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Mönche wollen Buddhismus zu Staatsreligion machen !

Erstellt von Conny Cha, 28.06.2005, 09:46 Uhr · 37 Antworten · 1.719 Aufrufe

  1. #11
    Avatar von Dieter1

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    Re: Mönche wollen Buddhismus zu Staatsreligion machen !

    Luk,

    Du hast eine bemerkenswerte Kenntnis der Historie. Der von Dir an erster Stelle genannte Weg, gleichbedeutend mit dem achtfachen Pfad, begruendet meinen Respekt vor dieser Philosophie.

    Gruss Dieter

  2.  
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  3. #12
    Avatar von Mr_Luk

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    Re: Mönche wollen Buddhismus zu Staatsreligion machen !

    @Dieter,

    er von Dir an erster Stelle genannte Weg, gleichbedeutend mit dem achtfachen Pfad, begruendet meinen Respekt vor dieser Philosophie.
    Das hätte ich mir beinahe gedacht

    Allerdings ist der achtfache Pfad auch die Basis des Mahayana Buddhismus. Und im tantrischen 'Lager' stösst man diese Prinzipien sicherlich nicht von der Bettkante ... naja das wird jetzt beinahe zu delikat :-)

    Ich hingegen finde es etwas schade dass 'wir' in Thailand keine offenere und flexibelere Form des Buddhismus haben. Ich war ehrlich gesagt ein wenig enttäuscht als ich (beim erweitern mienes Wissenstandes) feststellte um welche Schule es sich beim Theravada Buddhismus eigentlich handelt.

  4. #13
    Avatar von Dieter1

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    Re: Mönche wollen Buddhismus zu Staatsreligion machen !

    Luk,

    es gibt halt kein "easy ticket", das hat der Theravada schon richtig erkannt.

    Persoenlich bevorzuge ich aber auch den schmutzigen Weg zur Erleuchtung (Tantra).

    Gruss Dieter

  5. #14
    Avatar von Mr_Luk

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    Re: Mönche wollen Buddhismus zu Staatsreligion machen !

    Richtig, es gibt keine "special fares" im Sinne von 'preisgünstig', auch wenn der allgemeine Trend dahin zu gehen scheint.

    Persoenlich bevorzuge ich aber auch den schmutzigen Weg zur Erleuchtung (Tantra).
    Da will ich aber noch einiges ergänzen, das bin ich der Sache noch schuldig.
    Tantra ist wie viele Bezeichnungen und Namen, ein irreführender Sammelbegriff.

    Als erstes unterscheidet man zwischen weissem und schwarzem Tantra. Beim weissen Tantra gibt es nur sehr selten (ausnahmsweise) 5exualpraktiken, wogegen sie beim schwarzen Tantra explizit und berüchtigt sind. Der schwarze Tantra macht (so könnten man meinen) keine ethischen Kompromisse und setzt sich zum Teil über alle Konventionen hinweg. Die Kutte des Tantrikers (und das ist meine ganz persönliche Interprätation) ist das Murks-trikot...

    Der tantrische Buddhismus (nicht gleichbedeutend mit Tantrismus) entstand, was eigentlich nur soviel heisst dass er öffentlich wurde, etwa im 6ten Jahrhundert unserer Zeitrechnung in Indien und sein Ursprung ist weitestgehend ungeklärt. Besonders die Ursache des Übergang vom Geheimwissen zur "Popularität" ist ist ungeklärt. Möglicherweise deshalb weil dieser Wandel ein- oder mehr Jahrhunderte gedauert hat.

    Darüberhinaus hat das Wort Tantra gleich mehrere Bedeutungen, die sich aber ganz gut ergänzen. Eine der Überesetzung stellt Tantra als die Kette eines Gewebes dar (Kette und Faden sind die beiden querlaufenden und sich überschneidenden Fäden die Textilien zusammen halten). demnach wäre Tantra die stabile "Kette", an der der Faden eines Gewebes erst "eingewebt" werden kann. Tantra wäre demnach das, was das Gewebe (die Realität) zusammen hält. Die zweite Übersetzung erklärt Tantra wiederum als Kette von Lehrern und Lehren, die von Generation zu Generation (erst mündlich und später Schriftlich) überliefert wurden. Die dritte Übersetzung (Version) bedeutet "Kraft" (power) und hiermit ist auch das übertragen von "Kraft" von Person zu Person gemeint. Es gibt noch einige andere "Übersetzungsversuche", die aber den Rahmen sprengen würden.

    Mantrayana ist eine weitere Bezeichnug. Im Tantra wir sehr viel mit Mantras gearbeitet, wobei man einzelne Silben (mit magischer Wirkung und "Kraft") aus Texten herauslöst, und deren magische Wirkung dann zu bestimmten metaphysischen Zwecken benutzt wird. (Der Sufismus tut es ähnlich mit Teilen oder sogar einzelnen Silben aus dem Koran, vermischt mit geheimen Formeln die aus vormoslemischer Zeit stammen). Im Tantrismus gibt es aber auch sehr lange Texte, die während Tagen und Nächten als Mantra gelesen werden.

