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Eine Zukunft für Bangkoks Bauruinen?

Erstellt von Jinjok, 28.02.2003, 15:24 Uhr · 3 Antworten · 1.173 Aufrufe

  1. #1
    Avatar von Jinjok

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    Eine Zukunft für Bangkoks Bauruinen?

    Im Zuge der im Gespräch befindlichen Kapital-Mobilisierungs-Gesetze kam auch die Frage auf, was mit den vielen seit der Asienkriese 1997 die Gesichter der Großstädte verschandelnden Bauruinen werden soll. Dazu wurde ein Seminar zu Strategien zur Wiederaufnahme verlassener Bauprojekte abgehalten.

    Ärger über Skyline-Skelette

    Spezielle Steuern und Gesetzesänderungen könnten Bauherren unvollendeter Gebäude zwingen, sich wieder um ihr Eigentum zu kümmern. Oder das Eigentum soll an neue Besitzer weitergegeben werden, die es in ertragreiche Geschäfte verwandeln. Experten sind sich einig, das einige der Bauruinen Potential für eine Reaktivierung hätten während andere unrettbar verloren seien. Der langsamme Herzschlag der Wirtschaftserholung für Eigentum ist darin begründet, daß Verkäufer, Käfer und Banken sich nicht über eine Entschuldung der Projekte einigen können.

    Surathian Chakthranont, Präsident ovon SC Asset erklärt, daß 185 verlassenen Baustellen in Bangkok nicht über die Grundpfeiler hinaus gekommen sind. Diese Projekte lohnen sich nicht fortzusetzen. Alle begonnen Bauten fertigzustellen würde außerdem zu einen Überangebot an Flächen führen. "Die Regierung sollte einige Maßnahmen ergreifen, um ide Eigentümer von unvollendeten Gebäuden zu zwingen, sich um ihre Baustellen zu kümmern. Besonders solche Bauten die Rückzugsgebiete für kriminelle Banden geworden sind und heute Schandflecken im Stadtbild darstellen."

    Wenn sie ihre verlassen Bauten nicht fertigstellen können, sollten die Besitzer enteignet werden und die Gebäude für die öffentliche Nutzung umgestaltet werden, beispielsweise als Museen oder Bibliotheken. Es gibt derzeit 508 unvollendete Hochhäuser mit 11 Mio m² Nutzfläche in Bangkok. Diese sind durchschnittlich zu 60 % fertiggestellt. Davon sind einer Untersuchung der Government Housing Bank 323 Gebäude mit 6 Mio m² sind über die Fundamente hinausgewachsen und 185 nicht einmal das.

    Asawin Pichayayothin, Dozent an der Chulalongkorn University sagte, die Baulizenzen von mehr als der Hälfte der Untzernehmungen seinen bereits abgelaufen und somit ungültig. Die 508 unvollendeten Gebäuden waren für zusammen 120 Mrd THB Baukosten veranschlagt. Einige der davon heute fertig zustellenden Projekte würde mit einer 40 prozentigen Kostensteigerung durch die zwischenzeitlichen Materialpreiserhöhungen belastet werden.

    Surathian Chakthranont fordert steuerliche Maßnahmen um die verlassenen Projekte wieder anzukurbeln. Zum Beispiel sollten die Übertragungssteuern und -Gebühren für Verkäufe/Käufe von der Thai Asset Management Corp (TAMC) gestrichen werden um Investoren den Einstieg in solche verlassenen Projekte schmackhaft zu machen. Auch sollen Investoren Anreize wie weitere Anreize dafür bekommen, das sie statt neue Projekte zu beginnen, lieber eines der verlassenen fertigstellen.

