Seite 1 von 4 123 ... LetzteLetzte
Ergebnis 1 bis 10 von 38

Mönche wollen Buddhismus zu Staatsreligion machen !

Erstellt von Conny Cha, 28.06.2005, 09:46 Uhr · 37 Antworten · 1.716 Aufrufe

  1. #1
    Avatar von Conny Cha

    Registriert seit
    08.09.2003
    Beiträge
    396

    Mönche wollen Buddhismus zu Staatsreligion machen !

    Quelle: Jesus.ch

    Ende der Toleranz? - Mönche wollen Buddhismus zu Staatsreligion machen

    Der Buddhismus soll in Thailand Staatsreligion werden. Das fordern buddhistische Mönche in einer Petition an den Senat. Nach ihren Vorstellungen soll das auf dem Weg einer Verfassungsänderung geschehen, die dem Buddhismus den Rang als offizielle Religion des Königreichs garantiert.

    Nach der geltenden Verfassung ist der Staat verpflichtet, den "Buddhismus und andere Religionen zu schützen" sowie das "gute Verständnis und die Harmonie" zwischen den Religionen zu fördern.

    Ein Sprecher der Mönche sagte, Thailand werde von der Welt bereits als Zentrum des Buddhismus akzeptiert. Es sei daher an der Zeit, den Buddhismus auch "zu unserer nationalen Religion zu erklären". Senator Suchon versicherte, er werde das Anliegen der Mönche unterstützen. Aber die "Verfassung gehöre den Bürgern aller Religionen", und deshalb müssten auch die Auswirkungen einer solchen Verfassungsänderung bedacht werden.

    Buddhistische Zentren geplant

    Vor wenigen Wochen hatte auch Thailands Regierung durchblicken lassen, dass sie eine stärkere Rolle im Welt-Buddhismus anstrebt und deshalb für eine gezielte Verbreitung religiöser Lehren im eigenen Land werben will. Sie kündigte die Gründung eines Ausschusses zur Förderung und Stärkung der buddhistischen Religion sowie die Errichtung buddhistischer Zentren in jeder Provinz des Landes an.

    Von den rund 64 Millionen Thais gehören 95 Prozent dem Buddhismus und zirka vier Prozent dem Islam an. Das Land hat Religionsfreiheit, die Ausübung anderer Bekenntnisse wird nicht behindert und von König Bhumibol Adulyadej sogar ausdrücklich garantiert. Im Süden des Landes sind thailändische Ordnungskräfte brutal gegen unzufriedene Muslime vorgegangen.

  2.  
    Anzeige
  3. #2
    Avatar von x-pat

    Registriert seit
    06.11.2003
    Beiträge
    7.208

    Re: Mönche wollen Buddhismus zu Staatsreligion machen !

    Der Buddhismus soll in Thailand Staatsreligion werden. Das fordern buddhistische Mönche in einer Petition an den Senat.
    Ein solcher Schritt ist eigentlich unnötig, da der Buddhismus bereits den Status einer Quasi-Staatsreligion hat. Die Verfassung dafür zu ändern halte ich für rückschrittlich. Thailand würde die Sekularität aufgeben und damit ein Zeichen für weniger Toleranz setzen. Welche Vorteile erhoffen sich denn die Buddhisten davon?

    Im Süden des Landes sind thailändische Ordnungskräfte brutal gegen unzufriedene Muslime vorgegangen.
    Ja, nachdem vorher unzufriedene Muslime brutal gegen die Ordnungskräfte vorgegangen sind.

    Karma?

    X-Pat

  4. #3
    Avatar von Dieter1

    Registriert seit
    10.08.2004
    Beiträge
    31.990

    Re: Mönche wollen Buddhismus zu Staatsreligion machen !

    expat,

    da hast recht! Ich empfinde diesen Gedanken sogar als sehr unbuddhistisch.

    Gruss Dieter

  5. #4
    Avatar von Mr_Luk

    Registriert seit
    17.02.2005
    Beiträge
    3.114

    Re: Mönche wollen Buddhismus zu Staatsreligion machen !

    @x-pat,


    Welche Vorteile erhoffen sich denn die Buddhisten davon?
    Vielleicht sollte man in dieser Frage zwischen 'Buddhisten' und der existierenden buddhistischen Institution (die es in Thailand wohl auch gibt) unterscheiden, dann wird auch klar wer oder 'was' sich in Wirklichkeit einen Vorteil davon erhofft

  6. #5
    Avatar von Samuianer

    Registriert seit
    04.09.2003
    Beiträge
    17.303

    Re: Mönche wollen Buddhismus zu Staatsreligion machen !