    Die furchteregenden Buddhabildnisse mit den Totenköpfen, stammen übrigens aus dem Tantrismus (tantrischer Buddhismus). Hiermit will Tantrismus darstellen, dass man die Leiden auch anders bekämpfen kann als mit der klassischen Verneinung wie wir sie aus dem Buddhismus kennen. Leidenschaft mit Leidenschaft bekämfen, Furcht mit Furcht!

    "Die, die die Warheit nicht sehen, denken in Masstäben von Samsara und Nirvana, Die, die die Warheit sehen, denken weder in den Masstäben von Samsara oder Nirvana. Wir müssen das Wasser das nicht aus dem Ohr entweichen will, mit Wasser wieder ausspülen, und den Dorn der im Fuss steckt auch mit einem Dorn entfernen." ... Auszug aus einem (beinahe arrogant anmutenden) tantrischen Text.

    Die erste Linie des tibetischen Buddhismus, der mittlerweile unter dem Sammelbegriff Vajrayana 'gehandelt' wird, geht zwar auf den Indischen Gelehrten und Meister Guru Padma-sambhava, zurück, der aber - und das ist in diesem Zusammenhang sehr wichtig, auf Einladung vom damaligen König Trisong Detsen (742-797) erst im Jahre 817 unserer Zeitrechnung nach Tibet kam um den Buddhismus zu etablieren Und ab da wird's leicht kompliziert, weil sich bei diesem "Einbürgerungsversuch" bereits einige Einflüsse vermischt haben. Einesteils wegen des doch eher spirituellen Tausendsassa Padma-sambhava, - und dem grossen Einfluss des lokalen Bön, einer dubiosen aber mächtigen, sich der schwarzen Magie verschworenen Bruderschaft. Sie war in Tibet fest etabliert und hatte grosse Macht und Einfluss. Die Autoritäten des Bön hatten Anfangs sogar gegen den König intrigiert, und gegen den Einfluss des Buddhismus revoltiert. Denn die Absicht von König Trisong Detsen war letztendlich, die "bösen Mächte" des Landes durch das Einführen des Buddhismus zu bekämpfen und zu eliminieren

    Wieder etwas irreführend: die meisten Linien des Vajrayana bekennen sich heute eindeutig zum Tantrismus. Die Bön Tradition hat sich über die vielen Jahrhunderte trotzdem erhalten, bekennt sich aber ihrerseits zum Buddhismus

  6. #15
    Avatar von mipooh

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    Re: Mönche wollen Buddhismus zu Staatsreligion machen !

    Die Herren Religionsstifter werden sicher die Erdrotation aufrechterhalten, dadurch dass sie sich ständig im Grabe herumdrehen...
    Was so die "Gelehrten" dieser Welt aus so etwas einfachem wie den Unterweisungen dieser simplen Seelen alles zusammengebastelt haben.... natürlich nie, ohne damit das Ziel der Religionen in unerreichbare Ferne zu rücken...
    Geschickte Taktik (um Dauerkunden zu haben) oder Dummheit...wer könnte das so genau wissen....

    Wer den kurzen Weg (den es angeblich nicht gibt) nicht kennt, hier nochmal die Gebrauchsanweisung: Einatmen...Ausatmen...Einatmen...Ausatmen...

    Gruss
    mipooh

  7. #16
    Avatar von Mr_Luk

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    Re: Mönche wollen Buddhismus zu Staatsreligion machen !

    Einatmen...Ausatmen...Einatmen...Ausatmen...
    Aber Achtung, es macht dermaßen süchtig dass man, alsbald man damit aufhört, auf der Stelle tod umfällt! ;-D

  8. #17
    Avatar von Samuianer

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    Re: Mönche wollen Buddhismus zu Staatsreligion machen !

    Zitat Zitat von mipooh",p="256233
    ..Einatmen...Ausatmen...Einatmen...Ausatmen...
    Step, by step..immer schoen den einen Fuss vor den Anderen...tip, trap, tip, trap..und schoen aufpassen das man nicht vom Rand der Welt faellt..!

    ;-D

    Oder frei nach Herrn Natuerlich: "keep on trucking!" ;-D

    Was wurde schon fuer unermessliche Dummheit mit dem ganzen Hokuspokus gezuechtet und gehegt... das wahrhaft Dumme an der ganzen Geschichte ist, das die Dummen scheinbar nicht aussterben wollen und sich allen Ernstes noch vor den ganzen Mumpitz verneigen - Unterwuerfigkeit wie bei den Landvoegten!

    Das kann schlichtweg kein Fuenkchen mit Spirit/Geist/Overmind/Supramental/Uebermensch oder aehnlichen philosophischen Kostruktionen zu tun haben - wenn Mensch in der Lage ist darueber mal genauestens zu reflektieren!

