 jährigen.Ist ein IQ-Faktor nicht eher eine Aussage über die Leistungsfähigkeit eines Menschen und nicht ein Gradmesser für seine Bildung?das würde dann aber bedeuten,das thailänder nicht nur eine niedrigere Bildung haben(was wohl niemand abstreiten dürfte)sondern das ihr Denkvermögen niedriger ist als bei anderen Nationen,genetisch oder entwicklungsmässig bedingt.ich bin kein Psychologe-wenn ich das falsch sehe,belehrt mich eines Besseren.

  7. #46
    Avatar von x-pat

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    Re: schleichende Verdummung

    juthamat: Bei den IQ-Tests die ich kenne,wird weniger die Bildung,das Allgemeinwissen abgefragt,sondern mehr die Fähigkeit zum logischem Denken.

    Ja, das ist fast richtig. Was bei den klassischen normierten IQ Tests getestet wird sind im Prinzip drei verschiedene Intellligenzen: numerische Intelligenz, verbale Inteligenz, und räumlich-figürliche Intelligenz. Implizit werden auch Dinge wie Sprachverständnis, Kurzzeitgedächtnis, und Logik getestet. Da diese Tests auf Symbole und Sprache beruhen, muß man besonders darauf achten, dass es bei diesen Symbolen keine kulturellen Verzerrungen gibt. Ein Test für englische Muttersprachler eignet sich z.B. nicht für deutsche Muttersprachler.

    Darüberhinaus kann man die Testergebnisse dramatisch mit Übung verbessern. Wenn man also vor der Messung einige IQ Tests zur Übung ausführt, werden die Ergebnisse in der Regel besser. Ich vermute das das schlechte Abschneiden der Thai Schulkinder auf zwei Dinge zurückzuführen ist: erstens ein Mangel an Übung in logischen, numerischen, sprachlichen Aufgaben, und zweitens kulturelle Faktoren, in der Hauptsache die Abwesenheit von intellektueller Stimulation im Unterricht.

    Genetische Abweichungen halte ich für unwahrscheinlich.

    Cheers, X-Pat

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