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Kriegsrecht ausgerufen in Teilen des Suedens von Thailand

Erstellt von hello_farang, 05.01.2004, 23:51 Uhr · 18 Antworten · 1.217 Aufrufe

  1. #11
    woody
    Avatar von woody

    Re: Kriegsrecht ausgerufen in Teilen des Suedens von Thailan

    Zitat Zitat von hello_farang",p="104451
    ...aber der Tenor ist: "da braut sich was zusammen im Sueden..."hello_farang
    @farang, Wie ist denn deine Einschätzung der Situation, was glaubst du, wie es weitergeht :???: ??

  2.  
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  3. #12
    hello_farang
    Avatar von hello_farang

    Re: Kriegsrecht ausgerufen in Teilen des Suedens von Thailan

    Hallo woody,

    das ist der Tenor, den ich von meheren Leuten (thai wie deutsch) gehoert habe, die zur Zeit drueben sind bzw. gerade wiedergekommen sind. Ich teile die Meinung aber, da Du mich fragst.

    Wenn man Terroristen oder Separatisten massiv auf die Pelle rueckt -und 3000 Soldaten plus Spezialeinheiten ist fuer mich massiv- kann ich mir gut vorstellen, das es zu weiteren Anschlaegen kommt. Was dann ein weiteres haerteres Durchgreifen der Regierungstruppen zur Folge haben wird. Darunter hat sowohl die friedliche Bevoelkerung zu leiden, welche ja den ueberwiegenden Teil darstellt, als auch die stationierten Truppen.

    Ich hoffe nur, das nicht doch ein Durchgeknallter auf die Idee kommt, mal eine Bombe in der Kao San road, oder in Patong, oder Pattaya zu zuenden. Bloss leider scheint das ja Schule zu machen unter Terroristen, um den Staat herauszufordern.

    Bin gewiss kein Terrorismu5experte, aber wenn ich mir die neuen Ziele so ansehe... Egal ob Kuta, Israel, Bagdad, Istanbul, Djerba, Marokko, oder New York. Andere "Gruende", aber sehr aehnliche Anschlaege. Frueher wurden eher Regierungsziele angegegriffen, mittlerweile scheinen jedoch weiche Ziele voellig legitim zu sein.

    Ich war kurz nach den Bali-Anschlaegen in der Kao San road an Loy Kratong. Strasse war gesperrt, und gerappelt voll mit Menschen. Man, nix wie raus hier, war mein einzigster Gedanke...

    ...meint ein nachdenklicher hello_farang

  4. #13
    Avatar von Otto-Nongkhai

    Registriert seit
    05.11.2002
    Beiträge
    12.292

    Re: Kriegsrecht ausgerufen in Teilen des Suedens von Thailan

    Keine Angst ,hello_farang,die Polizeipräsens ist in ganz Thailand stark und überall werden jetzt auch Ausländer nach Ausweisen gefragt ,Anweisung vom grossen Häuptling Thaksin.

  5. #14
    mrhuber
    Avatar von mrhuber

    Re: Kriegsrecht ausgerufen in Teilen des Suedens von Thailan

    Otto, reicht es, wenn ich eine Kopie des Passes bei mir trage?

    Gruß
    Karlheinz

  6. #15
    hello_farang
    Avatar von hello_farang

    Re: Kriegsrecht ausgerufen in Teilen des Suedens von Thailan

    @Otto_Nongkhai:
    Ich hoffe mal auch nach "Waffen, Munition, und Funkgeraeten?" so wie damals beim Transit durch die DDR?!

    Im Ernst: Ein Ausweis ist doch schnell besorgt, nicht zuletzt in Siam.
    Das Problem liegt doch ganz woanders, naemlich bei rollenden Bomben, oder denen auf 2 Beinen.

    Nen Ausweis braucht danach niemand mehr...

    hello_farang

  7. #16
    hello_farang
    Avatar von hello_farang

    Re: Kriegsrecht ausgerufen in Teilen des Suedens von Thailan

    @mrhuber:

    Soweit mir bekannt ist, reicht nach wie vor eine Kopie des Reisepass. Muss eben nur auch die Seite mit dem Visum/Einreisestempel dabei sein.

    hello_farang

  8. #17
    Iffi
    Avatar von Iffi

    Re: Kriegsrecht ausgerufen in Teilen des Suedens von Thailan

    Da ich gerade aus Thailand zurück bin, zwar nicht ganz so weit südlich, hier ein paar Infos zu der Sache, die ich aus lokalen News Papern und lokalen Thai-Meinungen erhielt.