    Religion mag viele Kuenstler, Denker, Schreiber zu unermesslicher Gehirnakrobatik angeturnt, zur Herstelung vieler Kunstwerke inspiriert haben. Sicher ist eine Buddhastatur, ein tibet.Rollbild, das Abendmahl und viele andere Werke aestetisch und nett anzuschauen aber alles nur Erdachtes, Erfundenes von Menschenhand Gemachtes!!!

    Macht mich das, d.h. die Freiheit die ich mir nehme, die Dinge so zu sehen, zum Heretiker?

    Da gibt es dann Leute die "in Gottes Namen" oder nur ihrer Ueberzeugung willen, bereit sind ihre Mitmenschen, die ja nach ihrem Kodex auch "Gotteskinder" sind, zu toeten, zu verfolgen, mundtot zu machen!

    Voila!

    Was stimmt hier nicht?

    Keep on Rocking!

  9. #18
    Avatar von Taoman

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    Re: Mönche wollen Buddhismus zu Staatsreligion machen !

    Zitat Zitat von mipooh",p="256233
    Was so die "Gelehrten" dieser Welt aus so etwas einfachem wie den Unterweisungen dieser simplen Seelen alles zusammengebastelt haben....

    Wer den kurzen Weg (den es angeblich nicht gibt) nicht kennt, hier nochmal die Gebrauchsanweisung: Einatmen...Ausatmen...Einatmen...Ausatmen...

    Gruss
    mipooh


    Alan Watts formulierte es einmal etwa so...
    Das was zählt ist einzig und allein die unmittelbare, intuitive Erkenntnis aufgrund des "direkten Zeigens" durch einen Lehrer (geht natürlich auch ohne) in Gesprächen aus Frage und Antwort, mit deren Hilfe einer, der das Wesen der Dinge erkannt hatte, es einfach einem anderen zeigte, der es noch nicht erkannt hatte — oft mit nonverbalen Mitteln, durch Demonstrieren anstelle von Erklärungen.

    Aus diesem Grunde nannte Hui-Neng, der Sechste Patriarch des Chan-Buddhismus (gest. 713 n. Chr.), seine Methode "die plötzliche Schule", die neuerdings von den heimlichen Protestanten unter den Buddhisten als "sofort-lösliches Zen" (wie sofort-löslicher Kaffee) verulkt wird — als ob der Wert einer Inspiration oder Intuition nach dem rein quantitativen Maß der dafür aufgewendeten Zeit, Energie und angesammelten Wissen beurteilt werden könnte.

    Wie lange braucht ein Kind um zu wissen das Feuer heiß ist?

    gruß taoman

  10. #19
    Avatar von Samuianer

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    Re: Mönche wollen Buddhismus zu Staatsreligion machen !

    Zitat Zitat von Taoman",p="256254
    ..."sofort-lösliches Zen"
    Hoert sich an wie: "Instant Karma's gonna get you!"

    Zitat Zitat von Taoman
    Wie lange braucht ein Kind um zu wissen das Feuer heiß ist?
    Es weiss es eigentlich, dieses 'Wissen' oder dieser Instinkt ist verloren gegangen, nenne es ueberdeckelt oder sonst was - kein Tier wuerde Feuer "anfassen" wollen. Wir haben das 'Wittern' von Gefahr in unseren ausgekluegelten Verhaltensklauseln und Soziostrukturen irgendwo 'verloren' - oder sind auch einfach nicht mehr so sehr davon zum ueberleben abhaengig gewesen.

    Daher: "Gebranntes Kind scheut das Feuer!" Es hat es dann nur "wieder gelernt".. oder erkannt?

  11. #20
    Avatar von rstone16

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    Re: Mönche wollen Buddhismus zu Staatsreligion machen !

    Als Ergänzung zu siesem Thema hier noch die Orginalmeldung von der "Thai News Agency (TNA)" vom 20.06.2005

    Monks calls for Buddhism to be made national religion
    BANGKOK, June 20 (TNA) – Over 100 monks and 500 laypeople marched outside the parliament today, calling on the government to make Buddhism Thailand’s official national religion.

    Led by Phra Thepwisutkawi, assistant abbot of Wat Rachathivas and the secretary-general of the Buddhist Protection Centre of Thailand, the protestors submitted a petition to Senate Speaker Suchon Chaleekrue to urge that the constitution be changed to include their demands.

    According to Phra Mahacho Thassaneeyo, one of the core members of the Buddhist Protection Centre, the centre wants to see the words ‘Thailand has Buddhism as its national religion’ included in the constitution.

    However, he stressed that the centre had no wish to force adherents of other faiths to convert, and noted that Thailand is an open society when it comes to religious affiliation. (TNA)--E006
    Liest man diese Quelle so sieht man, dass es wohl nicht das Ende der Toleranz sein wird, wie im Starterthread (mit Fragezeichen versehen) etwas sehr übertrieben zum Ausdruck gebracht wird.
    Auch ist fraglich ob "die Mönche" die dies fordern wirklich die Meinung aller buddistischen Mönche Thailands repräsentieren.

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