    Ich erinnere mich noch sehr gut als damals die neue Verfassung geschrieben wurde, da stand das Thema auch schon mal zur Disposition.

    Es wurde mit klarer Mehrheit abgelehnt.

    Da, genau wie ex-pat sehr richtig bemerkt, der Theravada-Buddhismus in Thailand, mit 98% Bevoelkerungsanteil, die de facto Staatsreligion praesentiert, ist es nicht notwendig den Buddhismus zur Staatsreligion zu erheben.

    Der Schritt koennte die beruehmt, beruechtigte "Dose voller Wuermer" oeffnen. Das hiesse Oel in die schwelende Flamme religioes, fanatisch, funda-mental-stisch Gesinnter zu giessen.

    Buddhistische Zentren in allen Regionen des Landes zu errichten geht auch ohne Grundgesetzesaenderung, dazu ist nur ein guter Wille und staatliche Foerderung notwendig.

    Dann muesste aber den Minderheiten auch die Moeglichkeit gegeben werden Zentren ihrer religioesen Gesinnung zu eroeffnen und Foerderungen vom Staat zu erhalten. Das liefe mit Sicherheit kotraproduktiv gegen das, was sich eigentlich hinter dieser Forderung verbirgt.

    Den Thai-Theravada-Buddhismus in aller Welt zu propagieren halte ich fuer unnoetig, da es in vielen Laendern in denen Thais leben, auch Tempel bzw. religioese Versammlungsstaetten vorhanden sind.

    Buddhistische Foerdergemeinschaften gibt es auch weltweit.

    In den U.S.A. findet sich wohl mit Abstand die groesste Mischung von ´Ablegern´ aller buddhistischen Richtungen.

    Alles vertreten, von A-bbhhidamma bis Z-en Buddismus.


    "Wenn der Eisenvogel fliegt und die Pferde auf Rädern rollen, geht das Dharma zum Westen!"

    ..sprach Padmasambhava, der vedische Tantra - Yogi und Gründer des tibetanischen Bhuddismus (Vajrayana oder auch Diamantenes Fahrzeug).

    Recht hat der Mann gehabt, denn das vedische Wissen und Weisheit über Yoga, Ayurveda-Medizin, Krishna sowie anderer Götter sind der westlichen Welt inzwischen bekannt. Die vedisch-vegetarische Küche wird immer beliebter. Yogaschulen und Kurse, Klöster, Hindutempel, Ashrams oder Gesundheitsfarmen in welchen das vedische Wissen verbreitet und vedische Zivilisation praktiziert wird, gibt es viele und es werden mehr.
    Vedisch- Indische Musik ist ein Ohrenschmaus und teilweise in die modernen amerikanisch-europäischen Stile mit eingeflossen. Viele berühmte Interpreten wie z. B George Harrison, Carlos Santana, John Mc.Laughlin etc. haben spirituelle Meister." Quelle:

    Das Ganze unterliegt seiner ureigenen Eigendynamik - wenn die Felder bestellt sind, geht auch der Same (Bindhu) auf!

  7. #6
    Avatar von Mr_Luk

    Registriert seit
    17.02.2005
    Beiträge
    3.114

    Re: Mönche wollen Buddhismus zu Staatsreligion machen !

    Selten soviel Mischmasch in einem Text (letzter Absatz) komprimiert gelesen. Da werden Äpfel, Birnen und Bananen zu einem schönen Tutti-Frutti zusammengerührt.

    Yoga, Hindutempel, Ashrams, klassische Indische Musik, westliche Popstars und das Buddhistische Dharma haben nichts miteinander zu tun - zumindest ist es bei Weitem nicht dasselbe. Das ist einfach nur in Versuch viele Kräuter zusammen zu mischen um damit einen eher saturierten Sud aufzusetzen.

    Die hinduistischen Gurus und Musiker, Leute wie Ravi Shankar, kamen viel früher als die Buddhistischen Botschafter, - das hing bereits mit der Tatsache zusammeen dass die "Inder" durch die Kolonialisierung hervorragende Englischkenntnissse hatten - und wohl auch den besseren Geschäftssinn. Der Buddhismus und das Dharma waren anfang der Sechziger so gut wie tod in Indien. Damals war Tibet noch ausserhalb jeder Reichweite für die normalen Erdenbürger und umgekehrt auch. Und in Thailand, bzw. im Theravada Buddhismus hat man auch keinen Gedanken daran verschwendet Botschafter dieser Doktrin in die ganze Welt zu entsenden.

