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Mönche wollen Buddhismus zu Staatsreligion machen !

Erstellt von Conny Cha, 28.06.2005, 09:46 Uhr · 37 Antworten · 1.717 Aufrufe

  1. #31
    Avatar von Mr_Luk

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    Re: Mönche wollen Buddhismus zu Staatsreligion machen !

    @mipooh,

    Deshalb muss Religion immer wieder neu gefunden werden. Nicht nur alle paar tausend Jahre, sondern immer, von jedem Einzelnen. Religion ist nicht, was in Kirchen oder Tempeln stattfindet, sondern das was Dir geschieht, wenn Du in Dein eigenes Herz schaust.
    Da bastelst du aber gerade an einem ausgewachsenen Paradox...

    Bist jetzt nicht du es der die Sache kompliziert macht, anstelle sie zu reduzieren? Nach deiner Darstellung bräuchte man "Religion" ja gar nicht mehr, weder die "Chose" an sich, noch den Begriff! Redest du da nicht etwa von spiritueller Emanzipation und Selbstfindung?

  2.  
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  3. #32
    Avatar von Taoman

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    Re: Mönche wollen Buddhismus zu Staatsreligion machen !

    Wenn wir sehen, was in der Welt vor sich geht, beginnen wir zu verstehen, daß es keinen äußeren und inneren Prozeß, sondern nur einen einheitlichen Prozeß gibt, eine alles umfassende Bewegung, wobei die innere Bewegung sich im Äußeren darstellt und die äußere wiederum auf das Innere zurückwirkt. Fähig zu sein, darauf hinzuschauen - das allein scheint mir notwendig zu sein; denn wenn wir wissen, wie zu schauen ist, dann wird alles ganz klar, und zum Hinsehen bedarf es keiner Philosophie, keines Lehrers, niemand braucht Ihnen zu sagen, wie Sie schauen sollen. Sie schauen eben. Wenn Sie nun das ganze Bild vor Augen haben, es wirklich sehen - nicht nur sagen, daß Sie es sehen -, können Sie sich dann mühelos und spontan verwandeln? Das ist das eigentliche Problem. Ist es möglich, eine vollkommene Revolution in der Seele hervorzubringen?

    Ich möchte wissen, wie Sie auf eine solche Frage reagieren. Sie mögen sagen, »Ich wünsche mich nicht zu verändern«, und die meisten Menschen wollen es auch nicht. Besonders diejenigen sind einer Veränderung abgeneigt, die in sozialer und wirtschaftlicher Hinsicht einigermaßen gesichert leben oder die an dogmatischen Vorstellungen festhalten oder bereit sind, sich und die Dinge so zu nehmen, wie sie sind, vielleicht in einer etwas abgewandelten Form.
    Oder Sie mögen sich etwas subtiler ausdrücken : »Es tut mir leid, es ist zu schwierig, es ist nichts für mich.« In diesem Falle haben Sie sich bereits blockiert und haben aufgehört zu forschen, und es wird zwecklos sein, weiterzugehen. Oder Sie mögen sonst noch sagen, »Ich sehe die Notwendigkeit einer fundamentalen inneren Verwandlung ein, wie aber soll ich sie zustande bringen?
    Zeigen Sie mir bitte den Weg, verhelfen Sie mir dazu.« Wenn Sie so reden, dann hat das, womit Sie sich befassen, nichts mit wirklicher Verwandlung zu tun. Dann sind Sie nicht an einer grundlegenden Revolution interessiert; Sie suchen nur nach einer Methode, einem System, das Ihnen zur Verwandlung helfen soll.

    Wenn ich töricht genug wäre, Ihnen ein System zu geben, und wenn Sie unklug genug wären, sich danach zu richten, würden Sie nur kopieren, nachahmen, sich anpassen, billigen. Wenn Sie das aber tun, haben Sie die Autorität eines anderen in sich aufgerichtet, und daraus entsteht der Konflikt zwischen Ihnen und der Autorität. Sie glauben, dieses oder jenes tun zu müssen, weil man es Ihnen gesagt hat, und doch sind Sie unfähig, es zu tun. Sie haben Ihre besonderen persönlichen Neigungen, Absichten und Nöte, die zu dem System, dem Sie glauben folgen zu müssen, im Gegensatz stehen, und daraus entwickelt sich folglich ein Widerspruch. So werden Sie ein zwiespältiges Leben zwischen der Ideologie des Systems und der Wirklichkeit Ihres täglichen Lebens führen. In dem Versuch, sich mit der Ideologie in Einklang zu bringen, unterdrücken Sie sich, während die eigentliche Wahrheit nicht in der Ideologie steckt, sondern in dem, was Sie tatsächlich sind. Wenn Sie versuchen sich zu erforschen und sich dabei nach einem anderen ausrichten, werden Sie immer ein Mensch bleiben, der aus zweiter Hand lebt.

