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Lese Majeste

Erstellt von MaikWut, 25.06.2008, 14:46 Uhr · 57 Antworten · 6.601 Aufrufe

  1. #31
    Avatar von phimax

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    Zitat Zitat von Chak Beitrag anzeigen
    Bloß woher kommt dieses Volksempfinden? Das kann man leider hier nicht diskutieren.
    Thai empfinden für ihre Königsfamilie eine Hochachtung, die westlichen Besuchern manchmal für die heutige Zeit fast unangemessen erscheinen mag, und die durchaus religiöse Züge trägt.
    Quelle

    Und was spräche gegen eine sachlich wertneutrale Diskussion?

  2.  
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  3. #32
    Avatar von Chak

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    Ich habe Befürchtungen, dass selbst eine Darlegung der Fakten gerade wegen der von dir so zitierten Verehrung bereits als Lese Majeste angesehen werden könnte.

    Nur so viel als Anregung, man sehe sich an, wie die Rolle des Königs vorgesehen war nach Einführung der konstitutionellen Monarchie und wie sich diese Verehrung dann entwickelt hat und warum.

  4. #33
    Bukeo
    Avatar von Bukeo
    Zitat Zitat von Chak Beitrag anzeigen
    Bloß woher kommt dieses Volksempfinden? Das kann man leider nicht heir diskutieren.
    ganz einfach.
    Der König war vor seiner Krankheit ein sehr volksnaher König. Er sah sich Probleme an und löste sie, ohne nun den Antrag über das Parlament genehmigen lassen zu müssen. Die Reisfarmer hier würden ansonsten heute noch auf die Bewässerungskanäle warten müssen und könnten - wie es vorher der Fall war - nur einmal pro Jahr Reis anbauen.

    Weiters müsste man sich dann aber auch fragen, woher das Volksempfinden z.B. in Australien kommt, wo beim letzten Referendum - zur Überraschung der Monarchie-Gegner - die Mehrheit einen Verbleib Australiens bei der Krone befürworteten.
    Queen Elisabeth kann man sicher nicht als volksnah bezeichnen.

  5. #34
    Avatar von Chak

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    Zitat Zitat von Bukeo Beitrag anzeigen
    ganz einfach.
    Der König war vor seiner Krankheit ein sehr volksnaher König. Er sah sich Probleme an und löste sie, ohne nun den Antrag über das Parlament genehmigen lassen zu müssen. Die Reisfarmer hier würden ansonsten heute noch auf die Bewässerungskanäle warten müssen und könnten - wie es vorher der Fall war - nur einmal pro Jahr Reis anbauen.
    Ich hoffe es grenz nicht an LM, wenn ich die Frage aufwerfe, ob der König die Bewässerungskanäle ganz alleine mit eigener Hand gebaut hat.

  6. #35
    Bukeo
    Avatar von Bukeo
    Zitat Zitat von Chak Beitrag anzeigen
    Ich hoffe es grenz nicht an LM, wenn ich die Frage aufwerfe, ob der König die Bewässerungskanäle ganz alleine mit eigener Hand gebaut hat.
    er war der Bauherr - also entworfen und finanziert. Zement gemischt hat er wohl nicht, wenn du das meinst.
    Der König ist ja als Staudamm-Experte bekannt und wollte seinerzeit auch Thakin bei dessen Staudamm-Projekt Hilfe anbieten, als dieses Projekt den Bach runter ging. Hat Thaksin aber abgelehnt.

  7. #36
    Avatar von Chak

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    Genau deshalb kann man darüber nicht diskutieren, denn auch sachlich vorgebracht wäre jedes Argument dagegen bereits LM.

  8. #37
    ccc
    Avatar von ccc

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    Zitat Zitat von Bukeo Beitrag anzeigen
    ganz einfach.
    Der König ...
    "Ganz einfach" ist hier eine völlig unangebrachte Antwort, denn die Wertschätzung des Königs darauf zu reduzieren, dass er Bewässerungsysteme ziemlich unbürokratisch gefördert hat, das wäre zu billig. Der Reisbauer hat das sicher geschätzt, aber dem Bürohengst in Bangkok war das ebenso egal wie dem Gemüseverkäufer im örtlichen Thalat und anderen Bevölkerungsgruppen.

    Wahr ist vielmehr, dass es eine systematische Indoktrinierung der Königsverehrung von klein auf gibt. Ein Thai, soferne er nicht jenseits der 80 Jahre ist, kann sich nicht vorstellen, dass man den König etwas anderes als verehren kann, denn dass man das muss ist Teil der Erziehung. Hymne im Radio/TV dreimal am Tag, in der Schule beginnt der Unterricht mit diesem Thema, überdimensionierte Plakate überall, und und und. Wer sich mit Thailands Geschichte beschäftigt, wird wissen, dass diese Haltung gegenüber dem Monarchen nicht immer so war, sondern dass diese teilweise zu Recht um ihr Leben fürchten mussten weil sie so unbeliebt waren (besonders Rama VI und tlw. Rama VII).