    Tipsuda Arriyavat, Managing Director der Sirida Group stimmte dem zu und fügte an, daß alle Parteien angehend der verlassenen Bauruinen an den Verhandlungstisch zurückkehren und die Schuldenreduzierung der Bauherren weiter diskutieren. Somjate Moosirilert, Managing Director der TAMC betonte, daß seine Behörde ein ganze Reihe von Notfällen verlassener Bauruinen auf der Tagesordnung haben. Es würde ein spezieller Fond eingerichtet, dem die Immobilien dann zugeordnet würden um wieder weiterentwickelt werden zu können. Die TAMC plant auch spezielle Broker zu engagieren, um kleinere Immobilien wie Häuser oder Town Houses an den Mann zu bringen. Für die Großprojekte würde Joint Ventures gegründet.

    Zahlen:
    -die 508 unfertigen Hochhäuser haben bis heute 200 Mrd. THB verschlungen
    -das macht 15% der geplatzten Kredite des Thai-Banken-Systems aus
    -Nutzfläche der Hochausruinen 11 Mio m²
    -verschwendete Grundstückflächen 1600 Rai
    -323 Ruinen im Hochbau, 185 in den Fundamenten
    -von den 6.4 Mio m² mit Entwicklungspotential sind 85 Bauten über 10 Etagen und 238 unter 10
    -Hochhauswohnungsmarkt hat jetzt 50.000 Einheiten wovon 10.000 leerstehen
    -alle unfertigen Bauten bergen weitere 40.000 Wohneinheiten
    -7.1 Mio m² Büroflächen sind am Markt und weitere 1.9 Mio im Bau
    - die unfertigen Projekte bergen weitere 1.6 Moi m² Bürofläche


    Quellen:
    www.bangkokpost.com
    www.nationmultimedia.com

  2.  
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  3. #2
    Avatar von MadMac

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    Re: Eine Zukunft für Bangkoks Bauruinen?

    Ich kann mich des Gedankens nicht erwehren, dass die Grundidee fuer das "Enteignungsprogramm" gerade von den ganzen Investruinen kommt. Und in diesem Fall kann man das Programm nur begruessen. Wer waere schon an 'ner Reisfelduebernahme im Isaan interessiert.....

    Gruss,
    Mac

  4. #3
    Avatar von Jinjok

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    Re: Eine Zukunft für Bangkoks Bauruinen?

    Es gibt da mindestens zwei verschiedene Arten von Ruinen. Da sind die, bei denen der Bauherr über alle Berge ist und sich kein Aas mehr um den Bau und die von ihm ausgehenden Gefahren, auch nicht in 50 Jahren kümmern wird. Hier trifft es keinen Falschen denke ich.

    Dann sind dort auch andere, die einen Lebenstraum verwirklichen wollten und nach der Krise von den Banken kalt abserviert wurden. Statt die Finanzierung zu retten, haben die Banken viele Bauherren in den Ruin getrieben. Die Krise wird in Thailand ja auch nicht zu unrecht, die Bankenkrise geannt, weil ein erheblicher Teil der unverantwortlichen Kreditpolitik der Banken die Asienkrise sich in Thailand so verheerend auswirken lassen hat.

    Also anstatt kooperationswillige Bauherren zu kriminalisieren und zu enteignen, sollten die Hilfen bekommen. Wenn das Gesetz dazu führen sollte, wäre es nicht schlecht. Anders sieht es aber mit unbebauten Grund und Boden aus. Davon geht ja in der Regel keine Gefahr aus und sind auch nicht zwangsläufig ein Schandfleck. Hier sollte man den Leuten die Chance nicht nehmen, sich ihren Lebenstraum zusammenzusparen.
    Jinjok

  5. #4
    llothar
    Avatar von llothar

    Re: Eine Zukunft für Bangkoks Bauruinen?

    Also ich kann nur begrüssen wenn da was passiert und nochmal Wohnfläche dem Markt zugeführt wird. Immerhin sind die Preise für Wohnungen in Neubauten immer noch absurd teuer, verglichen mit anderen Ländern.

    Und so viel steht anscheinend nicht leer sonst wären die Preise nicht immer noch bei 500 Euro Miete. Für das gleiche Geld krieg ich gleichen Wohnraum in Berlin - dem Hochpreisland für Neubauten.

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