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HIV: WHO verfehlt „3 in 5“-Ziel - Schwierige Situation in Th

Erstellt von Rene, 29.11.2005, 01:59 Uhr · 0 Antworten · 541 Aufrufe

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    Rene
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    HIV: WHO verfehlt „3 in 5“-Ziel - Schwierige Situation in Th

    GENF. Die Weltgesundheitsorganisation hat im Vorfeld des Welt-Aids-Tages am 1. Dezember einen umfangreichen Status-Bericht zur Aids-Epidemie vorgelegt. Nicht erwähnt wird das bisherige Leitprogramm der WHO „3 in 5“, dessen Scheitern der Leiter des Programms, Jim Yong-Kim, jetzt bekannt gab.

    Das erst vor zwei Jahren ins Leben gerufene Programm „3 in 5“ beschreibt das ehrgeizige Ziel der WHO, bis Ende 2005 in den armen Ländern (vor allem in Afrika) drei Millionen Menschen mit den überlebenswichtigen antiretroviralen Medikamenten zu versorgen. Einen Monat vor dem Ende dieser Frist konnte Kim gegenüber der britischen BBC nicht sagen, wie viele Menschen dieses Ziel erreicht haben. Die Zahlen lägen vermutlich erst Anfang nächsten Jahres vor.

    Ein Scheitern des „3 in 5“-Programms hatte sich bereits bei der Vorstellung eines Zwischenberichts im Juni 2005 angedeutet. Damals beharrte die WHO aber noch auf den Erfolgsaussichten. Auch jetzt bezeichnete Kim das Programm noch als Erfolg. Vor dem Start von „3 in 5“ hätten viele Politiker eine ganze Generation von Menschen in Afrika bereits abgeschrieben gehabt. Durch die öffentliche Wirkung des Programms sei das Schicksal dieser Menschen wieder auf die Tagesordnung genommen worden. Konkreten Nutzen hatten jedoch die wenigsten Betroffenen. Nach Schätzungen erhält nur einer von zehn Patienten in Afrika und einer von sieben in Asien die für ein Weiterleben notwendigen Medikamente.

    Auch in einem anderen Bereich scheint die wirkliche Situation nicht ganz dem von der WHO vermittelten Bild zu entsprechen. Der Status-Bericht beschreibt Thailand als Vorbild für eine erfolgreiche Eindämmung der HIV-Epidemie. Tatsächlich ist es der thailändischen Regierung gelungen, die Zahl der Neuinfektionen von 150 000 in 1991 auf 20 000 im Jahr 2004 zu senken. Die thailändische Regierung schätzt, dass die Prävalenz der HIV-Infektion von 2,4 Prozent vor einem Jahrzehnt auf 1,5 Prozent gesunken ist. Das wird nicht zuletzt auf die unentgeltliche Behandlung von mehr als 50 000 HIV-Infizierten mit antiretroviralen Medikamenten zurückgeführt.

    Hinter diesen Zahlen verberge sich jedoch eine gegensätzliche Entwicklung, beklagte sich Mechai Viravaidya, ein ehemaliger Minister und HIV-Koordinator der thailändischen Regierung, gegenüber der New York Times. Das Risikoverhalten der Jugendlichen sei in letzter Zeit deutlich angestiegen und die Prävalenz von HIV bei homo5exuellen und bi5exuellen Männern sei nach einer Umfrage von 17,3 auf 23,8 Prozent gestiegen.

    Der Regierung des populistischen Premierministers Thaksin Shinawatra wirft Mechai eine zunehmende Kriminalisierung der Patienten vor. Bei Razzien werde der Besitz von Kondomen als Beweis für eine illegale Prostitution gewertet. Auch eine 2003 gegen den Drogenhandel begonnene Kampagne habe den Präventionskampagnen geschadet, für die die Regierung entgegen ihrer Versprechungen deutlich weniger Geld ausgebe als noch vor einigen Jahren. Die gegenwärtige Situation sei ein Lehrbeispiel dafür, wie der Kampf gegen Aids verloren werden könne./rme

    Quelle: Deutsches Ärzteblatt

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