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Königliche Chemie

Erstellt von Rene, 21.03.2005, 18:01 Uhr · 18 Antworten · 1.128 Aufrufe

  1. #11
    Avatar von Jinjok

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    Re: Königliche Chemie

    Ab einer Luftfeuchtigkeit von 60% fliegen die königlichen Regenmacher in die wolkenbringenden Luftschichten und initiieren dort mit dem Ausstreuen von Chemikalien die Bildung von Wassertröpfchen. So entstehen aus der vorhandenen Luftfeuchtigkeit dünne Wolken. Im zweiten Schritt fliegen die Agropiloten dann direkt über die so angereicherten Wolken und füttern mit weiteren Chemikalien nach, wobei dann die gefrorenen Wasserpartikel so schwer werden daß sie genau dort abregnen wo man es gewollt hat. Das erklären derzeit fast täglich alle Zeitungen in Thailand.

    Leider hat auch, trotz des ersten Erfolges, das königliche Regenmacherprojekt mit den normalen Gegebenheiten das thailändischen Alltags zu kämpfen. Die Lager für die Regenmacherchmie des Landwirtschaftsministeriums sind, wie es sich für die Trockenzeit gehört, randvoll. Leider sind die Chemikalien überlagert und somit regaieren sie nicht mehr exakt wie man das berechnet. Also muß mehr Chemie genommen werden mit weniger Ertrag.

    Die neue Landwirtschaftsministerin (ex. Familien- und Gesundheitsministerium) läßt nun überall kleinere Mengen der Chemie direkt ankaufen. Leider wird auch das durch logistisches Unvermögen im Ministerium behindert, d.h. es kommt nicht zu den benötigten Mengen. Auch haben Armee und Staatsapparat beiweiten nicht so viele Flieger abgestellt, wie sie es für die Propagandanummer mit den Origamivögeln noch im letzten Dezember getan hatten. Also selbst wenn genug Chemie da wäre, hätten die Piloten nicht genug Flieger um überall dort Wolken zu sähen, wo es jetzt nötig wäre.
    [hr:afc962d059]
    Aber ganz nebenbei kommt jetzt auch wiedermal zur Sprache, daß mit den milliardenschweren Bewässerungsprojekten der Shinawartra 1 Regierung überhaupt kein Nutzen für eine Trockenheit erzielt wurde. Die Bewässerungskanäle können nur mehr wasserintensiven Pflanzen in der Trockenzeit das Überleben sichern, wenn auch Wasser da wäre, was es zu verteilen gäbe, das hat Shinawatra irgendwie übersehen.

    Aber das stört ihn nicht und daher kündigt er neue Milliarden für die übersubventionierte Landwirtschaft an um ganz Thailand mit Bewässungssystemen zu versehen, damit auch künftig in der Trockenzeit unvernüftig wasserintensive Überproduktion betrieben werden kann, deran gewinnbringender Absatz am Weltmarkt ebenso fraglich ist. Wenn auch dieses Geld buchstäblich in den Sand gesetzt sein wird, wird er vielleicht einmal merken, daß er zuerst Wasser braucht, bevor er es verteilen kann. Denn anders als mit seinen faulen Subventionen (Diesel/30-Baht-Krankenversicherung/1 Mio-Dörfer-1 Mio THB) kann man Wasser nicht durch Schulden von zukünftigen Generationen borgen.

    Heute kann Thailand nur 10% der jährlichen Niederschlagsmenge speichern, 20% sollten aber normal möglich sein. Diese Zahl wäre noch niedriger, wenn das Königshaus nicht schon zahlreiche Dämme errichtet hätte. Die unvermindert anhaltenden Brandrohdungen der Wälder schädigen die Speicherkapazität weiter. Aufforstungsprojekte sind dringend nötig und endlich eine Durchsetzung des Verbotes des illegalen Holzeinschalges durch die Regierung und ihre korrupten Beamten.
    Jinjok

  2.  
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  3. #12
    Avatar von E.Phinarak

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    Re: Königliche Chemie

    Wie wirkt sich denn so ein künstlich erzeugter Chemieregen langfristig auf die Landwirtschaft aus ? Ich meine Rückstände in allen möglichen Lebensmitteln, Reis, Früchte und Vieh. Wird da nicht das nächste Problem nach SARS und seine Folgen (Export von Geflügel, etc) produziert?