    Dass was heute als Verehrung des Königs bezeichnet wird, ist also in erster Linie eine Folge der Erziehung und nicht "ganz einfach" mit seinen Bewässerungsprojekten zu begründen.

    Ob man so eine gezielte Erziehung gut heißt oder nicht, sein dahingestellt. Wir haben eine ähnliche Situation bei uns über Jahrhunderte mit der Rolle der Kirche gehabt, wo auch ähnlich indoktriniert wurde.

    Gäbe es diese Indoktrinierung nicht, würde der König heute vermutlich im Volk denselben Stellenwert haben, wie die Königin von England bei den Engländern. Die braucht kein Lese Majeste und ist trotzdem bei der Mehrheit angesehen und wird als wichtig für das Land empfunden.

    Ich glaube auch nicht, dass diese Indoktrinierung vom König ausgeht, sondern vielmehr von den Militärs, die sich so mit der Rolle des Beschützers der Monarchie eine zusätzliche Legitimität geschaffen haben, denn einen Putsch als "Rettungs der Monarchie" zu verkaufen ist politisch sinnvoller als die Begründung "Bewahrung der Pfründe und des Einflusses der Generäle".

    Zum Thema Bewässerungsprojekte des Königs noch eine Nebenbemerkung: Dass diese heute den Bauern gelegentlich wieder weggenommen werden, weil man das Wasser für einen Golfplatz des Militärs oder die Gartenanlagen eines Ressorts viel "sinnvoller" einsetzen kann, das sollte auch einmal bedacht werden. Dafür waren diese Anlagen nie gedacht, und die Reisbauern dort, konkret kenne ich so einen Fall bei Chiang Mai, stehen jetzt vor dem Ruin. Ich denke nicht, dass diese Vorgänge im Sinne des Königs sind.

  9. #38
    Bukeo
    Avatar von Bukeo
    Zitat Zitat von ccc Beitrag anzeigen
    ebenso egal wie dem Gemüseverkäufer
    naja, ohne Bewässerung kein Gemüse

    Wahr ist vielmehr, dass es eine systematische Indoktrinierung der Königsverehrung von klein auf gibt. Ein Thai, soferne er nicht jenseits der 80 Jahre ist, kann sich nicht vorstellen, dass man den König etwas anderes als verehren kann, denn dass man das muss ist Teil der Erziehung.
    tw. richtig. Nur wird bei uns das gleiche beim Papst gemacht. Der Papst muss einfach veehrt werden. Der König ist ja nicht nur König, sondern auch das Oberhaupt der thail. Buddhisten - also ähnlich dem Dalai Lama. Auch zu diesem sagt man: seine Heiligkeit..., also veehrt ihn.
    Ich denke nicht, das Thais nur durch die Erziehung den König veehren, sondern auch zusätzlich wegen seiner Volksnähe, gleiches gilt für Prathep.
    Keiner wird gezwungen, sich zwecks Genesungswünsche ins Buch beim Krankenhaus einzutragen, Millionen haben es getan.
    Ein Thai kann sich eine Republik Thailand halt nicht vorstellen, Australien übrigens auch nicht. Ist halt Teil der jeweiligen Kultur.

    Zum Thema Bewässerungsprojekte des Königs noch eine Nebenbemerkung: Dass diese heute den Bauern gelegentlich wieder weggenommen werden, weil man das Wasser für einen Golfplatz des Militärs oder die Gartenanlagen eines Ressorts viel "sinnvoller" einsetzen kann, das sollte auch einmal bedacht werden. Dafür waren diese Anlagen nie gedacht, und die Reisbauern dort, konkret kenne ich so einen Fall bei Chiang Mai, stehen jetzt vor dem Ruin. Ich denke nicht, dass diese Vorgänge im Sinne des Königs sind.
    ich glaube nicht, das durch die Bewässerung eines Golfplatzes die Wassermenge in den Stauseen beträchtlich absinkt.
    Ein Problem gibt es hier aber: die verkaufen Wasser aus den Staudämmen in die Stadt, das Wasser wird durch Pipelines direkt in die Stadt gepumpt. Dagegen laufen aber die Leute hier schon Sturm. Momentan ist noch nichts gefährdet, aber sollte es dazu kommen - werden die Demos wohl grösser werden. Da hab ich keine Sorge....