    Ein Mensch, der sagt, »Ich wünsche mich zu verwandeln; sage mir, wie ich es tun soll.«, scheint sehr aufrichtig zu sein, es sehr ernst zu nehmen, aber er ist es nicht. Er verlangt nach einer Autorität, von der er hofft, daß sie ihm zur inneren Ordnung verhelfe. Aber kann Autorität jemals innere Ordnung erzeugen?

    Ordnung, die von außen auferlegt wird, muß immer Unordnung schaffen. Sie mögen diese Wahrheit mit dem Verstand begreifen, aber können Sie sie wirklich anwenden, so daß für Ihren Geist keine Autorität mehr in Betracht kommt, nicht die Autorität eines Buches, eines Lehrers, der Ehefrau oder des Ehemannes, der Eltern, eines Freundes oder der Gesellschaft? Da wir immer schablonenhaft nach einer Formel gelebt haben, wird die Formel zur Ideologie und zur Autorität. Aber in dem Augenblick, da Sie wirklich erkennen, daß die Frage »Wie kann ich mich verwandeln?« eine neue Autorität schafft, sind Sie mit der Autorität für immer fertig.

    Lassen Sie es uns noch einmal klar und deutlich sagen: Ich sehe ein, daß ich mich vollkommen, bis in die Wurzel meines Seins verwandeln muß. Ich kann nicht länger von irgendeiner Tradition abhängen, denn die Tradition hat diese ungeheure Trägheit, Unterwerfung und Abhängigkeit geschaffen. Ich kann auf keinen Fall von einem anderen Hilfe erwarten, um mich zu verwandeln - von keinem Lehrer, keinem Gott, keinem Glaubenssatz oder System, keinem äußeren Zwang oder Einfluß.

    Was geschieht dann ? Vor allen Dingen: können Sie jede Autorität ablehnen? Wenn Sie es können, bedeutet es, daß Sie sich nicht länger fürchten. Was ereignet sich dann? Wenn Sie etwas Falsches, das Sie seit Generationen mit sich herumgeschleppt haben, verwerfen, wenn Sie irgendeine Last abwerfen, was geschieht dann? Dann haben Sie mehr Energie, nicht wahr? Dann haben Sie eine größere Leistungsfähigkeit, mehr Schwung, eine größere Intensität und Vitalität. Wenn Sie das nicht empfinden, dann haben Sie sich nicht von der Last befreit, dann haben Sie das tote Gewicht der Autorität nicht abgeworfen.

    Aber wenn Sie sie abgeschüttelt haben und damit die Energie besitzen, in der es keinerlei Furcht mehr gibt - keine Furcht davor, einen Fehler zu machen, richtig oder falsch zu handeln - ist nicht dann diese Energie selbst die Umwandlung? Wir brauchen ein gewaltiges Ausmaß an Energie, und wir verschwenden sie durch die Furcht.

    Doch wenn die Energie vorhanden ist, die dadurch entsteht, daß jede Furcht abgeworfen wurde, bringt diese Energie selbst die radikale innere Revolution bervor. Wir haben dazu nichts zu tun. Sie sind sich also selbst überlassen. In diesem Zustand befindet sich tatsächlich der Mensch, dem es ernsthaft um diese Dinge zu tun ist. Und da Sie nicht länger von irgend jemandem oder irgend etwas Hilfe erwarten, sind Sie bereits frei, um zu entdecken. Und wo Freiheit ist, ist Energie, wo Freiheit ist, kann nichts mehr falsch getan werden. Freiheit ist etwas ganz anderes als Revolte. In der Freiheit gibt es kein rechtes oder unrechtes Tun mehr. Sie sind frei, und von diesem Zentrum aus handeln Sie; daher gibt es keine Furcht mehr, und ein Mensch, der keine Furcht hat, ist großer Liebe fähig. Und der wahrhaft Liebende kann tun, was er will.