  4. #13
    Avatar von Jinjok

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    Re: Königliche Chemie

    Hier noch ein paar Links:

    Der König überwacht das Regenmachen

    Schlechte Versorgung stört Regenmachen

    sodium chloride = Kochsalz
    calcium chloride = nomes est omen

    So schädlich kann das für die Umwelt nicht sein, da es sich dabei auch um singuläre Einsätze handelt und die Wassermengen die Chemikalien enorm verdünnen.
    Jinjok

  5. #14
    Avatar von Jinjok

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    Re: Königliche Chemie

    Die neue Landwirtschaftsministerin Sudarat Keyuraphan fand heute deutliche Worte über gepanschte Chemikalienlieferungen, deren minderwertige Qualität die königlichen Regenprojekte dieses Jahr stark behinderten.

    Im Moment ist noch nicht klar ob es sich dabei um korrupte Beamte oder nachlässige Kontrollen der Beamten dafür verantwortlich sind. Gegen 13 Beamte wird im Moment ermittelt.

    Thai Salt Centre Co Ltd gewann am 1. März eine Ausschreibung über 860 Tonnen Chemikalienlieferungen im Wert von 5.4 Mio THB. 260 Tonnen sind bereits geliefert und zum Teil verwendet worden. Das Ministerium wurde über eine besonders schlechte Qualität der Lieferung anonym informiert. Kontrollen der nicht verwendeten Teillieferungen ergaben einen Gehalt von weniger als 40% Kochsalz. 95% waren vertraglich vereinbart.

    Die Ministerin prüfe nun sowohl straf- wie zivilrechtliche gegen Thai Salt. Schadensersatz soll auch für die erfolglosen Flüge gefordert werden.
    Jinjok

    http://www.nationmultimedia.com/2005..._16947738.html

  6. #15
    mot daeng
    Avatar von mot daeng

    Re: Königliche Chemie

    2003 gab es ja schon mal die schlimmste duerrekatastrophe aller zeiten , 2002 glaub ich auch , oder war es 2001? , fakt ist aber , das dass auf einer insel wie samui dann besonders deutlich wird . 2003 gingen dann aufrufe an die hotels . die pools zu schliessen , und ueberhaupt , die farangs sollten mithelfen wasser zu sparen .
    bitte versteht mich nicht falsch , eine insel , die heute 200 000 staendige bewohner hat , und dazu noch 1 mio touris , verbraucht natuerlich mehr wasser als wie vor 20 jahren , wo es nur 20 000 einwohner und genauso viele touris gab .
    und 2003 gabs dann in nathon diese lkw waschanlage , wo die verstaubten lkw´s mit dem schlauch abgespritzt wurden , stundenlang . scheint also keinen wirklich zu stoeren ...
    was soll das dann mit dem bischen silbernitrat bewirken ? das problem ist doch ein ganz anderes , dies gilt zumindest fuer samui .
    im isaan , eingangs schon erwaehnt , gibt es die groesste watershortage seit menschengedenken scheinbar jedes jahr .
    aehnlich wie in zentralthailand . letztes jahr die familie meiner zukuenftigen besucht . ploetzlich troepfelte das wasser im haus der eltern nur noch aus dem hahn. schulterzuckend sagte sie mir , das wohl zu viel leute gerade hier sind . wollten alle den farang gucken . und ich war wieder schuld! an der watershortage

  7. #16
    Avatar von alhash

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    Re: Königliche Chemie

    @Jinjok,

    könntest Du mir bitte das:

    für die übersubventionierte Landwirtschaft
    näher erläutern. Was, wer wird subventioniert

    Freundliche Grüße
    AlHash

  8. #17
    Avatar von x-pat

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    Re: Königliche Chemie

    Jinjok: sodium chloride = Kochsalz

    ...heißt Natriumchlorid auf Deutsch. Sorry for nitpicking...

    x-pat

  9. #18
    kraph phom
    Avatar von kraph phom

    Re: Königliche Chemie

    Heisst die Firma wirklich Thai Salt Centre Co Ltd oder Thasco ?