    Die eher rezente Weltoffenheit des tibetischen Buddhismus ist erst eine politische und auch spirituelle Konsequenz aus der chinesischen Invasion. Man hat sich nämlich gefragt wie es kommen konnte (welches Karma man erzeugt haben könnte), dass die Chinesen in Tibet eingefallen sind und den Buddhismus den Garaus zu machen. Saßen die Mönche doch Tag aus - Nacht ein in ihren Tempeln zu meditieren und wenn überhaupt, nur gutes Karma zu produzieren. Welch ein Paradox, wie es passieren konnte dass die Chinesen in ihrer masslosen Ignoranz und Arroganz kamen um zu zerstören, zu rauben und zu morden!? Man ist zum Schluss gekommen, dass man den Buddhismus zu eigennützig in den Schluchten und Tälern des Tibet zurückgehalten hatte. Ihn nicht mit der ganzen Welt geteilt hatte. Dann erst begann aus dem Exil des Dalai Lama heraus die Initiative den Buddhismus (genau genommen das Konzept des Mahayana Buddhismus - der Buddhismus der für alle da ist) in der ganzen Welt zu propagieren - und dies geschah recht langsam, Schritt für Schritt, da der Vajrayana hart angeschlagen war. Strenggenommen ist es eine Exportversion vom eigentlichen Vajrayana Buddh. der sehr viele tantrische Einflüsse hat und für den Fortgeschrittenen eine direkte Lehrer-schüler Beziehung erfordert. Die Ausbreitung des Theravada Buddhismus ist vor allem durch die Migration der Theravada Buddhisten (Laien) aus Südostasien gekommen. Die Mönche sind halt zu ihren Landsleuten gereist- teilweise wohl auch weil sie darum gebeten wurden.

  8. #7
    Avatar von Dieter1

    Registriert seit
    10.08.2004
    Beiträge
    31.990

    Re: Mönche wollen Buddhismus zu Staatsreligion machen !

    Ich habe noch von keiner buddhistischen Schrift gehört, die auf Expansion dieser Philosophie ausgerichtet sein soll, gehört. Das passt ja auch überhaupt nicht zur buddhistischen Philosophie.

    Dalai Lama wurde mal von einem Reporter gefragt, was er denn tun könne um Buddhist zu werden, worauf Dalai Lama in bat, sich doch erstmal gründlich mit der Religion seiner Heimat vertraut zu machen.

    Religion5export ist bislang Christen und Muslimen vorbehalten, weder Juden, Hindus noch Buddhisten streben danach.

  9. #8
    Avatar von Mr_Luk

    Registriert seit
    17.02.2005
    Beiträge
    3.114

    Re: Mönche wollen Buddhismus zu Staatsreligion machen !

    @Dieter,

    Ich habe noch von keiner buddhistischen Schrift gehört, die auf Expansion dieser Philosophie ausgerichtet sein soll, gehört. Das passt ja auch überhaupt nicht zur buddhistischen Philosophie.
    Was ist eine Expansion und weshalb erwähnst du das?
    Niemand, wenn ich richtig gelesen habe, - hat bisher das Wort 'Expansion' benutzt ausser dir!?

    Es ist historisch belegt, dass der Tantrismus (nachher auch der buddhistische Tantrismus in Indien) beispielweise Jahrhunderte lang (wenn nicht länger) eine Geheimlehre war, die erst langsam aus dem 'spiritituellen Untergrund' aufgetaucht ist und dann quasi 'populär' wurde. Man weiß nicht einmal genau wie und wann es geschah weil der Übergang in Indien gleitend war. Zwischen einer Geheimlehre und einer "Expansion" wie du sagst, stehen eben Welten.

    Sind Vorträge und Lesungen über Buddhismus in der ganzen Welt halten, eine 'Expansion' - oder wäre es etwa eine Geheimhaltung wenn man dies nicht täte? Das muss man eben ein bischen differenzierter sehen

  10. #9
    Avatar von Dieter1

    Registriert seit
    10.08.2004
    Beiträge
    31.990

    Re: Mönche wollen Buddhismus zu Staatsreligion machen !

    Ersetze "Expansion" durch "Export", dann hast Du den Bezug.

  11. #10
    Avatar von Mr_Luk

    Registriert seit
    17.02.2005
    Beiträge
    3.114

    Re: Mönche wollen Buddhismus zu Staatsreligion machen !

    @Dieter,

    Ersetze "Expansion" durch "Export", dann hast Du den Bezug.
    Der Bezug, bzw. die Bedeutung von Expansion war mir schon klar. Aber Buddhismus ist nun mal nicht gleich Buddhismus.