    Nachdem wir klar erkannt haben, daß wir, um eine totale Revolution in unserem Seelengefüge hervorzubringen, von keiner äußeren Autorität abhängig sein dürfen, stehen wir vor der weit größerenSchwierigkeit, unsere eigene innere Autorität zu verwerfen, die Autorität unserer persönlichen belanglosen Erfahrungen und angesammelten Ansichten, Kenntnisse, Ideen und Ideale.
    Sie hatten gestern ein Erlebnis, das Sie etwas gelehrt hat, und was Sie da gelernt haben, wird zu einer neuen Autorität. Diese Autorität von gestern wirkt ebenso zerstörerisch wie eine tausendjährige Autorität.

    Um uns selbst zu verstehen, bedarf es weder der gestrigen noch der tausendjährigen Autorität, weil wir etwas Lebendiges sind, in ständiger Bewegung, fließend, niemals ruhend.

    Wenn wir mit der toten Autorität von gestern auf uns schauen, wird es uns nicht gelingen, diese lebendige Bewegung und die Schönheit, die darin liegt, zu verstehen.

    Frei zu sein von aller Autorität, von der eigenen und der eines anderen, bedeutet, sich von allem, was gestern war, loszusagen, so daß der Geist immer frisch, immer jung, unschuldig, voller Kraft und Leidenschaft ist.

    Nur in diesem Zustand kann man lernen und beobachten, und das bedarf einer umfassenden Bewußtheit, eines unmittelbaren Gewahrseins des inneren Lebensprozesses, ohne ihn zu korrigieren, ohne vorzuschreiben, was er sein sollte oder nicht sein sollte. Denn in dem Augenblick, da Sie korrigieren, haben Sie eine andere Autorität, einen Zensor eingesetzt.

    Quelle: Jiddu Krishnamurti spricht über :» Der Mensch und die Welt « aus dem Buch ´Freedom from the Known´

    gruß taoman

  4. #33
    woody
    Avatar von woody

    Re: Mönche wollen Buddhismus zu Staatsreligion machen !

    Aha, das bringt uns jetzt weiter im Thema: 'Staat und Religion'

  5. #34
    Avatar von mipooh

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    Re: Mönche wollen Buddhismus zu Staatsreligion machen !

    Da bastelst du aber gerade an einem ausgewachsenen Paradox...Bist jetzt nicht du es der die Sache kompliziert macht, anstelle sie zu reduzieren? Nach deiner Darstellung bräuchte man "Religion" ja gar nicht mehr, weder die "Chose" an sich, noch den Begriff! Redest du da nicht etwa von spiritueller Emanzipation und Selbstfindung?
    Als ich geboren wurde, war alles bereits so kompliziert, wie ich es gar nicht hätte machen können. Auch die Religionen, für mich besonders die, mit der ich aufgewachsen bin.
    Dass ich trotzdem verstehe, wozu das alles gut sein kann, darf ja nun nicht mir zum Vorwurf werden. Kompliziert gemacht haben es andere, ich mache es wieder einfach.

    Ohne Selbstfindung wird es nicht gehen. Aber die ist ebenfalls einfach... Einatmen...Ausatmen... (dabei Wahrnehmen, aber das geschieht ja von allein)
    Spiritualität... darauf kann ich recht bequem verzichten, ich finde sie überflüssig.

    Nein, ich bastle kein Paradox, ich löse den Knoten...

    Gruss
    mipooh

  6. #35
    Avatar von Samuianer

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    Re: Mönche wollen Buddhismus zu Staatsreligion machen !

    Zitat Zitat von Taoman",p="256390
    ...das bedarf einer umfassenden Bewußtheit, eines unmittelbaren Gewahrseins des Lebensprozesses ...
    ;-D

    Ich hab mir mal erlaubt dem Text ein wenig Frische, Leichtigkeit zu geben und meine dass das dieses Fragment ausreichend die eigentliche Essenz darstellt.

    Wie auch immer - Staat und Religion sollten immer getrennt bleiben, weil das Eine nichts mit dem Anderen zu tun haben sollte.

    Die einen verwalten und regieren die Seelen (ihre Schaefchen) und die anderen den Mensch und die weltlichen Angelegenheiten.

