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Kleinigkeiten in LOS

Erstellt von Serge, 19.05.2006, 13:38 Uhr · 26 Antworten · 1.349 Aufrufe

  1. #21
    Chak3
    Avatar von Chak3

    Re: Kleinigkeiten in LOS

    Wo ist denn die Grenze zum Zinswucher?

  2.  
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  3. #22
    Avatar von mipooh

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    Re: Kleinigkeiten in LOS

    Ist es. Zinswucher wird in Thailand mit Knast bestraft. Und nicht zu gering.
    Hmm, das ist mir jetzt etwas merkwürdig...
    Neulich war eine Cousine hier, die in Frankreich lebt und arbeitet. Die hatte gespart um die Schulden (5%) der Familie zu bezahlen, aber den hohen Zins nicht zahlen wollte. Sie hatte sogar einen Anwalt (erstmal 60 000 Bath für den berappt), der ihr erzählte, dass der Zins unkorrekt sei und sie nur einen banküblichen zahlen müsse. Sie flog dann aber unverrichteter Dinge zurück. Von Knast für den Verleiher war nie die Rede, nichtmal von Unannehmlichkeiten.

  4. #23
    Avatar von Serge

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    Re: Kleinigkeiten in LOS

    Das sogenannte Kredithai = Loan Shark Geschaeft blueht hier immer noch. Insbesondere im Immobilienbereich, wo es noch ueblere Zinssaetze gibt plus disagio etc.

    z.B. 3 Mio Baht Kredit, fuer 15% fuer 3 Monate, es werden aber nur 2,5 Mio Baht ausgezahlt etc. Wahnsinn. Was da fuer Kapital verschwindet ist verrueckt. Hauptursache hier sind aber auch die Thai Banken, die zumeist nur nach Erhalt enormer Mengen T-Geld bereit sind ueberhaupt Kredite zu vergeben. Das (eigentlich fehlende) Finanzwesen ist nach der Korruption eines der groessten Hindernisse Thailands, ohne Frage.

  5. #24
    Tramaico
    Avatar von Tramaico

    Re: Kleinigkeiten in LOS

    Fuer Kleinkredite auf der Strasse sind 20% im Monat normal. Sagen wir es gibt 5.000 Baht auf die Hand und jeden Tag kommt der Loan-Shark und sammelt dann 100 oder 150 Baht ein.

    Ja, es ist illegal geht aber Hand in Hand mit der oft pragmatische Denke hier vor Ort:

    Es werden kurzfristig 5.000 Baht (z. B. Schulgeld) benoetigt, die aber die Bank auf Grund mangelnder Sicherheit nicht gewaehrt. Somit bleibt dann das Pfandhaus oder der Zinswucherer, die sich natuerlich eine goldene Nase verdienen. Besonders beliebte Klienten sind die mit einem Kleingewerbe, also z. B. der Som Tam Stand an der Ecke.

    Hier kommen taeglich Einnahmen herein und somit koennen dann auch die besagten 100 - 150 Baht Tagessatz am abend kassiert werden. Die Klienten machen sich wenig Gedanken um den hohen Zinssatz, denn die Welt ist dann in Ordnung und logisch, wenn man sich die "nur" 100 - 150 Baht am Tag leisten kann, so dass es dann nicht wesentlich ist, dass man am Ende 6.000 Baht zurueckzahlen muss. Das schnell verfuegbare Geld ist das primaere Element.

    Interessant ist es, wenn die Loan Sharks (haeufig mit Turban bestueckt und einem Bauchtaschenguertel) auf einem Markt am fruehen Abend auftauchen. Dann kommt Leben ins Geschehen und nicht unhaeufig wird von den Schuldnern dann im wahrsten Sinne des Wortes die Beine in die Hand genommen, denn von dem, der nicht da ist, kann ja nicht kassiert werden.

    Ja, es ist unserioes und/oder sogar kriminell Zinswucher zu betreiben, aber andererseits moechten viele Leute diese wiederum auch nicht missen, speziell wenn es um Situationen geht, dass einige Tausend Baht sehr schnell und formlos benoetigt werden. Wer hier versucht zu missionieren oder zu stark in das Geschehen eingreift, geraet recht schnell zwischen die Fronten.

    Nein, ich bin nicht im Zinswuchergeschaeft taetig ;-D aber was bleibt dem armen Mann auf der Strasse, wenn er schnell Geld in einem Notfall benoetigt, aber die Bank nichts geben will?