    1. Es besteht weitgehende Einigung darüber, dass der Terrorismus in Thailand eine neue Qualität angenommen hat. Es fielen die Worte: jetzt hat der internationale Terrorismus auch Thailand erwischt.

    2. Auch ich fragte mich, warum die Schulen in diesem Zusammenhang leiden müssen. In diesem speziellen Fall war es ein Ablenkungsmanöver. Die Jungs haben 3 Schulen angezündet um ungestörtes Spiel beim Waffen-Klauen zu haben. Die Polizei ist nämlich fast geschlossen zu den brennenden Schulen ausgerückt. Damit hatten die Jungs ziemlich leichtes Spiel bei der Aneignung von Waffen.

    3. Es gibt warnende Stimmen der Thai Intellektuellen, die sagen, den Bogen mit "martial law" nicht zu überspannen, sondern anstatt zu versuchen, die Zivil-Bevölkerung durch Arbeitsplatz Development zu gewinnen. Wie man hört, hat sich auch Taxin in dieser Hinsicht geäussert. Er spielt aber auch den law and order Mann.
    Je nach Opportunität und Zuhörerschaft.

    4. Manche lokale Thais mögen auch die Idee der politischen Verschwörung. Mit anderen Worten, dies ganze Spiel ist von der Opposition angezettelt um Taxin zu schaden.

    5. Je nachdem, wer von den Thai-Offiziellen sich über diesen letzten Vorfall äussert, ist von Banditen und Kriminellen die Rede, die man schon im Griff hat, um nämlich den Tourismus nicht zu gefährden, oder von internationalem Terrorismus, nämlich von den Leuten, die den Ernst der Lage und wie gesagt, die neue "Qualität" der Anschläge erkannt haben.

  9. #18
    irrlicht
    Avatar von irrlicht

    Re: Kriegsrecht ausgerufen in Teilen des Suedens von Thailan

    Unruheherd in Thailands Süden
    -------------------------------------------
    Vor kurzem wurde Thailand von Terroranschlägen erschüttert. Hinter den
    Angriffen werden islamische Rebellen vermutet. Nun wurde Haftbefehl gegen vier Verdächtige erlassen. Hintergründe zur Lage in Thailand.

    Zwei stark bewaffnete Gruppen attackierten Anfang Januar 2004 militärische Außenposten und Polizeistationen. 21 Schulen wurden in Brand gesetzt. Vier Soldaten kamen ums Leben. Dutzende Maschinengewehre und Granatwerfer gerieten in die Hand der etwa 200 Mann zählenden Rebellen. Die Regierung in Bangkok verhängte sofort den Ausnahmezustand in den Südprovinzen. Mehrere Verdächtige wurden bei Razzien verhaftet und 3000 Soldaten als Verstärkung in das Gebiet geschickt. Am Donnerstag (15.1.2004) hat Bangkok den ersten Erfolg der Fahndung nach den Rebellen gemeldet: Vier mutmaßliche Anführer
    sollen festgenommen worden sein. Ihnen droht die Todesstrafe wegen
    Landesverrats.

    Die islamische Separatistengruppe "Mujaheddin Pattani" ("Gotteskrieger
    Pattanis") soll hinter den Anschlägen stehen, behauptet die Regierung um Thailands Premierminister Thaksin Shinawatra. Die Gotteskrieger stehen, laut bisherigen Erkenntnissen, mit der internationalen moslemischen Terrororganisation "Jeemah Islamiyah" in Verbindung, einer südostasiatischen Terrorgruppe, die wiederum Teil des Al Kaida Netzwerks sein soll. Der Sicherheitsdienst der thailändischen Regierung hatte im Dezember 2003 Hinweise erhalten, dass eine Gruppe von 200 ausgebildeten Terroristen sich aus Malaysia auf den Weg nach Thailand gemacht habe.

    Seit Jahrzehnten ein Krisenherd

    Ob es sich bei den Rebellen tatsächlich um moslemische Gotteskrieger aus dem Al Kaida Netzwerk handelt, oder ob die thailändische Regierung mit ihren Verlautbarungen internationalen Rückhalt für ihr rigoroses Durchgreifen im Süden des Landes haben will, ist fraglich, spekuliert Michael H. Nelson, wissenschaftlicher Mitarbeiter und Südostasien Experte der Universität Bangkok. Denn Thailands Problem mit dem Süden ist eines, dass sich nicht erst mit Al Kaida und dem 11. September verschärft hat.