    Das hat bisher so einigermassen geklappt, warum sollte das nicht auch weiterhin klappen.

    Der schwaechste Faktor in dem Ganzen sind immer noch wir...Die Menschheit.

  7. #36
    Avatar von Mr_Luk

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    Re: Mönche wollen Buddhismus zu Staatsreligion machen !

    Der schwaechste Faktor in dem Ganzen sind immer noch wir...Die Menschheit.
    Wer denn wohl sonst, etwa die Wüstenantilopen, die Breitmaulnashörner oder die Pardelluchse? :-)

    Die Auswüchse und Trugschlüsse, sei es in ethischer, sozialer oder politischer hinsicht sind selbstverständlich "menschliche" Fehlschläge.

    Und die Frage ist nicht, ob Religion und Politik zusammengehören, sondern wieso sich Religion überhaupt in die Politik einmischt, - wo überhaupt das Interesse liegt sich einzumischen.

    Diese Frage ist in groben Zügen auch zu beantworten: sobald eine religiöse Gruppe sich immer mehr organisiert und später zu einer Institution heranwächst, bekommt sie automatisch politisches Gewicht. Die Politik vertritt ja notgedrungen die Ethik der 'herrschenden' oder dominierenden Religion. Bei einer "Demokratie" muss die Gesetzgebung weitestgehend mit dem ethisch-moralisch-religiösen Denken und Empfinden eines Volkes synkronisiert sein. Religion ist nun mal viel mehr als man denkt, - sie reduziert sich nicht auf einen Glauben oder eine annexierte moralische Einstellung. Diese Dinge wollen eben auch erhalten, gehegt und gepflegt werden - und sollen nicht von Anderen abgedräng, angegriffen, oder etwa über den Haufen geworfen werden! Und da beginnt bereits die Problematik.

    Alleine hier im Forum wird schnell klar dass das einzelnen 'religiösen' Süppchen die von den Teinehmern gekocht werden, noch lange nicht jedem schmecken. Alleine der aufsteigende Geruch wird teilweise als wohlrichend oder aber als störend empfunden. Die diversen ethisch-religiösen Vorstellungen regen somit bereits zu einer gewissen Politisierung im Taschenformat an. Es werden bereits einesteils Sympathien ausgetauscht und andererseits Widerstände aufgebaut. Eindeutig der Anfang von einer gewissen "Politik".

    Politik heisst ja nichts anderes als 'Social relations involving authority or power' - Soziale Beziehungen die sich um Autorität und Macht drehen. "wer hat das Sagen, auf wen soll gehört werden, wer hat recht?" (wer kocht das bessere Süppchen) Etc., etc., ...

    Im grossen Rahmen gibt es dann natürlich eine Steigerung hoch 3. Es ist nicht so dass instutionalisierte Religion nicht mit Politik gemischt werden soll, denn das geht gar nicht - beides geht eh irgendwo ineinander über, ist miteinander verknüpft. Die Frage ist viel eher ob Religion und Politik durch verschiedenen Institutionen repräsentiert werden sollen und wie die Macht beider Institutionen verteilt werden soll.

    Die Forderung Religion und Politik zu 'trennen' ist in etwa so nötig, aber genauso absurd, wie Ökonomie und Politik zu trennen. Es wäre unbedingt notwendig, ist aber überhaupt nicht mehr möglich - da alles bereits untrennbar miteinander verbunden und verwoben ist.

  8. #37
    Avatar von Samuianer

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    Re: Mönche wollen Buddhismus zu Staatsreligion machen !

    [quote="Mr_Luk",p="256463"]
    ..Die Forderung Religion und Politik zu 'trennen' ist in etwa so nötig, aber genauso absurd, wie Ökonomie und Politik zu trennen.
    Na, na, na, Mr_Luk wer wird denn? ;-D

    Ein Beispiel: Tuerkei... sä·ku'lar 1. weltlich, nicht religiös oder kirchlich ... absurd?

    Ich meine mal in aller Zurueckhaltung dass das eine (Religion und Politik) mit dem Anderen (Ökonomie und Politik ) nichts, rein garnichts zu tun hat!

    Und das die Trennung von Kirche und Staat in vielen Konstitutionen (mindestens der westl.Welt) festgeschrieben steht. Als Luxemburger duerftest du mit der franzoesischen Verfassung gut vertraut sein.