    Wenn man von Buddhismus und der entsprechenen Philosophie redet muss man im Grunde unterscheiden.

    Es gibt drei Grundrichtungen im Buddhismus mit mehr oder weniger verschiedenen Philosophien:

    1. Nikaya Buddhismus ist die Ursprüngliche Form, wenn man so will die orthodoxe, traditionelle Form. der Theravada B. ist die einzige der "alten Schulen" die überlebt hat. Und hier redet man vom kleinen Vehikel (auf dem nicht alle Menschen Platz haben können). Diese 'Philosophie' entspringt aber nicht einem elitärten Gedanken, sondern der Einsicht dass nicht alle Menschen sich einem spirituellen Leben verschreiben können. Beim Nikkaya Buddhismus stellt sich die Frage der "Expansion oder des Exports" erst gar nicht - nichts desto trotz gab es auch hier eine 'natürliche' Expansion, immerhin hat der Theravada Buddhismus irgendwann den Weg von Indien nach Südostasien gefunden - oh Wunder.

    2. Der Mahayana Buddhismus eine weitaus weltoffenere Form des Buddhismus. Man redet deshalb vom grossen Vehikel, auf dem viele Menschen (wenn nicht alle) Platz haben können. Diese Philosophie entspringt dem Gedanken, dass es allen Menschen möglich sein kann, zumindest eine gewisse Form eines spirituelles Lebens zu führen. Eine Anekdote erzählt dass ein Mann in Indien eines Tages nach Hause gekommen sei und seiner Familie gesagt hat dass das Haus brenne und sie in ein anderes umziehen müssten. Kommt, schnell, kommt schnell. Später hat er ihnen erzählt dass das Haus gar nicht gebrannt hat, sondern dass es Zeit war in ein viel grösseres Haus umzuziehen, in dem viel mehr Platz für sie und auch andere Menschen wäre. Und hopla, hier könnte man eventuell von einer gewissen Form von Expansion, im positiven Sinne versteht sich, reden!

    3. Der tantrische Buddhismus, zu dem der Vajrayana Buddhismus auch gezählt wird - genaugenommen ist der tibetische Buddhismus beides, also gleichzeitig auch Mahayana Buddhismus. Hierbei handelt es sich um das diamantene Vehikel. As sharp and as hard as a diamond. Der tantrische Buddhismus ist im Vergleich zu anderen Schulen voll von geheimnisvollen Lehren und esoterischen Eementen, die nicht immer als ganz so orthodox zu bezeichnen sind und die zum Teil aus ganz anderen (auch vorbuddhistischen) Quellen eingeflossen sind. Die geheimnisvollste und esoterischste Form von Buddhismus.

    Diese Philosophie geht davon aus dass es nicht unbedingt ausreicht kein neues Karma zu erzeugen und geduldig ein paar tausend Reinkarnationen abzuwarten. "Der Dorn muss mit einem Dorn entfernt werden" ist eine berühmte Aussage aus dem tantrischen Buddhismus. Es ist eine sehr aktive und 'temperamentvolle' Form von Buddhismus, bei der versucht wird den Prozess zur Erleuchtung mit "wirkungsvollen Mitteln" zu beschleunigen. Im Tantrismus, ob nun in seiner buddhistischen oder früheren Form (kashmirischer Tantrismus z.B.) ist die Weltoffenheit (oder eventuelle Export- oder Expansionsmöglichkeiten) nicht immer gegeben, es handelt sich oftmals um Schüler-Meister Beziehungen, die nun mal ihre Grenzen in dieser Hinsicht haben. Also eher etwas für die Entschlossenen! Tantrismus ist aber auch eine "Textkultur" und zu Zeiten von PDF und Co. ist diese Form von Buddhismus Exportfähiger denn je!

    PS: Tantrischer Buddhismus als Staatsreligion, - naja ich weiß nicht recht

Seite 1 von 4 123 ... LetzteLetzte

Ähnliche Themen

  1. Mönche
    Von gerhardveer im Forum Allgemeines
    Antworten: 5
    Letzter Beitrag: 29.03.12, 11:42
  2. Antworten: 1
    Letzter Beitrag: 22.10.11, 20:33
  3. Essen für Mönche
    Von guenter im Forum Treffpunkt
    Antworten: 52
    Letzter Beitrag: 24.03.11, 09:50
  4. Mönche in Gütersloh
    Von Kuki im Forum Event-Board
    Antworten: 26
    Letzter Beitrag: 20.07.10, 13:24
  5. 60 Mönche in Mannheim !
    Von Nok im Forum Treffpunkt
    Antworten: 0
    Letzter Beitrag: 24.04.05, 08:49