    "Der Süden Thailands ist schon seit Jahrzehnten ein Krisenherd. Die
    malaysischen Moslems im Süden des Landes fühlen sich von den Thais im
    Norden diskriminiert und so kam es immer wieder zu Aufständen", erklärt Nelson.
    Es sei schon fast symbolisch, wenn die Rebellen ausgerechnet Schulen
    anzünden.
    Denn: Die Regierung ließ vor einiger Zeit in allen staatlichen Schulen im Süden Buddha Statuen aufstellen. - Nur ein Beispiel für das kulturell unsensible Verhalten der Thais gegenüber ihren moslemischen Mitbürgern, meint Nelson.

    Die jüngsten Aufstände in der Region haben ihre historischen Vorgänger in den 1970er und 1980er-Jahren. Damals forderte die PULO (Pattani United Liberation Organization) die Unabhängigkeit der überwiegend von malaysischen Moslems bevölkerten Provinzen Narathiwat, Pattani, Yala und Satun.
    Hintergrund dieser separatistischen Bewegungen war die Auffassung, dass Thailand eine Besatzungsmacht für die rund drei Millionen malaysischen Moslems darstelle.

    "Die Thais waren einmal eine imperialistische Kolonialmacht im Südosten Asiens", sagt Michael Nelson. "So zumindest würden das die malaysischen Moslems im Süden empfinden." Immer wieder forderten die Moslems ihre kulturelle und politische Selbstständigkeit. Der Widerstand kam jedoch Mitte der 1980er-Jahre zum Erliegen. Seither gab es vereinzelte Bombenanschläge und Terrorangriffe gegen Institutionen der Regierung, aber von einem organisierten Widerstand konnte nicht mehr die Rede sein.

    Viele leben unterhalb der Armutsgrenze

    Ein großer Teil der Bevölkerung in den moslemischen Provinzen lebt
    unterhalb der Armutsgrenze. "Die Infrastruktur ist unterentwickelt und das Bildungssystem marode. Außerdem wurde diese Region nahezu vollständig von der Tourismusindustrie und dem wirtschaftlichen Boom im Norden des Landes ausgeschlossen", behauptet Frank Umbach, Leiter des Asien und Pazifik Programms der Deutschen Gesellschaft für Außenpolitik. Obwohl 85 Prozent der Bewohner im Süden Thailands Moslems sind, haben diese nur 20 Prozent der Stellen in Verwaltung und Polizei inne. Die staatlichen Schulen unterrichten zudem auf thailändisch, so dass viele der malaysisch sprechenden Kinder stattdessen Koranschulen besuchen.

    Premierministerin Thaksin Shinawatra verkündete deshalb kurz nach den
    Anschlägen, sie wolle auch den Süden am Wohlstand des Landes teilhaben
    lassen. "Über die nächsten fünf Jahre werden wir aggressiv an der
    wirtschaftlichen Entwicklung unserer vier südlichen Provinzen arbeiten.
    Die Bevölkerung braucht dringend Reformen in der Bildung und verbesserte Bedingungen auf dem Arbeitsmarkt." Angesichts der jahrelangen wirtschaftlichen und kulturellen Diskriminierung des Südens, klingt die Aussage der Premierministerin unglaubwürdig, sagt Michael Nelson. "Was die Moslems in erster Linie wirklich brauchen, ist die Anerkennung ihrer Kultur."

    Autor: Igor Krstic

    Quelle: http://www.dw-world.de © Deutsche Welle

  10. #19
    Avatar von seven

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    20.08.2001
    Beiträge
    1.676

    Re: Kriegsrecht ausgerufen in Teilen des Suedens von Thailan

    Interessanter Bericht.
    Wie auch in vielen anderen Gegenden der Welt haben diese Unruhen also auch ihre Gründe. Wenn selbst Thaksin eingesteht, dass die vier Provinzen arm sind und dort schon lange Nachholbedarf besteht, erklärt sich wohl so einiges. Bleibt nur zu hoffen, dass dieser Einsicht Taten folgen und nicht nur blind das Militär in die Provinzen geschickt wird. Sonst kann das schnell zu einem zweiten Aceh werden.

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