    Warum haben sich wohl die Herren die sich das ausgesonnen haben darueber den Kopf zerbrochen - wenn das unnoetig bzw. gar 'absurd' ist?


    Zitat Zitat von Mr_Luk",p="256463
    Es wäre unbedingt notwendig, ist aber überhaupt nicht mehr möglich - da alles bereits untrennbar miteinander verbunden und verwoben ist.
    Was ist denn 'untrennbar' miteinander verbunden?

    Die Kirche und Politik?
    Die Wirtschft und die Kirche?
    Politik und Kirche?
    Kirche und Wirtschft?
    Kirche, Wirtschaft, Politik?

    Du meinst du die 'Gesellschaft' die aus den Dreien gewoben ist? Hoert sich ja ein wenig fatalistisch an... auch "Illuminati" gelesen?


    ;-D

  9. #38
    Avatar von Mr_Luk

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    Re: Mönche wollen Buddhismus zu Staatsreligion machen !

    @Samuianer,

    Es gibt immer verschiedene Perspektiven und Betrachtungsweisen was Religion und Religiosität ist. Natürlich ist eine Verfassung klar und eindeutig - und Kirche und Staat in bestimmten Fällen getrennt, und auch nicht nur auf dem Papier. Das verhindert aber nicht dass das religiöse Denken die Politik weiterhin tiefgreifend bestimmen kann.

    Es wird immer wieder erwähnt dass in Thailand die allgemeine Handlungsweise sehr buddhistisch geprägt ist, und sogar die Interprätation der Gesetzgebung davon beeinflusst wird. Dass die westliche Welt aber sehr stark durch das Christentum geprägt ist, kommt uns aber nicht in den Sinn: die zehn Gebote vs. der achtfache Pfad!?

    Gerade die Politik Luxemburgs (wo du die nun mal ansprichst) ist, besonders was die Innenpolitik anbetrifft die letzten Jahrzehnte schwarz wie die Nacht gewesen - trotz Verfassung! Welche Politik machen wohl Leute die jeden Sonntagmorgen in die Kirche gehen und an den Allmächtigen glauben? Die sozialistische Koalitionspartei hat übrigens nur das Herz links liegen und die Brieftasche auch rechts stecken!

    Ein Blick über den Atlantik - denkt man da nicht spontan an eine Judeo-christliche Auge um Auge, Zahn um Zahn Politik? Das Judentum hat die Religion zwar nicht nach Amerika exportiert, die haben sie für sich behalten. Sie haben unter Anderem nur ganz Hollywood aufgekauft und den Finanzsektor, Wallstreet und Co. und den Diamantenhantel so gut wie integral in Besitz genommen. Inwiefern die Wirtschaft und die Finanzwelt die Politik in der Hand hat, wissen wir hoffentlich. Und dann braucht man eben nur (diesmal dann eben) 3 und 3 zusammen zu zählen.

    Israel, ein Staat der aus einer Religion heraus gegründet wurde, ganz einfach - sag mir doch einer was eine Verfassung, die Judentum und Staat trennen soll da gross umkrempeln soll?

    Bei der Mehrzahl der moslemischen Staaten, sieht man exemplarisch wie Religiosität und Politik untrennbar sind.

    Der Dalai Lama ist gleichzeitig geistig-religiöse Autorität und Staatsoberhaupt von Tibet, wenn auch im Exil. Das stört beispielsweise Niemand ausser vielleicht die chinesischen Politiker ... ach was, das stört die auch nicht.

    Rund um den Globus ist das religiöse Denken (und Empfinden) fest in der Mentalität der Menschen verwurzelt, unsere ganze Zivilisation war stets mit irgend einer Form von Religiosität begleitet. 'Hygiene' ist ein Zeichen von Religiösität, man unterscheidet plötzlich zwischen Schmutz und Sauberkeit. Beflecktheit vs. Reinheit.

    Wer macht wohl die Politik? Menschen, in irgendeiner Form religiöse Menschen! Und deshalb kann man Religion und religiöses Denken nicht von der Politik trennen, sondern nur die religiösen Institutionen 'technisch' durch eine entsprechende Verfassung von den politischen trennen.

    Ethymologie von Religion: lat. 'religens pious' die Götter "wiedergeben" - griech. 'alegein' etwas (wertvolles) pflegen, behüten. versorgen

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