    Greift der Staat ins Geschehen ein und ermoeglicht wiederum zu einfach und schnell an Bares ranzukommen, dann wuerde die Schlange schnell sehr lang werden und dieser am Ende sicherlich selbst auf einem Berg von geplatzen Krediten sitzenbleiben.

    Was bleibt ist letztendlich nur die Weisheit zu implementieren, "erst sparen dann kaufen" oder auch "nicht jeder Baht muss auch tatsaechlich sofort ausgegeben werden", nicht nur in Thailand, sondern auch in vielen anderen Laendern. Mir persoenlich sind 10.000 Baht auf der Bank viel mehr wert, als das neuste 20.000 Baht Mobiltelefon in der Hand. Liquiditaet ist, was letztendlich zaehlt, ob nun im kleinsten (individueler Haushalt) oder auch groesstem Unternehmen (bis hin zur Landesregierung), denn das Wasser ist voller Haie, die nach Beute suchen.

    Eine Lektion, die manchmal die Som-Tam Lady oder auch der Manager im Nadelstreifen-Armani auf die harte Tour lernt.

    Viele Gruesse,
    Richard

  6. #25
    Avatar von chinnotes

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    265

    Re: Kleinigkeiten in LOS

    Sawasdeekrap,
    Ein Schwager von mir (genauer der Mann der ältesten Schwester meiner Frau) war vor Jahren so ein Geldverleiher.
    Er war als Kind von der chines. Insel Hainan (in Thailand sagt man "Hailam") mittellos nach Thailand gekommen und wohnte bei einer Tante. Diese vererbte ihm bei ihrem Tod ein kleines Häuschen auf der Silom Road. Mein Schwager hat das Häuschen sofort sehr teuer (zum Abriss) verkauft (Silom Road war schon immer, was Grundstückspreise angeht, äußerst teuer). Mit dem erzielten Geld gründete er mit Erlaubnis der Central Bank of Thailand eine Art Bank genannt บริษัทเงินแชร์ม, Hauptsitz war Trang mit Filialen in Panga, Tungsong und Krabi. Er verlieh Geld kurzfristig (Maximum 3 Monate) an Chinesen, denen die Bank kein Geld leihen wollte. Als Sicherheit nahm er Grundstücke, ohne Sicherheit hat er nichts verliehen. Der Zinssatz war für unsere Verhältnisse unglaublich hoch, aber alles war strikt legal. Nach drei Jahren hatte er sehr viel Geld gewonnen und besaß ca. 200 Grundstücke von Leuten, die nicht zurückzahlen wollten oder konnten. Er hat dann die Firma geschlossen, ist nach USA ausgewandert und hat ein riesiges Haus in Queens, New York, gekauft...(jetzt ist er wieder in Thailand und macht andere Geschäfte)....ich möchte nochmal betonen: alles war legal, und niemand in Thailand hat je daran gedacht, darin etwas Verwerfliches zu sehen!
    Erwin / อัศวิน (chinnotes)

  7. #26
    Monta
    Avatar von Monta

    Re: Kleinigkeiten in LOS

    @chinnotes schreibt:
    "Der Zinssatz war für unsere Verhältnisse unglaublich hoch, aber alles war strikt legal."

    Wie hoch war denn der Zinssatz?
    Nehme mal an, daß es nicht unbedingt legal war.

    Gruß
    Monta

  8. #27
    Avatar von chinnotes

    Registriert seit
    16.06.2006
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    265

    Re: Kleinigkeiten in LOS

    Sawasdee,
    Leider weiß ich den genauen Zinssatz nicht mehr, ist zu lange her. Der Zinssatz schwankte wohl auch etwas, je nach der zugrunde liegenden Sicherheit. Aber: alles geschah mit Billigung der Central Bank of Thailand und war absolut legal, das kann ich versichern. Soweit ich mich erinnere hat ein Staatsanwalt namens Kun Kanit Na Nakorn vor Eröffnung der Bank (das war die Firma rechtlich gesehen nämlich) die rechtliche Seite überprüft. Kanit Na Nakorn ist übrigens nachher zum höchsten Staatsanwalt Thailands (in Deutschland würden wir sagen: Generalbundesanwalt) aufgestiegen, heute ist er pensioniert...
    Viele Grüße,
    Erwin (chinnotes)

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