  10. #19
    Avatar von Jinjok

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    Re: Königliche Chemie

    Zitat Zitat von x-pat",p="232753
    Jinjok: sodium chloride = Kochsalz

    ...heißt Natriumchlorid auf Deutsch. Sorry for nitpicking...
    @ X-Pat
    Und Natriumchlorid ist was?

    @ Khapom
    Die Nation schrieb Frau Sudarat stellt die Firma Thai Salt Center an den Pranger. Folge dem Link in meinem vorherigen Posting.

    @ Alhash
    Subventionen heißen in Thailand "XYZ-scheme" und davon gibt es gerade in der Landwirtschaft mehr als es wirklich Sinn macht. Das zeigt die aktuelle Dürreperiode wieder deutlich. Das bekannteste ist das OTOP-scheme.

    Hier gammeln Produkte für die es eigentlich keinen Bedarf gibt, aber durch Shinawatras Beschäftigungstherapie und mit Unsummen (Milliarden) subventioniert nun in 1000den neu errichteten OTOP-Outlets vor sich hin, weil nur im ersten Jahr die Leute kamen um das Neue auszuprobieren. Nun habens alle mal gesehen und jetzt liegen die ganzen "Naturprodukte" rum.

    Ein weitere populäre Geldpumpe ins Bodelose war das 1-Mio-THB 1-Mio-Tamboon Scheme. Was mit dem Geld geschehen ist wissen wir doch eigentlich alle.

    Dann gib es eine Reihe weitere Projekte, in dem die Regierung Brachland aufkaufte (defakto Enteignung) um daraus Farmland zu machen und das an Tagelöhner mit billigen Krediten abgab, die auch niemals zurückgezahlt werden dürften. Die Neubauern versuchen nun auf einem Markt der ohnehin schon nichts hergibt zusätzlich Produkte zu erzeugen, die nun obendrein aus China noch billiger ins Land strömen. Und das insbesondere im Isaan, wo der Ertrag pro Rai um ein Drittel (??) niedriger ist als in der Zentralregion. Das heißt die Kosten pro Tonne Erzeugnis sind viel zu hoch. Aber de gibts ja Geld für Bewässerung etc.

    Um die drückenden Kredite bedienen zu können sind die Bauern im Isaan gezwungen, auch in der Dürre eine zweite Frucht auszubringen was uns wieder zu den staatlichen Bewässerungskanälen bringt, die aber in der Trockenzeit auch kein Wasser zu verteilen haben, da Landesweit ca. 300 Wasserspeicher/Staudämme gebaut werden müssten. Das sind natürlich auch Subventionen in eine Landwirtschaft der Überproduktion (die EU läßt schön grüßen).

    Als letztes soll der Kautschukanbau im Süden genant sein, wo ganze Landstriche in Monokultur in giantische Platagen verwandelt wurden und die Regierung den konstant fallenden Preis für Kautschuk hinterhersubventioniert.

    All das im Laufe der Zeit zu erfahren zu haben brachte mich dann mal zu dem Schluß, daß auch Thailands Landwirtschaft übersubventioniert ist. Das will sagen hier werden Farmer mit Geld vom Staat dazu gebracht Produkte zu erzeugen, für die eigentliche keine markt bei den Herstellungskosten da ist, zumindest nicht in den immer mehr gesteigerten Mengen.
    Viele Grüße
    Jinjok

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