  10. #39
    ccc
    Avatar von ccc

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    Zitat Zitat von Bukeo Beitrag anzeigen
    Nur wird bei uns das gleiche beim Papst gemacht. Der Papst muss einfach veehrt werden. Der König ist ja nicht nur König, sondern auch das Oberhaupt der thail. Buddhisten - also ähnlich dem Dalai Lama. Auch zu diesem sagt man: seine Heiligkeit..., also veehrt ihn.
    Das stimmt so nicht (mehr). Früher war das so, siehe meinen Beitrag, aber davon kann doch heute keine Rede mehr sein. Millionen Katholiken kritisieren den Papst öffentlich und keiner muss dafür eine Strafverfolgung fürchten. Da ist der Sachverhalt doch ein völlig anderer als beim thail. König. Dort heißt es: Kritik=Anklage wegen Lese Majeste. Auch hängt bei uns nicht an jeder Straßenkreuzung ein Papstplakat und es wird nicht 3x am Tag in Radio und Fernsehen der Rosenkranz gebetet.

    Das sind 2 völlig verschiedene Paar Schuhe.

    Zitat Zitat von Bukeo Beitrag anzeigen
    Keiner wird gezwungen, sich zwecks Genesungswünsche ins Buch beim Krankenhaus einzutragen, Millionen haben es getan.
    Ein Thai kann sich eine Republik Thailand halt nicht vorstellen, Australien übrigens auch nicht. Ist halt Teil der jeweiligen Kultur.
    Stimmt in der Aussage, dass keiner gezwungen ist, wenn man von psychologischem Zwang absieht. Es ist halt so wie bei uns früher auf dem Land: Wenn der Bauer Sonntags nicht in die Kirche ging, weil er eigentlich nicht wollte, so haben ihm die Bemerkungen und das Mobbing seiner Nachbarn sehr schnell klargemacht, dass er besser doch gehen sollte. Gezwungen hat ihn auch niemand, wenn man so will, trotzdem tat er es nicht ganz freiwillig.

    Bukeo, sieh es doch einmal so: Eine 99,99%-Zustimmung zu einer Institution, Regierung, Religion, etc. gibt es in keinem Land wirklich. Dort wo solche Zahlen veröffentlicht werden, wissen wir doch alle dass sie nicht stimmen. Warum soll das in Thailand anders ein?

  11. #40
    Bukeo
    Avatar von Bukeo
    Zitat Zitat von ccc Beitrag anzeigen
    Das stimmt so nicht (mehr). Früher war das so, siehe meinen Beitrag, aber davon kann doch heute keine Rede mehr sein. Millionen Katholiken kritisieren den Papst öffentlich und keiner muss dafür eine Strafverfolgung fürchten. Da ist der Sachverhalt doch ein völlig anderer als beim thail. König. Dort heißt es: Kritik=Anklage wegen Lese Majeste. Auch hängt bei uns nicht an jeder Straßenkreuzung ein Papstplakat und es wird nicht 3x am Tag in Radio und Fernsehen der Rosenkranz gebetet.
    ja, aber das geht nicht vom König aus, sondern wird politisiert und zwar von allen Parteien.

    Stimmt in der Aussage, dass keiner gezwungen ist, wenn man von psychologischem Zwang absieht. Es ist halt so wie bei uns früher auf dem Land: Wenn der Bauer Sonntags nicht in die Kirche ging, weil er eigentlich nicht wollte, so haben ihm die Bemerkungen und das Mobbing seiner Nachbarn sehr schnell klargemacht, dass er besser doch gehen sollte. Gezwungen hat ihn auch niemand, wenn man so will, trotzdem tat er es nicht ganz freiwillig.
    naja, wer zwingt aber z.B. die Millionen an die Strasse, wenn in Spanien, England, Belgien usw - bei Feierlichkeiten das Königspaar vorbeizieht.
    Ich denke nicht, das hier ein psychologischer Zwang besteht.
    Schau - man hat den Jugendlichen ja auch nicht eingeimpft, Thaksin zu veehren. Nun gibt es sogar Thaksin-Dörfer, tw. hängt schon sein Bild in den Häusern und er wird veehrt schon fast wie der König. Aber halt nur fast, das ärgert ihn ja so :-)

    Bukeo, sieh es doch einmal so: Eine 99,99%-Zustimmung zu einer Institution, Regierung, Religion, etc. gibt es in keinem Land wirklich. Dort wo solche Zahlen veröffentlicht werden, wissen wir doch alle dass sie nicht stimmen. Warum soll das in Thailand anders ein?
    das ist richtig. Ich schätze aber trotzdem, das der König die Absolute bekommen würde, würde man ein Referendum über die Monarchie abhalten.

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